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Montag, 27. Juli 2015

Münchens Oper strahlt sich in den Sommer...























Während anderswo Ende Juli die Sommerfestspiele starten, ohne das saisonal bedingt gute Laune deutlich würde gehen die mittlerweile beinahe ebenso traditionsreichen Münchner Opernfestspiele in ihre letzte Runde, aber wie! Und dank Anna Netrebkos Twitter-account, dem wir die Verbreitung dieses wunderbaren Fotos verdanken, wissen wir, dass hier auch jenseits der Bühne eine wunderbare, sommerlich heitere Stimmung herrscht. Opernstars im Café oder . Jonas Kaufmann und Kristine Opolais sind noch zwei Mal in Manon Lescaut zu erleben (am Freitag bei Oper für alle und als Livestream). Mariusz Kwiecien, Anna Netrebko und Pavol Breslik geben eine Traumbesetzung für die Reprise des Eugen Onegin ab. Noch vor einem Jahr waren Netrebko für die Manon und Opolais als Tatjana geplant, dank oder besser wegen Hans Neuenfels hat dann man einfach getauscht - und alle sind glücklich. Schlechte Laune? - Fehlanzeige! Selbst der Bayreuther Lohengrin-Debütant Alain Altinoglu schaut sehr zufrieden drein. Opernherz was willst du mehr?

Samstag, 31. Januar 2015

Lucia-Livestream aus München auf 8.2. verschoben
















Die Bayerische Staatsoper hat den Livestream der Neuproduktion Lucia die Lammermoor um eine Woche verschoben. Statt an diesem Sonntag wird die Aufführung mit Diana Damrau in der Titelrolle erst am 08. Februar 2015 ab 17.45 Uhr kostenlos auf der Homepage des Hauses zu verfolgen sein. Die musikalische Leitung hat GMD Kirill Petrenko übernommen, in weiteren Partien sind Pavol Breslik, Georg Zeppenfeld, Dalibor Jenis, Dean Power, Emanuele D'Aguanno und Rachel Wilson zu erleben.

Donnerstag, 1. Januar 2015

ZDF-Csárdásfürstin aus Dresden on demand













Noch bis zum 04. Januar 2014 kann die konzertante Version von Emmerich Kálmáns Die Csárdásfürstin, die am vergangenen Sonntag aus der Dresdner Semperoper übertragen wurde in der ZDF-Mediathek kostenlos abgerufen werden. Für Interessenten außerhalb Deutschlands hält der französische Anbieter medici.tv den Mitschnitt bereit. Unter der Leitung von Christian Thielemann spielt die Staatskapelle Dresden, als Sylva Varescu debütiert Anna Netrebko, sowie als Edwin Ronald ihr Tenorkollege Juan Diego Flórez. Die weiteren Partien sind mit Christina Landshamer, Pavol Breslik, Sebastian Wartig und Bernd Zettisch besetzt. Viel Freude beim Zusehen!

Und hier geht es zum Livestream des Arienabends von Juan Diego Flórez aus der Philharmonie am Gasteig München im Dezember 2014!

Sonntag, 28. Dezember 2014

Anna Netrebko debütiert heute als Csárdásfürstin im ZDF













Zwei außergewöhnliche Debeüts gibt es heute abend in der Dresdner Semperoper: Anna Netrebko ist erstmalig als Sylva Varescu zu erleben und ihr Kollege Juan Diego Flórez als Edwin Ronald. Im diesjährigen Silvesterkonzert führt die Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Christian Thielemann die Operette Die Csárdásfürstin konzertant auf. Es erklingen nicht nur Ausschnitte, sondern das gesamte Werk wird konzertant dargeboten. Die weiteren Partien sind mit Christina Landshamer, Pavol Breslik, Sebastian Wartig und Bernd Zettisch besetzt. Das Zweite Deutsche Fernsehen überträgt ab 22 Uhr zeitversetzt! Erstmalig gibt es durch diesen vorgezogenen Sendeplatz keine Kollision mit dem in der ARD ausgestrahlten Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker, was in den vergangenen Jahren immer wieder für Kritik sorgte.

Übertragung versäumt? Hier geht es zum Stream on demand!

Freitag, 29. März 2013

Die Zauberflöte live aus Baden-Baden


Zum ersten Mal sind die Berliner Philharmoniker in diesem Jahr mit ihren Osterfestspielen in Baden-Baden und fühlen sich nach Aussage ihres Chefs Simon Rattle sehr wohl dort. Ein Grund dafür ist, dass sie ihre Opernproduktion nicht nur zwei Mal wie in Salzburg, sondern gleich vier Mal spielen können. Die letzte Aufführung am Ostermontag kann komplett als Livestream im Netz angeschaut werden, 3sat überträgt ebenfalls. Der erste Akt beginnt um 18.15 Uhr, der zweite Akt um 20.15 Uhr. Vorher gibt es um 17.45 Uhr noch eine Dokumentation. Einen ersten optischen Eindruck der Inzenierung gibt es in dieser Bildergalerie. Simone Kermes, die als Königin der Nacht eingeplant war ist aus gesundheitlichen Gründen aus der Produktion augestiegen und wurde durch Ana Durlovski ersetzt. Aber auch die restliche Besetzung ist außerordentlich: Pavol Breslik als Tamino, Kate Royal als Pamina, Michael Nagy als Papageno und die drei Damen werden von Annik Massis, Magdalena Konzená und Nathalie Stutzmann gegeben. Inszeniert hat Edelregisseur Robert Carsen, das Bühnenbild stammt von Michael Levine und die Kostüme von Petra Reinhardt. Es gibt auch einen speziellen Blog zur Neuproduktion der Zauberflöte, die Aufführung geht übrigens in der neuen Saison ins Repertoire der Pariser Bastille-Oper, in fast komplett neuer Besetzung, es dirigiert dann Philippe Jordan.



Samstag, 7. April 2012

Otello in München - alt und gut













Die Bayerische Staatsoper im Repertoireglück, in einer bemerkenswert stimmigen Aufführung steht derzeit eine Serie von Verdis Otello auf dem Spielplan im Nationaltheater. Spektakulär der seltene Ausflug von Heldentenor Peter Seiffert ins italienische Fach. Bei seinem Otello bleiben zwar ein paar kleine Wünsche offen, aber man muss die Partie erst einmal so souverän singen. Kraftvoll und wirkungsvoll serviert er die Spitzentöne und agiert mit Spielfreude und Souveränität. Man hat das schon anders gehört (italienischer!), aber so geht es auf jeden Fall auch! Das tragische Ende zelebriert er mit brüchigem Ernst und rettet damit die Inszenierung, die an diesem Punkt in ihrem blanken Realismus sonst kaum noch zu ertragen wäre. Verdis großartig komponierter Sturm zu Beginn wird durch den unermüdlich umherlaufenden Chor regelrecht nivelliert. Von dieser Unruhe erholt sich der Abend nur kurz im großen Liebesduett von Otello und Desdemona (von beiden ungemein stilvoll präsentiert) und vollständig erst als die immer wieder bemerkenswerte Krassimira Stoyanova als Desdemona am Schluss alles auf sich und das großartig gesungene Lied von der Weide und das Ave Maria konzentriert. Große Oper, ganz ohne Abstriche! Claudio Sgura gehen als Jago die finsteren Seiten seiner Figur noch viel zu sehr ab, das braucht viel mehr dunklen Verdi in der Stimme. Als Cassio mehr als rollendeckend besetzt ist Pavol Breslik, er hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Das Staatsorchester spielt einen zügigen und liebevoll bis in die Details ausmusizierten Verdi, auch ein Verdienst des eingesprungenen Asher Fisch. Eine Repertoireaufführung, so raffiniert musiziert und zum großen Teil auch so gesungen, das gibt es auch in München nicht mehr so oft!

Donnerstag, 29. März 2012

Onegin-Wiederaufnahme in München












Inzwischen ist die Onegin-Inszenierung von Krzysztof Warlikowski im Repertoire der Bayerischen Staatsoper angekommen, das Cowboyballett auf der Polonaise ist ein paar Buhs wert, aber wirklich kein Aufreger mehr und auch beim wiederholten Anschauen behält die Aufführung ihren Reiz, denn sie funktioniert durch ein paar Schärfungen vielleicht sogar noch besser als früher. Die Geschichte wird schlüssig erzählt und dennoch gegen den Strick gebürtstet. In den Hauptpartien wurde diesmal großartig gesungen, in den kleineren respektabel. Besser als mit Simon Keenlyside und Pavol Breslik kann man Onegin und Lenski wohl im Moment nicht besetzen. Beide präsentieren sich sängerisch und darstellerisch in Topform und spielen das unglückliche Paar mit Nachdruck und souverän bis ins Detail. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist noch mehr ins Zentrum gerückt, nicht mehr nur ein Suchen, ein Ausweichen. Keenlyside zeigt den Onegin von Beginn an als Opfer, seiner selbst und der Umstände und verpackt das in der ihm eigenen Noblesse. Großartig sein Ausbruch am Schluss. Und so balsamische Töne wie in seinen zwei Arien hat man von Pavol Breslik bisher noch nicht gehört. Sehr schön, der noch junge Tenor ist nach wie vor auf einem guten Weg. Ekatarina Scherbachenko als Tatiana ist ein der stärksten Sängerinnen die bisher in dieser Inszenierung aufgetreten sind. Ihr Timbre ist nicht wirklich einprägsam, aber sie singt stilvoll und technisch sehr ausgewogen mit schön aufblühender Höhe und gestaltet intelligent. Ihre Briefszene wird so zum ersten Höhepunkt der Abends, der noch viele weitere intensive Momente im Zusammenspiel der Protagonisten findet. Ain Anger als Gremin macht das erwartbar so routiniert, dass er den mitkomponierten Szenenapplaus bekommt. Der junge finnische Dirigent Pietari Inkanen - mit dem Stück sehr erfahren - hatte bei seinem Debüt im Nationaltheater zunächst ein paar Probleme mit der Koordination von Bühne und Graben, insbesondere bei den Chorszenen im ersten Teil. Aber die hatte GMD Kent Nagano in der Premierenserie auch. Insgesamt gelingt ihm aber ein zügiger und bemerkenswert unpathetischer Onegin, nach der Pause funktioniert auch das Zusammenspiel zwischen Orchester und Sängern viel besser. Kein Schmelz im Graben, kein Sentiment auf der Bühne, das passt. Wenn die nächste Wiederaufnahme ebenso gelingt wird die Produktion zum Klassiker!

Dienstag, 20. März 2012

Eugen Onegin aus München als Livestream


Das Versprechen einer Wiederholung wird schneller eingelöst als gedacht. Nach dem großen Erfolg der Livestreams von L'elisir d'amore und Don Carlo im Januar diesen Jahres überträgt die Bayerische Staatsoper mit Eugen Onegin am kommenden Samstag um 19 Uhr bereits die dritte Produktion in dieser Saison gratis im Internet. Die Inszenierung stammt von Krzysztof Warlikowski und erzählt die Geschichte auf streitbare, aber keineswegs uninteressante Weise. Der amtierende Münchner Haustenor Pavol Breslik hat den Lenski in dieser Inszenierung bereits gesungen und wirkt nun nach dem Liebestrank bereits zum zweiten Mal in einer Übertragung aus München mit. In weiteren Rollen: Simon Keenlyside als Onegin, Ain Anger als Gremin und Ekatarina Scherbachenko als Tatjana. Die musikalische Leitung der Aufführung hat erstmalig der junge aus Finnland stammende Dirigent Pietari Inkinen.

Freitag, 16. Dezember 2011

Bayerische Staatsoper streamt gratis!


Auch die Bayerische Staatsoper in München startet ins Streaming-Zeialter. Im Januar 2012 werden zwei Aufführungen gratis im Netz gezeigt. Es handelt sich um Donizettis L'elisir d'amore in der Inszenierung von David Bösch mit Adriana Kucerová und Pavol Breslik in den Hauptrollen (07.01.2012, 19 Uhr), sowie um Verdis Don Carlo starbesetzt mit Anja Harteros, René Pape, Markus Kwiecien und Jonas Kaufmann (22.01.2012, 17 Uhr). Zusammen mit der TV-Übertragung von Les contes d'Hoffmann mit Diana Damrau und Rolando Villazon am 29.12.2011 auf ARTE werden innerhalb eines Monats drei Opernaufführungen aus München übertragen.

Montag, 3. Januar 2011

Silvester-Fledermaus in München - immer wieder


Wie zu jedem Jahreswechsel stand auch diesmal am 31.12. an der Bayerischen Staatsoper die Fledermaus auf dem Spielplan, als einziger Termin in der ganzen Saison. Eine Aufführung, die erfreute, aber mehr leider auch nicht. Unter der umsichtigen Leitung von Bertrand de Billy spielte das Staatsorchester einen eher getragenen Strauss, man könnte sich das noch viel spritziger und auch witziger vorstellen. Die gute Stimmung auf der Szene bleibt deswegen Behauptung und überträgt sich nur schwer aufs amüsierwillige Publikum. Mit Michaela Kaune steht eine Rosalinde zur Verfügung, die mit großer Operngeste und durchschlagendem, höhenstarken Sopran den vielfach unterschätzten Anforderungen der Partie nach wie vor gewachsen ist. Als viriler Eisenstein ist ihr Bo Skovhus ein adäquater Partner, bei beiden stimmt fast alles. Schwer hat es da die hoch gehandelte Mojca Erdmann als Adele, sich gegen so viel Präsenz durchzusetzen und so richtig flüssig perlen ihre Koloraturen an diesem Abend auch nicht. Großartig weiß dagegen Pavol Breslik als verflossener Liebhaber Alfred seine Auftritte zu setzen. Im ersten Akt wirft er sich mit Verve in den Boulevard und liefert dann später im Gefängnis zusammen mit Michael Lerchenberg als Frosch ein Kabinettsstück besonderer Güte, wenn er als "Karpaten-Zeiserl" einen Rundumschlag durch alle mehr oder weniger gängigen Tenorpartien anstellt. Der Frosch schießt sich während seiner etwas länglichen Suada auf den aktuellen Zustand der Bayerischen Staatsoper ein, der Intendant trägt es in seiner Loge mit amüsierter Fassung. Alfred Kuhn und Ulrich Reß sind mit ihrer verlässlichen Komödiantik unbedingt zu erwähnen. Daniela Sindram beeindruckt als Orlowsky mit Stimme und darstellerischem Nachdruck. Unzweifelhafter Höhepunkt des Abends ist der Überraschungsauftritt von Joseph Calleja, der mit zwei italienischen Schlagern (O sole mio) das Publikum geradezu überwältigt. Was für ein kraftvoller, souveräner, klangschöner Tenor, der zu schönsten Hoffnungen Anlass gibt! Insgesamt war diese Silvester-Vorstellung ein durchaus unterhaltsamer Abend, der allerdings auch den Eindruck erweckt, nur eine nicht ungern absolvierte Pflichtübung zu sein. Die große Ballszene würde ein paar ordnende Eingriffe durchaus vertragen und die Mooshammer-Parodie des Dr. Blind gehört schnellstens in den Fundus!

Samstag, 16. Oktober 2010

Editas letzte Traviata


Sie hat die Rolle viele Jahre nicht gesungen, niemand würde wohl auch auf die Idee kommen, sie heute noch als Violetta in La Traviata zu besetzen. Aber Edita Gruberova ist längst die Einzige in ihrer eigenen Liga, Aufführungen werden für sie auf den Spielplan gesetzt. Das aktuelle Belcanto-Repertoire nicht nur in München, Wien, Zürich und Barcelona - den Stammhäusern der Diva - sähe vermutlich anders aus, würde sie sich nich seit mehr als zwei Jahrzehnten um die fast vergessenen Werke bemühen. Umjubelt ihre konzertante Lucrezia Borgia gerade an der Wiener Staatsoper, im Theatermuseum der Stadt wird sie zum 40järhigen Hausjubläum geehrt. In München, wo sie ihre Auftritte an der Staatsoper offenbar reduziert, plant sie für Anfang Dezember noch einmal zwei Auftritte in der Titelrolle von La Traviata in einer konzertanten Version in der Philharmonie im Gasteig (11./17. Dezember 2010 - die Karten werden bereits knapp). An ihrer Seite gibt der ebenfalls aus der Slowakai stammende Tenor Pavol Breslik sein Rollendebüt als Alfredo, auf unserem Foto ist er zusammen mit der Gruberova in Lucrezia Borgia an der Bayerischen Staatsoper zu sehen. Ebenfalls ein Münchner Publikumsliebling und langjähriger Bühnenpartner der Sopranistin ist Paolo Gavanelli, der als Giorgio Germont auftreten wird. Die musikalische Leitung hat Verdi-Spezialist Marco Armiliato übernommen. Auf jeden Fall steht damit eine Höhepunkt der gerade Fahrt aufnehmenden Münchner Musiksaison bereits fest. Die komplette Produktion wird am 21.12.2010 auch noch einmal im Musikverein Wien aufgeführt.

Montag, 2. August 2010

Salzburger Männerphantasien


In München musste Pavol Breslik zuletzt zwei Mal für seinen erkrankten Kollegen Rolando Villazon als Nemorino einspringen. Die Anreise dürfte nicht allzuweit gewesen sein, denn er probierte bereits in Salzburg den Maler in Alban Bergs Lulu, wie auf obigem Bild zu sehen ist, geht es dabei wohl ziemlich zur Sache. Unter ihm liegt die französische Starsopranistin Patricia Petibon, natürlich in der Titelrolle. Gestern war Premiere (die ersten Reaktionen fallen eher gemischt aus), heute abend ist eine Aufzeichnung auf ORF 2 zu sehen und am 07. August um 20.15 Uhr auf 3sat. Für den von manchen erhofften Skandal auf Ansage wird es aber wohl nicht gereicht haben. Die Inszenierung stammt von Vera Nemirowa, die zuletzt in Wien für ihren Macbeth großen Protest einstecken musste, die Produktion wurde vorfristig vom Spielplan genommen. Urspünglich wollte Noch-Festspiel-Chef Jürgen Flimm selber inszenieren, Partner am Pult sollte Nicolas Harnancourt sein, dazu kam es leider nicht, wahrscheinlich sind die vielen anderweitigen Verpflichtungen der Herren ein Hindernis gewesen. Marc Albrecht als Dirigent ist allerdings mehr als nur ein Ersatz und auch die weitere Besetzung mit Namen wie Michael Volle, Franz Grundheber und Heinz Zednik bürgt für Qualität. Heute abend heißt es zumindest für alle Fans von Pavol und Patricia: Lulu schauen!

Dienstag, 20. Juli 2010

Pavol Breslik übernimmt für Rolando Villazon


Rolando Villazon ist krank und sagt die nächsten beiden Vorstellung von L'elisir d'amore an der Bayerischen Staatsoper ab. Als Einspringer ist der slowakische Tenor Pavol Breslik mehr als nur ein Ersatz, sondern vielleicht die bessere Wahl. Er hat den Nemorino schon mehrfach mit großem Erfolg gesungen und ist in München nicht zuletzt nach seinen Auftritten an der Seite der ebenfalls aus der Slowakai stammenden Edita Gruberova ein veritabler Publikumsliebling. Der Eindruck, den Rolando Villazon zuletzt in München hinterließ, war eher durchwachsen. Wahrscheinlich ist das Publikum der Opernfestspiele mit Pavol Breslik ohnehin besser bedient. Aber schade ist es schon, weil die Inszenierung zu ihrer Premiere den Eindruck, auf Rolando Villazon zugeschnitten zu sein, nicht ganz vermeiden konnte. Nur wird es bis zum Praxistest noch eine Weile dauern. Rolando Villazon hatte sich mit der Rolle des Nemorino im Frühjahr in Wien nach einer mehr als einjährigen Pause zurück gemeldet.

Samstag, 7. November 2009

Tod im Kochstudio

Es gehörte zu den mit Staunen aufgenommenen Ankündigungen des neuen Intendanten der Bayerischen Staatsoper Nikolaus Bachler zu seinem Amtsantritt vor einem reichlichen Jahr, dass er am Haus jetzt Schauspiel betreiben wolle. Er setzt das um, indem er zwar im Schauspiel erfolgreiche Regisseure, die aber im Musiktheater noch keine Erfahrungen haben, mit Neuinszenierungen betraut. Der Letzte im Reigen der Debütanten war Stephen Kimmig, ihm hat Bachler Mozarts DON GIOVANNI anvertraut.



Um es vorwegzunehmen, die Sache ging gründlich schief. Kimmig macht neben vielen anderen den Kardinalfehler, dass er versucht aus der Musik Stimmungen und Bilder zu extrahieren und auf der Bühne abzubilden. Das doppelt im besten Falle, ist aber zumeist hilflos oder gar einfältig, denn die Bilderwelt die der Regisseur von seiner Ehefrau und Bühnenbildnerin Katja Hass erfinden lässt, kann der komplexen Bilder- und Ideenwelt der Oper natürlich nicht gerecht werden. Hier gehört nichts zusammen und es passt auch nichts. Eine sich stupide drehende Containerwelt, die ab und zu den Blick auf ein Kulisse gewordenes Vorurteil frei gibt. Alles ohne innere Bezüglichkeit, im Detail merkt man die Führung der Personen, vom Entwuf her ist es Rampentheater mit einer Drehbühne. Nur selten nimmt das Geschehen auf der Bühne die Dynamik der Musik auf. So geht Oper nicht!



So geht aber auch Mozart nicht. Was Kent Nagano da vorlegt, hat mit einer Interpretaion von Don Giovanni nicht viel zu tun. Keine Linie, keine Idee, kein Sinn für die dunklen Seiten der Musik, die filigranen Tempoabstufungen. Alles ist schön durchhörbar, aber es bleibt nichts zurück. Ganz flau der Einstieg in die Ouvertüre und sehr viel besser wird es dann im Laufe des Abends nicht mehr. Wirklich gemischt sind auch die Sängerleistungen. Besser als mit Mariusz Kwiechien kann man die Titelrolle wohl nicht besetzen, wenn es einen Bariton gibt, der auch einen reflektierten Don Giovanni spielen kann, dann er. Doch statt dessen wird tief und witzlos ins Sterotypen-Kästchen gegriffen. Das brandschatzende Macho-Tier mit südosteuropäischem Einschlag, dem es eigentlich um Titten geht und um nichts anderes. Auf der anderen Seite billige Weiblichkeit und denunzierende Alltags-Versatzstücke. Von einer Rezeptionsgeschichte, welche die Figur Don Giovanni schon seit Jahrzehnten in ihrer Gesamtheit und so auch als Opfer seiner selbst auslotet weiß die Inszenieurng gar nichts. Deswegen hat die Aufführung auch so überhaupt nichts mit uns heute zu tun, auch wenn sie sie das pausenlos behaupten will.



Dennoch überzeugt Kwiechien mit einer grandiosen stimmlichen Leistung, selten hat man die Rolle so ausgewogen gesungen gehört. An seiner Seite Alex Esposito als Leporello, beide sind in der Kombination schon in diversen Produktionen aufgetreten, er macht seine Sache gut und präszise. Vom Publikum nicht ganz zurecht am meisten gefeiert wurde Pavol Breslik als Don Ottavio, er singt schön und beseelt, dass er sich in das Konzept der Figur nicht hinein findet, wen wundert es? Bei den Frauen gibt es ein Grundproblem: Donna Anna und Donna Elvira sind stimmlich einfach zu leicht besetzt (und Zerlina zu schwer). So kommt auch hier nichts so richtig zusammen. Elli Dehn schafft es nicht die emotionale Bandbreite der Donna Anna über die Rampe zu bringen und auch Maija Kovalevska tut sich mit ihrer Donna Elvira schwer. Und Zerlina (Laura Tatulescu) ist musikalisch eigentlich sehr viel weniger explizit erotisch unterwegs als sie das hier tun muss. Eine der vielen Ungereimtheiten der Inszenierung.



Das Fazit: Eine der wichtigsten Premieren der Saison ist zum Desaster geworden, nicht ganz unvorhersehbar. Das ist mehr als schade. Wäre da nicht die gelungene Szene, dass Don Giovanni beim Kochen durch einen Herzinfarkt vom Tode ereilt wird, der Abend wäre vollkommen entbehrlich. Da scheint aber für ein paar Takte auf, was sein könnte: plausibles, stimmiges Musiktheater, welches mit einer gelungen Umsetzung einer heiklen Szene überrascht. Kwiechien und Esposito singen sich in einen kleinen Rausch hinein, das wirkt bis hinunter in den Graben und dann kommt ganz en passant der Tod. Entgrenzung und Absturz ganz ohne Moral, davon handelt Mozarts Don Giovanni - hoffentlich bald wieder!

Montag, 8. Juni 2009

No mattern, no art

Die Herausforderungen, die in einer Inszenierung der Opern von Wolfgang Amadeus Mozart liegen werden oft unterschätzt. Als letzte Premiere der Saison an der Berliner Staatsoper Unter den Linden stand sein beliebtes Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ auf dem Plan – in der Regie des schon seit längerem als Schauspielregisseur hoch gehandelten Michael Thalheimer.


Was mach ich nur? Was mach ich nur?

Um es gleich vorwegzunehmen, durchweg erfreulich ist die musikalische Seite der Aufführung: Unter der umsichtigen und inspirierenden Leitung von Philippe Jordan gelingt der Staatskapelle eine höchst differenzierte Aufführung, welche die Spannung über den zweistündigen pausenlosen Abend hält. Pavol Breslik, früher Ensemblemitglied an der Lindenoper - inzwischen ein auch in München und Wien gefragter Tenor, liefert mit Schmelz, Hingabe und sicherer Stimmführung einen Belmonte aus dem Bilderbuch. Ebenso erfreulich Florian Hoffmann als Pedrillo, immer auf den Punkt und seit langem wieder richtig aus sich heraus gehend. Christine Schäfer beglaubigt ihre Konstanze mit Persönlichkeit und Ausstrahlung, ein paar der hohen Töne sitzen nicht so, wie sie könnten, sie scheint nicht ganz in der üblichen Form zu sein. Als Blonde macht die junge Sängerin Anna Prohaska erneut mit Nachdruck auf sich aufmerksam, sängerisch und darstellerisch. Osmin bleibt eher eine Randfigur, obwohl ihn Maurizio Muraro mit stimmlichem und darstellerischem Furor zeigt.


Es sind die Fragen von Nähe...

Regisseur Michael Thalheimer ist eines wirklich gelungen, die Dialoge fallen an diesem Abend nicht hinter die gesungenen Passagen zurück, darin steckt viel Arbeit, die sich gelohnt hat. So stichhaltig und auf den Punkt wurde auf der Opernbühne selten argumentiert (teilweise auf englisch, was nicht weiter stört, aber auch keine tieferen Einsichten bringt). Die Sänger verkörpern allesamt Figuren und singen nicht nur Rollen. So ergeben sich viele schöne und auch überraschende Details. Leider hält das Konzept der Inszenierung als Ganzes dem nicht stand. Thalheimer verzichtet auf die Geschichte, konzentriert sich vielmehr auf eine Versuchsanordnung von sich irgendwie nicht mehr oder noch nicht (wieder) liebenden Menschen. Es bleibt dann aber alles erstaunlich konventionell. Er findet keine richtig schlüssigen Bilder und so das Bühnengeschehen keinen Rhythmus. Deswegen wirkt auch der Bassa Selim des Schauspielers Sven Lehmann, eigentlich eine dankbare Aufgabe, seltsam konturlos.


...und Distanz, welche in der Inszenierung verhandelt werden.

Dennoch ist es ein erlebenswerter Abend, der gut in den beginnende Sommer passt. Durch die verdeckten Proszeniumslogen ergibt sich eine kammerspielhafte Konkretheit im Vorbühnenbereich und so lange die Sänger um das Orchester herumturnen geht eigentlich nichts richtig schief. Wer das Stück kennt und mag kommt auf seine Kosten. Am Schluss einer durchwachsenen Saison steht eine durchschnittliche, irgendwie großstädtisch geratene Entführung, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Großer Jubel für alle Musiker, Buhs für die Regie – auch das fast wie immer.


Das wars - ein Ende ohne jegliche Illusionen.

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