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Sonntag, 16. November 2014

Renée Fleming singt Capriccio in Dresden













In der Dresdner Semperoper gehen heute die Richard-Strauss-Festtage 2014 in ihre nächste Runde. Renée Fleming singt ihre erste Opernvorstellung im Haus, die Gräfin Madeleine in Capriccio - seit vielen Jahren eine ihre absoluten Paraderollen. Christian Thielemann dirigiert die Staatskapelle Dresden, das dürfte eine Sternstunde mit Ansage werden. Die Inszenierung von Marco Arturo Marelli gehört bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten zum Repertoire des Hauses und wird nun nach längerer Pause mit viel Glanz wieder in den Spielplan aufgenommen. Es gibt sogar wieder einzelne Restkarten!

Zum Vergleich am Bildschirm:
Richard Strauss: Capriccio (Wiener Staatsoper 2013)
Richard Strauss: Capriccio (Metropolitan Opera 2011)
Richard Strauss: Capriccio (Opera national de Paris 2005)


Sonntag, 8. Juni 2014

Capriccio aus der Wiener Staatsoper heute auf ARTE













Gestern abend brachte 3sat zum wiederholten Male den mittlerweile legendären Wernicke/Thielemann-Rosenkavalier aus Baden-Baden. Und die Renée-Fleming-Festspiele am Bildschirm gehen weiter. ARTE zeigt heute nacht um 00.10 Uhr im Rahmen eines Programmschwerpunktes zum Jubiäum von Richard Strauss eine Aufzeichnung von Capriccio aus der Wiener Staatsoper aus dem vergangenen Jahr. In einer Inszenierung von Marco Arturo Marelli brilliert die amerikanische Diva in einer ihrer Paraderollen. Live wird sie als Capriccio-Gräfin in diesem Herbst in einer Neueinstudierung der MET-Produktion in Chicago und zu den Strauss-Festtagen an der Semperoper Dresden zu erleben sein, dann unter der Leitung von Christian Thielemann und ebenfalls in einer Inszenieurng von Marco Arturo Marelli.

Bis zum 16.06.2014 kann die Aufzeichnung aus der Wiener Staatsoper on demand bei Arte+7 abgerufen werden. 

Ab sofort ist die Aufführung auch auf DVD und Blue-ray erhältlich:
Richard Strauss - Capriccio (Wiener Staatsoper 2013) [2 DVDs]


Dienstag, 10. Dezember 2013

La fanciulla del West auf arte













Sie sind vielleicht nicht das neue Traumpaar der Oper, aber gehören zu den gefragtesten Gesangssolisten unserer Zeit: Nina Stemme und Jonas Kaufmann. Zur diesjährigen Saisoneröffnung der Wiener Staatsoper waren beide in einem eher randständigen Werk des Opernrepertoires zu erleben: La fanciulla del West von Giacomo Puccini. Die Aufführung in der Regie von Marco Arturo Marelli und unter der musikalischen Leitung von Franz Welser-Möst war bereits im Fernsehen zu sehen, wer das versäumt hat bekommt am morgigen Mittwoch, 11. Dezember 2013 ab 22.45 Uhr auf arte noch mal Gelegenheit das viel zu selten gespielte Werk zu sehen. Auch das ist Musiktheater des 20. Jahrhunderts!

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Jonas Kaufmann singt Puccinis Dick Johnson






















An der Wiener Staatsoper hat am kommenden Samstag, 05. Oktober 2013 Puccinis viel zu selten gespielte La fanciulla del West Premiere. An der Seite von Nina Stemme als Minnie gibt Jonas Kaufmann (Probenfoto) sein mit Spannung erwartetes  Rollendebüt als Dick Johnson. Im Gespräch mit der Wiener Zeitung erläutert der Tenor seine Liederabend-Absage vom vergangenen Wochenende und kündigt an, zukünftig auch den Hoffmann singen zu wollen. Die Inszenierung besorgt Marco Arturo Marelli, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Franz Welser-Möst. Die Premiere wird zeitversetzt von ORF 2 im Fernsehen übertragen, in Deutschland ist der Sender in einigen Kabelnetzen zu empfangen. Außerdem wurden zuletzt Opernübertragungen vom ORF auch in der sendereigenen Mediathek gestreamt.

Edit 07.10.2013

Weitere Möglichkeiten:
Die komplette Aufzeichnung der Premiere vom Samstag hier in der ORF-Mediathek.
Arte zeigt den Mitschnitt vsl. am 11. Dezember 2013 um 22.30 Uhr!

Auf youtube findet sich mittlerweile ein Mitschnitt in zwei Teilen.






Donnerstag, 19. März 2009

Der Mensch ist als Narr geboren

Einem letzten Werk wird immer unterstellt Vermächtnis des Künstlers zu sein. Im Falle von Guiseppe Verdis "Falstaff" kommt noch hinzu, dass es sich um eine der wenigen heiteren Oper des Komponisten handelt. Auch musikalisch hat sie im umfangreichen Gesamtschaffen Verdis eine Ausnahmestellung inne. Öffnet er doch mit ihr die Tür zur Opernmoderne des zwanzigsten Jahrhunderts, durch die dann immer wieder besonders erfolgreich Richard Strauss gegangen ist. Er gehörte zu den großen Bewunderern der Partitur, "Der Rosenkavalier", "Ariadne auf Naxos" und "Capriccio" nehmen in Stimmführung und Orchestrierung immer wieder Anleihen aus dem "Falstaff" auf.



Der Falstaff ist in der Oper wie im Schauspiel schwierig zu besetzen, denn der Bauch täuscht, genau wie die burleske Charakterisierung! Die Rolle bedarf eines differenzierenden Darstellers, der sowohl die Bräsigkeit, wie auch die Schlitzohrigkeit der Figur über die Rampe bringt. Dazu braucht es eine enorme Präsenz und sowohl Bühnen- wie auch Lebenserfahrung. Mit Alan Titus steht in der aktuellen Vorstellungsserie an der Wiener Staatsoper so etwas wie eine Idealbesetzung auf der Bühne. Sein Falstaff denkt erst und handelt dann, er hat Charme, Witz und Methode und eine Beweglichkeit, die man bei Titus Auftritten als Hans Sachs oder Wotan nie vermutet hätte. Mit großer, beweglicher und auch über weite Strecken durchdringender Stimme bewältigt er die anspruchsvolle Partie. Titus verfügt aber auch über ein bemerkenswertes Piano, er teilt sich den Abend clever ein und kann so manche Schwäche auf der langen Reise geschickt kaschieren.

Fabio Capitanucci
als Gegenspieler Ford ragt mit der italinata seiner Stimme aus dem soliden Restensemble heraus, dessen Gesang stilistisch dann doch ziemlich auseinander fällt. Man wünscht sich gelegentlich einen komplett "italienisch" besetzten Falstaff, gerade wegen der die Bühnenhandlung so kongenial tragenden Musik Verdis. Diese wird von Marco Armiliato mit Tempo und Umsicht und zum großen Teil auch recht sängerfreundlich dirigiert. Die Spielfreude auf der Bühne setzt sich im Graben fort. Viele schön ausmusizierte Details machen das Zuhören zum Genuss. Das gilt auch für das Zuschauen: Regisseur und Bühnenbildner Marco Arturo Marelli hat eine Aufführung mit außerordentlichem Schauwert geschaffen, die sich vordergründiger Aktualisierungen enthält und so die Reife genauso wie die Rätselhaftigkeit des Werkes schön zur Geltung kommen lässt.



Oper als Menschentheater, denn auch im Leben kommt es mitunter ganz anders als man denkt - und wenn sich am Schluss über allem der Vorhang schließt steht das Credo in großen Lettern geschrieben: Tutto nel mondo è burla. Alles ist Spaß auf Erden und der Mensch als Narr geboren!

Wiener Staatsoper,
besuchte Vorstellung: 17. März 2009

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