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Freitag, 7. März 2014
Warlikowskis ALCESTE heute live aus Madrid
Es gibt derzeit überall anspruchsvolle Aufführungen der Opern von Christoph Willibald Gluck, die Musikreformator auch als Musikdramatiker ernst nehmen und seine selten gezeigten Stücke für das Repertoire erschließen. Die Pariser Oper eröffnete die laufende Saison im vergangenen Jahr im Palais Garnier mit Olivier Pys Neuproduktion von Alceste (Wiederaufnahme im Sommer 2015). Aus Madrid wird heute Abend Krzysztof Warlikowskis Deutung von Alceste auf arte concert direkt übertragen (und steht danach für einen längeren Zeitraum zum Abruf bereit). Angela Denoke in der Titelrolle und der neue Madrider Musikchef Ivor Bolten am Pult!
Donnerstag, 21. November 2013
Die Frau ohne Schatten als Livestream und auf 3sat
Heute beginnt an der Bayerischen Staatsoper in München endgültig eine neue Ära und zwar die des neuen Generalmusikdirektors Kirill Petrenko. Wie genau vor 50 Jahren zur Wiedereröffnung steht Richard Strauss Die Frau ohne Schatten auf dem Spielplan, Regie bei dieser Neuproduktion führt Krzysztof Warlikowski. Alle Termine sind bereits ausverkauft, es besteht nur noch die vereinzelte Chance auf Restkarten. Am 01. Dezember 2013 wird die Aufführung sowohl im kostenlosen Livestream-Programm der Bayerischen Staatsoper, wie auch zeitversetzt ab 19 Uhr auf 3sat übertragen.
Samstag, 17. November 2012
Warlikowski-Lulu aus Brüssel als Livestream
Am Opernhaus La Monnaie in Brüssel hat Krzysztof Warlikowski eine vielbeachtete Insezenierung von Alban Bergs Lulu herausgebracht. Auch diese Produktion wird als Livestream on demand im Internet gezeigt und kann noch bis zum 28.11.2012 angeschaut werden!
Montag, 9. November 2009
Onegins Alptraum(a)

Man kann der Münchener Inszenierung von Krzysztof Warlikowski - die gerade wieder für einige Aufführungen zu sehen war - vieles vorwerfen, wenn man denn will. Sie verzichtet auf manches, was gern mit Eugen Onegin verbunden wird. Russisches Landkolorit sucht mal genauso vergelblich, wie prachtvoll ausgespielte Tanzbilder. Dennoch ist die Lesart schlüssig. Der Regisseur versucht das Stück konsequent - aber auf interessante Weise indirekt - aus der Biografie Tschaikowskys zu entwickeln. Auf diese Weise legt er Unschärfen frei, über die sonst leichtfertig hinweg gegangen wird und wagt einen zweiten Blick auf die Konstellation und Dynamik der Figuren, der durchaus reizvoll ist. Das Duell zwischen Onegin und Lenski ist Kulmination einer nicht gelebten Liebesbeziehung der beiden. Onegin greift zur Pistole, wenn Lenski ihm zu nahe kommt. Dann sind wir aber schon längst in dessen Alptraum eingtaucht, der vielleicht in Tatjanas Briefszene beginnt, die Onegin mit ihrer Hier stehe ich und kann nicht anders. - Pose gehörig unter emotionalen Druck setzt, für den er kein Ventil findet. Die Frauen Tatjana und Olga stehen hier nicht im Zentrum, beide sind trotzdem nicht zu Randfiguren degradiert. Warlikowski legt auf geschickte Weise immer wieder neue Bedeutungslinien fest, deren Verknüpfungen nach und nach deutlich werden. Das Skandalon ist nicht Tschaikowskys (übrigens auch von ihm selbst nicht verheimlichte) Homosexualiät, sondern die Unerbittlichkeit und die Unlösbarkeit der emotionalen Verwerfungen der Figuren, die immer auch als ganz existenteillen Verlängerungen von Lebensmustern ihres Autors gelesen werden können. Das ist genau die Weise, auf welche der Komponist sein Werk verstanden wissen wollte - es war eben nicht eine weitere große russische Oper die Tschaikowsky komponiert hat, sondern lyrische Szenen. Die legt Warlikowksy durchaus groß an: In ungastlichen verglasten Innenräumen kommt die Handlung immer wieder förmlich zum Stehen, müssen die Figuren sich ihr Weiterleben erkämpfen. Das Leben ist hier kein Spiel, es ist ein Kampf. Mit der Polonaise am Beginn des dritten Aktes wandelt sich dieser Raum dann mit einem merkwürdig gebremsten, aber umso eindrücklicheren Männerballett endgültig zum gespenstischen Alptraumort. Erstauntlich wie fest sich das Bild der schwulen Cowboys aus dem Brokeback Mountain bereits in die zeitgenössische Ikonografie eingeschrieben hat. Nur viel weniger überzeugen kann die musikalische Seite der Aufführung. Michael Volle singt einen noblen, kraftvollen Onegin, weniger Wohlmeinende könnten seiner Darstellung auch eine gewissen Blasiertheit entnehmen. Er wird die Rolle wohl nicht mehr ewig im Repertoire halten. Die anderen Partien sind eher durchschnittlich besetzt, in Erinnerung bleibt kaum etwas. Der junge russiche Dirigent Dimitri Jurowski müht sich sichtbar, der Partitur gerecht zu werden. Er reagiert mehr, als dass er selber Herr des Geschehens wäre und bleibt so viel kammermusikalische Glut schuldig, die gerade in dieser Aufführung wichtig wäre. Er hat noch nicht die Kragenweite seines älteren Bruders Wladimir oder gar seines Vaters Michail Jurowski, ein paar Saisonen kapellmeisterliche Provinzerfahrung sollte für ihn der richtige Weg sein.
Montag, 20. Juli 2009
Der König und der Hirte
Als eine seiner letzten Premieren hat der scheidende Intendant der Opéra de Paris Gerard Mortier die selten gespielte Oper Król Roger des polnischen Komponisten Karol Szymanowksi auf den Spielplan gesetzt. Die Inszenierung von Krzysztof Warlikowski zog ein geteiltes Echo auf sich, aber die Besetzung mit hervorragenden Solisten wie Mariusz Kwiechien, Stefan Margita und Olga Pasichnyk machen die Aufführung auf jeden Fall sehenswert. Das ist jetzt auch im Internet möglich, denn derzeit ist ein Mitschnitt auf der Website von ARTE abzurufen. Król Roger steht in diesem Jahr auch auf dem Programm der Bregenzer Festspiele, die Oper wird dort in der Regie von David Pountney aufgeführt.
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