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Dienstag, 5. April 2016
Freyer übernimmt von Tcherniakov in Wien
Die Wiener Festwochen trennen sich von Dimitri Tcherniakov, der Regisseur - wie häufig auch diesmal sein eigener Bühnenbildner - sollte Mitte Juni eine Neuproduktion von Fidelio im Theater an der Wien herausbringen, ist aber offenbar mit den notwendigen Vorarbeiten nicht fertig geworden. Die Regie übernimmt Achim Freyer, der Altmeister, der noch jedes Stück passend für sein Einheitskonzept gemacht hat. Die Inszenierung dürfte nun völlig anders werden als gedacht, aber nicht anders als all die anderen Freyer-Inszenierungen, die wir bereits kennen. Der musikalische Teil der Besetzung bleibt an Bord der Produktion: Marc Minkowski dirigiert seine Musiciens du Louvre und auf dem Besetzungszettel stehen Christiane Libor, Elizabeth Watts, Julien Behr, Franz Hawlata, Michael König, Georg Nigl und Jewgeni Nikitin.
Mittwoch, 30. März 2016
Die Zarenbraut live in Berlin und auf ARTE
An der Staatsoper im Berliner Schillertheater laufen gerade die Proben für die Wiederaufnahme von Nikolai Rimsky-Korsakow Die Zarenbraut, ab dem kommenden Sonntag steht die sehenswerte Inszenierung von Dimitri Tcherniakov für vier Termine auf dem Spielplan. ARTE hat den Mitschnitt der Premierenserie des selten gespielten Stückes jetzt ebenfalls noch einmal gezeigt und dieser ist noch auch noch einmal für einige Tage auf der Homepage abrufbar. Es lohnt sich auf jeden Fall, entweder reinklicken oder gleich reingehen!
Donnerstag, 24. März 2016
Ringen um den Ring 2020 in Berlin
An der Deutschen Oper Berlin steht im April 2017 zum letzten Mal die Ring-Inszenierung von Götz Friedrich aus dem Jahr 1985 auf dem Spielplan. Intendant Dietmar Schwarz wollte den legendären, aber mittlerweile maroden Zeittunnel nicht neu bauen lassen und konnte den Förderverein des Hauses davon überzeugen, dass es Zeit für eine Neuinterpretation des Werkes geworden ist. Diese soll nun mit Stefan Herheim einer der spannendsten verfügbaren Opernregisseure übernehmen, der mit seiner Bayreuther Parsifal-Deutung bereits vor Jahren Interpreationsgeschichte geschrieben hat. So weit, so gut. Nun gibt es in Berlin noch ein zweites Opernhaus, dessen Musikchef sich als Wagnerinterpret eigener Klasse versteht: Die Staatsoper Unter den Linden mit Daniel Barenboim an der Spitze. Diese hat zwar einen Ring in der Inszenierung von Guy Cassiers im Repertoire (im Juni 2016 wieder auf dem Spielplan im Schillertheater), der aber als künstlerisch missraten und entbehrlich gilt. Nun hat die Staatsoper angekündigt, im Jahr 2020 ebenfalls einen neuen Ring herauszubringen, dann wieder im Stammhaus Unter den Linden. Als Regisseur wird Dmitri Tcherniakov genannt, ebenfalls eine spannende Besetzung und eine die gut nachvollziehbar wäre, hat er doch zusammen mit Daniel Barenboim vor einigen Jahren seine erste Arbeit im Westen gemacht, eine sehr gelungende Inszenierung von Prokofjews Der Spieler und der gemeinsame Parsifal läuft gerade auf den diesjährigen Festtagen des Hauses. Man könnte nun meinen, dass eine Stadt zwei solche Hochkaräter auch parallel aushält, vielleicht sogar spannend findet. Aber da sind aber die komplizierten Berliner Opernverhältnisse davor. Die beiden innerhalb der Opernstiftung zusammengespannten Häuser müssen ihre Programme nämlich in so weit abstimmen, dass Werke des Kernrepertoires - wozu auch der Ring gehört - nur im Abstand von mindestens zwei Spielzeiten neu produziert werden können. Nun muss vermittlet werden und das geht im heutigen Opernbetrieb wohl nur unter starkem Blätterrauschen, was es zugegeben, nicht weniger interessant macht. Eine erste Bewährungsprobe dürfte die Causa für den gerade in Berlin eingtroffenen und denächst neuen Intendanten der Staatsoper Matthias Schulz sein. Und ebenfalls mit Interesse wird auch der Chef der Opera national de Paris Stéphane Lissner die Berliner Diskussionen verfolgen, denn er plant für den Anfang der zwanziger Jahre ebenfalls einen neuen Ring. Das Rennen um die dann besten Wagnersänger sollte deshalb längst eröffnet sein.
Dienstag, 28. Juli 2015
Kirill Petrenko übernimmt Lulu-Dirigate im September
Anstelle von Cornelius Meister wird Kirill Petrenko selbst die Dirigate der für den September angesetzten Lulu-Serie an der Bayerischen Staatsoper übernehmen. Die Produktion in der Regie von Dimitri Tcherniakov war im Mai diesen Jahres unter seiner musikalischen Leitung zur Premiere gekommen und in musikalischer Hinsicht allseits gelobt worden. Wie die Bayerische Staatsoper in einer Aussendung schreibt hat sich Cornelius Meister dankenswerter Weise einverstanden erklärt auf ein zukünftiges Engagement als Ersatz für die Lulu-Serie auszuweichen. Ein nicht ganz alltäglicher Vorgang selbst in der nicht immer leicht zu verstehenden Opernwelt. Raus ist Petrenko in diesem Zuge auch aus den Walküren Ende November, Anfang Dezember - diese Termine dirigiert jetzt Simone Young. Sicher wären die drei Vorstellungen in dieser Konstellation nie in den Spielplan gelangt, zumindest früh genung wird die Änderung kommuniziert. Und eine weibliche Wagner-Interpretation tut dem GMD-versessenen München sicher gut...
Freitag, 18. April 2014
Dimitri Tcherniakov inszeniert Parsifal
Der russische Regisseur Dimitri Tcherniakov inszeniert Richard Wagner - und zwar Parsifal zu den Osterfesttagen der Berliner Staatsoper 2015 in deren Dauerausweichquartier Schillertheater. Mit René Pape als Gurnemanz und selbstverständlich Daniel Barenboim am Pult. Als Kundry debütiert Anja Kampe. Außerdem wird die diesjährige Produktion des Tannhäuser in der Regie von Sasha Waltz wieder aufgenommen, wiederum mit Peter Seiffert in der Titelrolle. Im sinfonischen Programm ist eine Hommage anlässlich des neunzigsten Geburtstag von Pierre Boulez geplant. Zyklen können bereits jetzt gebucht werden, der Einzelkartenverkauf beginnt am 08. November 2014.
Donnerstag, 28. November 2013
La Traviata aus der Scala auf ARTE und ARTEliveweb
Wie in jedem Jahr überträgt ARTE die Saisoneröffnung aus der Mailänder Scala. Während vor genau einem Jahr das Wagner-Verdi-Doppeljubiläum mit Richard Wagners Lohengrin eingeläutet wurde (was in Italien für mittelschwere Erschütterungen sorgte) steht nun zum Abschluss des Ganzen Verdis La Traviata auf dem Spielplan. Es dirigiert übrigens nicht der scheidende Musikchef Daniel Barenboim, wie in den Jahren zuvor, sondern ein möglicherweise kommender: Danielle Gatti. Die Inszenierung stammt von Dimitri Tcherniakov (der unlängst erst zum wiederholten Mal mit Barenboim an der Berliner Staatsoper zusammengearbeitet hat). Mit Diana Damrau, Piotr Beczala und Zeljko Lucic ist die Produktion attraktiv besetzt. Zu sehen im Fernsehprogramm von ARTE am 07.12.2013 ab 20.15 Uhr und auch als Livestream im Internet (siehe oben). Ob die Tradition dieser Übertragungen in den nächsten Jahren fortgeführt wird ist zu beobachten. Vielleicht gibt es ja zukünftig mehr Oper aus der französischen Hauptstadt, wenn Stephane Lissner von Mailand nach Paris wechselt. Könnte sogar besser zu ARTE passen. Und auch aus Berlin hätte man gern den Trovatore mit Netrebko und Domingo gesehen, der erst angekündigt wurde und nun doch nicht gezeigt wird.
Montag, 11. November 2013
Die Zarenbraut aus Berlin bei ARTE live web
Mit Modest Mussorgskis Boris Godunow zeigte der aus Russland stammende Dimitri Tcherniakov im Jahre 2005 an der Staatsoper Unter den Linden seine viel beachtete, erste Regiearbeit im Ausland (übrigens mit einem überragenden René Pape in der Titelrolle). Nach einer schnellen, ihn durch ganz Europa führenden Regiekarriere kehrt er jetzt nach Berlin zurück und zeigt mit Nikolai Rimsky-Korsakows Die Zarenbraut immer noch kraftvoll und ideenreich ein weiteres Schlüsselwerk des slawischen Repertoires. Daniel Barenboim hat die musikalische Leitung übernommen und die Terminierung zum Auftakt dieser Saison deuten darauf hin, dass die Produktion ganz ursprünglich mal zur Wiedereröffnung des Stammhauses Unter den Linden geplant war. Diese wird nun noch eine ganze Weile auf sich warten lassen. Auf ARTE live web steht jetzt für reichlich zwei Wochen der Mitschnitt einer kompletten Vorstellung aus dem Dauer-Ausweichquartier Schillertheater zum Abruf bereit. Clou der Besetzung ist übrigens Anna Tomowa-Sintow, Berliner Staatsopernlegende, die nach sicher zwanzig Jahren erstmals wieder in einer Produktion des Hauses zu sehen ist. Fulminant Anita Rachvelishvili, die die derzeit hoch gehandelte Olga Peretyatko beinahe deklassiert. Die Vorstellungen in Berlin waren übrigens alle restlos ausverkauft, was als kräftiges Plädoyer des Publikums für eher randständige Werke des Opernkanons gelten kann. Viel Spaß beim Reinschauen!
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