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Sonntag, 28. August 2016
Opulenter Faust aus Salzburg als Video in der Mediathek
Zum Abschluss der diesjährigen Salzburger Festspiele hat 3sat gestern einen kompletten Mitschnitt der diesjährigen Neuproduktion des Faust von Charles Gounod gezeigt, dieser ist jetzt für eine Woche in der Mediathek des Senders kostenfrei abrufbar! Der erste Eindruck von der Inszenierung von Reinhard von der Thannen, der hier auch als sein eigener Kostüm- und Bühnenbildner agiert, bleibt allerdings merkwürdig unentschlossen. Optisch bietet die Aufführung durchaus viel, die weite Bühne des Großen Festspielhauses wird gekonnt bespielt, aber von einem analytischen Zugriff auf das Riesenwerk kann leider keine Rede sein. Weder gibt es tiefere Einsichten über den Stoff zu vermelden, noch darüber, warum die Oper gerade jetzt erstmals in den Salzburger Spielplan aufgenommen wurde, was ja repertoiretechnisch durchaus zu begrüßen ist. Die Protagonisten und auch der Chor sind über weite Strecken gut geführt, manche Details wirken dennoch merkwürdig unausgearbeitet und nahe am Klischee. Man wähnt sich im Laufe des langen Abends immer mehr in einer weichgespülten Fortsetzung des Bayreuther Ratten-Lohengrins von Hans Neuenfels aus dem Jahr 2010, der ebenfalls von Reinhard von der Thannen ausgestattet wurde. Nur dass dort ein wagemutiger Künstler-Regisseur, den schwelenden Konflikten zum Ausbruch verholfen hat und das eben manchmal auch mit der Brechstange. Ach, hätte man doch in Salzburg Hans Neuenfels mit ins Regieteam verpflichtet, er hat doch diesen Sommer frei. Die Aufführung hätte große Chancen gehabt, ein Ereignis zu werden. Die richtig zündende Gesellschaftskritik gab es im vielgerühmten Lohengrin damals übrigens auch nicht, da waren auch eine Menge Oberflächenreize im Spiel. Vom Kunstgewerbe zur Kunst ist es eben manchmal nur ein kleiner Schritt, aber zurück eben auch! Besetzungstechnisch müsste man dann aber für Tenor Piotr Beczala eine Alternative finden, denn der führt ja bekanntermaßen eine schwarze Liste von weniger werktreuen Regisseuren, mit denen er nicht arbeitet und Hans Neuenfels dürfte auf dieser im oberen Mittelfeld zu finden sein. Das wäre wirklich schade, denn er macht seine Sache als Faust richtig gut, das ist mehr als rollendeckend, große Präsenz und schöne Stimmführung bis in die Höhe hinauf. Auch Ildar Abdrazakov als Mephisto überzeugt mit einer virilen Darstellung und einer ausgewogenen Stimmführung. Keinen ganz guten Tag hatte Maria Agresta, in deren Solonummern hin und wieder Grenzen aufscheinen, ihrer Figur hat Gounod mit der Maguerite allerdings auch eine Hammerpartie geschrieben, an die sich schon ganz andere Sängerinnen nicht rangetraut haben. Orchester und Chor sind unter der der besonnenen Leitung von Alejo Pérez in der richtigen Mischung von souverän bis prachtvoll disponiert. Alles in allem haben Freunde der opulenten französischen Musik des 19. Jahrhunderts einen schönen Abend und das ist doch auch schon mal was.
Donnerstag, 25. August 2016
Salzburger Faust auf 3sat
Auch die zweite große Opernproduktion der diesjährigen Salzburger Festspiele (neben Die Liebe der Danae von Richard Strauss) - Faust von Charles Gounod - wird im Fernsehen übertragen. Am Samstag, dem 27. August 2016 um 20.15 Uhr ist es auf 3sat so weit. Zum ersten Mal in der fast hundertjährigen Geschichte der Salzburger Festspiele steht die Oper auf dem Programm. Charles Gounods Musikdrama bietet französische Romantik pur: wunderbar eindringliche Melodien, verführerische Arien und subtil gestaltete Instrumentalsoli heißt es in der Sendeankündigung. Das Libretto stellt die Figur der Marguerite in den Vordergrund, deshalb wurde die Oper vor allem im deutschsprachigen Raum lange Zeit unter dem Titel Margarethe gespielt. In dieser Aufführung verkörpert die Sopranistin Maria Agresta diese anspruchsvolle Partie, vor der schon ihre eigentlich als furchtlos bekannte Kollegin Anna Netrebko zurück geschreckt ist. Piotr Beczala singt den Faust und Ildar Abdrazakov den Méphistophélès, die musikalische Leitung hat Alejo Pérez. Ausstattung und Inszeneriung hat Reinhard von der Thannen in Personalunion übernommen. Bekannt wurde er u.a. durch den Bayreuther Ratten-Lohengrin von Hans Neuenfels, den er ausgestattet hat und an den die Aufführung zumindest optisch erinnert.
Der Mitschnitt der Aufführung ist bis Anfang September 2016 in der 3sat-Mediathek abrufbar.
Montag, 15. August 2016
Mariss Jansons dirigiert Opern in Salzburg
Der weithin geschätzte Maestro Mariss Jansons kann aufgrund seiner umfangreichen Verpflichtungen bei diversen Spitzenorchestern im sinfonischen Bereich viel zu selten für die Übernahme von Operndirigaten gewonnen werden. Der neue Chef der Salzburger Festspiele Markus Hinterhäuser hatte offenbar Überzeugungskraft und Glück: Wie bereits durchgesickert ist (die offizielle Verkündung des Programms findet erst im Herbst statt) wird Jansons im kommenden Jahr eine Neuproduktion von Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk dirigieren. Eine reizvolle Aufgabe für den akribisch arbeitenden Schostakowitsch-Experten, Regie soll Andreas Kriegenburg führen. Interessante Vergleichsmöglichkeiten ergeben sich für das Publikum, weil die Bayerischen Staatsoper für diesen Herbst eine Neuproduktion eben desselben Stückes ankündigt, mit Kirill Petrenko im Graben und Harry Kupfer am Regiepult. Für den Sommer 2018 kehrt Jansons erneut zu den Salzburger Festspielen zurück, dann steht Tschaikowskis Pique dame auf dem Programm. Die aktuelle Produktion des Stückes aus Amsterdam, ebenfalls mit Mariss Jansons als Dirigenten, kann derzeit auf The Opera Platform abgerufen werden.
Freitag, 12. August 2016
Die Liebe der Danae aus Salzburg heute in ORF 2
Der nicht mehr ganz unumstrittende Regisseur Alvis Hermannis hat bei den diesjährigen Salzburger Festspielen eine Neuinszenierung von Richard Strauss selten gespieltem Spätwerk Die Liebe der Danae herausgebracht. Das für Ensemble und Orchester gleichermaßen anspruchsvolle Werk sollte bereits bei den Festspielen im Jahre 1944 zur Uraufführung kommen, kam damals aber über eine Generalprobe nicht hinaus, da die Festspiele nach dem Attentat auf Adolf Hitler abgesagt wurden. Nun endlich wagt man eine neuen Versuch in Salzburg, ganz geglückt ist dieser aber nicht, wenn man den zahlreichen bislang veröffentlichten Berichten Glauben schenken darf. Musikalisch ist das Werk in besten Händen: Franz Welser-Möst dirigiert die Wiener Philharmoniker, Krassimira Stoyanova singt die Titelpartie. Die letzten zwei Salzburger Sommer gab sie eine wunderbare Marschallin im Rosenkavalier. Ab 21.20 Uhr gibt es heute abend auf ORF 2 eine zeitversetzte Übertragung.
Dienstag, 21. Juli 2015
Der Rosenkavalier aus Salzburg auf 3sat
Der Rosenkavalier in der Inszenierung von Harry Kupfer war einer der Höhepunkte der Salzburger Festspiele im vergangenen Jahr. Auch heuer steht die Aufführung wieder auf dem Spielplan, Ende August zum Ende der Festspiele in fast identischer Besetzung. 3sat sendet am Samstag, 25. Juli 2015 um 20.15 Uhr einen Mitschnitt aus dem Sommer 2014: Krassimira Stoyanova gibt die Marschallin, Sophie Koch den Octavian, Günther Groissböck den Ochs und Mojca Erdmann die Sophie. Es dirigeirt Franz Welser-Möst, der ehemalige Musikchef der Wiener Staatsoper.
Dienstag, 24. März 2015
Cavallerina rusticana und I Pagliacci aus Salzburg im TV
Erstmals steht in diesem Jahr das Operndoppel Cavallerina rusticana und I Pagliacci auf dem Programm der Salzburger Osterfestspiele. Nach Parsifal und Arabella eine interssante Auswahl für den dritten Jahrgang unter der Leitung der von Christian Thielemann. Für sängerischen Starglanz ist gesorgt, Jonas Kaufmann führt in den beiden Tenorpartien Canio und Turrido ein wohlsortiertes Solistenensemble an: Ambrogio Maestri, Liudmyla Monastyrska, Maria Agresta, Stefania Toczyska und noch einige andere in den kleineren Partien. Das kann man sich kaum besser wünschen. Das gilt auch für das Team. Regie führt der mit großen Formaten erfahrene Philipp Stölzl, er ist eine gute Wahl für die bieden inszenatorisch heiklen Verismo-Einakter auf einer ganz großen Bühne. Im Orchestergraben natürlich die Staatskapelle Dresden, die bei der (komplett neu besetzen) Übernahme in die Dresdner Semperoper im Januar 2016 zu erleben sein wird. Die Osterfestspiele melden übrigens alle Termine als ausverkauft, aber es gibt in diesem Jahr gleich zwei Gelegenheiten die Aufführung im Fernsehen zu schauen, am 06.04.2015 um 23.15 Uhr im ZDF (nur Cavallerina rusticana) und am 11.04.2015 um 20.15 Uhr den kompletten Abend auf 3sat.
Donnerstag, 21. August 2014
Heute: Der Rosenkavalier aus Salzburg im BR-TV
Der ORF freute sich über eine sagenhafte halbe Million Zuseher anlässlich der Übertragung des hochgelobten diesjährigen Salzburger Rosenkavaliers an diesem Montag zu später Stunde in seinem zweiten Programm. Der durchschnittliche Marktanteil der Übertragung, die bis 2.00 Uhr lief, lag bei enormen 9 Prozent! Im deutschen Fernsehen hat sich nur das Bayerische Fernsehen bereit gefunden diese Produktion ins Programm aufzunehmen. Heute steht die Übertragung ab 22.45 Uhr auf dem Plan. Ihr Debüt als Marschallin gibt die großartige Krassimira Stoyanova, an ihrer Seite singen Sophie Koch, Mojca Erdmann, Günther Groissböck, Adrian Eröd und viele andere. Dass weder ARD noch ZDF im Jubiläumsjahr von Richard Strauss einen Sendeplatz für eine große Oper des Komponisten einräumen können ist mehr als bedauerlich. Auch 3sat hält sich in diesem Sommer merkbar zurück, nachdem es im Frühjahr einige Opern aus der Konserve zu sehen gab.
It trovatore aus Salzburg als Webstream
Die Produktion Il trovatore der diesjährigen Salzburger Festspiele steht als Webstream auf der Homepage von Arte-Concert zur Verfügung. Plácido Domingo singt noch, er ist dieser Aufführung mittlerweile abhanden gekommen. Anna Netrebko präsentiert sich in Hochform, die Inszenierung von Alvis Hermannis geht in Ordnung, das gilt auch für das Dirigat von Daniele Gatti, ein Meister der Differenzierung wird dieser Maestro nicht mehr werden. Viel Spaß beim Anschauen!
Freitag, 1. August 2014
Soprano number one: Krassimira Stoyanova
Wenn sich heute im Großen Festspielhaus in Salzburg der Vorhang zur Premiere von Richard Strauss Der Rosenkavalier hebt, dann dürfte eine Sängerin in Mittelpunkt des Interesses stehen: Krassimira Stoyanova, sie gibt ihr Debüt als Marschallin. Nach dem italienischen und dem französischen erobert die Sopranistin nun auch noch das deutsche Fach. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass sie 2017 die Eva in der Neuproduktion der Meistersinger von Nürnberg bei den Bayreuther Festspielen singen wird. Ihre bislang behutsam und verlässlich vorangetriebene Karriere führt sie nun ganz an die Spitze und das vollkommen zu recht. Keine ihrer aktiven Kolleginnen verfügt über eine solche Bandbreite im Repertoire, kaum eine über eine solche Musikalität, wie die gebürtige Bulgarin, die ihre Laufbahn als Geigerin begonnen hat. Zumeist im italienischen Fach und eher in Wiederaufnahmen, als in Premieren machte sie vor mehr als zehn Jahren an der Wiener Staatsoper auf sich aufmerksam und wurde schnell von anderen großen Häusern eingeladen. Seit Jahren eilt sie nun von Erfolg zu Erfolg und bleibt dennoch nur den Eingeweihten bekannt. Doch das ändert sich gerade. Mit der Anna Bolena vertraute ihr die Wiener Staatsoper im vergangenen Herbst erstmals eine richtige Belcanto-Partie an, die dort vor ihr von nur von Anna Netrebko und Edita Gruberova gesungen wurde. Ziemlich genau zwischen beiden lässt sich auch die Sängerin Krassimira Stoyanova verorten, sie verbindet die sängerische Vehemenz der Netrebko mit dem kompromisslosen Künstlertum der Gruberova. Und zwar auf ziemlich charmante Weise, jenseits aller Manierismen und ganz ohne Starallüren. Eine Diva ist sie trotzdem, sie kennt ihren Status, das soll sie auch. Als Liedsängerin bemüht sie sich um das eher selten gespielte slawische Repertoire, von ihr sind zwei hochinteressante CD-Aufnahmen mit Opernarien erhältlich: I palpiti d'amor
Mittwoch, 30. Juli 2014
BR-Fernsehen zeigt Rosenkavalier aus Salzburg
Das Bayerische Fernsehen überträgt am 21. August 2014 eine der Hauptproduktionen der diesjährigen Salzburger Festspiele. Altmeister Harry Kupfer inszeniert Richard Strauss Der Rosenkavalier in einer Traumbesetzung, Premiere wird am 01. August 2014 sein. Krassimira Stoyanova gibt ihr Debüt als Marschallin und ist damit endgültig in der nach wie vor dicht besetzen ersten Reihe der Sopranistinnen angekommen, ist sie doch seit Jahren eine der zuverlässigsten und wandlungsfähigsten Sängerinnen überhaupt. An ihrer Seite Mojca Erdmann als stimmstarke Sophie und die hochbewährte Sophie Koch als Octavian. Als Ochs debütiert Günther Groissböck, auf Wunsch des Regisseurs eine ungewohnt junge Besetzung, er dürfte - zumal als gebürtiger Österreicher - auf Jahre hinaus konkurrenzlos in der Partie sein. Die restliche Besetzung ist dem Anlass angemessen erlesen: Adrian Eröd als Faninal, Silvana Dussmann als Leitmetzerin, Stefan Pop als Sänger. Franz Welser-Möst hat die musikalische Leitung, ursprünglich vorgesehen war Zubin Metha, der schon vor längerm abgesagt hat.
Zum Vergleich: In der Arte-Mediathek ist immer noch die diesjährige Neuproduktion des Rosenkavalier aus Glyndebourne abrufbar!
Montag, 16. Dezember 2013
Welser-Möst übernimmt Rosenkavalier in Salzburg
Das ging schnell. Vor einem Jahr hatte er mit Aplomb das Dirigat des auf drei Saisonen angelegten Mozartzyklus in Salzburg zurück gelegt, weil ihm die Disposition nicht passte. Christoph Eschenbach sprang ein. Jetzt kehrt Franz Welser-Möst als musikalischer Leiter der zentralen Neuproduktion des kommenden Festspieljahrgangs zurück und übernimmt die musikalische Leitung von Der Rosenkavalier im Großen Festspielhaus. Der eigentlich vorgesehene Zubin Metha muss sich wegen einer geplanten Operation zurück ziehen. Als Regisseur bleibt Harry Kupfer hoffentlich an Bord!
Sonntag, 27. Oktober 2013
Salzburger Festspiele 2014 - Programm
Auch wenn die Stadt Salzburg derzeit saisonbedingt öfters im Nebel liegt lichtet sich dieser langsam, was das Programm der kommenden Salzburger Festspiele und auch die weitere Zukunft des Festivals angeht. Sommer 2014 werden die letzten Festspiele unter der Direktion von Alexander Pereira sein, der sich dann auf den Weg an die Mailänder Scala macht. Mittlerweile ist auch die Nachfolge geregelt, zwei Sommer Interregnum werden von Sven-Eric Bechtolf und Helga Rabl-Stadler verantwortet. Dann folgt Rückkehrer Markus Hinterhäuser ab 2017. Eine vergleichsweise unspektakuläre Lösung in Anbetracht der monatelangen öffentlichen Aufregung um diese Dinge, aber das ist eben Österreich. Der Sommerspielplan 2014 zeigt noch einmal die gediegene Handschrift Pereiras, bekannte Stücke, beliebte Stars und Glamour im Großen mit interessanten Details im Kleinen zu kontrastieren. Das ist zwar noch keine Dramaturgie, aber immerhin ein Konzept und zwar nicht das Schlechteste. Der da Ponte-Zyklus wird mit Don Giovanni fortgesetzt, Sven-Eric Bechtholf inszeniert, Christoph Eschenbach dirigiert mittlerweile anstelle von Franz Welser-Möst, auf der Besetzungsliste stehen bewährte Kräfte wie Ildebrando D’Arcangelo, Genia Kühmeier, Luca Pisaroni. Die Reihe der sommerlichen Salzburger Uraufführungen wird mit Charlotte Salomon von Marc-André Dalbavie fortgesetzt der selbst dirigiert, Luc Bondy inszeniert. Zubin Metha und Harry Kupfer bringen einen neuen Rosenkavalier heraus mit Krassimira Stoyanova als Feldmarschallin (das dürfte ihr Rollendebüt sein), Günther Groissböck debütiert ebenfalls, als Ochs (weswegen er aus dem Bayreuther Tannhäuser aussteigt), Sophie Koch ist einmal mehr als Octavian zu erleben und Mojca Erdmann als Sophie. Mit Il trovatore greift Pereira noch mal tief ins Starkästchen: Anna Netrebko als Leonore, Placido Domingo als Conto de Luna. Danielle Gatti dirigiert, Alvis Hermanis inszeniert. Mit Franz Schuberts Fierrrabas steht eine erstaunliche Ausgrabung auf dem Programm, verantwortet von Ingo Metzmacher und Peter Stein, mit Georg Zeppenfeld, Julia Kleiter, Michael Schade interessant besetzt. La cenerentola mit Cecilia Bartoli wird von den Pfingstfestspielen übernommen und Elīna Garanča, Juan Diego Flórez und Ludovic Tézier geben sich dem Belcanto in einer konzertanten La favorite hin. Eine Teil von Tristan und Isolde bringen dann noch Waltraud Meier, Peter Seiffert, René Pape zusammen mit Daniel Barenboim und dem West-Eastern Divan Orchestra zur Aufführung. Die auf den ersten Blick interessanteste Produktion dürfte neben dem Fierrabas der Rosenkavalier von Metha und Kupfer sein. Handwerk trifft auf Meisterwerk, das sind nicht die schlechtesten Voraussetzungen für einen Höhepunkt mit Ansage. Zum bemerkenswerten Festival im Festival hat sich die Ouverture spirituelle entwickelt, die mit einer großen Anzahl interessanter und selten gespielter Werke in wunderbaren Besetzungen aufwartet. Spektakulär wie selten ist diesmal das Recital-Programm: Anna Prohaska, Thomas Hampson, Christian Gerhaher, Anja Harteros, Piotr Beczala, Diana Damrau, Elīna Garanča, Pierre-Laurent Aimard, Evgeny Kissin, Grigory Sokolov, Rudolf Buchbinder, Maurizio Pollini and Anne-Sophie Mutter. Die Wiener Philharmoniker bringen einen kompletten Bruckner-Zyklus, der Rest des Konzertprogramms ist Salzburg-typisch erlesen, vielleicht nicht so avanciert wie in den Vorjahren, trotz einer zeitgenössischen Reihe zu Wolfgang Rihm, Marc André Dalbavie und Neuer Musik aus der Welt des Islam. Die offizielle Programmverkündigung wird es im November 2013 geben, dann startet zeitnah der Vorverkauf. Eigentlich alles wie immer im Sommer in Salzburg, bleibt nur die Frage, was fehlt...ein konzertanter Capriccio mit Renée Fleming, Händels Jephta und eine Wiederaufnahme von Cosi fan tutte! Die drei Produktionen hatte das Kuratorium dem Intendanten aus Budgetgründen aus dem Programm gestrichen, was natürlich auch mit seinem verfrühten Abgang zu tun hat und was in den ersten beiden Fällen wirklich sehr, sehr schade ist! Noch was? Ja - was machen eigentlich Jonas Kaufmann und Rolando Villazon nächsten Sommer? Etwa Urlaub?
Samstag, 17. August 2013
Neuer Don Carlo aus Salzburg als Webstream!
Höhepunkt der diesjährigen Salzburger Festspiele war ohne Zweifel die Neuproduktion von Giuseppe Verdis Don Carlo mit der Traumbesetzung Anja Harteros, Jonas Kaufmann, Thomas Hampson, Ekaterina Semenchuk, Matti Salminen und Eric Halvarson. Das geht kaum besser, am Dirigentenpult steht Antonio Pappano, die Inszenierung stammt von Altmeister Peter Stein. Beide haben eine neue Fassung erstellt, mit Fontainebleau-Akt und bisher nicht gespielten Chorszenen. Ein langer, aber sehenswerter Abend. Arte hat gestern abend die komplette Aufführung zeitversetzt übertragen, für eine Woche steht der Mitschnitt bei arteliveweb zum Abruf zur Verfügung. Durch die Kameraschnitte wird die gelegentliche Statik der Inszenierung auf schöne Weise aufgelöst. Viel Spaß beim Anschauen!
Für alle, die es bisher verpasst haben: Derzeit ist folgender Link im Internet gültig:
Für alle, die es bisher verpasst haben: Derzeit ist folgender Link im Internet gültig:
Freitag, 15. März 2013
Parsifal aus Salzburg auf 3sat
Zum ersten Mal spielen Christian Thielemann und die Staatskapelle Dresden in diesem Jahr das Programm der Salzburger Osterfestspiele. Sie haben diese Position von den Berliner Philharmonikern übernommen, die nach Baden-Baden weiter gezogen sind. Passend zum Jubiläumsjahr steht heuer Richard Wagners Parsifal auf dem Programm. In der Neuinszenierung, die später auch noch in Madrid, Peking und Dresden zu sehen sein wird, singen Johan Botha, Stephen Milling, Wolfgang Koch und Michaela Schuster, es inszeniert Michael Schulz. Am 23. März 2013 wird die komplette Oper ab 20.15 Uhr zeitversetzt auf 3sat übertragen. Und hier gibt es auch ein Interview mit Christian Thielemann zum Nachlesen.
Dienstag, 14. August 2012
Erste Salzburger Festspielpläne für 2013
Bisher war es immer ein ungeschriebenes Gesetz dass sich die Salzburger Sommerfestspiele beim Komponisten Richard Wagner zurück halten, nicht zuletzt um den Kollegen in Bayreuth keine Konkurrenz zu machen. Im kommenden Sommer mit dem Wagnerjubiläum gibt es nun gleich zwei Wagnerproduktionen an der Salzach: einmal Die Meistersinger von Nürnberg neu inszeniert von Stefan Herheim und einen konzertanten Rienzi (eine direkte Konkurrenz zu den in Bayreuth aufgeführten Frühwerken). Der große Rest des Salzburger Programmes 2013 ist dem anderen Jubilar Giuseppe Verdi gewidmet. Es gibt einen Don Carlo mit Jonas Kaufmann in der Titelrolle, einen Il Trovatore bei dem Placido Domingo den Luna übernehmen könnte und konzertant ist Nabucco geplant. Ergänzend bringen Bechtolf/Welser-Möst eine Cosi fan tutte heraus und es kommt auch La Cenerentola (hoffentlich nicht die von der Wiener Staatsoper angekündigte Neuproduktion ebenfalls von Sven-Eric Bechtolf!). Alles Neuproduktionen, weil es Wiederaufnamen seit dem Amtsantritt von Alexander Pereira nicht mehr gibt. Offiziell bekannt gegeben ist noch nichts, aber die Informationen stammen wie immer aus gewöhnlich gut informierten Kreisen!
Montag, 6. August 2012
Kaufmann springt als Rodolfo ein
Am Samstagabend musste Piotr Beczala in allerletzter Minute seinen Rodolfo in der Salzburger La Bohème absagen. Jonas Kaufmann sprang ein, obwohl er am Vor- und am Folgetag als Bacchus in Ariadne auf Naxos eine schwere Partie bei den Festspielen zu absolvieren hat. Die Übernahme geschah so kurzfristig, dass die Vorstellung erst eine Stunde später beginnen konnte. Kaufmann sang, Beczala spielte und Anna Netrebko inmitten von zwei Rodolfos war gut wie immer. Große Oper!
Edit, 06. August 2012, 20 Uhr
Piotr Beczala ist weiterhin erkrankt, in der morgigen Vorstellung singt Marcello Giordani den Rodolfo.
Freitag, 20. Juli 2012
Großer Opernsommer am Bildschirm
Die Opernsaison liegt in den letzten Zügen, bei den großen Festivals beginnen die Endproben. Alle denen die Karten oder auch die Anreise zu teuer oder zu beschwerlich ist haben auch in diesem Jahr die Möglichkeit eine Vielzahl von Aufführungen am heimischen Bildschirm oder im Kino zu verfolgen. Das Angebot ist umfangreich und breit gefächert wie nie. Es dürfte eher schwierig sein aus der Fülle auszuwählen, gehört doch die Beschäftigung mit Fernseher oder Computer nicht zu den sommertypischen Zeitvertreiben. Ein adäquates Erlebnis ist eine Übertragung sicher nicht, man kann aber ohne Zweifel einen guten Eindruck von der musikalischen und der szenischen Umsetzung gewinnen. Damit niemand die Übersicht verliert stellen wir die wichtigsten Termine zusammen: Die erfolgreichen Kinoübertragungen aus der New Yorker MET bekommen einen Nachschlag. An zwei Wochenende wird der komplette Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Robert Lepage gezeigt (28./29.07. und 04./05.08.2012 jeweils 14 Uhr). Höhepunkt der sommerlichen Opernsendungen am Bildschirm dürfte die Übertragung des Bayreuther Parsifals in der Inszenierung von Stefan Herheim am 11. August 2012 sein, im Kino live und auf arte leicht zeitversetzt. Es wird erst zum zweiten Mal überhaupt eine Aufführung vom Grünen Hügel übertragen. Auch die Salzburger Festspiele rüsten auf und übertragen in diesem Jahr erstmals vier Produktionen: Ariadne auf Naxos und Die Soldaten auf 3sat, Die Zauberflöte auf arte und La Bohéme im ZDF. Aus Bregenz wird eine Aufzeichnung von André Chénier aus dem Vorjahr gesendet. Das kleine, aber feine Festival in Aix en Provence zeigt in diesem Jahr alle vier Opernproduktionen als Livestream via arte live web - abrufbar ein halbes Jahr nach der Erstausstrahlung. Ebenfalls fast das komplette Programm zeigt das britische Glyndebourne Festival, abrufbar allerdings immer nur für zehn Tage. Zwei wichtige Produktionen der gerade zu Ende gehenden Opernsaison sind ebenfalls im Online-Angebot: Carmen aus Lyon in der Inszenierung von Olivier Py und Il trovatore aus Brüssel in der Interpretation von Dimitri Tscherniakov. Höhepunkt des Londoner Opernsommers war unzweifelhat die Neuinszenierung von Les Troyens, auch ohne Jonas Kaufmann. Diese Aufführung kann hier angeschaut werden! Wir haben sämtliche Aufführungen übersichtlich sortiert und geordnet in den Kategorien TV/Kino und Internet. Gute Unterhaltung!
Dienstag, 5. Juni 2012
Salzburger Festspiele übertragen 2012 vier Opern
Der neue Salzburger Festspielchef Alexander Pereira macht mit seinem Konzept der Ausweitung des Festivals in alle Richtungen Ernst: Nachdem es im vergangenen Jahr nach Absage der Übertragung von Macbeth durch Ricardo Muti nur Die Frau ohne Schatten unter Christian Thielemann im deutschen Fernsehen zu sehen gab (inzwischen als DVD erhältlich
Samstag, 26. Mai 2012
Julius Cäsar live aus Salzburg
Ihre erste Saison als Chefin der Salzburger Pfingstfestspiele hat Cecilia Bartoli der großen Cleopatra gewidmet. Hauptproduktion ist eine Neuinszenierung von Händels gleichnamiger Oper mit Bartoli und einer Starbesetzung: Anne Sofie von Otter, Andreas Scholl, Philippe Jaroussky und Jochen Kowalski. Am Sonntagabend überträgt ARTE zeitversetzt live ab 20.40 Uhr!
Samstag, 31. März 2012
Carmen aus Salzburg heute auf Ö1
Aus dem Salzburger Festspielhaus überträgt der österreichische Radiosender Ö1 (hier im Web) heute ab 19.30 Uhr die Premiere von Bizets Carmen mit Magdalena Kozena und Jonas Kaufmann. Dass er den Don José singen und spielen kann dürfte nicht umstritten sein, ob sie die Carmen schafft, darauf kann mit Interesse gewartet werden, sicher ein spannendes Rollendebüt für die ob ihrer Wandlungsfähigkeit geschätzte Mezzosopranistin. Die Messlatte liegt allerdings hoch, schon manche ambitionierte Kollegin ist an den musikalischen und darstellerischen Anforderungen der Partie gescheitert. Die musikalische Leitung hat Kozenas Ehemann Sir Simon Rattle, im Graben sitzen die Berliner Philharmoniker, übrigens letztmalig zu den Osterfestspielen, ab nächstem Jahr kommt Christian Thielemann mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden.
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