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Mittwoch, 22. März 2017
Adé Zeittunnel
Der legendäre Götz-Friedrich-Inszenierung von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen an der Deutschen Oper Berlin geht in seine letzte Runde, noch zwei Mal steht der komplette Zyklus im April 2017 unter der Leitung des Generalmusikdirektors Donald Runnicles auf dem Spielplan. Die Produktion hatte in der Saison 1984/85 Premiere, als Berlin noch geteilt war. Auch der Mauerfall fünf Jahre später konnte der zeitlosen Interpretation des Stoffes nichts anhaben, immer wieder kam das Werk - in wechselnden prominenten Besetzungen - aufs Programm. Und das Publikum kam, bis heute - es gibt wohl keine vergleichbar erfolgreiche Ring-Inszenierung auf der Welt. Jetzt ist Schluss, aber die Deutsche Oper arbeitet bereits an der Nachfolgeporoduktion: Regiestar Stefan Herheim wird 2020 seinen ersten Ring herausbringen, ebenfalls wieder unter der Leitung von Donald Runnicles. Die Vorarbeiten laufen bereits. Bekannt wurde jetzt, dass Daniel Barenboim im Berliner Ring-Streit zurück gesteckt hat: Er wird seinen neuen Ring in der Staatsoper Unter den Linden erst zwei Jahre später herausbringen, im Jahr 2022 begeht er auch seinen achtzigsten Geburtstag.
Sonntag, 27. März 2016
Waltraud Meiers letzte Kundry
Am Ostermontag nimmt Ausnahmesängerin Waltraud Meier Abschied von einer ihrer Lebensrollen, im Schillertheater Berlin steht sie zum letzten Mal als Kundry auf der Bühne. Selbstverständlich dirigiert Daniel Barenboim, die Inszenierung von Dmitri Tcherniakov hatte vor einem Jahr Premiere. Seit 1983 hat Waltraud Meier die Kundry zunächst bei den Bayreuther Festspielen und später weltweit in mehr als zwanzig Inszenierungen verkörpert. Nun ist Schluss, von ihr allein beschlossen und verfügt. Sie kann loslassen, nur wenige Sängerkollegen schaffen es auf so souveräne Weise in die Zielgerade ihrer Karriere einzubiegen. Bereits im vergangenen Sommer hat sich Waltraud Meier in München von der Isolde - ihrer zweiten Lebenspartie - verabschiedet. Und wie! Genau zum richtigen Zeitpunkt, im phänomenalen Besitz ihrer sängerischen und darstellerischen Kraft. Wie kaum eine andere Sängerin hat sie in den letzten Jahrzehnten den Wagnergesang geprägt, an die Stelle der auftrumpfendern Tonproduktion vieler ihrer großen Vorgängerinnen hat sie eine Symbiose von musikalischer und darstellerischer Konkrektheit gesetzt, der man sich kaum entziehen kann. Ihre wissende und zugleich könnende Inhaltlichkeit wird lange nachwirken und markiert eine Linie, hinter die man bei Wagner jetzt nicht mehr zurück will. Was folgt? Der Kalender ist gut gefüllt, die von ihr geschätzten Liederabende sollen häufiger kommen und die Klytämnestra in Richard Strauss Elektra, mit der sie nun schon seit längerem zu erleben ist, die hat sie selber mal, als ihre Altersversicherung bezeichnet. Die Elektra-Inszenierung von Patrice Chéreau - mit dem sie auch die Marie in Wozzeck und die Isolde in unvergessenen Produktionen erarbeitet hat - steht in diesem Jahr noch in New York und Berlin auf dem Spielplan. Wir freuen uns darauf!
Donnerstag, 24. März 2016
Ringen um den Ring 2020 in Berlin
An der Deutschen Oper Berlin steht im April 2017 zum letzten Mal die Ring-Inszenierung von Götz Friedrich aus dem Jahr 1985 auf dem Spielplan. Intendant Dietmar Schwarz wollte den legendären, aber mittlerweile maroden Zeittunnel nicht neu bauen lassen und konnte den Förderverein des Hauses davon überzeugen, dass es Zeit für eine Neuinterpretation des Werkes geworden ist. Diese soll nun mit Stefan Herheim einer der spannendsten verfügbaren Opernregisseure übernehmen, der mit seiner Bayreuther Parsifal-Deutung bereits vor Jahren Interpreationsgeschichte geschrieben hat. So weit, so gut. Nun gibt es in Berlin noch ein zweites Opernhaus, dessen Musikchef sich als Wagnerinterpret eigener Klasse versteht: Die Staatsoper Unter den Linden mit Daniel Barenboim an der Spitze. Diese hat zwar einen Ring in der Inszenierung von Guy Cassiers im Repertoire (im Juni 2016 wieder auf dem Spielplan im Schillertheater), der aber als künstlerisch missraten und entbehrlich gilt. Nun hat die Staatsoper angekündigt, im Jahr 2020 ebenfalls einen neuen Ring herauszubringen, dann wieder im Stammhaus Unter den Linden. Als Regisseur wird Dmitri Tcherniakov genannt, ebenfalls eine spannende Besetzung und eine die gut nachvollziehbar wäre, hat er doch zusammen mit Daniel Barenboim vor einigen Jahren seine erste Arbeit im Westen gemacht, eine sehr gelungende Inszenierung von Prokofjews Der Spieler und der gemeinsame Parsifal läuft gerade auf den diesjährigen Festtagen des Hauses. Man könnte nun meinen, dass eine Stadt zwei solche Hochkaräter auch parallel aushält, vielleicht sogar spannend findet. Aber da sind aber die komplizierten Berliner Opernverhältnisse davor. Die beiden innerhalb der Opernstiftung zusammengespannten Häuser müssen ihre Programme nämlich in so weit abstimmen, dass Werke des Kernrepertoires - wozu auch der Ring gehört - nur im Abstand von mindestens zwei Spielzeiten neu produziert werden können. Nun muss vermittlet werden und das geht im heutigen Opernbetrieb wohl nur unter starkem Blätterrauschen, was es zugegeben, nicht weniger interessant macht. Eine erste Bewährungsprobe dürfte die Causa für den gerade in Berlin eingtroffenen und denächst neuen Intendanten der Staatsoper Matthias Schulz sein. Und ebenfalls mit Interesse wird auch der Chef der Opera national de Paris Stéphane Lissner die Berliner Diskussionen verfolgen, denn er plant für den Anfang der zwanziger Jahre ebenfalls einen neuen Ring. Das Rennen um die dann besten Wagnersänger sollte deshalb längst eröffnet sein.
Montag, 8. Juni 2015
Auch Barenboim kritisiert jetzt Bayreuth
Jetzt auch Daniel Barenboim! Nachdem am Wochenende der amtierende Bayreuther Ring-Dirigent Kirill Petrenko das angebliche Hügelverbot für Eva Wagner-Pasquier deutlich kritisiert hat meldet sich heute auch Daniel Barenboim zu Wort, er habe mit Erstaunen und Befremden von dem Versuch der Festival-Spitze gelesen, Wagner-Pasquier ihren bis Ende August zustehenden Arbeitsplatz während der Zeit der Proben auf dem Grünen Hügel zu verwehren. Gibt es in einem freien demokratischen Land für ein solches Verfahren eine rechtliche Grundlage? Ich dachte, man kann den Menschen ihre Bewegungsfreiheit nicht nehmen - außer sie wären Kriminelle. Dieser Umgang ist menschenunwürdig. Daniel Barenboim hat von 1981 bis 1999 bei den Bayreuther Festspielen dirigiert und gehörte zu den prägenden Künstlern der Ära Wolfgang Wagner. Wenn er sich auf diese Weise zu Wort meldet, dann scheint die Angelegenheit ernst zu sein - was wegen fehlender Klarstellungen seitens der Festspiele bislang nur schwer abschätzbar ist - und ebenso klar ist, dass das Ganze zunehmend außer Kontrolle gerät!
Sonntag, 7. Dezember 2014
ARTE zeigt Fidelio-Premiere aus Mailand
Wie in jedem Jahr überträgt ARTE auch 2014 die Premiere zur Saisoneröffnung aus der Mailänder Scala. Heute abend steht Fidelio auf dem Programm, Daniel Barenboim dirigiert (noch einmal) und Deborah Warner hat inszeniert. Die Besetzung ist naturgemäß ziemlich deutsch: Anja Kampe tritt als Leonore auf, Klaus Florian Vogt als Florestan, Mojca Erdmann als Marzelline und Florian Hoffmann als Jaquino. Außerdem noch dabei Peter Mattei als Don Fernando, Falk Struckmann als Don Pizarro und Kwangchul Youn als Rocco. Anders würde das in Berlin an der Staatsoper im Schillertheater auch nicht besetzt, vielleicht ist das ja die nächste Übernahme, eine Fidelio-Neuproduktion gab es in Berlin lange nicht. Für alle, die es am Sonntagabend nicht schaffen reinzuschauen steht die Übertragung eine Woche als on demand auf der ARTE-Homepage zur Verfügung.
Samstag, 8. November 2014
Vogt für Kaufmann an der Mauer in Berlin
Klaus Florian Vogt wird für Jonas Kaufmann beim Konzert zum Jubiläum des Mauerfalls am 09. November 2014 in Berlin einspringen und den Tenorpart in Beethovens IX. Sinfonie übernehmen. Unter der Leitung von Daniel Barenboim spielt die Staatskapelle Berlin, weitere Solisten sind Renée Fleming, Elina Garanča und René Pape. Diese Absage wird die Sorgen von Kartenbesitzern für die Münchner Neuproduktion von Manon Lescaut nähren, für die Jonas Kaufmann als Des Grieux eingeplant ist. Anfang dieser Woche mussten sie bereits den freiwilligen Abgang von Anna Netrebko verkraften. Alle Hoffnungen ruhen nun auf Kaufmann, die Aufführung mit Starglamour zu veredeln.
Freitag, 18. April 2014
Dimitri Tcherniakov inszeniert Parsifal
Der russische Regisseur Dimitri Tcherniakov inszeniert Richard Wagner - und zwar Parsifal zu den Osterfesttagen der Berliner Staatsoper 2015 in deren Dauerausweichquartier Schillertheater. Mit René Pape als Gurnemanz und selbstverständlich Daniel Barenboim am Pult. Als Kundry debütiert Anja Kampe. Außerdem wird die diesjährige Produktion des Tannhäuser in der Regie von Sasha Waltz wieder aufgenommen, wiederum mit Peter Seiffert in der Titelrolle. Im sinfonischen Programm ist eine Hommage anlässlich des neunzigsten Geburtstag von Pierre Boulez geplant. Zyklen können bereits jetzt gebucht werden, der Einzelkartenverkauf beginnt am 08. November 2014.
Donnerstag, 28. November 2013
La Traviata aus der Scala auf ARTE und ARTEliveweb
Wie in jedem Jahr überträgt ARTE die Saisoneröffnung aus der Mailänder Scala. Während vor genau einem Jahr das Wagner-Verdi-Doppeljubiläum mit Richard Wagners Lohengrin eingeläutet wurde (was in Italien für mittelschwere Erschütterungen sorgte) steht nun zum Abschluss des Ganzen Verdis La Traviata auf dem Spielplan. Es dirigiert übrigens nicht der scheidende Musikchef Daniel Barenboim, wie in den Jahren zuvor, sondern ein möglicherweise kommender: Danielle Gatti. Die Inszenierung stammt von Dimitri Tcherniakov (der unlängst erst zum wiederholten Mal mit Barenboim an der Berliner Staatsoper zusammengearbeitet hat). Mit Diana Damrau, Piotr Beczala und Zeljko Lucic ist die Produktion attraktiv besetzt. Zu sehen im Fernsehprogramm von ARTE am 07.12.2013 ab 20.15 Uhr und auch als Livestream im Internet (siehe oben). Ob die Tradition dieser Übertragungen in den nächsten Jahren fortgeführt wird ist zu beobachten. Vielleicht gibt es ja zukünftig mehr Oper aus der französischen Hauptstadt, wenn Stephane Lissner von Mailand nach Paris wechselt. Könnte sogar besser zu ARTE passen. Und auch aus Berlin hätte man gern den Trovatore mit Netrebko und Domingo gesehen, der erst angekündigt wurde und nun doch nicht gezeigt wird.
Montag, 11. November 2013
Die Zarenbraut aus Berlin bei ARTE live web
Mit Modest Mussorgskis Boris Godunow zeigte der aus Russland stammende Dimitri Tcherniakov im Jahre 2005 an der Staatsoper Unter den Linden seine viel beachtete, erste Regiearbeit im Ausland (übrigens mit einem überragenden René Pape in der Titelrolle). Nach einer schnellen, ihn durch ganz Europa führenden Regiekarriere kehrt er jetzt nach Berlin zurück und zeigt mit Nikolai Rimsky-Korsakows Die Zarenbraut immer noch kraftvoll und ideenreich ein weiteres Schlüsselwerk des slawischen Repertoires. Daniel Barenboim hat die musikalische Leitung übernommen und die Terminierung zum Auftakt dieser Saison deuten darauf hin, dass die Produktion ganz ursprünglich mal zur Wiedereröffnung des Stammhauses Unter den Linden geplant war. Diese wird nun noch eine ganze Weile auf sich warten lassen. Auf ARTE live web steht jetzt für reichlich zwei Wochen der Mitschnitt einer kompletten Vorstellung aus dem Dauer-Ausweichquartier Schillertheater zum Abruf bereit. Clou der Besetzung ist übrigens Anna Tomowa-Sintow, Berliner Staatsopernlegende, die nach sicher zwanzig Jahren erstmals wieder in einer Produktion des Hauses zu sehen ist. Fulminant Anita Rachvelishvili, die die derzeit hoch gehandelte Olga Peretyatko beinahe deklassiert. Die Vorstellungen in Berlin waren übrigens alle restlos ausverkauft, was als kräftiges Plädoyer des Publikums für eher randständige Werke des Opernkanons gelten kann. Viel Spaß beim Reinschauen!
Dienstag, 29. Oktober 2013
Barenboim verlässt Scala Ende 2014
Daniel Barenboim wird seinen bis 2016 lautenden Vertrag als Musikdirektor der Mailänder Scala nicht bis zum Ende erfüllen und das Haus bereits Ende kommenden Jahres verlassen. Als Grund werden die zahlreichen anderen Verpflichtungen Barenboims angegeben, wie die Eröffnung einer Akademie für israelische und palästinensische Musiker in Berlin. Dieser Entschluss kommt nicht ganz überraschend. An der Mailänder Scala gibt es im kommenden Jahr einen Führungswechsel, Stephane Lissner geht nach Paris und Alexander Pereira kommt aus Salzburg. Diese Intendantenwechsel, zunächst für 2015 geplant, wurden sogar noch um ein ein Jahr nach vorn gezogen. Und: Pereira hat dem Haus einen italienischen Musikchef versprochen, in den letzten Wochen gab es Gerüchte, dass es sich dabei um Ricardo Chailly handeln würde. Außerdem kursierte auch der Name von Fabio Luisi. Was macht Barenboim aber nun, geht er mit nach Paris? Das scheint unrealistisch, denn dort arbeitet derzeit ziemlich erfolgreich sein Schüler Philippe Jordan. Bleibt Berlin, doch die neue Akademie ist erst im Aufbau und die Staatsoper ist derzeit eine große Baustelle und kein Termin für die Wiedereröffnung in Sicht? Eine Beschränkung darauf scheint angesichts des Wirkungsbewußtseins des Maestros, welches schon lange weit über den Orchestergraben hinausreicht, kaum vorstellbar!
Dienstag, 15. Oktober 2013
Dreimal Verdi-Requiem in Topbesetzung im Netz
Das Requiem von Giuseppe Verdi gehört zu den vom Publikum am meisten geschätzten Werken des Konzertrepertoires. Vielleicht ein bisschen zu unrecht, schaltet der Komponist doch ziemlich direkt in den "Überwältigungsmodus", musikalisch subtilere Annäherungen sind da schwer. Aber es gelingt mitunter, beide Ansprüche in Übereinstimmung zu bringen, wenn man das entsprechende Personal zur Verfügung hat. Gleich drei Gelegenheiten gibt es dieser Tage "Verdis beste Oper" im Internet und im Fernsehen zu erleben. Heute abend gastieren das Symphonieorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Als Solisten wurden Krassimira Stoyanova, Marina Prudenskaja, Saimir Pirgu und Orlin Anastassov verpflichtet. Die Aufführung wird als Video-Livestream heute ab 19.30 Uhr auf der Homepage des Bayerischen Rundfunks sowie als Aufzeichnung am 01. November 2013 im Bayerischen Fernsehen gesendet. Schon einige Tage gratis online zu erleben ist das Chicago Symphony Orchestra unter seinem Chef Ricardo Muti, das Solistenquartett besteht aus Tatjana Serjan, Daniela Barcellona, Mario Zeffiri und Ildar Abdrazakov. Auf dem Fernsehkanal arte (und auch +7 auf dessen Homepage) ist am 20. Oktober 2012 ab 21.45 Uhr die wohl hochkarätigste Besetzung zu erleben. Die Solisten sind Anja Harteros, Elina Garanca, Jonas Kaufmann und René Pape. Unter der Leitung von Daniel Barenboim wurde die Auffühurung mit dem Orchester und dem Chor der Mailänder Scala bereits im vergangenen Jahr aufgezeichnet. Drei verschiedene Versionen und alle gratis, das ist nicht schlecht. Viel Freude beim Reinschauen und Vergleichen! Offen bleibt nur die Frage, warum ausgerechnet beim Jubiläum des Geburtstags allerorten das Requiem gespielt wird?
Mittwoch, 1. Mai 2013
Barenboim muss bis Ende Mai pausieren
Bis Ende des Monats muss Daniel Barenboim wegen gesundheitlichen Problemen pausieren. Er hatte sich im vergangenen Jahr bei einem Sturz eine Rückenverletzung zugezogen und muss sich deswegen in Berlin einer ärztlichen Intensivbehandlung unterziehen. Betroffen sind aber keine Auftritte Barenboims in Berlin, sondern nur Termine in Italien. Die Premiere und die ersten Vorstellungen der Götterdämmerung an der Mailänder Scala übernimmt Karl-Heinz Steffens.
Mittwoch, 10. April 2013
Villazon musste Konzert abbrechen
Am Montag sollte Rolando Villazon im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt zusammen mit der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim Mozart und Carter singen. Aber nach Mozart war für den Tenor Schluss, wegen einer Erkältung konnte er nicht mehr weiter singen. Inzwischen ist er aber wieder genesen, am Dienstag sang er das komplette Programm!
Dienstag, 5. März 2013
Sasha Waltz inszeniert Tannhäuser
Zuletzt hat sie heftig, aber erfolglos mit dem Berliner Kultursenator um Geld und den Verbleib ihrer Company in Berlin gestritten, jetzt wurde bekannt, dass Choreografin Sasha Waltz im Frühjahr 2014 Richard Wagners Tannhäuser an der Staatsoper im Schillertheater in Berlin inszeniert. Der Zugang zu den hauptstädtischen Subventionstöpfen bleibt also weiterhin gewährleistet, für niemanden Grund zu Sorge! Die Produktion kommt zu den Festtagen heraus und wird natürlich von Daniel Barenboim dirigiert, es singen Peter Seiffert, René Pape, Marina Poplavskaya und Peter Mattei. Außerdem gibt es zu den Festtagen noch eine Wiederaufname von Simon Boccanegra mit dem in dieser Partie inzwischen unvermeidlichen Placido Domingo. Für Gastkonzerte kommen die Wiener Philharmoniker und Martha Argerich spielt zusammen mit Daniel Barenboim Klavier. Unser Bild stammt übrigens aus der Tannhäuser-Aufführung einer anderen Bühnenküstlerin, die hin und wieder polarisiert: Katharina Wagner. Mal schaun, in welche Bildwelten uns Sasha Waltz dann entführt....hoffentlich andere!
Samstag, 8. Dezember 2012
Lohengrin aus der Scala im Web
Wer die gestrige TV-Übertragung versäumt hat kann diese noch eine Woche auf der arte-Homepage als Stream anschauen. Die DVD-Veröffentlichung wird dann sicher auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Mehr zum Stück erzählt Jonas Kaufmann hier, smart guy! Viel Freude beim Anschauen!
Mittwoch, 5. Dezember 2012
La Scala: Ärger mit Wagner, Buhs für Cecilia!
Inzwischen scheint es sich auch in der italienischen Öffentlichkeit herumgesprochen zu haben, dass die Mailänder Scala am Freitagabend mit Richard Wagners Lohengrin eröffnet wird. Nun ist 2013 nicht nur Wagner- sondern auch Verdijahr, was die italienische Tageszeitung Corriere della serra zu der Frage bringt, ob ein deutsches Opernhaus das Wagnerjahr mit einer Verdioper eröffnen würde. Nicht das der italienische Komponist in Mailand zu kurz käme, im Jahr 2013 sind acht Opern von Giuseppe Verdi auf dem Spielplan des Hauses und sechs von Richard Wagner. Ricardo Muti hat sich in dieser Angelegenheit mittlerweile pro Verdi geäußert und der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano sah sich genötigt zu versichern, dass es andere Gründe sind, aus denen er der Premiere fernbleibt. Die beiden Großen Komponisten des 19. Jahrhunderts wecken eben bis heute auch patriotische Empfindungen, dort mehr als hier. Ebenfalls hoch her ging es im Haus vor zwei Tagen, als Cecilia Bartoli im Rahmen eines Konzerts nach fast zwanzig Jahren erstmals wieder an der Scala auftrat. Nach zwei Arien von Rossini wurde sie von einem Teil des Publikums so lautstark und gnadenlos ausgebuht, dass sich der Dirigent des Abends Daniel Barenboim genötigt sah einzugreifen und das Publikum zur Ordnung zu rufen. Für die erfolgsverwöhnte und gleichwohl auch umstrittene Sopranistin war das sicher eine seltene Erfahrung und sie wird von weiteren Auftritten an diesem Haus vorerst absehen. Beide Nachrichten sind sehr italienisch, aber irgendwie ist es doch auch schön, wenn Oper noch solche öffentlichen Debatten auslösen kann und es mal einen Tag nicht um Einsparungen oder missratene Inszenierungen geht!
Freitag, 16. November 2012
Lohengrin live aus der Mailänder Scala
| Anja Harteros und Jonas Kaufmann im Münchner Lohengrin |
Es ist beinahe schon eine Tradition: arte überträgt die Saisoneröffnung, welche alljährlich genau am 07. Dezember erfolgt, live aus der Mailänder Scala. Dieses Jahr steht eine Neuproduktion von Richard Wagners Lohengrin an, inszeniert von Claus Guth und musikalisch geleitet von Daniel Barenboim. Die Besetzung - schon seit längerem bekannt - hat absolutes Starniveau: Jonas Kaufmann gibt den Lohengrin, Anja Harteros die Elsa, René Pape den Köning Heinrich, Evelyn Herlitzius die Ortrud, Tomas Tomasson den Telramund und Zeljko Lucic den Heerrufer. Vor längerer Zeit hatte Martin Kusej angekündigt, die Regie zu übernehmen, wurde dann aber relativ unbemerkt ausgetauscht. Ob die Produktion auch nach Berlin an die Staatsoper gehen soll ist nicht bekannt. Die Übertragung beginnt um 20.15 Uhr und dauert bis nach Mitternacht.
Donnerstag, 15. November 2012
Daniel Barenboim zum Siebzigsten!
Er ist Musiker, Dirigent, Pianist, Netzwerker, Denkmal, General, Träumer, Stifter, Gründer, Zigarrenraucher, Liebhaber, Förderer, Weltstar, Berliner, Politiker, Loslasser, Wagnerianer, Lehrer und vor und in allem Mensch. Es gibt sehr viel über ihn zu sagen, aber das sparen wir uns heute und hier. Wir gratulieren Daniel Barenboim auf das herzlichste zum siebzigsten Geburtstag! Wer mehr von ihm will muss heute 20.15 Uhr arte einschalten...
Dienstag, 19. Juni 2012
Gehaltsverzicht an der Mailänder Scala!
Um angesichts der schwierigen finanziellen Situation des größten Opernhauses in Italien einen Beitrag zu leisten (aktuelles Defizit 4,5 Millionen Euro) verzichten die künstlerischen Leiter des Teatro alla Scala Milano freiwillig auf zehn Prozent ihres Gehalts. Neben dem Chef des Hauses Stéphane Lissner betrifft das auch den musikalischen Leiter Daniel Barenboim und weitere zehn Mitarbeiter der Leitung. Zumindest Lissner und Barenboim sind auch anderweitig sehr gut im Geschäft und können mit der Einbuße leben, Lissners Vertrag wurde außerdem gerade bis ins Jahr 2017 verlängert. Die Aktion trägt also eher symbolischen Charakter. Eine gute Idee für andere Häuser, gar hierzulande, ist das sicher nicht. Oder etwa doch? Wie auch immer, über das komplexe Thema Spitzengagen in Kombination mit Mehrfachengagements wird nach wie vor viel zu wenig gesprochen, auch hierzulande....
Dienstag, 17. Januar 2012
Erlebnis Barenboim in München

Zum Auftakt einer Europatournee gastierte Daniel Barenboim mit seiner Staatskapelle Berlin in der Münchner Philharmonie am Gasteig. Zunächst stand Mozarts Krönungskonzert auf dem Plan, Barenboim selber als Solist. Eher schroff gerät das in manchen Partien, Mozartscher Schwung stellt sich nur hin und wieder ein. Wunderbar trotzdem, wie die einzelnen Instrumentengruppen aufeinander hören, wie Barenboim die Musik im Fluss hält. Zum Ereignis wird Bruckners vierte Symphonie im Anschluss, vollendet ausgewogene Streicher, ein charakteristisch dunkler Klang, den man von den durchaus Bruckererfahrenen Münchner Orchestern nicht kennt. Kleine Patzer im Blech (die man auch aus München nicht kennt) können den großartigen Gesamteindruck nicht trüben. Zu erleben ist ein Ensemble, welches auf bemerkenswerte Weise aufeinander eigeschworen ist. Barenboim dirigirt die Staatskapelle wie (s)ein großes Instrument, beschränkt sich manchmal auf akzentuierte Gesten um dann wieder die ganze Macht des Klangapparates zu entfesseln. Bis in feinste Details ist das großartig ausmusiziert und erreicht so den Zuhörer auf ganz direkte und unverstellte Weise.
Ovationen in der ausverkauften Philharmonie!
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