Sonntag, 13. März 2016
Domingo nennt Kaufmann seinen Nachfolger
Placido Domingo hält Jonas Kaufmann für seinen Nachfolger. In einem Interview mit der italienischen Zeitung La republica sagt er: Kaufmann ist der Tenor, den ich bevorzuge. Er singt fast das gleiche Repertoire. Für Jonas dürften damit die nächsten drei Jahrzehnte wie folgt ablaufen: Noch zwanzig Jahre als Tenor unterwegs und dann ein Wechsel ins Baritonfach und weiter geht es. Zuvor noch eine Nebenkarriere als Dirigent aufbauen und immer unterwegs sein. Ob das für ihn wirklich gute Aussichten sind? Zumindest die Fans sind ihm schon jetzt so ergeben, wie sie es bei Domingo auch sind. Der nennt außerdem noch folgende Namen: Juan Diego Florez, Javier Camarena, Fabio Sartori, Francesco Meli, Vittorio Grigolo und Giorgio Berrugi. Da kann sich Jonas dann zwei Kollegen für die Stadionkonzerte raussuchen, die wären ja auch bald dran!
Freitag, 19. Februar 2016
I due foscari aus der Mailänder Scala auf Servus-TV
An der Mailänder Scala steht eine Neuproduktion von I due foscari ins Haus, Regie führt Alvis Hermannis, am Dirigentenpult Michele Mariotti und im Mittelpunkt der Produktion der Jahrhundertsänger Placido Domingo. Von all den Baritonpartien, auf die Domingo sich nun schon seit einigen Jahren verlegt hat, ist die des Francesco Foscari sicher eine von denen, die ihm stimmlich und darstellerisch am meisten liegen. Der Mailänder Intendant Alexander Pereira hat sicher noch gute Beziehungen nach Salzburg, denn die Produktion ist am kommenden Donnerstag komplett auf Servus-TV zu sehen. Am Vorabend läuft eine große Domingo-Doku unter dem Titel Meine schönsten Rollen. Der private Fernsehsender ist in ganz Österreich und in Deutschland in vielen Kabelnetzen zu empfangen.
Donnerstag, 21. August 2014
It trovatore aus Salzburg als Webstream
Die Produktion Il trovatore der diesjährigen Salzburger Festspiele steht als Webstream auf der Homepage von Arte-Concert zur Verfügung. Plácido Domingo singt noch, er ist dieser Aufführung mittlerweile abhanden gekommen. Anna Netrebko präsentiert sich in Hochform, die Inszenierung von Alvis Hermannis geht in Ordnung, das gilt auch für das Dirigat von Daniele Gatti, ein Meister der Differenzierung wird dieser Maestro nicht mehr werden. Viel Spaß beim Anschauen!
Sonntag, 8. September 2013
Domingo und Kaufmann als Artisten ohne Netz
Beide sind Sänger mit einer Karriere von Weltgeltung und beide polarisieren das Publikum und beide sind eloquente Gesprächspartner: Placido Domingo (72-78) und Jonas Kaufmann (44). Im aktuellen Doppelinterwiew der Tageszeitung Die Welt sind sie sich im Großen und Ganzen einig, u.a. dass Tenöre die Bratschisten der Bühne sind und dass Mozart schwer zu singen ist als Verdi. Von ihm haben beide übrigens aktuell ein Album auf dem Markt...langsam beginnt man das Ende des Verdijahrs herbeizusehnen!
Dienstag, 5. März 2013
Sasha Waltz inszeniert Tannhäuser
Zuletzt hat sie heftig, aber erfolglos mit dem Berliner Kultursenator um Geld und den Verbleib ihrer Company in Berlin gestritten, jetzt wurde bekannt, dass Choreografin Sasha Waltz im Frühjahr 2014 Richard Wagners Tannhäuser an der Staatsoper im Schillertheater in Berlin inszeniert. Der Zugang zu den hauptstädtischen Subventionstöpfen bleibt also weiterhin gewährleistet, für niemanden Grund zu Sorge! Die Produktion kommt zu den Festtagen heraus und wird natürlich von Daniel Barenboim dirigiert, es singen Peter Seiffert, René Pape, Marina Poplavskaya und Peter Mattei. Außerdem gibt es zu den Festtagen noch eine Wiederaufname von Simon Boccanegra mit dem in dieser Partie inzwischen unvermeidlichen Placido Domingo. Für Gastkonzerte kommen die Wiener Philharmoniker und Martha Argerich spielt zusammen mit Daniel Barenboim Klavier. Unser Bild stammt übrigens aus der Tannhäuser-Aufführung einer anderen Bühnenküstlerin, die hin und wieder polarisiert: Katharina Wagner. Mal schaun, in welche Bildwelten uns Sasha Waltz dann entführt....hoffentlich andere!
Montag, 27. Februar 2012
Anna Netrebko eröffnet kommende MET-Saison

Auch die kommende Saison der New Yorker Metropolitan Opera wird Anna Netrebko eröffnen. In Donizettis L'elisir d'amore singt sie im September an der Seite ihrer großartigen Kollegen Mariusz Kwiecien und Ambrogio Maestri. Die laufende Saison war ebenfalls mit Netrebko als Anna Bolena gestartet. Der Belcantozyklus wird mit Maria Stuarda fortgesetzt, es singen Joyce DiDonato und Elza van den Heever. Karita Matilla kehrt an der Seite von Marcelo Alvarez und Dimitri Hvorostovsky in Un ballo in maschera auf die MET-Bühne zurück. Diana Damrau und Pjotr Beczala singen Rigoletto, aber nicht in der geplanten Produktion von Luc Bondy, diese wird nach der gemischten Aufnahme seiner Tosca gegen eine weniger streitbare Inszenierung ausgetauscht. Danielle Gatti dirigiert einen neuen Parsifal mit Katarina Dalayman, Peter Mattei, Jonas Kaufmann und René Pape. Aus Glyndebourne wird eine Produktion von Händels Giulio Cesare übernommen (mit Natalie Dessay und David Daniels). Robert Lepage inszeniert Thomas Adès The Tempest mit Simon Keenlyside als Prospero. Seine inzwischen komplette Ring-Inszenierung steht im April/Mai 2013 in drei Zyklen auf dem Plan, alle dirigiert von Fabio Luisi. Eine Rückkehr von James Levine ist in der kommenden Saison nicht geplant. Die Wiederaufnahmen bergen keine großen Überraschungen, Lorin Maazel dirigiert eine Serie Don Carlo, La Traviata kommt in der Willy-Decker-Inszenierung mit Diana Damrau, Saimir Pirgu und Placido Domingo weiter auf Baritonkurs als Germont. Im Spielplan fehlt Richard Strauss völlig. Deswegen tritt Hausdiva Renée Fleming nur als Desdemona auf und teilt sich die Termine soger noch mit Krassimira Stoyanova, die sie in dieser Partie im Moment locker in den Schatten stellt. Umfangreich wie das ganze Repertoire auch die geplanten Kino-Übertragungen im Rahmen der HD-Series, es ist allerdings noch nicht klar, welche davon außerhalb der USA gezeigt werden. Alle Details finden sich in dieser Online-Broschüre!
Samstag, 10. September 2011
Placido goes Wagner

Placido Domingo, hochgeschätzter Welttenor mit neuerdings Baritonambitionen und vielleicht beeindruckendste Sängerkarriere unserer Zeit will seinem nicht gerade knappen Rollenverzeichnis eine weitere wichtige Partie hinzufügen, den fliegenden Holländer. Nicht in Bayreuth, sondern an einem anderen mythischen Opernort etwas weiter südlich, der arena di verona im Sommer 2013, Daniel Barenboim soll dirigieren. Zuletzt hatte Domingo mit Auftritten in Baritonpartien (Simone Boccanegra, Rigoletto) für Furore gesorgt.
Freitag, 18. März 2011
Domingo singt wieder Boccanegra in Berlin

Ende Mai des kommenden Jahres plant die Staatsoper Unter den Linden Berlin in ihrem Ausweichquartier Schillertheater noch einmal drei Aufführung der Simone Boccanegra - Inszenierung mit Placido Domingo. Ebenfalls dabei ist wie in der Premiere Anja Harteros, es dirigiert natürlich Daniel Barenboim. Im Oktober 2009 war der Startenor Domingo in der Titelrolle der Verdioper an der Staatsoper erstmals in einer Baritonpartie aufgetreten. Nicht nur wir fanden das ganz überzeugend!
Montag, 6. September 2010
Rigoletto in Mantua - das war es?

Es war kein Experiment, im Gegenteil und trotzdem ist die Sache gründlich schief gegangen. Mag sich eine Tosca für eine solche filmische Liveübertragung eignen, der Rigoletto tut es nicht. Ob diese drei Akte in Mantua oder irgend einer anderen Stadt spielen, es war eigentlich nicht zu erkennen und es spielte auch keine Rolle. All das was diese Ausstattungsorgie präsentieren soll liefert Verdis Musik viel filigraner und plastischer. Und immer wenn die Inszenierung versucht besser zu sein als Verdi verliert sie alles. Bei der Mordszene am Schluss des dritten Aktes werden die Grenzen zur Peinlichkeit dann vollständig überschritten und die Schwächen der Aufführung auf das dann schon Lächerlichste deutlich. Auch filmisch spannungslose Arrangements, die Sänger schauen irgendwohin, auf der Suche nach dem Dirigentenmonitor? Von Personenführung kaum eine Spur, Ruggiero Raimondi ist ein Klischeebösewicht mit bösem Seeräuberblick und stimmlich nurmehr ein Schatten seiner selbst. Als Gilda hat Julia Novikova ein paar schöne Momente, aber zu berühren weiß ihr Gesang und ihr Spiel in keiner Minute. Ebenfalls nicht in Hochform Vittorio Grigolo als Herzog. Er bleibt Stimmträger, wird nicht zur Figur. Zum Star des Abends Placido Domingo muss gesagt werden, dass er sich mit der Übernahme dieser Rolle keinen Gefallen getan hat. Was beim Simon Boccanegra vor einem Jahr gut funktioniert hat, die fehlende baritonale Grundierung der Figur durch Identifikation wett zu machen verliert sich hier im Unverbindlichen. Er ist stimmlich kein Rigoletto und er ist leider auch nicht das Zentrum dieser Inszenierung, so wie er sich unentschlossen durch die Arrangements bewegt. Dabei müsste das doch alles um ihn herum gebaut sein! Man fragt sich als Zuschauer zu mitternächtlicher Stunde was da alles schief gelaufen ist, warum das alles so langweilig sein muss. Mit Oper hat das nicht mehr viel zu tun, soll es ja vielleicht auch gar nicht. Und die Musik? Zubin Metha hat ziemliche Probleme das alles zusammen zu halten. Eigenartige Tempowechsel nehmen der Aufführung viel von ihrer Spannung. Das Ganze ist ein Sieg der Technik über die Kunst der den Weg in eine Sackgasse weist. Den nächsten Rigoletto bitte wieder im Opernhaus!
Sonntag, 5. September 2010
Rigoletto in Mantua - Kurzkritik vom ersten Akt
Sonntag, 29. August 2010
Probenbilder aus Mantua

Am kommenden Wochenende singt Placido Domingo den Rigoletto in einer europaweit direkt übertragenen Inszenierung der Oper von Guiseppe Verdi am Orginalschauplatz in Mantua. Auf der ZDF-Homepage sind erste Probenfotos zu sehen. Der erste Akt wird am Samstag (04.09.) um Mitternacht gezeigt, der zweite und dritte Akt dann am darauf folgenden Sonntag (05.09.) um 23.50 Uhr.
Kurzkritik vom ersten Akt
Montag, 12. Juli 2010
Placido Domingo als Rigoletto

Er tut es wieder! Nachdem er im vergangenen Herbst in Berlin höchst erfolgreich sein Bariton-Debüt als Simon Boccanegra gegeben hat greift Placido Domingo jetzt nach einer weiteren Paraderolle im tieferen Stimmfach. Allerdings nicht auf der Bühne, sondern nur auf dem Bildschirm. Anfang September will er für eine internationale Fernsehproduktion als Rigoletto vor der Kamera stehen. Die Aufführung soll an zwei Abenden (04./05.09.2010) als Live-Opern-Film in der italienischen Stadt Mantua, dem Orginalschauplatz des Librettos, produziert werden. An der Seite von Domingo wird die junge russiche Sopranistin Julia Novikova als Gilda zu erleben sein. Sie hat die Rolle bereits mit sehr großem Erfolg an der Komischen Oper in Berlin gesungen. Den Herzog von Mantua - früher Domingos Partie - übernimmt der italienische Tenor Vittorio Grigolo. Unter der musikalischen Leitung von Zubin Metha, der einschlägige Erfahrung mit solchen Großevents hat, wird das RAI-Sinfonieorchester spielen. Partner auf deutscher Seite ist das Zweite Deutsche Fernsehen. In den vergangenen Jahren gab es vergleichbare Projekte bereits mit Direktübertragungen von Tosca aus Rom und La Traviata aus Paris. Die Ausstattung orientiert sich bei diesen Produktionen sehr stark an der Entstehungszeit der Werke und macht diese deswegen für ein breites Publikum interessant, welches das für eine unabdingbare Voraussetzung für einen gelungenen Opernabend hält. Dennoch dürfte Domingo, gerade aus einer längeren Krankheitspause zurück gekehrt, mit dieser neuen Verdi-Partie seinen Rang als Ausnahmesänger unserer Zeit einmal mehr unter Beweis stellen. Niemand wird ihm das missgönnen!
Aktuelle Ergänzungen:
Sendezeiten im ZDF:
1. Akt: Sonnabend, 03.04., 23.50 Uhr
2./3. Akt: Sonntag, 04.09., 23.50 Uhr
Probenbilder aus Mantua
Kurzkritik vom ersten Akt
Freitag, 30. Oktober 2009
Nina Stemme tritt beim Staatsopern-Benefiz auf
Die international gefeierte schwedische Sopranistin hat vor einigen Jahren zusammen mit Placido Domingo in einer aufwendigen Studioproduktion TRISTAN UND ISOLDE eingespielt.
Die Staatsoper Unter den Linden hat für ihr Benefizkonzert zugunsten der Sanierung des Hauses am 04.11.09 das Programm geändert. Anstelle der Opernausschnitte und Zarzuelas mit Placido Domingo gibt es nun Vorspiel und Liebestod aus Richard Wagners Tristan und Isolde sowie den ersten Akt Die Walküre. Angesichts der hohen Eintrittspreise dürfte diese relativ kurzfristige Änderung nicht bei allen Kartenbesitzern auf ungeteilte Zustimmung stoßen, zumal Domingo mit diesem Programm schon öfter zu erleben war. Allerdings sollte das Engagement von Nina Stemme, das mehr als aufwiegen. Die Bayreuth-erfahrene Sängerin ist nur selten in Berlin zu erleben. Die Staatskapelle Berlin spielt unter der Leitung ihres Chefs Daniel Barenboim. Neben Stemme und Domingo wird auch Kwangchul Youn auftreten, derzeit gefeierter Bühnenpartner von Domingo in der aktuellen Simon Boccanegra - Produktion an der Staatsoper. Die ist seit langem ausverkauft, doch für das Konzert in der Philharmonie sind noch Karten erhältlich!
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Der Debütant

Nach mehr als einhundertdreißig Rollen als Tenor gab Placido Domingo in Berlin sein Debüt als Bariton. Weitere Auftritte in der Rolle des Simon Boccanegra sind in den nächsten Monaten für Zürich, Madrid, London und New York geplant.
Es war ein außerordentlicher, ein fantastischer Abend. Placido Domingo wagt einiges und gewinnt alles, nicht nur das Publikum, dass ihm ohnehin mehr als gewogen ist. Sein Simon Boccanegra ist die authentische Studie eines zwischen Staatsräson und Lebensglück zerrissenen Menschen. Er hat viele wunderbare, konzentrierte Momente, auch dann wenn er gerade nicht singt, aber wenn er das tut, dann ist sofort der Domingo-Zauber da. Strahlend und souverän und mit unverwechselbarem Glanz, dabei nie auftrumpfend, sondern immer um die Figur kämpfend. Ein weiterer Höhepunkt in einer jetzt schon unendlich andauernden Sängerlaufbahn und vielleicht auch ein Stück Operngeschichte. Um ihn herum wurde eine Sängerensemble aufgeboten, bei welchem keine Abstriche gemacht werden müssen: Anja Harteros singt schon seit einiger Zeit in eigenen Liga, wo gibt es im Moment einen kraftvolleren, versierteren Verdi-Sopran? Mit beeindruckender Klangkultur überzeugt wiederrum Kwangchul Youn und mit raumgreifender Tenorstimme Fabio Sartori. Großartig auch Hanno Müller-Brachmann in seiner ersten Verdi-Rolle mit Charisma und kerniger Stimme (ihm gelingt es am ehesten das eigentümliche Regiekonzept umzusetzen, welches sich ausschließlich auf historische Bebilderung kapriziert und diese dann nur völlig unspannend auf die Bühne bringt) und Alexander Vinogradow. Zum musikalischen Triumph wird die Aufführung durch das, was aus dem Graben strömt. Daniel Barenboim verzichtet fast vollständig auf seine so gefürchteten Tempiwechsel und Aufbrausereien und dirigiert einen klaren, beinahe durchsichtigen Verdi und die Staatskapelle Berlin geht mit einer italianita zu Werke, welche man so in der Lindenoper noch nie gehört hatte. Es wurde ein großer, ein unvergesslicher Abend, der über weite Strecken reines zauberhaftes Opernglück bescherte. Die Legende lebt!
Freitag, 23. Oktober 2009
Placido Domingo debütiert als Bariton in Berlin






