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Donnerstag, 28. November 2013
La Traviata aus der Scala auf ARTE und ARTEliveweb
Wie in jedem Jahr überträgt ARTE die Saisoneröffnung aus der Mailänder Scala. Während vor genau einem Jahr das Wagner-Verdi-Doppeljubiläum mit Richard Wagners Lohengrin eingeläutet wurde (was in Italien für mittelschwere Erschütterungen sorgte) steht nun zum Abschluss des Ganzen Verdis La Traviata auf dem Spielplan. Es dirigiert übrigens nicht der scheidende Musikchef Daniel Barenboim, wie in den Jahren zuvor, sondern ein möglicherweise kommender: Danielle Gatti. Die Inszenierung stammt von Dimitri Tcherniakov (der unlängst erst zum wiederholten Mal mit Barenboim an der Berliner Staatsoper zusammengearbeitet hat). Mit Diana Damrau, Piotr Beczala und Zeljko Lucic ist die Produktion attraktiv besetzt. Zu sehen im Fernsehprogramm von ARTE am 07.12.2013 ab 20.15 Uhr und auch als Livestream im Internet (siehe oben). Ob die Tradition dieser Übertragungen in den nächsten Jahren fortgeführt wird ist zu beobachten. Vielleicht gibt es ja zukünftig mehr Oper aus der französischen Hauptstadt, wenn Stephane Lissner von Mailand nach Paris wechselt. Könnte sogar besser zu ARTE passen. Und auch aus Berlin hätte man gern den Trovatore mit Netrebko und Domingo gesehen, der erst angekündigt wurde und nun doch nicht gezeigt wird.
Montag, 27. Februar 2012
Anna Netrebko eröffnet kommende MET-Saison

Auch die kommende Saison der New Yorker Metropolitan Opera wird Anna Netrebko eröffnen. In Donizettis L'elisir d'amore singt sie im September an der Seite ihrer großartigen Kollegen Mariusz Kwiecien und Ambrogio Maestri. Die laufende Saison war ebenfalls mit Netrebko als Anna Bolena gestartet. Der Belcantozyklus wird mit Maria Stuarda fortgesetzt, es singen Joyce DiDonato und Elza van den Heever. Karita Matilla kehrt an der Seite von Marcelo Alvarez und Dimitri Hvorostovsky in Un ballo in maschera auf die MET-Bühne zurück. Diana Damrau und Pjotr Beczala singen Rigoletto, aber nicht in der geplanten Produktion von Luc Bondy, diese wird nach der gemischten Aufnahme seiner Tosca gegen eine weniger streitbare Inszenierung ausgetauscht. Danielle Gatti dirigiert einen neuen Parsifal mit Katarina Dalayman, Peter Mattei, Jonas Kaufmann und René Pape. Aus Glyndebourne wird eine Produktion von Händels Giulio Cesare übernommen (mit Natalie Dessay und David Daniels). Robert Lepage inszeniert Thomas Adès The Tempest mit Simon Keenlyside als Prospero. Seine inzwischen komplette Ring-Inszenierung steht im April/Mai 2013 in drei Zyklen auf dem Plan, alle dirigiert von Fabio Luisi. Eine Rückkehr von James Levine ist in der kommenden Saison nicht geplant. Die Wiederaufnahmen bergen keine großen Überraschungen, Lorin Maazel dirigiert eine Serie Don Carlo, La Traviata kommt in der Willy-Decker-Inszenierung mit Diana Damrau, Saimir Pirgu und Placido Domingo weiter auf Baritonkurs als Germont. Im Spielplan fehlt Richard Strauss völlig. Deswegen tritt Hausdiva Renée Fleming nur als Desdemona auf und teilt sich die Termine soger noch mit Krassimira Stoyanova, die sie in dieser Partie im Moment locker in den Schatten stellt. Umfangreich wie das ganze Repertoire auch die geplanten Kino-Übertragungen im Rahmen der HD-Series, es ist allerdings noch nicht klar, welche davon außerhalb der USA gezeigt werden. Alle Details finden sich in dieser Online-Broschüre!
Sonntag, 2. Oktober 2011
Stefan Herheim inszeniert wieder Wagner

Der norwegische Regisseur Stefan Herheim soll zu den Salzburger Festspielen im Wagner-Jubiläumsjahr 2013 Die Meistersinger von Nürnberg inszenieren. Koproduktionspartner wird die Opéra de Paris. Die musikalische Leitung übernimmt Daniele Gatti. Herheim und Gatti haben gemeinsam bereits eine vielbeachtete Aufführung einer Wagner-Oper herausgebracht, den Bayreuther Parsifal im Jahr 2008. Diese Inszenierung wird nach wie vor am Grünen Hügel gespielt und gilt als die gefragteste im aktuellen Bayreuth-Repertoire. Herheim hat außerdem Lohengrin an der Lindenoper Berlin und Tannhäuser in Oslo inszeniert.
Sonntag, 26. Dezember 2010
Jonas Kaufmann sagt Fidelio in München ab

Es war die erste Vorstellung nach der Premiere am vergangenen Dienstag, dennoch musste Jonas Kaufmann heute den Fidelio an der Bayerischen Staatsoper absagen. Er wurde durch Scott MacAllister ersetzt, der einige Probleme hatte die Partie ordentlich über die Rampe zu bekommen. Nicht ganz unschuldig daran war Daniele Gatti, dessen Dirigat einmal mehr Anlass für grundsätzliche Kritik bot. Seine langsamen Tempi bringen die Sänger immer wieder in Bedrängnis, das Staatsorchester präsentiert sich unausgewogen wie selten in der letzter Zeit. Auch wenn die Inszenierung von einem Teil der Presse mit höchstem Lob bedacht wurde passt das alles nicht so richtig zusammen und es mehren sich wiederum die Zweifel, ob das Münchner Opernhaus noch auf einem guten Weg ist.
Edit 29.12.2010
Auch in der heutigen dritten Vorstellung der Fidelio-Serie wird Jonas Kaufmann nicht singen, den Florestan übernimmt Robert Dean Smith - so meldet es die Homepage der Bayerischen Staatsoper. Kaufmanns nächster Auftritt soll am Samstag die Silvestergala im Festspielhaus Baden-Baden sein, die am Neujahrsmorgen in der ARD übertragen wird.
Sonntag, 19. Dezember 2010
Fidelio-Premiere in München

Zum ersten Mal inszeniert Calixto Bieto jetzt an der Bayerischen Staatsoper, kommenden Dienstag hat Fidelio im Nationaltheater Premiere. Der Regisseur war in der Vergangenheit hin und wieder für einen kleinen Skandal gut, allen die jetzt darauf spekulieren nimmmt Intendant Bachler allerdings in einem Interview mit dem Bayerischen Staatsanzeiger den Wind aus den Segeln: Dieser Fidelio wird nicht in die Skandalisierung gehen, sondern in die Psychologie. Bieito interessiert das unglaublich labyrinthische Gebilde von Beziehungen, Abhängigkeiten, Sehnsüchten und Verwicklungen in dieser Oper. Man verbindet Fidelio immer zuvorderst mit Gefangenschaft, Unterdrückung und Totalitarismus, aber in Fidelio ist nahezu jeder in jeden verliebt. Es ist fast ein Sommernachtstraum der Liebesgefühle. Interessant auch Bachlers pragmatische Einstellung zu den religiösen Festen im Jahrenkreis: Weihnachten spielt in meinem Leben keine Rolle, auch Ostern nicht. Für mich bedeutet das eher: Aha, da sind viele Leute in den Schulferien. Na dann! Die Premiere dirigiert Danielle Gatti, es singen u.a. Jonas Kaufmann und Anja Kampe, Karten gibt es natürlich keine mehr. Zu klären bleibt jetzt noch die Ouvertürenfrage - wie viele, welche und wann? Und natürlich die Dialoge! Die Antwort gibt es spätestens nach der Liverübertragung der Premiere auf BR-Klassik.
Sonntag, 15. August 2010
Ein Kammerspiel in Breitwand

Man kann Regisseur Nikolaus Lehnhoff für diese Elektra im Großen Festspielhaus zu Salzburg gar nicht dankbar genug sein! Er machts nichts weniger, als dieses Schlüsselwerk des Musiktheaters des zwanzigsten Jahrhunderts wieder auf sich selbst zurück zu führen und stellt damit den Blick frei für eine völlig neue, unverbrauchte Sicht auf die Oper. Er liest Elektra als Kammerspiel (was die Theatervorlage ja auch ist) und macht daraus ein breites, existenzielles Tableau. Fast den ganzen Abend herrscht Dämmerung, kein Scheinwerfer wirft ein klärendes Licht von außen. Unerbittlich läuft das Geschehen und offenbart sich aus sich selbst. Die Welt ist nicht aus den Fugen, sie bleibt außen vor. Die großartige Bühne, ein gedehnter Unraum, den sich Elektra selbst erschaffen hat, nur sie. Anders kann sie nicht existieren. Zeit ist ihr nichts, ihre Rache alles. Lehnhoff und sein Bühnenbilder Raimund Bauer verzichten auf alle überstarken Setzungen und bieten den Sängern breiten Entfaltungsraum. Dennoch ist ihr Zugriff nicht zurückhaltend, im Gegenteil. Psychoanalytisch grundiert wird hier in aller Klarheit eine Geschichte aufgestellt, die es in sich hat, bei der man beim bloßen Zusehen fröstelt. Vielleicht das Wichtigste: Nie gerät das Geschehen auf der Bühne in Konkurrenz mit der Musik und bleibt doch immer mit ihr auf engste verknüpft. Das Opernregie eine Kunst ist - hier, in dieser Elektra sieht man es wieder auf das Schönste!

Lang erwartet wurde das Debüt von Waltraud Meier als Klytämnestra. Das hat sich gelohnt, was diese Ausnahmesängerin aus der Rolle macht ist bemerkenswert. Da steht keine Furie auf der Bühne, sondern eine desolate, bedürftige Frau, die sich jeder Situation ausliefern würde, um Ruhe zu finden. Die Meier macht das durchaus mit der ihr eigenen Noblesse und Grandezza, aber auch mit frappierender Detailgenauigkeit in der Darstellung und ohne die Figur auch nur in einem Moment zu verraten. Und auch das ist eine neue Erfahrung: Man kann die Klytämnestra singen und zwar jeden Ton, wenn man kann! Schon das lohnt die nicht ganz preiswerte Karte! Irene Theorin als Elektra liefert eine plausible Studie einer im selbsterrichteten Gefängnis gefangenen Frau. Ihre Situation ist ausweglos, ihre Rache Selbstzweck. Sängerisch kommt sie gut durch die Mammutpartie, in der Mittellage muss man bei ihr immer Abstriche machen und auch bei der Textverständlichkeit. Dennoch kann ihre Interpretation das Prädikakt "rollendeckend" in Anspruch nehmen, nicht zuletzt wegen der Fachvertreterinnen, die sonst mit der Rolle betraut werden. Als Chrysothemis überzeugt einmal mehr Eva-Maria Westbroek, die mit der Partie vor mehr als zehn Jahren ihren Durchbruch geschafft hatte. Aufgrund der vielfältigen stimmlichen Möglichkeiten steht ihr inzwischen ein breites Repertoire offen. Vielleicht sollte sie demnächst zur Rolle der Elektra wechseln, das wäre früh, aber konsequent. René Pape als Orest ist eine absolute Luxusbesetzung, der Sänger könnte mit seiner stimmlichen, wie darstellerischen Präsenz wohl jeden Abend tragen. Hier agiert kontrolliert und gefährlich, schon mit seinem Auftreten kommt eine andere Temperatur ins Geschehen. Der schreit nicht nach Rache wie Elektra, der tut es und der wird auch nicht aufhören. Mit einer subtilen Personenführung schärft die Regie hier die Handlung weit über das eigentliche Stück hinaus. Eher enttäuschend der Aegisth von Robert Gambill, man muss wohl sagen der ehemalige Heldentenor, der in Auftritt und Gesang farblos bleibt. Die kleineren Partien leisten einen substantiellen Beitrag, können aber schon vom Stück her kaum eigene Akzente setzen.

Die Wiener Philharmoniker spielen unter Danielle Gatti einen sehr ausgereifte, nicht vorschnell in eine Richtung getriebenen Strauss. Das ist alles sehr laut, aber dennoch differenziert und in den Details hörbar. Vielleicht könnte man sich für ein paar Momente eine etwas größere Sängerfreundlichkeit wünschen. Den breiten, sinfonischen Ansatz wandelt Gatti im Laufe das Abends zu einem musiktheatralischen, das funktioniert dann wirklich gut. Mitunter gerät das dann kraftvoll auftrumpfend und gemahnt an Guiseppe Verdi. Man hat schon andere Interpretationen gehört, aber diese ist auf jeden Fall auch eine gültige und passt perfekt in den Raum des Großen Festspielhauses. Vielleicht ist es zu hoch gegriffen, diese Inszenierung als die Aufführung des Jahres zu betiteln, aber in Salzburg wird wieder Richard Strauss gespielt. Und wie!
Freitag, 19. Juni 2009
Neuer Blog zu Gustav Mahler online

Anlässlich des im kommenden Jahr bevorstehenden Gustav-Mahler-Jubiläums hat der Musikverlag "Universal-Edition" einen neuen Blog zu Werk und Wirkung des österreichischen Komponisten, dessen Todestag sich am 18. Mai 2011 zum einhundertsten Mal jährt, eingerichtet. Es äußern sich bisher u.a. die Dirigenten Daniel Barenboim, Pierre Boulez und Danielle Gatti und es gibt umfangreiche Informationen über geplante Aufführungen.
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