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Sonntag, 19. Juli 2015

Tristan und Isolde aus Bayreuth am 8.8.15 auf 3sat






















Zum ersten Mal geben die Bayreuther Festspiele in diesem Jahr eine Neuproduktion bereits im ersten Jahr in die mediale Verwertung. Die mit Spannung erwartete Neuinszenierung von Tristan und Isolde durch die bald alleinige Festspielchefin Katharina Wagner und in der musikalischen Leitung durch den neuberufenen Bayreuther Musikdirektor Christian Thielemann wird nicht nur am 07. August 2015 ab 15.45 Uhr in diversen Kinos in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sehen sein, sondern auch einen Tag später im Fernsehen, im gemeinsamen Kulturkanal der drei Länder. Ab 20.15 Uhr zeigt 3sat am 08. August 2015 den den kompletten Mitschnitt der Tristan-Aufführung vom Vortag ohne Pausen. Die Bayreuther Festspiele beginnen am kommenden Wochenende, in diesem Jahr gab es im Vorfeld außergewöhnlich viel vom üblichen Theaterdonner, ohne den das Musikfestival inzwischen kaum noch denkbar scheint. Dieser reichte von einem angeblichen Hügelverbot für die scheidenden Festspielchefi Eva Wagner-Pasquier über die überraschende Berufung von Christian Thielemann zum Musikdirektor bis hin zur erneuten, nun kurzfristigen Umbestzung der Isolde, die Partie wird jetzt von Evelyn Herlitzius gesungen. Die auch in Bayreuth erfahrene Sängerin zeigte sich bei ihren jüngsten Auftritten in Zürich und München als Elektra in Topform und das soll auch für den Tristan-Sänger Stephen Gould gelten. Beste Voraussetzungen als, damit es nun wieder verstärkt um die Kunst gehen könnte...

Sonntag, 12. Juli 2015

Waltraud Meier singt heute ihre letzte Isolde














Heute um 16 Uhr steht im Nationaltheater im Rahmen der Münchner Opernfestspiele Tristan und Isolde auf dem Spielplan - eine besondere Vorstellung, denn Waltraud Meier wird zum letzten Mal als Isolde auf der Bühne stehen. Fast 22 Jahren hat sie die Rolle verkörpert und mit ihrer musikalischen und inhaltlichen Durchdringung der Partie Maßstäbe gesetzt, die noch lange gelten werden. Ihr Debüt gab sie bei den Bayreuther Festspielen in der Neuproduktion 1992 unter der Regie von Heiner Müller, der Tristan an ihrer Seite war Siegfried Jerusalem, es dirigierte Daniel Barenboim. Unvergesslich ist die Mailänder Isolde in der Regie von Patrice Chéreau 2007 - sicher einer der Höhepunkte ihrer Karriere. Auch in der Premiere der immer noch aktuellen Münchner Inszenierung von Peter Konwitschny 1998 stand sie auf der Bühne. Ihren Abschied von der Partie hat Waltraud Meier lange angekündigt, urspünglich sollte die Aufführungsserie an der Staatsoper Berlin im vergangenen Dezember bereits die letzte sein. Nun gab es noch eine kleine Verlängerung und das Münchner Publikum kommt nochmals in den Genuss. Heute wird Robert Dean Smith ihr Tristan sein, Michelle Breedt die Brangäne und René Pape als König Marke. Die musikalische Leitung der Wiederaufnahme hat Philippe Jordan, der musikalische Leiter der Opéra national de Paris.

Donnerstag, 23. April 2015

Tristan aus Bayreuth am 7.8. im Kino













Auch in diesem Sommer zeigen die Bayreuther Festspiele wieder eine Aufführung aus dem Festspielhaus live im Kino, die Übertragung von Tristan und Isolde ist für den 07. August 2015 geplant. Regie bei dieser mit Spannung erwarteten Neuproduktion führt Festspielleiterin Katharina Wagner, die musikalische Leitung hat Christian Thielemann. Tickets demnächst im Kino ihres Vertrauens!

Freitag, 20. März 2015

Tristan-Besetzung 2015 in Bayreuth steht fest















Vier Monate vor der Premiere haben die Bayreuther Festspiele jetzt die Besetzung der Neuproduktion Tristan und Isolde bekannt gegeben, eine Überraschung gibt es dabei nicht. Anja Kampe wird die Isolde singen und die ursprünglich eingeplante Eva-Maria Westbroek ersetzen, sie hat die Partie bereits in Glyndebourne bei der Ruhrtriennale 2011 gesungen (siehe Foto, Inszenierung von Willy Decker und unter der musikalischen Leitung von Kirill Petrenko). Stephen Gould bleibt als Tristan an Bord. Als König Marke wird Georg Zeppenfeld angekündigt, als Brangäne Christa Mayer - beide schon länger bayreutherfahren. Als Kurwenal gibt Iain Paterson sein Debüt am Grünen Hügel, genauso wie Raimund Nolte als Melot, Kay Stiefermann als Steuermann und Tansel Akzeybek als junger Seemann und Hirt. Mit Tristan und Isolde tritt Festspielleiterin Katharina Wagner nach Die Meistersinger von Nürnberg erstmals wieder als Regisseurin in Bayreuth auf, die musikalische Leitung hat Christian Thielemann. Über die Besetzungen der weiteren Produktionen des Festspielsommers 2015 schweigt sich die Homepage immer noch aus. Es dürfte inzwischen ein Bayreuther Alleinstellungsmerkmal sein, dass der komplette Vorverkauf abgewickelt wird, ohne dass die Sängerbesetzungen bekannt sind. Noch zählt der Nimbus, aber ewig kauft niemand mehr die Katze im Sack. Die Kollegen in Baden-Baden haben bereits jetzt den Auftritt von Jonas Kaufmann als Siegmund im Juli 2016 bekannt gegeben. Die Namen der Solisten sind - das mag man beklagen oder nicht - mittlerweile eines der Hauptverkaufsargumente im internationalen Festivalzirkus und das gilt nicht nur für die Sängerinnen und Sänger.


Montag, 29. Dezember 2014

Neue Isolde für Bayreuth 2015















Noch sind die Sängerbesetzungen für die Bayreuther Festspiele 2015 nicht veröffenticht. Doch in einer zentralen Partie der mit Spannung erwarteten Neuproduktion von Tristan und Isolde in der Regie von Festspielchefin Katharina Wagner und unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann gibt es eine Änderung. Eva-Maria Westbroek, seit mehreren Jahren für diese Rolle angekündigt, hat die Partie zurück gelegt. An ihrer Stelle soll Anja Kampe die Isolde singen, sie ist derzeit im Bayreuther Ring als Sieglinde im Einsatz, wofür dann auch Ersatz gesucht werden müsste. (Und vielleicht mit dem Bayreuther Eigengewächs Edith Haller gefunden werden könnte!) Anja Kampe hat die Isolde bereits sehr erfolgreich auf den Festivals in Glyndebourne und zur Ruhrtriennale gesungen.

Freitag, 17. Mai 2013

Richard-Wagner-Wochenende auf BR alpha

Richard Wagners zweihundertster Geburtstag rückt immer näher. Wer zum Empfängerkreis des bayerischen Bildungskanals BR alpha gehört kann am Pfingstwochenende zwei komplette Wagner-Aufführungen anschauen oder mitschneiden: Am Pfingstsonntag 19.05.2013 wird die mittlerweile bereits legendäre Bayreuther Parsifal-Inszenierung von Stefan Herheim gezeigt und am Pfingstmontag 20.05.2013 steht Tristan und Isolde auf dem Programm, in einer Aufzeichnung aus dem Münchner Nationaltheater in der Inszenierung von Peter Konwitschny und mit Waltraud Meier und Jon Frederic West in den Titelpartien. Zweimal kraftvolles und übezeugendes Regietheater, welches in ganz unterschiedlicher Weise die Möglichkeiten illustriert, aus Wagners Musikdramen Gesamtkunstwerke werden zu lassen. Und am Dienstag läuft um 22.45 Uhr Stephen Frys Dokumentation Wagner & Me im Bayerischen Fernsehen!

III. Aufzug Parsifal im Bundestag

Isolde und Brangäne an Deck











Samstag, 22. September 2012

Janowskis Tristan auf CD erhältlich




















Im Laufe der konzertanten Wagner-Aufführungen in der Berliner Philharmonie unter Marek Janowski zählte Tristan und Isolde zu den absoluten Höhepunkten der Serie. Kein halbes Jahr später ist jetzt die Aufnahme als CD erschienen. Nina Stemme zeigt erneut, dass sie als Isolde derzeit außer jeder Konkurrenz singt. Die ihr zu Gebote stehenden stimmlichen Mittel sind außerhalb jeden Vergleichs, einer satten und vollen Tiefe steht eine ebenso prächtig dimensionierte Höhe gegenüber. Sie vermag mit ihrer Gestaltungskunst jede Phrase mit Sinn und Bedeutung zu präsentieren, wirklich ein außergewöhnliches Hörvergnügen. Beinahe ebenbürtig an ihrer Seite Stephen Gould als Tristan. Über einen Sänger, der in dieser Partie über sämtliche Töne verfügt muss man glücklich sein und wenn ein Tenor diese dann auch noch so kraftvoll und präzise präsentiert wie Gould, dann ist auch das eine Ausnahmeerscheinung. Das Maß an Durchdringung der Figur seiner Partnerin Stemme erreicht er allerdings nicht. Verlesen auch das restliche Ensemble: Kwangchul Youn ein berührender Marke, Johan Reuter ein zuverlässiger Kurwenal und Michelle Breedt eine engagierte Brangäne. Janowskis Dirigat ist von einer tiefen Kenntnis des Werkes geleitet, er will eher zeigen, als überwältigen und sein Rundfunk-Sinfonieorchester folgt ihm mit bemerkenswerter Präzision und Geschlossenheit. Die Aufnahme wird nicht die letzte Neuerscheinung von Tristan und Isolde zum Wagner-Jubiläum sein, aber es steht nach dem erfreulichen ersten Höreindruck bereits fest, dass sie zu den wichtigsten gehört!




Donnerstag, 8. März 2012

Absagen beim Berliner Tristan


Seit langem ausverkauft, sollten die drei Tristan-Aufführungen der Berliner Staatsoper im Schillertheater unter der Leitung von Daniel Barenboim einen Höhepunkt der Saison markieren. Jetzt sind sie von Absagen betroffen: Iréne Theorin übernimmt in der Vorstellung am Samstag die Isolde von Waltraud Meier und Martin Gantner den Kurwenal von Roman Trekel. In der Vorstellung am 25. März wird René Pape als Marke durch Kwangchul Youn ersetzt. Alles beste Alternativen, aber beim heiklen Wagner-Publikum werden die Umbesetzungen sicher nicht nur Beifall finden! Insgesamt sind im März drei Aufführungen der Inszenierung von Harry Kupfer aus den neunziger Jahren geplant.

Dienstag, 10. Mai 2011

Tristan und Isolde in der Jahrhunderthalle


Zum Abschluss seiner Intendanz der Ruhrtriennale inszeniert Willy Decker in diesem Jahr in der Bochumer Jahrhunderthalle Tristan und Isolde. Programmatisch verwundert das etwas, denn das Festival will sich unter dem Titel Ankunft - Suche nach dem Jetzt mit der buddhistischen Gedankenwelt beschäftigen. Mit Kirill Petrenko steht der zukünftige Münchner Orchesterchef und auch der designierte Bayreuther Ring-Dirigent für 2012 am Pult, in den Titelpartien sind Anja Kampe mit ihren Rollendebüt als Isolde und Christian Franz zu hören, in weiteren Rollen Elisabeth Kulmann (Brangäne), Stephen Milling (Marke) und Alejandro Marco-Buhrmester (Kurwenal). Premiere ist am 28. August, dann sind bis Mitte September sechs Vorstellungen geplant!

Dienstag, 15. März 2011

Tristan - die Berliner Alternativen


Für alle, die von der jüngsten Tristan-Premiere an der Deutschen Oper Berlin enttäuscht sind - und den Reaktionen nach müssen das viele gewesen sein - hält die Staatsoper Unter den Linden eine Alternative bereit, denn auch im Ausweichquartier Schillertheater spielt sie den bereits langgedienten Harry-Kupfer-Tristan mit dem gestürzten Engel auf der Bühne. Die drei Aufführungen im März 2012 (10./18./25.) werden natürlich von Daniel Barenboim dirigiert und sind mit Waltraud Meier, Ian Storey, René Pape und Ekatarina Gubanova erlesen besetzt. Barenboim kann man in vielen Dingen kritisieren, aber er ist sicher einer der besten und erfahrensten Tristan-Dirigenten auf der Welt. Und mit Waltraud Meier als Isolde kann da eigentlich nichts schief gehen, die beiden machen das jetzt schon mehr als 15 Jahre zusammen! Für alle, die nicht so lange warten wollen, gibt es heute die Gelegenheit den 2. Akt von Tristan und Isolde konzertant in der Philharmonie mit Violetta Urmana und Ian Storey (anstelle von Robert Dean Smith) im Benefizkonzert für die Lindenoper mit der Staatskapelle Berlin zu erleben, Daniel Barenboim ist auch dabei, aber als Solist in Beethovens drittem Klavierkonzert. Es gibt noch Restkarten!

Samstag, 12. März 2011

Tristan und Isolde neu in Berlin


Peter Seiffert singt am Sonntagabend den Tristan in der Neuproduktion der Richard-Wagner-Oper an der der Deutschen Oper Berlin. Die Dame an seiner Seite ist aber (hoffentlich) nicht seine Ehefrau Petra-Maria Schnitzer, die in dieser Premiere zum ersten Mal die Isolde singen wird. Ein mit Spannung erwartetes Rollendebüt ist das nicht, es wird eher zur Kenntnis genommen. Anders ist das bei Seiferts Tristan, der - wenn in Form - ein ganz herausragender Wagnersänger sein kann. Vor zwei Jahren ist Seiffert schon einmal halbkonzertant in einen Tristan an der Deutschen Oper eingesprungen, damals noch in der Inszenierung von Götz Friedrich, die jetzt nicht mehr gespielt wird. Bleibt zu hoffen, dass diese letzte Repertoire-Erneuerung in der Intendanz von Kirsten Harms gut geht, es gibt ja auch Beispiele, wo das nicht gelungen ist! Die Inszenierung stammt von Graham Vick, die musikalische Leitung hat der Chef Donald Runnicles, beide haben schon öfter zusammen gearbeitet - unlängst auch mit Schnitzer und Seifert beim Tannhäuser in San Francisco.

Dienstag, 5. Oktober 2010

Waltraud Meier steigt in Zürich als Isolde aus


Überraschend kommt aus Zürich die Meldung, das Waltraud Meier aus der Wiederaufnahme von Tristan und Isolde ausgestiegen ist. In einer Aussendung des Opernhauses ist von der Unvereinbarkeit der musikalischen Standpunkte von ihr und dem Dirigenten Bernard Haitink die Rede. Das verwundert den entfernten Beobachter, ist Maestro Haitink doch mittlerweile ein Künstler mit der Gelassenheit einens langen Menschen- und Künstlerlebens und Frau Meier in der Rolle der Isolde wirklich anerkannt und zu Hause (unser Bild zeigt sie im Liebestod der Barenboim/Chereau-Produktion aus Mailand). Wer weiß, worin die tatsächlichen Gründe liegen. Die Isolde übernimmt jetzt Barbara Schneider-Hofstetter, eine gute, aber nicht die erste Wahl. Die Zürcher Tristan-Inszenierung stammt von Claus Guth und steht noch nicht so lange im Repertoire des Hauses.

edit 1
Die Sängerin Waltraud Meier hat auf ihrer Homepage eine Stellungnahme zur Absage in Zürich abgegeben: Waltraud Meier hat sich vergeblich bemüht, ein Einvernehmen mit dem Dirigenten Herrn Haitink zu erzielen. Sie bedauert diese Entwicklung sehr, besonders auch im Hinblick auf ihr Publikum, dem sie sehr gerne ihre 'Isolde' in Zürich präsentiert hätte. Sie möchte aber betonen, dass dies alles nichts mit ihrer Beziehung zum Züricher Opernhaus zu tun hat und die Direktion sich derzeit bemüht, neue Termine zu finden um Frau Meier bald möglichst nach Zürich zurück zu bringen.

edit2
Wie Schweizer Medien berichten kam es in der ersten Tristan-Vorstellung bereits beim Auftritt von Maestreo Haitink zu Buhrufen, die sich beim Abschluss-Applaus fortgesetzt haben. Offenbar wollte das Publikum seiner Enttäuschung über die Absage Ausdruck verleihen. Peter Seiffert soll übrigens einen ganz guten Tristan gesungen haben...

Mittwoch, 18. August 2010

In Memoriam Hildegard Behrens


Heute vor einem Jahr verstarb die große deutsche Sopranistin Hildegard Behrens im Alter von 72 Jahren auf einer Reise in Japan. Ihre Weltkarriere begann Ende der siebziger Jahre, als Herbert von Karajan sie als damals völlig unbekannte Sängerin für die Salome nach Salzburg engagierte. Für mehr als zwei Jahrzehnte war sie von da an eine der prägendsten Sängerinnen für die hochdramatischen Partien im deutschen Fach. Wir erinnern mit dem Liebestod aus Richard Wagners Tristan und Isolde an eine Sängerin, die bei Publikum und Kollegen Maßstäbe gesetzt hat, die bis heute nachwirken. Es dirigiert Leonard Bernstein.

Montag, 2. November 2009

Tristan und Isolde aus London jetzt auf BBC



Die aktuelle Londoner Aufführung von Tristan und Isolde ist noch bis zum Wochenende über die Website der BBC zu hören. Unter der Leitung von Antonio Pappano singen Nina Stemme und Ben Heppner die Titelrollen, sowie Sophie Koch (Brangäne), Michael Volle (Kurwenal) und John Tomlinson (König Marke). Die mustergültig besetzte Aufführung (man vergleiche mal mit dem Bayreuther Tristan) zählt zu den interessantesten Produktionen der laufenden Saison und fand insbesondere in musikalischer Hinsicht großen Anklang bei Presse und Publikum. Viel Spaß beim Hören!

Freitag, 30. Oktober 2009

Nina Stemme tritt beim Staatsopern-Benefiz auf


Die international gefeierte schwedische Sopranistin hat vor einigen Jahren zusammen mit Placido Domingo in einer aufwendigen Studioproduktion TRISTAN UND ISOLDE eingespielt.

Die Staatsoper Unter den Linden hat für ihr Benefizkonzert zugunsten der Sanierung des Hauses am 04.11.09 das Programm geändert. Anstelle der Opernausschnitte und Zarzuelas mit Placido Domingo gibt es nun Vorspiel und Liebestod aus Richard Wagners Tristan und Isolde sowie den ersten Akt Die Walküre. Angesichts der hohen Eintrittspreise dürfte diese relativ kurzfristige Änderung nicht bei allen Kartenbesitzern auf ungeteilte Zustimmung stoßen, zumal Domingo mit diesem Programm schon öfter zu erleben war. Allerdings sollte das Engagement von Nina Stemme, das mehr als aufwiegen. Die Bayreuth-erfahrene Sängerin ist nur selten in Berlin zu erleben. Die Staatskapelle Berlin spielt unter der Leitung ihres Chefs Daniel Barenboim. Neben Stemme und Domingo wird auch Kwangchul Youn auftreten, derzeit gefeierter Bühnenpartner von Domingo in der aktuellen Simon Boccanegra - Produktion an der Staatsoper. Die ist seit langem ausverkauft, doch für das Konzert in der Philharmonie sind noch Karten erhältlich!

Montag, 27. Juli 2009

Salzburg und Bayreuth live im Internet



In den nächsten Tagen besteht die Möglichkeit jeweils eine Opernaufführung von den Bayreuther und den Salzburger Festspielen zu vergleichsweise moderaten Preisen online mitzuverfolgen. Am 30. Juli wird ab 21 Uhr die Premiere von Mozarts Cosi fan tutte (Szenenfoto) aus Salzburg gezeigt. Unter der Regie von Claus Guth sind u.a. Patricia Petitbon, Bo Skovhus und Miah Persson zu erleben. Aus dem Bayreuhter Festspielhaus wird am 09. August eine Aufführung von Tristan und Isolde in der Inszenierung von Christoph Marthaler übertragen. Die Titelrollen singen Irene Theorin und Robert Dean Smith. Die Preise für ein Onlineticket betragen 7,90 Euro in Salzburg und 14,90 in Bayreuth. Im Vorjahr betrug der Preis in Bayreuth für die Übertragung von Katharina Wagners Inszenierung von Die Meistersinger von Nürnberg noch knapp 50 Euro, dementsprechend durchwachsen war auch die Nachfrage, die sich im moderaten dreistelligen Bereich bewegt haben soll.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Ein Tristan mit Hindernissen

Die Deutsche Oper hat zum Ende der Saison Pech mit ihren Wagner-Sängern. Vor einem Monat gab es handfeste Probleme einen Ersatz für den Tannhäuser zu finden und jetzt musste Robert Gambill als Tristan absagen. Die Lösung, die man in der gestrigen Vorstellung gefunden hat kann aber nur als Kompromiss gelten, obwohl der "Einspringer" alles andere als eine Verlegenheitslösung ist.



Erfreulich ist, dass Peter Seiffert sich bereit gefunden hat, als Tristan einzuspringen. Schade bleibt, dass er das erstmal nur singend (mit Buch und Pult) getan hat. Als Tristan auf der Bühne figurierte die verdiente Spielleiterin der Deutschen Oper Gerlinde Pelkowski. Man muss sagen: Das funktioniert so nicht. Das Ganze gewinnt zu wenig an Spannung, es wird kein richtiger Opernabend. Seiffert singt einen akzeptablen Tristan, auch er mit Schwierigkeiten im dritten Akt, aber welcher Sänger hat die nicht. Trotzdem, er singt die ganze Partie, er schreit oder deklamiert sie nicht und alles mit vorzüglicher Sprachbehandlung. Es wird klar, warum der Sänger mal als Hoffnung des Wagnergesangs galt. Als Isolde ist Evelyn Herlitzius nach wie vor eine erste Rollenvertreterin, wohl kaum einer Sängerin gelingt es die Figur mit einer solchen Plausibilität und Konkretheit zu zeichnen. Indes stellte sich gerade beim Liebestod gestern erstaunlich wenig Magie ein, sicher lag es auch an der Tatsache, dass sie sich ja immer zwei Tristans gegenüber sah, einem singenden und einem spielenden. Der singende verließ die Bühne nach seinen letzten Phrasen und der spielende lag nur noch da, an der Stelle war dann endgültig die Luft raus. Die Brangäne von Daniela Sindram blieb zu eindimensional in der Darstellung. Gewohnt deutlich und mit viel sonorem Tiefklang zelebriert Hans-Peter König den König Marke. Das hat Wirkung, aber es berührt nicht. Schade, aber diese Rolle darf man nicht so unbeteiligt singen. Den besten Eindruck des Abends hinterlässt Samuel Youn als Kurwenal, mit viel Attacke und heldischem Glanz in der Stimme zeigt er sein Wagner-Format. Das Orchester der Deutschen Oper und Pinchas Steinberg hat einen routinierten Abend und hält sich über weite Strecken angenehm im Hintergrund, so geht es auch! Die langgediente Inszenierung von Götz Friedrich aus dem Jahr 1980 bekennt sich zu einer psychologischen und realtistischen Erzählung der nicht ganz einfachen Geschichte und es erstaunt, wie weit sie damit kommt. Üblicherweise wird dieser Weg ja inzwischen vermieden und das Stück in eher allegorischen oder symbolischen Zusammenhängen präsentiert. Das kann gut gehen, muss es aber nicht, wie viele Beispiele zeigen. Für die nächsten Vorstellung am 14. Juni 2009 ist Peter Seifert allein als Tristan angekündigt. Wenn alle einen guten Tag haben, könnte das - nach der gestrigen Durchlaufprobe mit Publikum - eine kleine Wagner-Sternstunde werden.

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