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Montag, 11. März 2013
Anna Netrebko singt Marguerite
Eine interessante Erweiterung des Repertoires für die nach wie vor am meisten geschätzte Sopranistin unserer Tage: Anna Netrebko singt zu den Pfingstfestspielen 2014 im Festspielhaus Baden-Baden die Marguerite in Gounods Faust. Das ist so gut wie die Titelrolle, denn auf deutsch wird die Oper gern auch als Margarethe bezeichnet, nicht zuletzt um sie von den anderen Vertonungen des Stoffes abzusetzen. Die populäre Juwelenarien (Ah, je ris de me voir si belle) könnte zu einem neuen Paradestück der Diva werden. Es ist nur zu begrüßen, dass sich Frau Netrebko nun wirklich anderen und nun auch zunehmend schwereren Partien zuwendet. Ihre Stimme gibt das schon länger her und ihre Bühnenpräsenz sowieso. In den Donizetti-Opern sollte sie jetzt endlich Platz für andere machen. Es lockt ja die Elsa in ein paar Jahren in Dresden und da sind die Tatjana im Wiener Onegin jetzt im Frühjahr und nun diese Marguerite die richtigen Schritte auf einem langen Weg! Den Mephisto wird Ehemann Erwin Schrott geben und als Faust ist Charles Castronovo eingeplant, es dirigiert Thomas Hengelbrock. Weitere Opernproduktionen in der kommenden Saison 2013/14 in Baden-Baden sind Manon Lescaut mit den Berliner Phiharmonikern unter Simon Rattle und ein Don Carlo unter der Leitung von Valery Gergiew. Außerdem wird der Mozart-Zyklus mit Rolando Villazon fortgesetzt, er singt den Belmonte in Die Entführung aus dem Serail mit Diana Damrau und Anna Prohaska sowie Thomas Quasthoff als Bassa Selim.
Montag, 25. Juli 2011
Heute um 16 Uhr Festspieleröffnung in Bayreuth

Es ist wieder soweit, live auf BR-Klassik und auf vielen anderen Radiokanälen kann heute ab 16 Uhr die Eröffnung der 100. Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth verfolgt werden. Es steht die Neuinszenierung Tannhäuser auf dem Programm (Abb.: Regisseur Sebastian Baumgarten mit Camilla Nylund, sie singt die Elisabeth). Während im Vorjahr der Blätterwald angesichts Hans Neuenfels Ratten-Lohengrin rauschte, blieb es in diesem Jahr vergleichweise ruhig. Nur wenig drang vom Grünen Hügel nach draussen. So viel wurde aber vorab bekannt: Im Mittelpunkt der Bühnengeschehen steht ein sog. Alkolator, eine Skulptur des niederländischen Künstlers Joep van Lieshout.

Dirigent Thomas Hengelbrock, ein Spezialist historisch informierter Aufführungspraxis hat sich mit Äußerungen im Vorfeld sehr zurück gehalten. Ganz spannungsfrei soll seine Zusammenarbeit mit Festspielchor und -orchester nicht gewesen sein. Um so mehr begeistert äußerten sich die beteiligten Solisten. Es bleibt also spannend, welche musikalischen und szenischen Wirkungen dieser Tannhäuser entfalten wird. Die Voraussetzungen für eine gelungene Aufführung sind mehr als gegeben!

Aktuelle Bildergalerie der Neuproduktion Tannhäuser
Musikalische Kurzkritik, 21.45 Uhr
Ein interessanter, wenn auch nicht überzeugender Wagner-Abend! Tom Hengelbrock entschlackt erwartetermaßen den Tannhäuser und findet mit dem Festspielorchester Momente großer Leichtigkeit und überraschend schön ausmusizierter Details. Doch das Ganze ist am Ende nicht konsequent genug und führt immer wieder auch zu Langeweile. Schade! Bei den Sängern sind große Premierenaufgeregtheiten zu hören, Stephanie Friedes Venus neigt immer wieder zu Schärfen und Unsauberkeiten in der Intonation. Auch die Elisabeth von Camilla Nylund findet sich erst im Laufe des Abends in die Partie, in der sie sonst eigentlich sehr souverän und sicher ist. Das Gebet gelingt ihr dann auch sehr inniglich und berührend. Der Schwede Lars Clevemann als Tannhäuser teilt sich den Abend gut ein, singt textverständlich, aber es fehlt ihm dann doch das letzte Stück Stimmschönheit. Nur eine respektable Leistung, keine aufregende - immerhin kommt er sehr gut durch die Romerzählung! Michael Nagy kann als Wolfram alle Möglichkeiten seines stilsicheren Baritons ausreizen, auch ihm wird das im Laufe der Vorstellungen souveräner gelingen. Das gleiche gilt für Günter Groisböck, der als vergleichsweise junger Landgraf viel zu routiniert wirkt. Beeindruckend wie immer der Festspielchor. Insgesamt ein Abend der seine musikalische Form sucht und zum Teil auch findet. Es fehlt aber der stringente Zugriff, der interpretatorische Ansatz. Vielleicht wollte der am Grünen Hügel debütierende Dirigent zu Vieles verwirklichen, was unter den Bayreuther Festspielumständen einfach nicht realisierbar ist?
Donnerstag, 28. Oktober 2010
Thomas Hengelbrock legt Premiere zurück

An der Oper Zürich hat Thomas Hengelbrock das Dirigat der Neuproduktion von Guillaume Tell zurück gelegt, es übernimmt der Rossini-Spezialist Gianluigi Guilmetti. In einer Medienaussendung des Opernhauses wird von Mißverständnissen gesprochen: Er dachte, er habe beim Orchester eine Werkbesetzung (immer dieselben Musiker), während die Produktion in dem für Ensemble- und Repertoiretheater üblichen Wechselsystem (sich abwechselnde Musiker) einstudiert wird. Kennt Thomas Hengelbrock das deutsche Stadttheatersystem nicht oder dessen Zürcher Besonderheiten? Wer weiß? Nach dem Rückzug von Waltraut Meier als Isolde vor wenigen Wochen muss die Oper Zürich damit bereits die zweite zentrale Absage in dieser Saison verkraften. Bleibt zu hoffen, dass die Bayreuther Festspiele auch schon vom Wechselsystem auf das Werksystem umgestellt haben, denn dort soll der Dirigent im kommenden Sommer die Eröffnungspremiere Tannhäuser dirigieren.
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