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Sonntag, 20. März 2016

Pénélope/Fauré auf ARTE und on demand






















Der Spielplan der Opera national du Rhin im französischen Strasbourg gehört seit einigen Jahren zu den interessantesten und abwechslungsreichsten auch im internationalen Vergleich - nicht zuletzt deshalb, weil er sich durch regelmäßige aufwändige Neuproduktionen randständiger Werke insbesondere des französischen Repertoires auszeichnet. Im vergangenen Herbst kam Gabriel Faurés kaum gespielte Pénélope in einer gewohnt bildstarken Inszenierung von Olivier Py zur Premiere, Anna Catarina Antonacci überzeugt in der fordernden Titelpartie. Auf ARTE ist der Mitschnitt heute im Nachtprogramm ab 1.40 Uhr zu sehen und außerdem steht dieser auch zum kostenfreien Abruf auf ARTE Concert zur Verfügung.

Montag, 27. Januar 2014

Thomas/Py/Degout-Hamlet aus Brüssel als Livestream















Selten genug findet sich Ambroise Thomas Oper Hamlet auf den Opernspielplänen, das Stück fristet bis heute ein Schattendasein. Warum eigentlich? Ein zugkräftiger Titel, eine interessante Partitur, spannende Aufgaben für das Sängerensemble. Am ehesten bekannt ist noch Ophelias Wahnsinnsarie, die als Rennomierstück in den Arienprogrammen und auf den Platten diverser Sopranistinnen auftaucht. Am Theater an der Wien hat der französische Regisseur Olivier Py im Frühjahr 2012 eine düster-prägnante Inszenierung des Stücks zur Premiere gebracht, welche jetzt am Brüsseler Opernhaus La Monnaie wieder aufgenommen wurde. Hier wie dort in der Titelrolle: der französische Bariton Stéphane Degout, ein Ereignis! Allein wegen ihm ist die Aufführung sehenswert, er zeigt sich prachtvoll disponiert. Die Partie passt perfekt in seine Stimme, er spielt einen ernsthaften und konsequent von heute aus gedachten Hamlet. Py's Deutung insgesamt bliebt da zurückhaltender, ist dennoch schlüssig und handwerklich überzeugend. Man bemerkt immer wieder erfreut die Schauspielerfahrung des Regisseurs. Auftritte, Personenführung, Tableaus - im Laufe des Abends fließt alles zusammen und unter der musikalischen Leitung von Marc Minkowski, der es für seine Verhältnisse ungewohnt druckvoll angeht, wird es ein richtiges Opernerlebnis, das noch lange nachwirkt. Wie immer ist die komplette Aufführung für drei Wochen nach dem letzten Vorstellungstermin als Videostream on demand auf der Homepage der Brüsseler Oper abzurufen. Nur noch bis zum 5. Februar 2014!

Sonntag, 15. September 2013

Olivier Py - der Pariser Opernpapst













In Frankreich gehört Olivier Py seit mindestens einem Jahrzehnt zu den prägenden Figuren der Theaterlandschaft, in Deutschland wurde er erst in der vergangen Opernsaison mit zwei sehr erfolgreichen Verdi-Inszenierungen in Köln (La forza del destino) und München (Il trovatore) bekannt, aber noch nicht so richtig berühmt. Das hat er vielleicht auch gar nicht mehr nötig, denn mit nicht weniger als drei Neuproduktionen wird Olivier Py in den nächsten Monaten den Pariser Opernherbst dominieren. Den Auftakt macht dabei in dieser Woche Glucks selten gespielte Alceste im Palais Garnier. Die auf beiden Seiten des Rheins geschätzte Mezzosopranistin Sophie Koch wird die Titelrolle singen, ein spannendes Rollendebüt für die zuletzt auch in München mit Wagner und Strauss reüssierende Sängerin. An ihrer Seite gibt Yann Beuron den Admète. Für diese Rolle war ursprünglich Roberto Alagna eingeplant, er hat sich aber vor einigen Monaten aus der Produktion zurückgezogen, was ihm jetzt Gelegenheit gab, kurzfristig an der Wiener Staatsoper als Don José einzuspringen. Die nächste Premiere unter der Leitung von Olivier Py ist für Anfang Oktober geplant, Giuseppe Verdis Aida in der großen Bastille-Oper unter der musikalischen Leitung von Philippe Jordan. Zwei ausgesuchte Besetzungen alternieren, das Ganze dürfte musikalisch wie szenisch ein Paukenschlag werden, nicht zuletzt weil des Pariser Opernorchester inzwischen auf bemerkenswert hohem Niveau spielt, auch das ein Verdienst des hier bereits im fünften Jahr arbeitenden Philippe Jordan. Im Dezember dann gibt es eines der Schlüsselwerke des französischen Repertoires zu sehen, Olivier Py bringt am Théâtre des Champs-Elysées Poulencs hochdramatisches Meisterwerk Dialogues des Carmélites zur Premiere. Neben Sophie Koch werden u.a. Patricia Petition, Sandrine Piau und Véronique Gens zu erleben sein - die Elite der französischen Sängerinnen gemeinsam in einer Produktion! Der Regisseur Py vereint mehrere Tugenden, die bei vielen seiner Kollegen in dieser Fülle kaum zu finden sind: Er beherrscht sowohl das große Bühnenspektakel, wie auch die prägnante Personenführung. Sein Arbeiten sind enorm reichhaltig, dabei immer voller Leidenschaft aus der Musik entwickelt und - was besonders auffällt - es steht immer eine Idee hinter ihnen, aus der sich viele kleine Ideen rekrutieren. Für Verdi scheint das heutzutage der ideale Weg zu sein und so gehört der Komponist auch zu Pys erklärten Favoriten. Mit dessen zuweilen sprunghaften Libretti hat er dabei keine Probleme, schon das markiert seine Ausnahmestellung. Scheinbar wenig plausible Dinge werden von ihm nicht verdruckst zur Seite gespielt, sondern geschärft ins Blickfeld gerückt. Und auch wenn es reizvoll ist, sich auf Pys Annäherungen, mal katholisch, mal psychoanalytisch und zur Not auch mal klassenkämpferisch grundiert, einzulassen - muss man das alles auch nicht mitdenken, sondern kann sich bei ihm einfach nur an der stimmig gearbeiteten Inszenierung erfreuen. Py ist Künstler und Handwerker zugleich, beides steht sich bei ihm nicht im Weg, im Gegenteil. Also hinfahren und anschauen! Für den Opernregisseur Py gibt es ab dem kommenden Jahr erst mal eine Pause, denn er übernimmt die Leitung des renommierten Festival d'Avignon. Wer es in den nächsten Wochen nicht nach Paris schafft kann probieren für die Wiederaufnahme von Il trovatore im November an der Bayerischen Staatsoper Karten zu bekommen. Was schwierig werden dürfte, weil wiederum Jonas Kaufmann singt (seine Leonora ist diesmal übrigens Krassimira Stoyanova). Bessere Chancen auf Plätze gibt es wohl an der Oper Köln, die im Januar 2014 noch eine Serie La forza del destino spielt.




Mittwoch, 10. Juli 2013

Il trovatore aus München mit Harteros und Kaufmann


Für alle, die am vergangenen Freitag den Livestream aus der Bayerischen Staatsoper in München versäumt haben hier noch mal der komplette Trovatore in der Inszenierung von Olivier Py mit einem grandiosen Hauptcast: Anja Harteros, Jonas Kaufmann, Elena Manistina - unbedingt anschauen, eine der besten Neuproduktionen im Verdi-Jahr!

Edit 12.07.13
Hier gibt es eine weitere Möglichkeit, danke unserem Mitleser "Lohengrin"!








Sonntag, 15. Juli 2012

Carmen von Olivier Py aus Lyon als Livestream


In Frankreich zählt der Regisseur Olivier Py schon seit mehr als zehn Jahren zu den prägenden Figuren des aktuellen Theaterbetriebs. Zuletzt leitete er das Pariser Odéon - Théater de l'Europe und wechselt jetzt als Chef zum rennomierten Festival Avignon. Sein Theater wagt den großen Wurf, greift hart zu und besticht durch eine Fülle von durchdachten Details. Mit starken Bildern und gut geführten Darstellern gelingt ihm ein spannendes, leidenschaftliches und auch immer wieder überraschendes Musiktheater. Zuletzt entstanden auf diese Weise zwei reizvolle Inszenierungen selten gespielter Stücke: Ambroise Thomas Hamlet (mit einem großartigen Stéphane Degout und einer beeindruckenden Christine Schäfer) am Theater an der Wien und Meyerbeers Les Hugenots in einer kongenialen Deutung in Brüssel und Strasbourg. Zwei Wiederentdeckungen, die Lust auf mehr machen. In Deutschland ist Olivier Py bisher kaum in Erscheinung getreten, das wird sich jetzt ändern. In der kommenden Saison inszeniert er passend zum Jubiläum zwei Verdiopern: La forza del destino in Köln und Il trovatore in München. Außerdem wird im Palais Garnier in Paris seine Fassung von The rakes progress wieder aufgenommen. In Lyon hat Py jetzt zum Saisonschluss eine sehenswerte Carmen auf die Bühne gebracht, die dem bekannten Stück noch ein paar ganz neue Dimensionen abgewinnt.

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