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Mittwoch, 22. März 2017
Adé Zeittunnel
Der legendäre Götz-Friedrich-Inszenierung von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen an der Deutschen Oper Berlin geht in seine letzte Runde, noch zwei Mal steht der komplette Zyklus im April 2017 unter der Leitung des Generalmusikdirektors Donald Runnicles auf dem Spielplan. Die Produktion hatte in der Saison 1984/85 Premiere, als Berlin noch geteilt war. Auch der Mauerfall fünf Jahre später konnte der zeitlosen Interpretation des Stoffes nichts anhaben, immer wieder kam das Werk - in wechselnden prominenten Besetzungen - aufs Programm. Und das Publikum kam, bis heute - es gibt wohl keine vergleichbar erfolgreiche Ring-Inszenierung auf der Welt. Jetzt ist Schluss, aber die Deutsche Oper arbeitet bereits an der Nachfolgeporoduktion: Regiestar Stefan Herheim wird 2020 seinen ersten Ring herausbringen, ebenfalls wieder unter der Leitung von Donald Runnicles. Die Vorarbeiten laufen bereits. Bekannt wurde jetzt, dass Daniel Barenboim im Berliner Ring-Streit zurück gesteckt hat: Er wird seinen neuen Ring in der Staatsoper Unter den Linden erst zwei Jahre später herausbringen, im Jahr 2022 begeht er auch seinen achtzigsten Geburtstag.
Mittwoch, 30. März 2016
Die Zarenbraut live in Berlin und auf ARTE
An der Staatsoper im Berliner Schillertheater laufen gerade die Proben für die Wiederaufnahme von Nikolai Rimsky-Korsakow Die Zarenbraut, ab dem kommenden Sonntag steht die sehenswerte Inszenierung von Dimitri Tcherniakov für vier Termine auf dem Spielplan. ARTE hat den Mitschnitt der Premierenserie des selten gespielten Stückes jetzt ebenfalls noch einmal gezeigt und dieser ist noch auch noch einmal für einige Tage auf der Homepage abrufbar. Es lohnt sich auf jeden Fall, entweder reinklicken oder gleich reingehen!
Sonntag, 27. März 2016
Waltraud Meiers letzte Kundry
Am Ostermontag nimmt Ausnahmesängerin Waltraud Meier Abschied von einer ihrer Lebensrollen, im Schillertheater Berlin steht sie zum letzten Mal als Kundry auf der Bühne. Selbstverständlich dirigiert Daniel Barenboim, die Inszenierung von Dmitri Tcherniakov hatte vor einem Jahr Premiere. Seit 1983 hat Waltraud Meier die Kundry zunächst bei den Bayreuther Festspielen und später weltweit in mehr als zwanzig Inszenierungen verkörpert. Nun ist Schluss, von ihr allein beschlossen und verfügt. Sie kann loslassen, nur wenige Sängerkollegen schaffen es auf so souveräne Weise in die Zielgerade ihrer Karriere einzubiegen. Bereits im vergangenen Sommer hat sich Waltraud Meier in München von der Isolde - ihrer zweiten Lebenspartie - verabschiedet. Und wie! Genau zum richtigen Zeitpunkt, im phänomenalen Besitz ihrer sängerischen und darstellerischen Kraft. Wie kaum eine andere Sängerin hat sie in den letzten Jahrzehnten den Wagnergesang geprägt, an die Stelle der auftrumpfendern Tonproduktion vieler ihrer großen Vorgängerinnen hat sie eine Symbiose von musikalischer und darstellerischer Konkrektheit gesetzt, der man sich kaum entziehen kann. Ihre wissende und zugleich könnende Inhaltlichkeit wird lange nachwirken und markiert eine Linie, hinter die man bei Wagner jetzt nicht mehr zurück will. Was folgt? Der Kalender ist gut gefüllt, die von ihr geschätzten Liederabende sollen häufiger kommen und die Klytämnestra in Richard Strauss Elektra, mit der sie nun schon seit längerem zu erleben ist, die hat sie selber mal, als ihre Altersversicherung bezeichnet. Die Elektra-Inszenierung von Patrice Chéreau - mit dem sie auch die Marie in Wozzeck und die Isolde in unvergessenen Produktionen erarbeitet hat - steht in diesem Jahr noch in New York und Berlin auf dem Spielplan. Wir freuen uns darauf!
Donnerstag, 24. März 2016
Ringen um den Ring 2020 in Berlin
An der Deutschen Oper Berlin steht im April 2017 zum letzten Mal die Ring-Inszenierung von Götz Friedrich aus dem Jahr 1985 auf dem Spielplan. Intendant Dietmar Schwarz wollte den legendären, aber mittlerweile maroden Zeittunnel nicht neu bauen lassen und konnte den Förderverein des Hauses davon überzeugen, dass es Zeit für eine Neuinterpretation des Werkes geworden ist. Diese soll nun mit Stefan Herheim einer der spannendsten verfügbaren Opernregisseure übernehmen, der mit seiner Bayreuther Parsifal-Deutung bereits vor Jahren Interpreationsgeschichte geschrieben hat. So weit, so gut. Nun gibt es in Berlin noch ein zweites Opernhaus, dessen Musikchef sich als Wagnerinterpret eigener Klasse versteht: Die Staatsoper Unter den Linden mit Daniel Barenboim an der Spitze. Diese hat zwar einen Ring in der Inszenierung von Guy Cassiers im Repertoire (im Juni 2016 wieder auf dem Spielplan im Schillertheater), der aber als künstlerisch missraten und entbehrlich gilt. Nun hat die Staatsoper angekündigt, im Jahr 2020 ebenfalls einen neuen Ring herauszubringen, dann wieder im Stammhaus Unter den Linden. Als Regisseur wird Dmitri Tcherniakov genannt, ebenfalls eine spannende Besetzung und eine die gut nachvollziehbar wäre, hat er doch zusammen mit Daniel Barenboim vor einigen Jahren seine erste Arbeit im Westen gemacht, eine sehr gelungende Inszenierung von Prokofjews Der Spieler und der gemeinsame Parsifal läuft gerade auf den diesjährigen Festtagen des Hauses. Man könnte nun meinen, dass eine Stadt zwei solche Hochkaräter auch parallel aushält, vielleicht sogar spannend findet. Aber da sind aber die komplizierten Berliner Opernverhältnisse davor. Die beiden innerhalb der Opernstiftung zusammengespannten Häuser müssen ihre Programme nämlich in so weit abstimmen, dass Werke des Kernrepertoires - wozu auch der Ring gehört - nur im Abstand von mindestens zwei Spielzeiten neu produziert werden können. Nun muss vermittlet werden und das geht im heutigen Opernbetrieb wohl nur unter starkem Blätterrauschen, was es zugegeben, nicht weniger interessant macht. Eine erste Bewährungsprobe dürfte die Causa für den gerade in Berlin eingtroffenen und denächst neuen Intendanten der Staatsoper Matthias Schulz sein. Und ebenfalls mit Interesse wird auch der Chef der Opera national de Paris Stéphane Lissner die Berliner Diskussionen verfolgen, denn er plant für den Anfang der zwanziger Jahre ebenfalls einen neuen Ring. Das Rennen um die dann besten Wagnersänger sollte deshalb längst eröffnet sein.
Dienstag, 17. November 2015
Zusatzvorstellung für den Erfolgs-Figaro an der Staatsoper
Das passiert im heute auf Jahre voraus planenden Opernbetrieb selten: Wegen des großen Erfolges gibt es am 26. November 2015 eine zusätzliche Vorstellung der Neuproduktion von Mozarts Le nozze di figaro an der Berliner Staatsoper im Schillertheater und zwar in der Originalbesetzung, bis auf den jetzt bereits abgereisten Dirigenten Gustavo Dudamel, der durch den Italiener Michele Gamba ersetzt wird. Es gibt also wieder Karten für die ausverkaufte Produktion, aber sicher nicht mehr lange. Am vergangenen Freitag war die von Publikum und Presse gefeierte Aufführung als Fernsehübertragung und als Livestream bei ARTE zu sehen, dieser ist bis 13.02.2016 abrufbar auf ARTE concerts.
Dienstag, 10. November 2015
ARTE zeigt neuen Figaro aus der Staatsoper Berlin
Die Berliner Opernhäuser schwimmen noch nicht so heftig auf der Livestream- oder Kinowelle wie ihre Kollegen in München, Wien, London, Paris oder New York. Was nicht nur für auswärtige Beobachter schade ist, denn das Berliner Opernleben ist reichhaltig und spannend. Um so erfreulicher ist die für diesen Freitag geplante klassische Fernsehübertragung aus dem Schillertheater, nach wie vor dem Interimsquartier der Staatsoper Unter den Linden. Zur besten Sendezeit steht um 20.15 Uhr die Neuproduktion von Mozarts Le nozze di Figaro auf dem Programm, es dürfte auch der eine oder andere einschalten, der sich in die ansonsten nächtlich versendeten Opernmitschnitte kaum verirrt. Intendant Jürgen Flimm hat die Regie übernommen, zum dritten Mal bereits hatte er dieses Meisterwerk damit in den Händen und diese Erfahrung konnte er offensichtlich bestens ins Spiel bringen. Publikum und Presse sind ganz aus dem Häuschen, ob der in jeder Hinsicht gelungenen Aufführung. So schreibt die in Alt-Westberliner Kreisen immer noch meinungsbildende Berliner Morgenpost: Man ist es schon fast gar nicht mehr gewohnt, auf einer Berliner Bühne eine derart ausgefeilte Personenregie zu sehen. Alles macht Sinn, selbst der Unsinn. Aber auch die musikalische Seite gibt nur Grund zur Freude. Mit Gustavo Dudamel hat einer der wandlungsfähigsten Dirigenten der jungen Generation die musikalische Leitung übernommen. Die Sängerriege ist wirklich exqusit. Als Cherubino debütiert die französische Mezzo-Sopranistin Marianne Crebassa, eine in wirklich jeder Hinsicht beeindruckende Sängerin. Ebenfalls neu auf dem Besetzungszettel der Bariton Lauri Vasar als Figaro. Gräfin und Graf sind bei den bei Dorothea Röschmann und Ildebrando D’Arcangelo jenseits aller Routine bestens aufgehoben. Und mit Anna Prohaska als Susanna steht eine Sängerin auf der Bühne, die noch jeden ihrer Auftritte zum einprägsamen Ereignis werden lässt. In weiteren Partien: Florian Hoffmann, Olaf Bär, Katharina Kammerloher, Peter Maus, Otto Katzameier und Sonia Grané. Also: einschalten oder mindestens mitschneiden!
Dienstag, 31. März 2015
Frank Gehry wird Bühnenbildner an der Staatsoper
Sonntag, 7. Dezember 2014
ARTE zeigt Fidelio-Premiere aus Mailand
Wie in jedem Jahr überträgt ARTE auch 2014 die Premiere zur Saisoneröffnung aus der Mailänder Scala. Heute abend steht Fidelio auf dem Programm, Daniel Barenboim dirigiert (noch einmal) und Deborah Warner hat inszeniert. Die Besetzung ist naturgemäß ziemlich deutsch: Anja Kampe tritt als Leonore auf, Klaus Florian Vogt als Florestan, Mojca Erdmann als Marzelline und Florian Hoffmann als Jaquino. Außerdem noch dabei Peter Mattei als Don Fernando, Falk Struckmann als Don Pizarro und Kwangchul Youn als Rocco. Anders würde das in Berlin an der Staatsoper im Schillertheater auch nicht besetzt, vielleicht ist das ja die nächste Übernahme, eine Fidelio-Neuproduktion gab es in Berlin lange nicht. Für alle, die es am Sonntagabend nicht schaffen reinzuschauen steht die Übertragung eine Woche als on demand auf der ARTE-Homepage zur Verfügung.
Freitag, 18. April 2014
Dimitri Tcherniakov inszeniert Parsifal
Der russische Regisseur Dimitri Tcherniakov inszeniert Richard Wagner - und zwar Parsifal zu den Osterfesttagen der Berliner Staatsoper 2015 in deren Dauerausweichquartier Schillertheater. Mit René Pape als Gurnemanz und selbstverständlich Daniel Barenboim am Pult. Als Kundry debütiert Anja Kampe. Außerdem wird die diesjährige Produktion des Tannhäuser in der Regie von Sasha Waltz wieder aufgenommen, wiederum mit Peter Seiffert in der Titelrolle. Im sinfonischen Programm ist eine Hommage anlässlich des neunzigsten Geburtstag von Pierre Boulez geplant. Zyklen können bereits jetzt gebucht werden, der Einzelkartenverkauf beginnt am 08. November 2014.
Montag, 11. November 2013
Die Zarenbraut aus Berlin bei ARTE live web
Mit Modest Mussorgskis Boris Godunow zeigte der aus Russland stammende Dimitri Tcherniakov im Jahre 2005 an der Staatsoper Unter den Linden seine viel beachtete, erste Regiearbeit im Ausland (übrigens mit einem überragenden René Pape in der Titelrolle). Nach einer schnellen, ihn durch ganz Europa führenden Regiekarriere kehrt er jetzt nach Berlin zurück und zeigt mit Nikolai Rimsky-Korsakows Die Zarenbraut immer noch kraftvoll und ideenreich ein weiteres Schlüsselwerk des slawischen Repertoires. Daniel Barenboim hat die musikalische Leitung übernommen und die Terminierung zum Auftakt dieser Saison deuten darauf hin, dass die Produktion ganz ursprünglich mal zur Wiedereröffnung des Stammhauses Unter den Linden geplant war. Diese wird nun noch eine ganze Weile auf sich warten lassen. Auf ARTE live web steht jetzt für reichlich zwei Wochen der Mitschnitt einer kompletten Vorstellung aus dem Dauer-Ausweichquartier Schillertheater zum Abruf bereit. Clou der Besetzung ist übrigens Anna Tomowa-Sintow, Berliner Staatsopernlegende, die nach sicher zwanzig Jahren erstmals wieder in einer Produktion des Hauses zu sehen ist. Fulminant Anita Rachvelishvili, die die derzeit hoch gehandelte Olga Peretyatko beinahe deklassiert. Die Vorstellungen in Berlin waren übrigens alle restlos ausverkauft, was als kräftiges Plädoyer des Publikums für eher randständige Werke des Opernkanons gelten kann. Viel Spaß beim Reinschauen!
Montag, 14. Oktober 2013
Berliner Opernbaustelle jetzt mit Webcam
Ursprünglich sollte die Berliner Staatsoper Unter den Linden bereits Anfang Oktober diesen Jahres wieder eröffnet werden. Glinkas Zarenbraut in der Inszenierung von Dimitri Tscherniakow und unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim wäre dann vielleicht die Eröffnungspremiere gewesen, wenn man sich nicht für ein gängigeres Stück oder vielleicht sogar eine Uraufführung entschieden hätte, wie bei der Inbesitznahme des Schillertheaters, vor mittlerweile drei Jahren. Daraus wurde nichts, die Zarenbraut kam im Ausweichquartier heraus und bis heute ist kein Eröffnungstermin bekannt gegeben worden. Es könnten noch zwei, drei oder vier Saisonen dauern. Angesichts des Berliner Flughafendebakels ist diese Zurückhaltung mehr als nachvollziehbar, auch wenn sie mit den üblichen Planungsfristen im Opernbetrieb kaum in Einklang zu bringen ist. Auf der Baustelle geht es gleichwohl voran, das Dach soll noch in diesem Jahr wieder geschlossen werden und dann der Innenausbau beginnen. Für alle, die ab und zu vorbeischauen wollen gibt es jetzt eine Webcam mit Blick auf die Baustelle!
Dienstag, 5. März 2013
Sasha Waltz inszeniert Tannhäuser
Zuletzt hat sie heftig, aber erfolglos mit dem Berliner Kultursenator um Geld und den Verbleib ihrer Company in Berlin gestritten, jetzt wurde bekannt, dass Choreografin Sasha Waltz im Frühjahr 2014 Richard Wagners Tannhäuser an der Staatsoper im Schillertheater in Berlin inszeniert. Der Zugang zu den hauptstädtischen Subventionstöpfen bleibt also weiterhin gewährleistet, für niemanden Grund zu Sorge! Die Produktion kommt zu den Festtagen heraus und wird natürlich von Daniel Barenboim dirigiert, es singen Peter Seiffert, René Pape, Marina Poplavskaya und Peter Mattei. Außerdem gibt es zu den Festtagen noch eine Wiederaufname von Simon Boccanegra mit dem in dieser Partie inzwischen unvermeidlichen Placido Domingo. Für Gastkonzerte kommen die Wiener Philharmoniker und Martha Argerich spielt zusammen mit Daniel Barenboim Klavier. Unser Bild stammt übrigens aus der Tannhäuser-Aufführung einer anderen Bühnenküstlerin, die hin und wieder polarisiert: Katharina Wagner. Mal schaun, in welche Bildwelten uns Sasha Waltz dann entführt....hoffentlich andere!
Dienstag, 29. Mai 2012
Berliner Staatsoper öffnet erst 2015
Kulturbauten dauern manchmal etwas länger, deswegen kann es nicht überraschen, dass der Termin der Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper Unter den Linden wiederum verschoben wurde, vorgesehen ist nun der 03. Oktober 2015. Grund sind Probleme im Untergrund, man ist dort auf Pfähle aus dem 17. Jahrhundert gestoßen, so dass der gesamte Bauabschnitt neu geplant werden musste. Ein Großteil der neu zu bauenden Lagerräume, wie auch der Verbindungsgang zwischen Opernhaus und Intendanzgebäude befinden sich unterhalb der Erdoberfläche. Richtig aufregen kann sich über die Verzögerung niemand, bis auf die beiden Hausherren Daniel Barenboim und Jürgen Flimm, die sich verschnupft bis empört gaben und die Verlängerung nicht akzeptieren wollen. Es wird ihnen nichts anderes übrig bleiben. Die ebenfalls sehr aufwendige Sanierung des Moskauer Bolschoi-Theaters hat sieben Jahre gedauert, da hat Berlin noch etwas Luft. Es handelt sich auch nicht um die erste Verschiebung, der ursprünglich geplante Eröffnungstermin im Herbst 2013 wurde bereits um ein Jahr nach hinten gelegt. Parallelen zum bisher nicht fertig gewordenen neuen Berliner Flughafen werden überall gezogen, auch wenn sie ziemlich weit hergeholt sind. Berlin sollte doch inzwischen um jede Baustelle froh sein, das Schlimmste für die Stadt wird doch sein, wenn einmal alles fertig ist!
Dienstag, 22. Mai 2012
Annas Kalender...
...birgt so manche Überraschungen, vielleicht sogar für sie selber! Pünktlich nach dem erfolgreichen Livestream am vergangenen Samstag hat sie die verbleibenden zwei Termine der Serie I Capuleti e I Monetecchi an der Bayerischen Staatsoper abgesagt. Außerdem wird heute gemeldet dass Natalie Dessay die Manon in einer Neuproduktion an der Mailänder Scala im Juni zurücklegt, ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen. Und wer springt für die ersten zwei Termine ein? Anna Netrebko! So weit, so gut, dieselbe Anna Netrebko hat jedoch vor ein paar Wochen eine fast zeitgleiche und bereits ausverkaufte Produktion von Don Giovanni an der Berliner Staatsoper abgesagt (was übrigens ursprünglich die Übernahme einer Scalaproduktion aus dem letzten Dezember sein sollte, in der Netrebko nicht so recht reüssierte) - mit der Begründung, nach einer anstrengenden Saison mehr Zeit für ihren Sohn haben zu wollen. Es sei ihr alles gegönnt, aber ein leichtes Geschmäckle hat die Sache schon und wird den Kaufmännischen Direktoren sicher die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Die Bayerische Staatsoper erstattet die Hälfte des Preises der bis zu 264 Euro teuren Eintrittskarten, nimmt aber keine Karten zurück. In Berlin gab es wohl nur einen Gutschein als Ausgleich. Man fragt sich wofür? Die Donna Anna in Berlin wird übrigens die wunderbare Maria Bengtsson singen und in München übernimmt Premierenbesetzung Eri Nakamura. Das sind keine schlechten Alternativen! Auch Netrebko ist nach wie vor eine wunderbare Sängerin, aber mir ihren regelmäßig nicht ganz nachvollziehbaren Zu- und Absagen sorgt sie mittlerweile sogar bei vielen Fans für Verunsicherung.
Donnerstag, 3. Mai 2012
Maria Bengtsson übernimmt für Anna Netrebko
Anna Netrebko wird nicht die Donna Anna im Don Giovanni an der Berliner Lindenoper im Schillertheater singen, die Partie wird von der schwedischen Sopranistin Maria Bengtsson übernommen. Wie auf der Homepage des Opernhauses zu lesen ist gibt es für die Absage persönliche Gründe. Netrebko wolle sich nach einem arbeitsreichen Jahr ihrem Sohn Tiagio widmen. (Ehemann und Kindesvater Erwin Schrott wird übrigens weiterhin als Leporello auf der Bühne stehen.) Die Umbesetzung ist nicht die erste westentliche Änderung im Rahmen dieser Produktion. Ursprünglich sollte ein Gastspiel der Inszenierung von Robert Carsen von der Mailänder Scala gezeigt werden, Netrebko hat in der Mailänder Premiere gesungen, nicht jeder fand gut, wie sie das tat. Vor einigen Monaten wurde das Mailänder Gastspiel durch eine Wiederaufnahme der Salzburger Produktion von Claus Guth ersetzt.
Donnerstag, 8. März 2012
Absagen beim Berliner Tristan

Seit langem ausverkauft, sollten die drei Tristan-Aufführungen der Berliner Staatsoper im Schillertheater unter der Leitung von Daniel Barenboim einen Höhepunkt der Saison markieren. Jetzt sind sie von Absagen betroffen: Iréne Theorin übernimmt in der Vorstellung am Samstag die Isolde von Waltraud Meier und Martin Gantner den Kurwenal von Roman Trekel. In der Vorstellung am 25. März wird René Pape als Marke durch Kwangchul Youn ersetzt. Alles beste Alternativen, aber beim heiklen Wagner-Publikum werden die Umbesetzungen sicher nicht nur Beifall finden! Insgesamt sind im März drei Aufführungen der Inszenierung von Harry Kupfer aus den neunziger Jahren geplant.
Freitag, 11. November 2011
Don Giovanni-Tausch in Berlin

Die Staatsoper in Berlin tauscht ihre Don-Giovanni-Neuproduktion im Juni 2012 aus. Anstelle des Gastspiels der Mailänder Scala mit einer Inszenierung von Robert Carsen wird die Salzburger Aufführung in der Regie von Claus Guth gezeigt. Die Besetzung bleibt erhalten: Anna Netrebko, Dorothea Röschmann, Anna Prohaska, Erwin Schrott, Christopher Maltman und Guiseppe Filianoti. Zu den Gründen zählt wahrscheinlich, dass die beiden Protgonisten Maltman und Schrott die Salzburger Fassung bereits gesungen haben (Foto), aber in die Mailänder Produktion erst eingearbeitet werden müssten, was bei den dichten Terminkalendern der prominenten Beteiligten schwierig werden dürfte. Die Mailänder Premiere ist mit Bryn Terfel und Peter Mattei als Leporello/Don Giovanni, sowie Barbara Fritolli als Donna Elvira ebenfalls sehr hochkarätig besetzt. Dirigiert werden die beiden Spektakel vom omnipräsenten Daniel Barenboim, der die Programme seiner Häuser in Berlin und Mailand immer mehr verzahnt, offenbar auch mit Reibungsverlusten. Die Mailänder Premiere ist die traditionelle Saisoneröffnung des Hauses und wird von ARTE am 07.12.2011 um 20.15 Uhr übertragen!
Freitag, 23. September 2011
Der Absager springt ein

In den letzten Jahren hat sich Tenor Jonas Kaufmann nicht ganz zu Unrecht einen gewissen Ruf als Absager erworben. Das Thema wurde auch auf diesem Blog ausführlich diskutiert. Jetzt springt er - nach erfolgreich überstandener Operation - für seinen erkrankten Kollegen Thomas Quasthoff im Barenboim-Zyklus am Berliner Schillertheater ein. Sein erster Auftritt in dieser Saison findet also nicht in Essen, sondern bereits am 07. Oktober in Berlin statt. Nicht ganz zufällig sicher, denn er hatte in Berlin wohl noch etwas gut zu machen, weil er vor ziemlich genau einem Jahr einen Liederabend an gleicher Stelle absagen musste.
Barenboim gibt Rossini-Debüt

Auch im Repertoire des Multikünstlers Daniel Barenboim gibt es noch weiße Flächen. Noch nie hat er bisher eine Oper von Gioachino Rossini dirigiert. Deswegen debütiert er am 02. Oktober 2011 mit Il Barbiere Di Siviglia an seinem Berliner Stammhaus und zwar in der jahrzehntealten und dennoch hochgeliebten Inszenierung von Ruth Berghaus. Für alle unter 35 Jahren gibt es Karten für 7 Euro!
Donnerstag, 7. Juli 2011
Weitere zehn Jahre für Barenboim

Für die einen ist er einer der wichtigsten Musiker der Gegenwart, für die anderen einfach nur Chef. Das bleibt Daniel Barenboim für die nächsten zehn Jahre an der Staatsoper Unter den Linden. Der 68jährige unterzeichnete seinen neuen Vertrag jetzt in Berlin, der letzte lief von 1997 bis 2012. Weiterhin wird der Maestro 25 Vorstellungen und vier Konzerte pro Saison dirigieren. Seit 1992 ist Barenboim der Generalsmusikdirektior und der Künstlerische Leiter des Hauses. Die Intendanten wechselten, Barenboim blieb. Vom Orchester, der Staatskapelle Berlin, wurde er inzwischen schon längst zum Dirigenten auf Lebenszeit ernannt. Die Zeichen stehen auf Kontinuität an Berlins exklusivstem Opernhaus, das derzeit im Ausweichquartier im Berliner Schillertheater spielt. Die Neueröffnung Unter den Linden wird auf jeden Fall mit Daniel Barenboim stattfinden, denn auch wenn es bei solchen Bauvorhaben immer wieder zu Verzögerungen kommt, ist dennoch mit einer Rückkehr vor 2022 zu rechnen. Neben seiner Tätigkeit in Berlin ist Barenboim seit 2007 auch Musikdirektor an der Mailänder Scala und spiritus rector des West-Eastern Divan Orchestra (21.08.2011 in der Berliner Waldbühne). Wie kaum eine Künstlerpersönlichkeit unserer Zeit ist er mit unzähligen Auszeichnungen und Würdigungen bedacht worden, erst unlängst wurde er von der Queen zum Ritter ernannt.
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