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Montag, 29. August 2016
Hartmut Haenchen bleibt auch 2017 in Bayreuth
Dienstag, 26. Juli 2016
Hans Neuenfels kritisiert Bayreuth auf ganzer Linie
Im letzten Sommer stand sein Lohengrin zum letzten Mal auf dem Spielplan am Grünen Hügel. Die im Premierenjahr 2010 eher gemischt aufgenommene Produktion wurde dann schnell ein ganz großer Publikumserfolg und ist heute längst Legende. Vielleicht die einzige in der Direktionszeit von Katharina Wagner. Die amtierende Festspielchefin wird vom Altmeister jetzt deutlich und direkt kritisiert. Hans Neuefels sieht die Bayreuther Festspiele vor der Selbstabschaffung, wenn es nicht gelingt, bald merkbar neue Akzente zu setzen. Diese müssen im künstlerischen Bereich liegen. Es sollte wieder über die Aufführungen diskutiert werden und nicht um die großen und kleinen Skandale rings um die Festspiele herum. Insbesondere bedauert Hans Neuenfels auch den Abgang von Andris Nelsons, der in der Endphase aus der diesjährigen Neuproduktion Parsifal ausgestiegen war. Mit ihm gemeinsam hatter er den Lohengrin zum Erfolg geführt. Das komplette Interview kann bei Deutschlandradio kultur nachgelesen und -gehört werden.
Dienstag, 28. Januar 2014
Andris Nelsons dirigiert Parsifal in München
...zwar nur den den dritten Aufzug und nur konzertant, aber immerhin mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, wo er ein regelmäßiger und gern gesehener Gast am Pult ist. An zwei Abenden erklingt im Münchner Herkulessaal Ende dieser Woche der abschließende Erlösungsakt des Wagnerschen Bühnenweihfestspiels mit Simon O'Neill als Parsifal, Tomasz Konieczny als Amfortas und Georg Zeppenfeld als Gurnemanz. Das verspricht spannend zu werden, handelt es sich doch ohnehin vielleicht um das "konzertanteste" Stück aus Wagners Musikdramen, weil szenisch so richtig viel nicht passiert. Um so mehr in der Musik! Das Konzert am Freitag, 31. Januar 2014 wird von BR-Klassik live übertragen! In Bayreuth dirigiert Andris Nelsons in diesem Sommer dann wieder den Lohengrin in der Inszenierung von Hans Neuenfels, deren Verweildauer im Festspielrepertoire um ein Jahr verlängert wurde. Danach ist Andris Nelsons für die Neueinstudierung des nächten Bayreuther Parsifal eingeplant, welcher die Neuproduktion des übernächsten Festspieljahrgangs 2016 ist. Regie führt dann kein Meisterregisseur wie Neuenfels, sondern ein Quereinsteiger: Jonathan Meese.
Hier die Aufführung vom Freitagabend auf BRklassik nachhören!
Dienstag, 23. Juli 2013
Andris Nelsons mit Gehirnerschütterung
Dirigent Andris Nelsons hat sich in seinem Bayreuther Festspieldomizil bei einem Unfall im Haushalt eine Gehirnerschütterung zugezogen. Aus diesem Grund musste er für dieses Wochenende einen Auftritt in Tanglewood mit dem Boston Symphony Orchestra absagen, dessen designierter Chef er ist. Sein erstes Dirigat in Bayreuth in diesem Sommer ist für die Wiederaufnahme des Lohengrin am 02. August 2013 vorgesehen.
Mittwoch, 5. September 2012
Andris Nelsons erleidet Schwächeanfall
Zusammen mit seinem City of Birmingham Symphony Orchestra sollte Andris Nelsons vergangene Woche beim Rheingau Musik Festival auftreten. Daraus wurde nichts, der Dirigent musste aufgrund eines Schwächeanfalls ins Krankenhaus eingeliefert werden. Orchestertournee, Bayreuther Festspiele, junger Familienvater... die vielen Verpflichtungen in seinem August-Terminkalendern forderten wohl auch ihren Tribut. Für Nelsons übernahm der anwesende Chordirektor Simon Halsey das Dirigat in der Basilika des Klosters Eberbach, ein Teil des Programms wurde umgestellt. Der Konzertbeginn hatte sich ohnehin verzögert, da die Musiker aufgrund des Lufthansa-Streiks viel später als geplant eintrafen.
Samstag, 22. Mai 2010
Kleine Presserundschau 21. Mai 2010
Christian Thielemann war erstmals mit seinem neuen Orchester, der Dresdner Staatskapelle auf Tournee und die österreichische Tageszeitung Die Presse ist nach dem Gastspiel im Musikverein Wien ganz euphorisch: Unter dem Titel Wien erwächst wieder Konkurrenz schreibt sie Anders als in München steht ihm in Dresden ein Klangkörper zur Verfügung, der schon von sich aus auf Spitzenniveau aufspielt. Der in München geborene Tenor Jonas Kaufmann (Foto) ist wohl vorerst auf dem Gipfel seines Ruhms angelangt, im Sommer debütiert er als Lohengrin in Bayreuth und die Bayerische Staatsoper plant bereits bis 2015 mit ihm, allein noch in diesem Jahr steht er dort als Cavaradossi und Florestan auf der Bühne. In Bayreuth trifft er dann auch auf einen anderen Überflieger: den noch jungen lettischen Dirigenten Andris Nelsons, der mit dem Dirigat der Neuinszenierung des Lohengrin durch Hans Neuenfels (wahrscheinlich der älteste Bayreuth-Debütant in diesem Jahr) betraut wurde. An der Staatsoper Unter den Linden übernehmen in zwei Wochen die Bauarbeiter und Architekten das Zepter. Die Komische Oper Berlin hat als letztes der drei haupstädtischen Opernhäusern den Spielplan für die neue Saison veröffentlicht. Der geneigte Zuschauer rieb sich allerdings verwundert die Augen, denn alles bleibt, wie es ist. Nur am Haus schon sattsam bekannte Namen, alter Wein in alten Schläuchen, da bleibt es wohl auch mit der Auslastung so wie es ist, bei gefühlten 50 Prozent! Die Berliner Zeitung beklagt das ganz unprosaisch: Es wird eben nicht spannend. Einer taucht gar nicht mehr auf: der erst vor zwei Jahren herbeigeholte Chefdirigent Christian St. Clair. Er gibt auf, geht vorfristig von Bord und wird durch den jungen Kapellmeister Patrick Lange ersetzt, der nicht weniger als 61 Vorstellungen, davon drei Premieren dirigieren soll. Wir wünschen viel Glück und frohe Pfingsten!
Freitag, 7. Mai 2010
Gehobene Routine statt Starauflauf

Wer den lettischen Dirigenten Andris Nelsons bei einer der von ihm in den letzten Jahren in Berlin dirigierten Aufführungen erlebt hat, weiß zu welchen Spitzenleistungen er ein Orchester auch im Repertoire-Alltag führen kann. (Besonders in Erinnerung bleibt ein großartiger Eugen Onegin an der Deutschen Oper.) Bei seinem Debüt an der Wiener Staatsoper mit Bizets Carmen war das jetzt nicht anders. Leidenschaftlich und intelligent schlägt er Funken aus der Partitur, wo man das kaum für möglich gehalten hatte. Das Label Musikalische Neueinstudierung wird eingelöst. Das Orchesterfest geht aber mitunter auf Kosten der Sänger, die durch so viel Fulminanz und Klangpracht in Bedrängnis geraten. Doch das passiert nicht oft, Nadia Krasteva überzeugt als Carmen mit einem konsistenten Rollenporträt, das - wie ihre Stimme - sicher Geschmackssache ist, aber wirkungsvoll. Darstellerische Wandlungsfähigkeit geht auch Massimo Giordano als Don José ab, er macht das aber durch eine sehr virtuose musikalische Gestaltung seiner Rolle wett. Als Escamillo überzeut Ildebrando d'Arcangelo zwar nicht restlos, aber er findet sich noch am besten in den Resten der Inszenierung zurecht. Die Rolle der Micaela gehört zu den größten Absahner-Nebenrollen der Opernliteratur. Das ist natürlich auch bei Anna Netrebko so, die hier einmal mehr ihre Klasse und ihr Format unter Beweis stellen kann. Mit traumwandlerischer Sicherheit in der Gestaltung, vorbildlicher Tongebung und berückend gefühlvollem Gesang wird auch dieser Auftritt zum bejubelten sängerischen Ereignis. Ewig wird sie diese Rolle nicht mehr im Repertoire halten, es mischen sich inzwischen viele dunkle Farben in ihre Stimme, sie wird sich wohl zukünftig verstärkt schwereren und dramatischen Partien zuwenden. An einen Endpunkt dürfte mit dieser Serie nun wirklich die Praxis gekommen sein, Uralt-Produktionen mit immer neuen Besetzungen im Repertoire zu erhalten. Franco Zefirellis naturalistische Kulissen erzeugen keinerlei Spannung oder Sogwirkung, die Mitwirkenden stehen und laufen mehr oder weniger herum, Chor und Statisterie erfüllen eher hilflos als präzise die Vorgaben. Die Geschichte wird ausschließlich durch das Engagement der Sänger verhandelt und da gibt es beträchtliche Unterschiede, Missverständnisse sind vorprogrammiert, der Schritt zur unfreiwilligen Komik nicht weit. Wie man auf die Idee kommen kann, eine solche Vorstellung live im Fernsehen zu zeigen ist äußerst fraglich. Wird sich im Opernhaus noch eine Erfahrung durch das Liveerlebnis einstellen, dürfte vor dem Bildschirm nur Ratlosigkeit über so viel Klischee und Routine ausbrechen. So ist Oper nicht und so war sie nie! Dass es in Carmen um ganz existenziellen Fragen von Leben, Liebe und Tod geht, dass ist so nicht zu vermitteln!
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