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Freitag, 25. Juli 2014

Tannhäuser-Premiere in Bayreuth unterbrochen















Die Eröffnung der Bayreuther Festspiele musste heute nach wenigen Minuten unterbrochen werden, da sich ein Bühnenelement (der in der Abbildung sichtbare Venusberg-Käfig) verklemmt hatte. Die Premierengäste wurden gebeten, den Zuschauerraum zu verlassen. Nach einer fast einstündigen Unterbrechung läuft die Vorstellung mittlerweile wieder. Aber ohne den defekten Käfig, der in der ersten Pause repariert werden soll. Die Beginnzeiten der beiden folgenden Akte verschieben sich jeweils um eine Stunde. Das wird ein langer Abend heute in Bayreuth!

Montag, 21. Juli 2014

Tannhäuser als Livestream aus Bayreuth













Der in diesem Jahr letztmalig auf dem Grünen Hügel zu erlebende Tannhäuser in der Regie von Sebastian Baumgarten wird am 12. August 2014 vom Bayerischen Rundfunk live als Videostream im Internet gezeigt. In den Vorjahren gab es parallel zur Kinoauswertung immer auch TV-Übertragungen bei Arte oder der ARD. Die musikalische Leitung der Aufführung hat Axel Kober, es singen Torsten Kerl (Tannhäuser), Camilla Nylund (Elisabeth), Michelle Breedt (Venus) und Markus Eiche (Wolfram). Die umstrittende Produktion wird seit 2011 gezeigt und nun ein Jahr früher vom Spielplan genommen, dafür steht der Lohengrin in der Inszenierung von Hans Neuenfels ein Jahr länger auf dem Plan.

Freitag, 14. Juni 2013

Tannhäuser in Bayreuth muss eher weg












Ist das Kunst - oder kann das weg? Niemand weiß es so genau. Zumindest ein Jahr vorfristig fliegt aber jetzt die Tannhäuser-Inszenierung von Sebastian Baumgarten aus dem Spielplan der Bayreuther Festspiele. Die umstrittene Produktion wird im Sommer 2014 zum letzten Mal gezeigt. Sicher spielten bei der Entscheidung auch die rückläufigen Bestellzahlen für das Stück eine Rolle. Wie bei keiner anderen Aufführung der letzten Jahre waren sich Presse und Publikum einig, dass diese Produktion auf der ganzen Linie missraten ist. Auch die musikalische Leitung stand unter keinem guten Stern. Thomas Hengelbrock sprang schon nach dem ersten Jahr ab, dann übernahm kurzfristig Christian Thielemann und die Wiederaufnahme in diesem Jahr steht unter der Leitung von Axel Kober. Ein Jahr Verlängerung bis 2015 bekommt nun dafür der zu seiner Premiere gleichermaßen umstrittene, mittlerweile aber gestürmte Lohengrin in der Inszenierung von Hans Neuenfels.





Dienstag, 5. März 2013

Sasha Waltz inszeniert Tannhäuser















Zuletzt hat sie heftig, aber erfolglos mit dem Berliner Kultursenator um Geld und den Verbleib ihrer Company in Berlin gestritten, jetzt wurde bekannt, dass Choreografin Sasha Waltz im Frühjahr 2014 Richard Wagners Tannhäuser an der Staatsoper im Schillertheater in Berlin inszeniert. Der Zugang zu den hauptstädtischen Subventionstöpfen bleibt also weiterhin gewährleistet, für niemanden Grund zu Sorge! Die Produktion kommt zu den Festtagen heraus und wird natürlich von Daniel Barenboim dirigiert, es singen Peter Seiffert, René Pape, Marina Poplavskaya und Peter Mattei. Außerdem gibt es zu den Festtagen noch eine Wiederaufname von Simon Boccanegra mit dem in dieser Partie inzwischen unvermeidlichen Placido Domingo. Für Gastkonzerte kommen die Wiener Philharmoniker und Martha Argerich spielt zusammen mit Daniel Barenboim Klavier. Unser Bild stammt übrigens aus der Tannhäuser-Aufführung einer anderen Bühnenküstlerin, die hin und wieder polarisiert: Katharina Wagner. Mal schaun, in welche Bildwelten uns Sasha Waltz dann entführt....hoffentlich andere!




Samstag, 14. Juli 2012

Bayreuther Tannhäuser wird überarbeitet













Der Inszenierung des Tannhäuser bei den Bayreuther Festspielen wird derzeit überarbeitet. Nach den Worten von Regisseur Sebastian Baumgarten gelang es zur Premiere im vergangen Jahr nicht, das Konzept komplett umzusetzen. Das soll nun fertig ausgearbeitet werden, wofür zusätzliche Proben ermöglicht wurden. Veränderungen gibt es auch im musikalischen Bereich. Nach dem Rückzug von Thomas Hengelbrock hat Christian Thielemann das Dirigat übernommen, die Rollen von Tannhäuser und Venus werden mit Torsten Kerl und Michelle Breedt neu besetzt, der Rest des Ensembles bleibt. Ein großer Teil der vorgenommenen Streichungen soll ebenfalls revidiert werden, was sicherlich dem Einfluss Thielemanns zuzuschreiben ist, der nicht als Freund redzuierter Fassungen bekannt ist. Nicht zuletzt die für den Grünen Hügel unüblichen Striche in der Partitur sorgten im vergangenen Jahr für eine sehr kritische Aufnahme der Inszenierung.

Freitag, 27. April 2012

Tannhäuser-Umbesetzung in Bayreuth















Eine weitere Umbesetzung in der Tannhäuser-Produktion am Grünen Hügel: Die Titelrolle übernimmt in diesem Sommer Torsten Kerl. Er ersetzt Lars Clevemann, der die Partie auf eigenen Wunsch zurücklegt. Seine Interpretation im Premierensommer fand nicht nur Zustimmtung. Auch der Premierendirigent Thomas Hengelbrock wird in diesem Jahr nicht mehr dabei sein, die musikalische Leitung übernimmt Christian Thielemann.

Montag, 5. März 2012

Thielemann übernimmt Bayreuther Tannhäuser


Christian Thielemann übernimmt in diesem Sommer das Dirigat der Tannhäuser-Vorstellungen zusätzlich zur Neuproduktion Der fliegende Holländer bei den Bayreuther Festspielen. Die Premiere der umstrittenen Tannhäuser-Inszenierung im vergangenen Jahr hatte Thomas Hengelbrock geleitet, der in diesem Jahr nicht wieder vertraglich gebunden wurde. Details sind nicht bekannt, im Vorjahr hatte Hengelbrock eine Aufführung der Serie abgesagt und sich kritisch über die knappen Probenmöglichkeiten in Bayreuth geäußert. Thielemann hat den Tannhäuser in Bayreuth bereits dirigiert - die Vorgängerinszenierung von 2002 bis 2005. Für die Wiederaufnahme im Jahr 2007 sollte Fabio Luisi übernehmen, es kam aber dann nach dessen Absage Thielemanns Assistent Christoph Ulrich Meier zum Einsatz. Thielemann ist seit vielen Jahren der meistbeschäftigte Dirigent bei den Bayreuther Festspielen, seit 2010 ist er auch musikalischer Berater der Festspielleitung.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Es geht auch anders...



Nachdem der neue Tannhäuser in Bayreuth nicht nur musikalisch einen unausgegorenen Eindruck hinterlassen hat, sondern (nach dem überwiegenden Urteil der veröffentlichten Meinung) auch szenisch enttäuschte, an dieser Stelle der Verweis auf eine sehr gelungene Produktion des Werks vor drei Jahren im Festspielhaus in Baden-Baden. Die Elisabeth wird übrigens von derselben Sopranistin gesungen, sonst haben die beiden Aufführungen nicht so sehr viel gemein. Ist selbstverständlich auch als DVD erschienen und kann man hier bestellen.

Montag, 25. Juli 2011

Heute um 16 Uhr Festspieleröffnung in Bayreuth



Es ist wieder soweit, live auf BR-Klassik und auf vielen anderen Radiokanälen kann heute ab 16 Uhr die Eröffnung der 100. Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth verfolgt werden. Es steht die Neuinszenierung Tannhäuser auf dem Programm (Abb.: Regisseur Sebastian Baumgarten mit Camilla Nylund, sie singt die Elisabeth). Während im Vorjahr der Blätterwald angesichts Hans Neuenfels Ratten-Lohengrin rauschte, blieb es in diesem Jahr vergleichweise ruhig. Nur wenig drang vom Grünen Hügel nach draussen. So viel wurde aber vorab bekannt: Im Mittelpunkt der Bühnengeschehen steht ein sog. Alkolator, eine Skulptur des niederländischen Künstlers Joep van Lieshout.



Dirigent Thomas Hengelbrock, ein Spezialist historisch informierter Aufführungspraxis hat sich mit Äußerungen im Vorfeld sehr zurück gehalten. Ganz spannungsfrei soll seine Zusammenarbeit mit Festspielchor und -orchester nicht gewesen sein. Um so mehr begeistert äußerten sich die beteiligten Solisten. Es bleibt also spannend, welche musikalischen und szenischen Wirkungen dieser Tannhäuser entfalten wird. Die Voraussetzungen für eine gelungene Aufführung sind mehr als gegeben!



Aktuelle Bildergalerie der Neuproduktion Tannhäuser

Musikalische Kurzkritik, 21.45 Uhr
Ein interessanter, wenn auch nicht überzeugender Wagner-Abend! Tom Hengelbrock entschlackt erwartetermaßen den Tannhäuser und findet mit dem Festspielorchester Momente großer Leichtigkeit und überraschend schön ausmusizierter Details. Doch das Ganze ist am Ende nicht konsequent genug und führt immer wieder auch zu Langeweile. Schade! Bei den Sängern sind große Premierenaufgeregtheiten zu hören, Stephanie Friedes Venus neigt immer wieder zu Schärfen und Unsauberkeiten in der Intonation. Auch die Elisabeth von Camilla Nylund findet sich erst im Laufe des Abends in die Partie, in der sie sonst eigentlich sehr souverän und sicher ist. Das Gebet gelingt ihr dann auch sehr inniglich und berührend. Der Schwede Lars Clevemann als Tannhäuser teilt sich den Abend gut ein, singt textverständlich, aber es fehlt ihm dann doch das letzte Stück Stimmschönheit. Nur eine respektable Leistung, keine aufregende - immerhin kommt er sehr gut durch die Romerzählung! Michael Nagy kann als Wolfram alle Möglichkeiten seines stilsicheren Baritons ausreizen, auch ihm wird das im Laufe der Vorstellungen souveräner gelingen. Das gleiche gilt für Günter Groisböck, der als vergleichsweise junger Landgraf viel zu routiniert wirkt. Beeindruckend wie immer der Festspielchor. Insgesamt ein Abend der seine musikalische Form sucht und zum Teil auch findet. Es fehlt aber der stringente Zugriff, der interpretatorische Ansatz. Vielleicht wollte der am Grünen Hügel debütierende Dirigent zu Vieles verwirklichen, was unter den Bayreuther Festspielumständen einfach nicht realisierbar ist?

Sonntag, 22. Mai 2011

Peter Schneider dirigiert nicht in Dresden


Nicht-Nur-Wagner-Experte Peter Schneider hat leider sein Dirigat der aktuellen Aufführungsserie des Tannhäuser an der Dresdner Semperoper abgesagt. Für ihn übernehmen Stefan Blunier (02.06.) und Asher Fish (29.05./05.06.). In der immer noch sehenswerten Konwitschny-Inszenierung sind auch zwei verschiedene Tannhäuser zu erleben, einmal Jon Fredric West (29.05.) sowie Stephen Gould in den beiden anderen Vorstellungen (02./05.06.) Kurz vor ihrem Bayreuth-Debüt in der Rolle singt Camilla Nylund die Elisabeth noch einmal an ihrem Stammhaus, die Venus gibt Tichina Vaughn. Den Wolfgang teilen sich Markus Butter und Christoph Pohl. Bleibt zu hoffen, das Maestro Schneider beim Bayreuther Tristan im Sommer wieder zur Verfügung steht!
Tichina Vaughn
Tichina Vaughn

Samstag, 16. Januar 2010

Germania nostra

Es gab großen Jubel insbesondere von den höheren Rängen bei der jüngst im Münchner Nationaltheater zu erlebenden Wiederaufnahme von Richard Wagners Tannhäuser, bereits nach den ersten beiden Akten und ganz besonders am Schluss. Nicht ganz zu Recht! Nach den vielen mehr oder weniger misslungenen Neuproduktionen der Ära Bachler hält sich der geneigte Stammbesucher nun also ans Repertoire, was bleibt ihm auch anderes übrig? Die Inszenierung von David Alden stand am Anfang der Intendanz von Sir Peter Jonas und konnte damals vor mehr als 15 Jahren sicher noch polarisieren und provozieren. Heute wirkt das Konzept, Tannhäuser als unverstandener, mit sich selbst uneiniger, intellektueller Künstler seltsam eindimensional und herbei geholt. Das kritische Potential der Inszenierung erschöpft sich im Zurschaustellen von ein paar nazideutschen Versatzstücken und einem übergroßen "Germania nostra" - Schriftzug auf der Bühnenrückwand. Der Rest ist symbolschwangeres Bildertheater aus dem Geist der achtziger Jahre.

Wahrscheinlich würde heute niemand mehr auf die Idee kommen, beim Tannhäuser auf eine eher psychologische Herangehensweise zu verzichten und die Geschichte aus den Figuren zu entwickeln. So ändern sich die Zeiten. Kent Nagano dirigiert nicht das erste Mal Wagner an der Staatsoper und wieder muss man sagen, es gelingt ihm nicht so richtig. Alles ist sehr durchhörbar und licht, aber der große Wurf, der konzeptionelle Durchgriff fehlt beinahe vollkommen. Man hört hin, aber es bewegt einen nicht. Unmotivierte Tempiwechsel tun ein übriges für den disperaten Gesamteindruck: Zerdehnte Passagen wechseln mit auftrumpfenden bei denen die Sänger schon mal in Bedrängnis kommen. Auch da gibt es große Unterschiede: John Treleaven macht was alle Sänger in dieser Mörderpartie tun, er spart sich viel, vielleicht zu viel, für den dritten Akt auf und ihm gelingen dann ein paar sehr schöne Momente. Trotz spielerischer Prägnanz, die wirklich erfreut, ist das aber zu wenig. (Aber welcher Sänger ist im Moment ein rollendeckender Tannhäuser? Premierenbesetzung in dieser Inszenierung war übrigens René Kollo!) Als Wolfram von Eschenbach kann Michael Volle mit vorzüglicher Sprachbehandlung und präziser musikalischer Gestaltung überzeugen, zu Recht erfährt er die meiste Zustimmung des Publikums. Sein kerniger Bariton scheint reif für größere Aufgaben.

Ebenso beeindruckend Waltraud Meier als alterslose verführerische Venus. Fast schon ein kleines Comeback, sie war seit dem Amtsantritt Bachlers nicht in der Staatsoper aufgetreten, spielt sie ihre all ihre Präsenz und Raffinesse wunderbar stimmig aus und bringt ihre umfangreiche musikalische und darstellerische Kapazität erneut in glückliche Übereinstimmung. Was für eine Sängerin! Auch Petra-Maria Schnitzer überzeugt als Elisabeth mit schönen vollen und runden Tönen, allerdings könnte man sich die ihre Auftrittsarie Dich teure Halle fulminanter und das Gebet innerlicher vorstellen. Von der Inszenierung wird sie ziemlich alleingelassen. Als langgedienter Landgraf ist Matti Salminen der Routinier mit großer Statur und ebensolcher Stimme, Akzente zu setzen gelingt ihm aber kaum noch. Fazit: Ein guter, aber kein großer Wagner-Abend!

Dienstag, 12. Mai 2009

Venus + Elisabeth = Nadja

Fast hätte sie abgesagt werden müssen, die Auftaktvorstellung der zweiten Aufführungsserie der Neuproduktion des TANNHÄUSER an der Deutschen Oper Berlin. Nachdem erst Scott McAllister und dann auch Stefan Vinke krankheitsbedingt ausfielen musste weltweit nach einem Sänger für die Titelrolle gesucht werden. Allein sechs potentielle Kandidaten waren allerdings an der MET gebunden, als Besetzungen und Cover für die aktuellen Ring-Serie. Fündig wurde man dann in Oslo!



Es wurde ein überraschender und kurzweiliger Abend. Ivar Gilhuus schlägt sich zunächst nur wacker, seine Stimme will eine gewisse Abnutzung gar nicht verleugnen, doch er teilt sich den Abend sehr gut ein und die nicht unheikle Romerzählung im dritten Akt kommt klar und kraftvoll wie selten. Das alles mit vorzüglicher Verständlichkeit des Textes. Das gilt überraschenderweise auch für Nadja Michael, der Gesangsstil nicht jedermanns Sache ist. Die vor längerem vom Mezzo zur Sopranistin konvertierte Sängerin neigt als Venus zu Schärfen in der Höhe, die Elisabeth gelingt ihr dann viel besser. Viele ehrliche, innerliche Töne. Die dritte Überraschung ist Markus Brück, nicht die aufregendste Stimme, aber an diesem Abend singt er den Wolfram über alle hinaus.



Die Inszenierung von Intendantin Kirsten Harms verzichtet darauf, ihr Konzept zu Tode zu reiten. Sie findet große, aussagekräftige Bilder und immer wieder auch das Kammerspiel in der großen Oper, nicht zuletzt getragen durch die Bühnenpräsenz von Nadja Michael. Wirklich berührend und ganz neu gelesen die Szene am Schluss, wenn Wolfram der toten Elisabeth das Haar öffnet und sie damit auch zu seiner Venus macht. Der Chor der Deutschen Oper erweist sich zum wiederholen Male als sichere Bank, das Dirigat von Philippe Auguin ist trocken und unpathetisch, mitunter etwas eindimensional, aber der große Entwurf stimmt über alle drei Akte. Eine gelungene Repertoireaufführung im fast ausverkauften Haus an der Bismarckstraße, großer Jubel für alle Mitwirkenden.

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