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Freitag, 8. März 2013

Jenufa aus München als Livestream













Im Rahmen ihrer Livestream-Serie überträgt die Bayerische Staatsoper diesen Samstag um 19 Uhr live und gratis aus dem Münchner Nationaltheater Leoš Janáčeks Jenufa. Es singen Karita Mattila, Gabriele Schnaut und Stefan Margita, das Staatsorchester wird von Tomáš Hanus dirigiert. Innerhalb der Serie gab es bereits eine Aufführung, die Münchner Presse zeigte sich insbesondere von Karita Mattilas Rollenporträt begeistert.  

So muss Oper sein: markerschütternd und bis in die Haarspitzen hinein brennend bei allen Beteiligten. (Klaus Kalchschmid in der Süddeutschen Zeitung) 








Freitag, 25. November 2011

3sat zeigt Salzburger Makropulos


Am kommenden Samstag (26.11.2011) um 21.45 Uhr zeigt 3sat einen Mitschnitt der diesjährigen Produkution Die Sache Makropulos von den Salzburger Festspielen. Die Janácek-Oper wurde von Christoph Marthaler in Szene gesetzt, die musikalische Leitung hatte Esa-Pekka Salonen. In der Rolle der untoten Diva Emilia Marty ist Angela Denoke zu erleben. Anlässlich der Premiere war der Kritiker der Tageszeitung Die Welt ganz begeistert: Nervöse Ticks, stumme Vorspiele und Schlaf auf der Bühne – alle Elemente von Christoph Marthalers Zaubertheater vereinigen sich hier zum Opernwunder. Wir waren es auch und empfehlen diese Sendung. Zuvor zeigt 3sat einen Mitschnitt der Aids-Gala aus der Deutschen Oper Berlin (20.15 Uhr), einem umfassenden Opernabend steht also nichts mehr im Wege!

Freitag, 30. September 2011

Auch Anja Silja sagt mal ab, aber....


....mit welcher Begründung! Die Sängerinnen-Legende Anja Silja sollte in einer Wiederaufnahme-Serie von Katja Kabanowa am Staatstheater Karlsruhe in einer ihrer Paraderollen als Kabanicha auftreten. Kurz vor dem ersten Termin hat sie die Partie vor ein paar Tagen aufgrund differierender Auffassungen über die Anlage der Figur zurückgegeben! Ein Grund, der bei den auch auf diesem Blog stets sehr heftig diskutierten Sängerabsagen nur sehr selten zu hören ist. Bei einer Wiederaufnahme ist das sicher nicht ganz stichhaltig, hätte man sich über die Konzeption der Inszenierung ja bereits im Vorfeld verständigen können. Aber Respekt Frau Silja, künstlerische Integrität gibt es eben nicht umsonst. Bedauerlich bleibt das Ganze für das Karlsruher Publikum, ist die Silja doch nach wie vor eine bemerkenswerte und aufregende Sängerdarstellerin. Demnächst wieder zu erleben als Old Lady in Candide im Berliner Schillertheater, wo sie offenbar keine Probleme mit der Figurenkonzeption hat, sie war ja auch schon zur Premiere dabei. In Karlsruhe hat jetzt Sonja Borowski-Tudor die Rolle der Kabanicha übernommen.

Montag, 1. November 2010

Patrice Chéreau bei ARTE


Zwei aktuelle Fernseh-Pflichttermine für Opernfreunde: Der französische Theatermann Patrice Chéreau wird im November von ARTE gleich zweifach gewürdigt. Heute abend zeigt der Kulturkanal den Mitschnitt seiner Janácek-Inszenierung Aus einem Totenhaus. Für die Produktion hatte er nach seinem Bayreuther Ring und der Pariser Lulu zum dritten Mal mit Dirigenten-Legende Pierre Boulez zusammen gearbeitet. Die Aufführung gehört zu den meistgereisten des modernen Opernbetriebes, nach den Premieren in Aix-en-Provence und bei den Wiener Festwochen wurde sie auch in Amsterdam, Mailand und New York gezeigt. Auch die Berliner Staatsoper hat eine Übernahme in des Repertoire des Schiller-Theaters angekündigt, die musikalische Leitung soll dann Sir Simon Rattle übernehmen. Am 15. November um 22.50 Uhr gibt es als Nachschlag ein 75minütiges Porträt des Ausnahmekünstlers Patrice Chéreau unter dem Titel Leidenschaft für den Körper. Warum als Ergänzung nicht auch Teile seines umfangreichen filmischen Schaffens auf den Bildschirm kommen wissen nur die Verantwortlichen des Senders. In den letzten Jahren hatte sich der Regisseur wieder von der Oper weg hin zum Film orientiert, seine letzte Opernarbeit kam mit Tristan und Isolde in Mailand im Dezember 2007 zur Premiere.

Samstag, 28. März 2009

Ihre Ziehtochter

Auch wenn sich im deutschsprachigen Raum der Titel "Jenufa" eingebürgert hat gab Leos Janácek seiner Oper im Orginal den Titel "Její pastorkyňa - Ihre Ziehtochter" - spielt doch die Küsterin, die Stiefmutter Jenufas, nicht nur eine heimliche Hauptrolle. An der Wiener Staatsoper wird diese seit vielen Jahren von Agnes Baltsa im wahrsten Sinn des Wortes verkörpert, so auch bei der Wiederaufnahme der gelungenen Inszenierung von David Pountney.


Das Bühnenbild beeindruckt durch drei große Bilder - hier im ersten Akt die Mühle mit dem übergroßen die ganze Bühne umfassenden Mahlwerk.

Auch nach acht Jahren ist diese Inszenierung noch ein Ereignis - zum Sehen und zum Hören. Schlüssig und engagiert entwickelt sie die tragische Handlung ohne dabei in folkloristischen Kitsch oder falschem Aktionismus zu verfallen. Manches hat man präziser in Erinnerung, aber die Wiederaufnahme wirkt sehr gut einstudiert. Graeme Jenkins Dirigat vereint kapellmeisterliche Tugenden alter Schule, er koordiniert präzise das Geschehen auf der Bühne und im Graben und bringt sowohl die Klangschönheit, gelegentlich an Puccini erinnernd, wie auch die Schroffheit der Partitur zu Geltung. Den Sängern ist er ein verlässlicher Zeichengeber. Allen voran Ricarda Merbeth, deren höhenstarker Sopran sehr schön zur Geltung kommt. Vielleicht etwas zu beseelt und mit einer zu starken Betonung der leidenden Seiten singt sie eine kraftvolle Jenufa. Agnes Baltsa, nach wie vor eine Sängerdarstellerin von großem Format, liefert eine Küsterin wie in Stein gemeiselt. Ihre herausfordernde Präsenz beeindruckt, berührt auch in manchen Momenten, insbesondere im zweiten Akt. Sie weiß, dass der Applaus auch ihrem Lebenswerk gilt und nicht nur der stimmlichen Leistung, denn die ist an einigen Stellen dann doch fragwürdig. Janina Baechle ist eine sehr souveräne aber doch gebremst agierende Alte Burya - ihre Präsenz reicht nicht an die von Anny Schlemm zur Premiere heran. Vielleicht wäre im Moment sogar die Küsterin die für sie die passendere Rolle, die stimmlichen Voraussetzungen dafür hat sie auf jeden Fall. Es ist ein Abend der Frauen, die beiden Männer Stewa und Laca sind mit Marian Talaba und Jorma Silvasti solide besetzt. Mit ein paar Unsicherheiten im ersten Teil agierte der Chor der Wiener Staatsoper.


Eine lebende Legende: Agnes Baltsa, einer DER Mezzos unserer Zeit, ist seit der Premiere im Jahre 2002 in Wien als Küsterin zu erleben. Nicht zuletzt ihr ist der andauernde Erfolg dieser Inszenierung zu vedanken.

Die "Jenufa" ist ein Meisterwerk und gehört mit ihrer musikalischen Opulenz, mit ihrer erzählerischen Stärke und nicht zuletzt wegen ihrer dramaturgischen Konsequenz zu den wichtigsten Opern des 20. Jahrhunderts. Wie auch die anderen Werke des Komponisten braucht sie die große Bühne, große Stimmen und eine zugreifende musikalische und szenische Deutung. Es ist erfreulich, dass sich diese Inszenierung, bei der all das zusammen kommt, schon seit acht Jahren auf dem Spielplan der Wiener Staatsoper behaupten kann. Fragwürdig bleibt aber immer wieder die Entscheidung das Werk - als einzige Ausnahme im Repertoire - nicht in Orginalsprache, sondern auf Deutsch zu singen. Die Sprachmelodie des Tschechischen ist eine der Grundlagen von Janáceks Kompostionsstil, viele Details erschließen sich erst über den Orginaltext. Außerdem war die Sprachverständlichkeit wirklich mangelhaft. Die Diskussion des Themas Orginalsprache wird wohl nie endgütlig abgeschlossen sein, die in diesem Fall getroffene Entscheidung ist aber auf jeden Fall zu befragen.

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