Sonntag, 29. August 2010

Probenbilder aus Mantua


Am kommenden Wochenende singt Placido Domingo den Rigoletto in einer europaweit direkt übertragenen Inszenierung der Oper von Guiseppe Verdi am Orginalschauplatz in Mantua. Auf der ZDF-Homepage sind erste Probenfotos zu sehen. Der erste Akt wird am Samstag (04.09.) um Mitternacht gezeigt, der zweite und dritte Akt dann am darauf folgenden Sonntag (05.09.) um 23.50 Uhr.

Kurzkritik vom ersten Akt

Kommentare:

  1. Ich bin total einverstanden mit den sehr späten Übertragungszeiten. Wer braucht einen Fake- Bariton in dieser schwierigen Rolle der lediglich seine Egotrips pflegt. Bei Nucci hätte ich mich beschwert und für 20.00 oder 21.00 plädiert. So erledigt sich der Unsinn von selbst. Domingo wird als König Philipp enden nach ein paar Jahren als 'Bariton'. Er hat ja noch jede Menge Zeit.

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  2. Ich glaube auch, dass Leo Nucci der um Klassen bessere Rigoletto wäre. Aber ich kann ihn mir in dieser (!) Produktion wirklich nicht vorstellen. Das ist Event-Fernsehen und da braucht es jmd. wie Domingo, den mehr als nur die Insider kennen. Das ist hart, aber so ist es! Placido Domingo ist wirklich ein Ausnahmesänger, vielleicht der größte unserer Zeit, aber wie so viele seiner Kollegen schlecht oder gar nicht beraten. Dennoch: Angesichts der Umstände würde ich ihn sicher nicht als Fehlbesetzung beschreiben, sondern Eher als Zugpferd!

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  3. Wer ist eigentliche der fesche Bursche auf der linken Seite?

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  4. @Richard Clark: Haben Sie seinen "Simon Boccanegra" gesehen? Wer dabei kalt geblieben ist, weiß nicht, um was es in der Oper geht! Plácido Domingo hat nie behauptet, ein Bariton zu sein. Aber er ist durchaus in der Lage, mit der vorhandenen Stimme, dramatisch packende Rollenporträts von Bariton-Parien zu bieten.
    Schon nach meiner ersten Vorstellung von Simon Boccanegra in Berlin habe ich gehofft, er werde den Rigoletto singen und vor allem SPIELEN! Nach meiner zweiten Erfahrung in London um so mehr! Und ich bin sehr verärgert darüber, dass uns das ZDF nicht wirklich live teilhaben lässt!
    @ Anonym: der fesche Bursche links ist Vittorio Grigolo, ein wunderbarer junger Tenor, der den Herzog singen wird.

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  5. Domingos Boccanegra-Auftritt in Berlin war ganz große Oper, ein seltenes und außergewöhnliches Ereignis. Wer sich dem entziehen konnte hätte wirklich gar nicht kommen brauchen. Aber den Vorwurf zu viel zu machen, den muss sich der Sänger schon gefallen lassen. Da er überall Spitzengagen erhält bleibt der Eindruck, dass ihm auch das sehr wichtig ist. Es sei ihm gegönnt, aber unter den Tisch fallen lassen darf man diesen Aspekt auch nicht!

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  6. Das eben will der Opernkenner nicht, dass da ein Fake-Bariton, bei dem alle Desdemonas feuchte Höschen bekommen so tut als könne er Verdi gerecht werden. Das hat Verdi nicht gewollt. Eine Schande, er kann sich nicht mehr wehren. Und der Zirkusdirektor Zubin Mehta macht auch alles für Geld, sein Name steht sogar auf einem CD Cover des 'Tenors' für die Armen im Geiste Bocelli, dessen Name mit Verdi auf dem gleichen Umschlag verewigt ist. Man sieht wo die Oper angekommen ist. Nur gerecht, dass Bocellis Opernneuprssungen wie Chenier(man muss sich das mal vorstellen, eine Verismo-Partie) schon nach Erscheinen für 97 cent bei amazon neu zu haben sind. Die Leute sind also nicht ganz so doof. Und Grigolo, auch etwas für feuchte Höschen und jeden event: die Stimme hat Registerbrüche und es fehlt ihr Eleganz. Grigolo albert gelegentlich ähnlich unerträglich herum wie Villazon. Na dann prost. der einzige Lichtblick ist Julia Novikova. Sie macht damit einen Karrieresprung den sie verdient hat.

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  7. Aber bei manchen Opern hat man schon den Eindruck, sie wären geschrieben, damit das Publikum ein feuchtes Höschen bekommt, oder?

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  8. Vivaverdi: Das kann man wohl von den ernstzunehmenden Opernkomponisten nicht sagen. Verdi war ein im positiven Sinn immens nationaler und auch politischer Komponist für den die Menschen auf die Straße gingen, der auf dem Alten aufbaute und es für die Welt weiterentwickelte. Verdi ist ein Musikdramatiker mit der Betonung auf der Musik. Ihm war die menschliche Stimme unerhört wichtig und zwar nicht im Sinne des belcanto sondern im Sinne des Ausdrucks wie eine Callas ihn verstand. Sein gespannter Rhythmus ist musikalisch unerreicht. Umso schlimmer sind die events in denen ein nimmersatter Tenor es diesem Meister antut etwas ganz anderes darzustellen und zu singen als das Werk hergibt. Und die die ansonsten damit Geld machen sind ebenso zu verurteilen. Domingo leitet angeblich Opernhäuser ist aber nie da. Er betreut stattdessen barbies wie die Jenkins oder eröffnet Restraurants in Dubai oder 'dirigiert' lausig, womit er der Oper ähnliches antut wie mit seinen fake-Rollen. Das hätte er nach seiner Karriere nicht nötig gehabt. So wird er von vielen inzwischen belächelt wohl doch irgendwann abtreten.
    Verdi und feuchte Höschen. Vielleicht hat er das gelegentlich wie mit Traviata bewirkt, sicherlich aber nicht beabsichtigt. Feuchte Hosen wird er selbst vom Schweiß seiner Anstrengungen bekommen haben bei nächtelangem Komponieren.

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