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Donnerstag, 6. Februar 2014

Albert Herring an der Volksoper Wien mit 20% Rabatt












Endlich wieder eine Oper von Benjamin Britten in Wien! Mit ihrer letzten Regiearbeit als Intendantin des Tiroler Landestheaters Innsbruck aus dem Sommer 2012 feiert Brigitte Fassender jetzt ihr Debüt an der Wiener Volksoper. Pünktlich nach Abschluss des Britten-Jahrs kommt am 15. Januar 2014 eine Neueinstudierung der Erfolgsinszenierung von Albert Herring heraus. Die etwas skurrile Kleinstadtkomödie ist ein veritables Ensemblestück und sollte deswegen perfekt in den Spielplan der Volksoper passen. In einer Onlinekritik zur Innsbrucker Premiere hieß es: Fassbaender setzte auf die darstellerische und gesangliche Kraft des Ensembles, deren förmlich greifbare Lust auf gehobenes, komödiantisches Entertainment englischen Zuschnitts eindringlich und spielerisch zur Geltung kam. Sebastian Kohlepp singt die Titelrolle, die musikalische Leitung hat mit Gerrit Prießnitz ein Spezialist für Musik des 20. Jahrhunderts übernommen. Jetzt muss sich nur noch ein Publikum finden, dass sich auf dieses Vergnügen einlässt. Mit dem Aktionscode BRITTEN sind sowohl an der Vorverkaufskasse, sowie auch im Onlineverkauf für alle Termine nach der Premiere Karten mit 20% Preisnachlass zu bekommen!

Freitag, 19. August 2011

Turn of the Screw online aus Glyndebourne


Am kommenden Sonntag überträgt das Festival in Glyndebourne die aktuelle Produktion von Benjamin Brittens The Turn of the Screw. Die Aufführung wird am 21. August 2011 über die Homepage der Festspiele und über die Homepage der britischen Tageszeitung The Guardian gestreamt, das Angebot ist kostenlos und kann auch noch eine Woche nach der Übertragung abgerufen werden. Die Rolle der Governess singt die Sopranistin Miah Persson, die Inszenierung von Jonathan Kent wird dirigiert von Jakub Hrůša. Bereits vor wenigen Wochen hatte das Festival die erfolgreiche Produktuon Die Meistersinger von Nürnberg mit großem Erfolg online übertragen. (Wegen der großen Nachfrage ist da allerdings die Festivalhomepage zusammengebrochen, via The Guardian hat es jedoch problemlos funktioniert.)

Sonntag, 23. Mai 2010

Britischer Impressionismus


Es war vielleicht nicht das spektakulärste, aber auf jeden Fall eines der interessantesten Konzertprogramme der laufenden Saison bei den Münchner Philharmonikern. Die beiden Säulenheiligen der klassischen Musik in England Henry Purcell und Benjamin Britten (Foto) - zwischen denen Jahrhunderte liegen - wurden auf spannende Weise zueinander in Beziehung gesetzt. Zunächst erklingt eine Suite aus Orchesterstücken von Purcell, vom Dirigenten des Abends Andrew Manze zum Teil extra für diese Aufführungen instrumentiert und eingerichtet. Das gelingt dem Orchester subtil und engagiert, in den folgenden Interludes aus Brittens Oper Peter Grimes fehlt dann leider die notwendige letzte Entäußerung und die klangliche Filigranität, es wird wie so oft in München gespielt und nicht musiziert. Schade, denn das beliebte und anspruchsvolle Werk müsste zu den Vorzeigestücken des Orchesters gehören. Dass es funktionieren kann zeigt Brittens Sinfonia da Requiem nach der Pause. Mit Druck und Rafinesse spielen sich die Musiker wirklich in einen Rausch hinein und die Stille nach dem Verklingen der letzten Note wird so ganz unspektakulär zum Höhepunkt des Konzerts. Den Schlusspunkt setzt Brittens Young Persons Guide to the Orchestra, der eine Melodie aus der eingangs gehörten Purcell-Suite immer wieder für die verschiedenen Instrumentengruppen variiert. Das kann man nur mit Spielfreude und einer gehörigen Portion Selbstironie bewältigen (auch angesichts der bräsigen mikrofonverstärkten Präsentation der Sprechertexte durch Konstantin Wecker) und genau das tun die Münchner Philharmoniker und zeigen nebenbei, dass sie technisch durchaus auf hohem Niveau spielen. Dass im Moment nur selten alles zusammen kommt, das mag an den Querelen des Thielemann-Abgangs liegen, aber sicher nicht ausschließlich. Die Möglichkeiten des Orchesters sind in diesem Konzert klar geworden, dass es nicht in der Spitzenklasse spielt allerdings auch. Dennoch Kompliment für ein anspruchsvolles, gelungenes Konzert: Purcell im Zeitalter der historisch informierten Aufführungspraxis mit einem großen Sinfonieorchester aufzuführen, dazu gehört inzwischen Mut (es funktioniert!) und Britten, dieser Meister der Instrumentierung und der Klangentfaltung braucht immer noch eine Lobby. Als einer der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts spielen seine Werke eine viel zu geringe Rolle in unseren Konzertsälen und Opernhäusern (mehr davon!) Der Dank gebührt wohl auch hochsympathischen und engagierten Dirigenten Andrew Manze, der dieses Programm zuammengestellt hat und den man bald wieder erleben möchte! Ganz Gentleman hält er beim Applaus den FC-Bayern-Schal nach oben, aber um den Hals legt er ihn sich nicht. Das hätte dem FC sicher auch nicht mehr geholfen...

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Fidelio statt Peter Grimes in Dresden


Die Dresdner Semperoper hat die im Rahmen ihres fünfundzwanzigjährigen Jubiläums geplanten Vorstellungen von Benjamin Brittens Peter Grimes abgesagt und spielt dafür drei mal den Fidelio in der Inszenierung von Christine Mielitz, die im Herbst 1989 Premiere hatte. Schade, denn die Aufführung, von Sebastian Baumgarten aufwendig und genau inszeniert, gehört zu den interessantesten im Repertoire der Semperoper. Für die Titelrolle war der wunderbare Stephen Gould eingeplant, der bereits die Premiere mit sehr großem Erfolg gesungen hatte, er wird jetzt als Florestan zu hören sein. Zu den Gründen für diese Änderung werden keine Angaben gemacht, es kann allerdings davon ausgegangen werden, dass mangelndes Publikumsinteresse den Ausschlag gegeben hat. Bleibt die Hoffnung, dass der Peter Grimes damit noch nicht endgültig vom Spielplan verschwindet. Gerade das vergangenheitsversessene Dresden braucht solche Musiktheaterabende dringender denn je, inhaltlich und musikalisch!

Sonntag, 26. Juli 2009

München leuchtet

Während die Münchener Opernfestspiele routiniert ihr Programm abspielen und keiner so richtig weiß, warum sie eigentlich noch gebraucht werden, ist nebenan im kleineren Gärtnerplatztheater ein musiktheatralisches Kleinod zu bestaunen: Benjamin Brittens DEATH IN VENICE in der Inszenierung von Immo Karaman.



Benjamin Brittens letzte Oper hält sich eng an den Handlungsverlauf in Thomas Manns Novelle. Der alternde Dichter Gustav von Aschenbach reist nach Vendig, um seiner Münchener Schaffenskrise zu entfliehen. Dort entdeckt er in dem Knaben Tadzio eine ungekannte Vollkommenheit, die er in seinem künstlerischen Schaffen nie erlangt hat. In der Lagunenstadt grassiert die Cholera, wie im Rausch steigert sich Aschenbach in diese, seine letzte Liebesbeziehung hinein. Der Tenor Hans-Jürgen Schöpflin verkörpert diesen Aschenbach auf kongeniale Weise, nuanciert im Spiel und mit einer unermüdlichen Stimme voller Strahlkraft, Wärme und Farbenreichtum. Ein Rollenportrait von herausragender Größe. An seiner Seite Gary Martin mit sechs verschiedenen Nebenfiguren, wunderbar anmaßend und differnziert gespielt. Eine durchweg überzeugende Leistung liefern Ensemble, Ballett und Chor des Gärtnerplatztheaters bis hin zu letzten Figur der reichhalten Besetzungsliste.



Musikalisch ist die Aufführung ein wirkliches Erlebnis, Dirigent David Stahl hält entschlossen die Balance zwischen zartesten Nuancierungen und hochdramatischen Zuspitzungen, nie zu viel und nie zu wenig. Da stimmt jedes Detail und auch die kargen, schroffen Sequenzen entfalten ihre herbe Schönheit. Das gilt genauso für die Inszenierung, die ungeheuer dicht und verspielt, dem Geschehen viele Bedeutungsebenen einfügt, ohne dabei ihre Stringenz zu verlieren. Gekonnt verbindet Regisseur Immo Karaman die verschiedenen Elemente und schafft schlüssige, poetische Bilder, die Choreografien sind mit sicherer Hand in dei Handlung eingefügt, das zunächst funktionale Bühnenbild von Kaspar Zwimpfer erschließt immer wieder neue, überraschende Spielräume. Auch dramaturgisch erweist sich die Aufführung als großer Wurf. Jenseits aller Klisches wird die Begegnung von Aschenbach und Tadzio nicht schwülstig als spätes Outing-Drama erzählt, sondern - die erotische Grundierung durchaus nicht aussparend - als ein gesellschftskritisches Tableau, das sich einer allzu vorschnellen und eindeutigen Interpretation entzieht. Alles fügt sich zu einem großen, spannenden Musiktheaterabend zusammen, der in seinem Reichtum und in seiner Geschlossenheit noch lange nachwirkt.



Viel zu selten werden die Opern von Benjamin Britten gespielt. Das verwundert, weil sie doch durchaus effekt- und inhaltsvoll die Anforderungen des modernen Opernbetriebs scheinbar bestens bedienen. Diese Münchener Aufführung ist auf jeden Fall mehr als ein Geheimtipp für alle von dem Opernfestspielen am Nationaltheater Gelangweilten oder Enttäuschten!

Mittwoch, 17. Juni 2009

Vom Meer

Das letzte Abonnementkonzert der Staatskapelle Berlin stand unter dem manches versprechenden Titel "Das Meer" - und es bot ein in jeder Hinsicht überzeugendes Programm.



Musikalisch und dramaturgisch überzeugend, überraschend und berückend - was will man mehr von einem Sinfoniekonzert! Mit Felix Mendelssohn Bartholdys Ouvertüre "Meeresstille und große Fahrt" gibt es einen stimmungsvollen Auftakt, das Orchester spielte mit Tempo und Liebe zum Detail. Waltraud Meier beweist dann einmal mehr ihre Ausnahmestellung indem sie virtuos mit den außerordentlichen, ihr zu Verfügung stehenden Mitteln umgeht. Ihre Darbietung von Ernest Chaussons "Poème de l‘amour et de la mer op. 19" wird zum Höhepunkt des Konzerts. Wirkungsvoll setzt sie ihre wunderbar dunkel timbrierte Stimme und ihre reiche Bühnenerfahrung ein und zwar als Wagner-Sängerin, wie als Liedinterpretin von Rang. Ihr Gesang verschmilzt in manchen Momenten auf wunderbare Weise mit dem Orchester, schwingt sich dann wieder kraftvoll hinauf um in einer kleinen Bewegung zu verebben. Das berührt und bewegt! Nach der Pause zunächst die Interludes aus Benjamin Brittens Oper "Peter Grimes" - überzeugend sowohl in ihrer Schroffheit, wie in ihrer epischen Schönheit und dann "La Mer" von Claude Debussy als farbenreiches Gemälde aus Tönen, mit viel Gespür musiziert. Symphatisch und souverän hat der Dirigent Philippe Jordan das Geschehen über die mehr als zwei Stunden im Griff. Offenbar stimmt die Chemie zwischen ihm und der Staatskapelle. Davon konnte man sich zuletzt in Berlin mehrfach überzeugen, nicht nur anlässlich der gelungen Premiere von Mozarts "Die Entführung aus dem Serail", auch kurz zuvor beim von ihm wunderbar wieder einstudierten "Un ballo in maschera" in der Lindenoper. Auf "ans Meer" also jetzt und im Herbst beginnt die neue Saison...

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