Posts mit dem Label Waltraud Meier werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Waltraud Meier werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, 27. März 2016
Waltraud Meiers letzte Kundry
Am Ostermontag nimmt Ausnahmesängerin Waltraud Meier Abschied von einer ihrer Lebensrollen, im Schillertheater Berlin steht sie zum letzten Mal als Kundry auf der Bühne. Selbstverständlich dirigiert Daniel Barenboim, die Inszenierung von Dmitri Tcherniakov hatte vor einem Jahr Premiere. Seit 1983 hat Waltraud Meier die Kundry zunächst bei den Bayreuther Festspielen und später weltweit in mehr als zwanzig Inszenierungen verkörpert. Nun ist Schluss, von ihr allein beschlossen und verfügt. Sie kann loslassen, nur wenige Sängerkollegen schaffen es auf so souveräne Weise in die Zielgerade ihrer Karriere einzubiegen. Bereits im vergangenen Sommer hat sich Waltraud Meier in München von der Isolde - ihrer zweiten Lebenspartie - verabschiedet. Und wie! Genau zum richtigen Zeitpunkt, im phänomenalen Besitz ihrer sängerischen und darstellerischen Kraft. Wie kaum eine andere Sängerin hat sie in den letzten Jahrzehnten den Wagnergesang geprägt, an die Stelle der auftrumpfendern Tonproduktion vieler ihrer großen Vorgängerinnen hat sie eine Symbiose von musikalischer und darstellerischer Konkrektheit gesetzt, der man sich kaum entziehen kann. Ihre wissende und zugleich könnende Inhaltlichkeit wird lange nachwirken und markiert eine Linie, hinter die man bei Wagner jetzt nicht mehr zurück will. Was folgt? Der Kalender ist gut gefüllt, die von ihr geschätzten Liederabende sollen häufiger kommen und die Klytämnestra in Richard Strauss Elektra, mit der sie nun schon seit längerem zu erleben ist, die hat sie selber mal, als ihre Altersversicherung bezeichnet. Die Elektra-Inszenierung von Patrice Chéreau - mit dem sie auch die Marie in Wozzeck und die Isolde in unvergessenen Produktionen erarbeitet hat - steht in diesem Jahr noch in New York und Berlin auf dem Spielplan. Wir freuen uns darauf!
Sonntag, 12. Juli 2015
Waltraud Meier singt heute ihre letzte Isolde
Heute um 16 Uhr steht im Nationaltheater im Rahmen der Münchner Opernfestspiele Tristan und Isolde auf dem Spielplan - eine besondere Vorstellung, denn Waltraud Meier wird zum letzten Mal als Isolde auf der Bühne stehen. Fast 22 Jahren hat sie die Rolle verkörpert und mit ihrer musikalischen und inhaltlichen Durchdringung der Partie Maßstäbe gesetzt, die noch lange gelten werden. Ihr Debüt gab sie bei den Bayreuther Festspielen in der Neuproduktion 1992 unter der Regie von Heiner Müller, der Tristan an ihrer Seite war Siegfried Jerusalem, es dirigierte Daniel Barenboim. Unvergesslich ist die Mailänder Isolde in der Regie von Patrice Chéreau 2007 - sicher einer der Höhepunkte ihrer Karriere. Auch in der Premiere der immer noch aktuellen Münchner Inszenierung von Peter Konwitschny 1998 stand sie auf der Bühne. Ihren Abschied von der Partie hat Waltraud Meier lange angekündigt, urspünglich sollte die Aufführungsserie an der Staatsoper Berlin im vergangenen Dezember bereits die letzte sein. Nun gab es noch eine kleine Verlängerung und das Münchner Publikum kommt nochmals in den Genuss. Heute wird Robert Dean Smith ihr Tristan sein, Michelle Breedt die Brangäne und René Pape als König Marke. Die musikalische Leitung der Wiederaufnahme hat Philippe Jordan, der musikalische Leiter der Opéra national de Paris.
Donnerstag, 6. November 2014
Waltraud Meier über die Zukunft des Gesangs
Immer schneller, immer höher, immer weiter? Um nichts weniger als die Gegenwart und die Zukunft des Operngesangs soll es am 20. November 2014 in einer hochkarätig besetzten Gesprächsrunde auf der Probebühne der Bayerischen Staatsoper gehen. Neben der Sängerin Waltraud Meier sind die Regisseure Hans Neuenfels und Johannes Erath sowie Intendant Nikolaus Bachler und der Arzt Wolfram Seidner vertreten. Geleitet wird die Diskussion von Christine Lemke-Matwey. BR klassik überträgt live im Hörfunk und im Internet als Livestream. Im Mai und Juni 2015 singt La Meier dann auch wieder persönlich im Münchner Nationaltheater, die Klytämnestra in einer Wiederaufnahme der Elektra-Produktion von Herbert Wernicke.
Sonntag, 16. März 2014
Elektra aus Aix nochmals auf ARTE
Der weithin geschätzte deutsch-französische Kulturkanal ARTE zeigt heute im Abendprogramm eine wirkliche Hommage an zwei große Künstler, den im Vorjahr verstorbenen Regisseur Patrice Chéreau und den Komponisten Richard Strauss. Die Elektra im letzten Sommer in Aix-en-Provence war Chéreaus letzte Arbeit. Esa-Pekka Salonen dirigiert, Evelyn Herlitzius, Waltraud Meier, Adrianne Pieczonka singen....mehr muss man wirklich nicht dazu sagen! Für eine Woche wird die Aufführung auf ARTE+7 abzurufen sein...
Samstag, 18. Januar 2014
Elektra-Premiere in Dresden
![]() |
| Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs |
Die Sächsische Staatsoper läutet das Strauss-Jahr am Sonntag mit einer Elektra-Premiere ein, am Pult steht Christian Thielemann höchstselbst. Musikalisch dürfte bei der Besetzung mit Evelyn Herlitzius, Waltraud Meier, Anne Schwanewilms, René Pape, Frank van Aken und Nadine Secunde (als Aufseherin) nichts schief gehen. Bei der Inszenierung von Schauspielregisseurin Barbara Frey bleibt das abzuwarten. Die letzte Dresdner Elektra-Produktion stammte von Ruth Berghaus und ist mit ihrem Turm auf der Bühne längst Legende. Ebenso schwer dürfte die Deutungstiefe der aktuellen Inszenierung von Patrice Chéreau zu übertreffen sein, die der im Herbst letzten Jahres verstorbene Regisseur 2013 in Aix-en-Provence heraus gebracht hat.
Donnerstag, 18. Juli 2013
Elektra live aus Aix-en-Provence
Morgen abend ist es soweit, aus Aix-en-Provence wird die neue Elektra in der Inszenierung von Patrice Chéreau auf arteliveweb übertragen. Die drei Hauptpartien sind mit Evelyn Herlitzius als Elektra, Waltraud Meier als Klytämnestra und Adrienne Piezconka herausragend besetzt. Ohne Zweifel ist diese Produktion bereits einer der Höhepunkte der sommerlichen Opersaison 2013. Der Livestream ist für mehr als zwei Monate abrufbar und die Inszenierung wird in den nächsten Jahren um die Welt gehen, von Berlin bis Tokyo!
Freitag, 17. Mai 2013
Richard-Wagner-Wochenende auf BR alpha
Richard Wagners zweihundertster Geburtstag rückt immer näher. Wer zum Empfängerkreis des bayerischen Bildungskanals BR alpha gehört kann am Pfingstwochenende zwei komplette Wagner-Aufführungen anschauen oder mitschneiden: Am Pfingstsonntag 19.05.2013 wird die mittlerweile bereits legendäre Bayreuther Parsifal-Inszenierung von Stefan Herheim gezeigt und am Pfingstmontag 20.05.2013 steht Tristan und Isolde auf dem Programm, in einer Aufzeichnung aus dem Münchner Nationaltheater in der Inszenierung von Peter Konwitschny und mit Waltraud Meier und Jon Frederic West in den Titelpartien. Zweimal kraftvolles und übezeugendes Regietheater, welches in ganz unterschiedlicher Weise die Möglichkeiten illustriert, aus Wagners Musikdramen Gesamtkunstwerke werden zu lassen. Und am Dienstag läuft um 22.45 Uhr Stephen Frys Dokumentation Wagner & Me im Bayerischen Fernsehen!
![]() |
| III. Aufzug Parsifal im Bundestag |
![]() |
| Isolde und Brangäne an Deck |
Freitag, 25. Januar 2013
Patrice Chéreau inszeniert Elektra
Darüber werden sich nicht nur Opernfreunde freuen: Meisterregisseur Patrice Chéreau inszeniert wieder. Richard Strauss Elektra wird in diesem Sommer beim Festival Aix-en-Provence als Neuproduktion herauskommen und geht dann über mehrere Saisonen durch die Spielpläne der Opernhäuser von New York, Helsinki, Barcelona und Berlin. Die musikalische Leitung hat Esa-Pekka Salonen übernommen, es spielt das Orchestre de Paris. Auf der Besetzungsliste finden sich illustere Namen wie Waltraud Meier, Evelyn Herlitzius und Adrianne Pieczonka (womit auch klar wäre warum letztere die Partie der Senta in Bayreuth nach nur einem Jahr aufgibt). Chéreau ist kein Vielinszenierer, seine letzte Opernarbeit Tristan und Isolde an der Mailänder Scala liegt bereits einige Jahre zurück. Seine Protagonistin damals war übrigens auch die hochgeschätzte Waltraud Meier.
Donnerstag, 8. März 2012
Absagen beim Berliner Tristan

Seit langem ausverkauft, sollten die drei Tristan-Aufführungen der Berliner Staatsoper im Schillertheater unter der Leitung von Daniel Barenboim einen Höhepunkt der Saison markieren. Jetzt sind sie von Absagen betroffen: Iréne Theorin übernimmt in der Vorstellung am Samstag die Isolde von Waltraud Meier und Martin Gantner den Kurwenal von Roman Trekel. In der Vorstellung am 25. März wird René Pape als Marke durch Kwangchul Youn ersetzt. Alles beste Alternativen, aber beim heiklen Wagner-Publikum werden die Umbesetzungen sicher nicht nur Beifall finden! Insgesamt sind im März drei Aufführungen der Inszenierung von Harry Kupfer aus den neunziger Jahren geplant.
Samstag, 1. Oktober 2011
Lohengrinerfolg in Japan

Zum großen Publikumserfolg entwickelt sich das Gastspiel der Bayerischen Staatsoper in Japan. Der für Jonas Kaufmann eingesprungene Johan Botha triumphiert als Lohengrin, gefeiert wird auch Waltraud Meier als Ortrud und das übrige Ensemble. Den zahlreichen Berichten der mitreisenden Journalisten kann man entnehmen, dass die Stimmung sehr gut ist, auch wenn die Hälfte von Chor und Orchester nicht mit auf Gastspielreise ist und sich für einen Monat karenzieren läßt. Die leeren Plätze wurden durch Aushilfen besetzt, was wohl im Lohengrin gelegentlich zu hören gewesen ist. Ein paar Hintergrund-Informationen sind im Blog der Staatsoper zu finden.
Samstag, 9. Juli 2011
Hoffmanns Erzählungen auf 3sat

Am Samstag, dem 30. Juli 2011 um 20.15 Uhr überträgt 3sat eine Aufzeichnung von Les Contes d'Hoffmann von Jaques Offenbach in der Produktion der Salzburger Festspiele aus dem Jahre 2003. Als Hoffmann ist noch einmal Neil Shicoff in seiner langjährigen Glanzrolle zu erleben, der Rest der Besetzung ist ebenfalls erlesen: Angelika Kirschschlager als Muse/Niklas, Ruggero Raimondi singt die Bösewichter, die drei Frauen sind L’ubica Vargicová, Krassimira Stoyanova und Waltraud Meier(!). Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Kent Nagano, der damals noch vor seinem Münchner Engagement steht. Der Guiletta-Akt wurde in der Produktion erstmals in der aktuell rekonstruierten Kaye-Fassung gezeigt. Regisseur der nur gemischt aufgenommen, aber dennoch sehr sehenswerten Produktion war David McVicar, der im angelsächsichen Raum mit seinen präzisen, handwerklichen und darstellerbezogenen Aufführungen seit langem für Furore sorgt. Nur im deutschsprachigen Raum findet sein Gegenentwurf zum Dogma des hiesigen Regietheaters kaum Resonanz. Dennoch kann man seine Arbeiten derzeit regelmäßig per Bildschirm verfolgen: Sowohl die hochgelobten diesjährigen Meistersinger aus Glyndebourne vor zwei Wochen, wie auch die Adriana Lecouvreur mit Angela Gheorghiu und Jonas Kaufmann im Mai aus London waren Inszenierungen von David McVicar. Ebenfalls ein Tipp: Seine Salome aus London mit Nadja Michael und Philippe Jordan am Pult!
Dienstag, 15. März 2011
Tristan - die Berliner Alternativen

Für alle, die von der jüngsten Tristan-Premiere an der Deutschen Oper Berlin enttäuscht sind - und den Reaktionen nach müssen das viele gewesen sein - hält die Staatsoper Unter den Linden eine Alternative bereit, denn auch im Ausweichquartier Schillertheater spielt sie den bereits langgedienten Harry-Kupfer-Tristan mit dem gestürzten Engel auf der Bühne. Die drei Aufführungen im März 2012 (10./18./25.) werden natürlich von Daniel Barenboim dirigiert und sind mit Waltraud Meier, Ian Storey, René Pape und Ekatarina Gubanova erlesen besetzt. Barenboim kann man in vielen Dingen kritisieren, aber er ist sicher einer der besten und erfahrensten Tristan-Dirigenten auf der Welt. Und mit Waltraud Meier als Isolde kann da eigentlich nichts schief gehen, die beiden machen das jetzt schon mehr als 15 Jahre zusammen! Für alle, die nicht so lange warten wollen, gibt es heute die Gelegenheit den 2. Akt von Tristan und Isolde konzertant in der Philharmonie mit Violetta Urmana und Ian Storey (anstelle von Robert Dean Smith) im Benefizkonzert für die Lindenoper mit der Staatskapelle Berlin zu erleben, Daniel Barenboim ist auch dabei, aber als Solist in Beethovens drittem Klavierkonzert. Es gibt noch Restkarten!
Samstag, 4. Dezember 2010
West-Eastern Divan in der Waldbühne

Unter der Leitung von Daniel Barenboim wird das West-Eastern Divan Orchestra am 21. August 2011 um 19 Uhr in der Berliner Waldbühne gastieren, auf dem Programm stehen die Sinfonien Nr. 8 und 9 von Ludwig van Beethoven. Das dafür verpflichtete Solistenquartett ist über jeden Zweifel erhaben: Anja Harteros, Waltraud Meier, René Pape und Peter Seiffert, den Chorpart übernimmt der Berliner Staatsoperchor. Das Freiluft-Konzert ist als Höhepunkt einer Tournee geplant, die nach Salzburg, Luzern, Köln, Peking, Shanghai und Seoul sowie in die demilitarisierte Zone zwischen die beiden Koreas führen wird. Ob und wo man für letzteres Karten kaufen kann entzieht sich unserer Kenntnis (noch), für das Berliner Konzert gibt es die Tickets hier.
Dienstag, 5. Oktober 2010
Waltraud Meier steigt in Zürich als Isolde aus

Überraschend kommt aus Zürich die Meldung, das Waltraud Meier aus der Wiederaufnahme von Tristan und Isolde ausgestiegen ist. In einer Aussendung des Opernhauses ist von der Unvereinbarkeit der musikalischen Standpunkte von ihr und dem Dirigenten Bernard Haitink die Rede. Das verwundert den entfernten Beobachter, ist Maestro Haitink doch mittlerweile ein Künstler mit der Gelassenheit einens langen Menschen- und Künstlerlebens und Frau Meier in der Rolle der Isolde wirklich anerkannt und zu Hause (unser Bild zeigt sie im Liebestod der Barenboim/Chereau-Produktion aus Mailand). Wer weiß, worin die tatsächlichen Gründe liegen. Die Isolde übernimmt jetzt Barbara Schneider-Hofstetter, eine gute, aber nicht die erste Wahl. Die Zürcher Tristan-Inszenierung stammt von Claus Guth und steht noch nicht so lange im Repertoire des Hauses.
edit 1
Die Sängerin Waltraud Meier hat auf ihrer Homepage eine Stellungnahme zur Absage in Zürich abgegeben: Waltraud Meier hat sich vergeblich bemüht, ein Einvernehmen mit dem Dirigenten Herrn Haitink zu erzielen. Sie bedauert diese Entwicklung sehr, besonders auch im Hinblick auf ihr Publikum, dem sie sehr gerne ihre 'Isolde' in Zürich präsentiert hätte. Sie möchte aber betonen, dass dies alles nichts mit ihrer Beziehung zum Züricher Opernhaus zu tun hat und die Direktion sich derzeit bemüht, neue Termine zu finden um Frau Meier bald möglichst nach Zürich zurück zu bringen.
edit2
Wie Schweizer Medien berichten kam es in der ersten Tristan-Vorstellung bereits beim Auftritt von Maestreo Haitink zu Buhrufen, die sich beim Abschluss-Applaus fortgesetzt haben. Offenbar wollte das Publikum seiner Enttäuschung über die Absage Ausdruck verleihen. Peter Seiffert soll übrigens einen ganz guten Tristan gesungen haben...
Sonntag, 15. August 2010
Ein Kammerspiel in Breitwand

Man kann Regisseur Nikolaus Lehnhoff für diese Elektra im Großen Festspielhaus zu Salzburg gar nicht dankbar genug sein! Er machts nichts weniger, als dieses Schlüsselwerk des Musiktheaters des zwanzigsten Jahrhunderts wieder auf sich selbst zurück zu führen und stellt damit den Blick frei für eine völlig neue, unverbrauchte Sicht auf die Oper. Er liest Elektra als Kammerspiel (was die Theatervorlage ja auch ist) und macht daraus ein breites, existenzielles Tableau. Fast den ganzen Abend herrscht Dämmerung, kein Scheinwerfer wirft ein klärendes Licht von außen. Unerbittlich läuft das Geschehen und offenbart sich aus sich selbst. Die Welt ist nicht aus den Fugen, sie bleibt außen vor. Die großartige Bühne, ein gedehnter Unraum, den sich Elektra selbst erschaffen hat, nur sie. Anders kann sie nicht existieren. Zeit ist ihr nichts, ihre Rache alles. Lehnhoff und sein Bühnenbilder Raimund Bauer verzichten auf alle überstarken Setzungen und bieten den Sängern breiten Entfaltungsraum. Dennoch ist ihr Zugriff nicht zurückhaltend, im Gegenteil. Psychoanalytisch grundiert wird hier in aller Klarheit eine Geschichte aufgestellt, die es in sich hat, bei der man beim bloßen Zusehen fröstelt. Vielleicht das Wichtigste: Nie gerät das Geschehen auf der Bühne in Konkurrenz mit der Musik und bleibt doch immer mit ihr auf engste verknüpft. Das Opernregie eine Kunst ist - hier, in dieser Elektra sieht man es wieder auf das Schönste!

Lang erwartet wurde das Debüt von Waltraud Meier als Klytämnestra. Das hat sich gelohnt, was diese Ausnahmesängerin aus der Rolle macht ist bemerkenswert. Da steht keine Furie auf der Bühne, sondern eine desolate, bedürftige Frau, die sich jeder Situation ausliefern würde, um Ruhe zu finden. Die Meier macht das durchaus mit der ihr eigenen Noblesse und Grandezza, aber auch mit frappierender Detailgenauigkeit in der Darstellung und ohne die Figur auch nur in einem Moment zu verraten. Und auch das ist eine neue Erfahrung: Man kann die Klytämnestra singen und zwar jeden Ton, wenn man kann! Schon das lohnt die nicht ganz preiswerte Karte! Irene Theorin als Elektra liefert eine plausible Studie einer im selbsterrichteten Gefängnis gefangenen Frau. Ihre Situation ist ausweglos, ihre Rache Selbstzweck. Sängerisch kommt sie gut durch die Mammutpartie, in der Mittellage muss man bei ihr immer Abstriche machen und auch bei der Textverständlichkeit. Dennoch kann ihre Interpretation das Prädikakt "rollendeckend" in Anspruch nehmen, nicht zuletzt wegen der Fachvertreterinnen, die sonst mit der Rolle betraut werden. Als Chrysothemis überzeugt einmal mehr Eva-Maria Westbroek, die mit der Partie vor mehr als zehn Jahren ihren Durchbruch geschafft hatte. Aufgrund der vielfältigen stimmlichen Möglichkeiten steht ihr inzwischen ein breites Repertoire offen. Vielleicht sollte sie demnächst zur Rolle der Elektra wechseln, das wäre früh, aber konsequent. René Pape als Orest ist eine absolute Luxusbesetzung, der Sänger könnte mit seiner stimmlichen, wie darstellerischen Präsenz wohl jeden Abend tragen. Hier agiert kontrolliert und gefährlich, schon mit seinem Auftreten kommt eine andere Temperatur ins Geschehen. Der schreit nicht nach Rache wie Elektra, der tut es und der wird auch nicht aufhören. Mit einer subtilen Personenführung schärft die Regie hier die Handlung weit über das eigentliche Stück hinaus. Eher enttäuschend der Aegisth von Robert Gambill, man muss wohl sagen der ehemalige Heldentenor, der in Auftritt und Gesang farblos bleibt. Die kleineren Partien leisten einen substantiellen Beitrag, können aber schon vom Stück her kaum eigene Akzente setzen.

Die Wiener Philharmoniker spielen unter Danielle Gatti einen sehr ausgereifte, nicht vorschnell in eine Richtung getriebenen Strauss. Das ist alles sehr laut, aber dennoch differenziert und in den Details hörbar. Vielleicht könnte man sich für ein paar Momente eine etwas größere Sängerfreundlichkeit wünschen. Den breiten, sinfonischen Ansatz wandelt Gatti im Laufe das Abends zu einem musiktheatralischen, das funktioniert dann wirklich gut. Mitunter gerät das dann kraftvoll auftrumpfend und gemahnt an Guiseppe Verdi. Man hat schon andere Interpretationen gehört, aber diese ist auf jeden Fall auch eine gültige und passt perfekt in den Raum des Großen Festspielhauses. Vielleicht ist es zu hoch gegriffen, diese Inszenierung als die Aufführung des Jahres zu betiteln, aber in Salzburg wird wieder Richard Strauss gespielt. Und wie!
Samstag, 16. Januar 2010
Germania nostra
Es gab großen Jubel insbesondere von den höheren Rängen bei der jüngst im Münchner Nationaltheater zu erlebenden Wiederaufnahme von Richard Wagners Tannhäuser, bereits nach den ersten beiden Akten und ganz besonders am Schluss. Nicht ganz zu Recht! Nach den vielen mehr oder weniger misslungenen Neuproduktionen der Ära Bachler hält sich der geneigte Stammbesucher nun also ans Repertoire, was bleibt ihm auch anderes übrig? Die Inszenierung von David Alden stand am Anfang der Intendanz von Sir Peter Jonas und konnte damals vor mehr als 15 Jahren sicher noch polarisieren und provozieren. Heute wirkt das Konzept, Tannhäuser als unverstandener, mit sich selbst uneiniger, intellektueller Künstler seltsam eindimensional und herbei geholt. Das kritische Potential der Inszenierung erschöpft sich im Zurschaustellen von ein paar nazideutschen Versatzstücken und einem übergroßen "Germania nostra" - Schriftzug auf der Bühnenrückwand. Der Rest ist symbolschwangeres Bildertheater aus dem Geist der achtziger Jahre.

Wahrscheinlich würde heute niemand mehr auf die Idee kommen, beim Tannhäuser auf eine eher psychologische Herangehensweise zu verzichten und die Geschichte aus den Figuren zu entwickeln. So ändern sich die Zeiten. Kent Nagano dirigiert nicht das erste Mal Wagner an der Staatsoper und wieder muss man sagen, es gelingt ihm nicht so richtig. Alles ist sehr durchhörbar und licht, aber der große Wurf, der konzeptionelle Durchgriff fehlt beinahe vollkommen. Man hört hin, aber es bewegt einen nicht. Unmotivierte Tempiwechsel tun ein übriges für den disperaten Gesamteindruck: Zerdehnte Passagen wechseln mit auftrumpfenden bei denen die Sänger schon mal in Bedrängnis kommen. Auch da gibt es große Unterschiede: John Treleaven macht was alle Sänger in dieser Mörderpartie tun, er spart sich viel, vielleicht zu viel, für den dritten Akt auf und ihm gelingen dann ein paar sehr schöne Momente. Trotz spielerischer Prägnanz, die wirklich erfreut, ist das aber zu wenig. (Aber welcher Sänger ist im Moment ein rollendeckender Tannhäuser? Premierenbesetzung in dieser Inszenierung war übrigens René Kollo!) Als Wolfram von Eschenbach kann Michael Volle mit vorzüglicher Sprachbehandlung und präziser musikalischer Gestaltung überzeugen, zu Recht erfährt er die meiste Zustimmung des Publikums. Sein kerniger Bariton scheint reif für größere Aufgaben.

Ebenso beeindruckend Waltraud Meier als alterslose verführerische Venus. Fast schon ein kleines Comeback, sie war seit dem Amtsantritt Bachlers nicht in der Staatsoper aufgetreten, spielt sie ihre all ihre Präsenz und Raffinesse wunderbar stimmig aus und bringt ihre umfangreiche musikalische und darstellerische Kapazität erneut in glückliche Übereinstimmung. Was für eine Sängerin! Auch Petra-Maria Schnitzer überzeugt als Elisabeth mit schönen vollen und runden Tönen, allerdings könnte man sich die ihre Auftrittsarie Dich teure Halle fulminanter und das Gebet innerlicher vorstellen. Von der Inszenierung wird sie ziemlich alleingelassen. Als langgedienter Landgraf ist Matti Salminen der Routinier mit großer Statur und ebensolcher Stimme, Akzente zu setzen gelingt ihm aber kaum noch. Fazit: Ein guter, aber kein großer Wagner-Abend!

Wahrscheinlich würde heute niemand mehr auf die Idee kommen, beim Tannhäuser auf eine eher psychologische Herangehensweise zu verzichten und die Geschichte aus den Figuren zu entwickeln. So ändern sich die Zeiten. Kent Nagano dirigiert nicht das erste Mal Wagner an der Staatsoper und wieder muss man sagen, es gelingt ihm nicht so richtig. Alles ist sehr durchhörbar und licht, aber der große Wurf, der konzeptionelle Durchgriff fehlt beinahe vollkommen. Man hört hin, aber es bewegt einen nicht. Unmotivierte Tempiwechsel tun ein übriges für den disperaten Gesamteindruck: Zerdehnte Passagen wechseln mit auftrumpfenden bei denen die Sänger schon mal in Bedrängnis kommen. Auch da gibt es große Unterschiede: John Treleaven macht was alle Sänger in dieser Mörderpartie tun, er spart sich viel, vielleicht zu viel, für den dritten Akt auf und ihm gelingen dann ein paar sehr schöne Momente. Trotz spielerischer Prägnanz, die wirklich erfreut, ist das aber zu wenig. (Aber welcher Sänger ist im Moment ein rollendeckender Tannhäuser? Premierenbesetzung in dieser Inszenierung war übrigens René Kollo!) Als Wolfram von Eschenbach kann Michael Volle mit vorzüglicher Sprachbehandlung und präziser musikalischer Gestaltung überzeugen, zu Recht erfährt er die meiste Zustimmung des Publikums. Sein kerniger Bariton scheint reif für größere Aufgaben.

Ebenso beeindruckend Waltraud Meier als alterslose verführerische Venus. Fast schon ein kleines Comeback, sie war seit dem Amtsantritt Bachlers nicht in der Staatsoper aufgetreten, spielt sie ihre all ihre Präsenz und Raffinesse wunderbar stimmig aus und bringt ihre umfangreiche musikalische und darstellerische Kapazität erneut in glückliche Übereinstimmung. Was für eine Sängerin! Auch Petra-Maria Schnitzer überzeugt als Elisabeth mit schönen vollen und runden Tönen, allerdings könnte man sich die ihre Auftrittsarie Dich teure Halle fulminanter und das Gebet innerlicher vorstellen. Von der Inszenierung wird sie ziemlich alleingelassen. Als langgedienter Landgraf ist Matti Salminen der Routinier mit großer Statur und ebensolcher Stimme, Akzente zu setzen gelingt ihm aber kaum noch. Fazit: Ein guter, aber kein großer Wagner-Abend!
Freitag, 4. Dezember 2009
Liederabende in der Semperoper

Nachdem ihr für Anfang Juli auf den Elbwiesen geplanter Auftritt mit der Dresdner Philharmonie buchstäblich ins Wasser fiel wird Waltraud Meier nun am kommenden Mittwoch in der Semperoper auftreten. Begleitet vom Pianisten Josef Breinl wird sie einen Liederabend mit Werken von Richard Strauss und Robert Schumann gestalten. Bleibt zu wünschen dass ihr das Dresdner Publikum mehr Interesse entgegen bringt, als ihrer Kollegin Vesselina Kasarova, die sich an gleicher Stelle vor wenigen Tagen ebenfalls mit einem Liederabend vorstellte (mit Charles Spencer am Flügel). Wer dabei war erlebte eine Sternstunde des Liedgesangs, einen großartigen Abend mit zwei Ausnahmekünstlern auf der Bühne, voller Intensität und Empfindungsreichtum und überraschenden Gestaltungsvarianten. Leider waren das nicht so viele, im Publikum klafften erhebliche Lücken. Trotz herausragender Künstler (die in den großen Musikzentren der Welt für ausverkaufte Häuser sorgen) und vergleichsweise moderaten Eintrittspreisen schwächelt die Lied-Reihe in der Semperoper schon seit längerem. Über die Ursachen kann nur spekuliert werden. Gibt es in Dresden kein ausreichendes Publikum für diese besondere Art der Musik? Ist das Angebot zu groß? Oder vielleicht die Semperoper? Für den Abend mit Waltraud Meier sind im Moment auf jeden Fall noch ausreichend Karten erhältlich!
Montag, 23. November 2009
Von Göttern und Menschen

Ihr sechzigstes Jubiläum feiern die Salzburger Festspiele im Sommer 2010 mit einem gewohnt umfangreichen Programm, welches sich mit den Mythen der Menschheitsgeschichte auseinandersetzt. Zu den vier Neuproduktionen in der Oper gehört neben Richard Strauss Elektra in der Regie von Nikolaus Lehnhoff mit Waltraud Meier, Irene Théorin und René Pape auch eine Uraufführung von Wolfgang Rihm unter dem Titel Dionysos. Die französische Sopranistin Patricia Petitbon wird als Lulu auftreten, aber nicht wie geplant in der Regie von Jürgen Flimm und der musikalischen Leitung von Nikolaus Harnoncourt, die Produktion wird von Vera Nemirowa und Marc Albrecht übernommen. Anna Netrebko kehrt in der Wiederaufnahme von Romeo et Juliette nach Salzburg zurück und auch Rolando Villazon in einem Liederabend mit der französischen Pianistin Hélène Grimaud. In ihrer Glanzrolle als Norma tritt Edita Gruberowa auf, allerdings nur konzertant. Auch das Konzertprogramm hält einige besondere Höhepunkte bereit, darunter eine Aufführung von Sergej Prokofjews selten gespieltem Iwan der Schreckliche mit den Wiener Philharmonikern, sowie Gerard Depardieu und Olga Borodina. Das Schauspielprogramm dominieren zwei prominente Salzburg-Heimkehrer: Zwanzig Jahre nach seinem letzten Auftritt als Jedermann wird Klaus Maria Brandauer den Ödipus auf Kolonos in einer Inszenierung von Peter Stein spielen. Der Vorverkauf beginnt in diesen Tagen!
Mittwoch, 4. November 2009
Waltraud Meier singt Gustav Mahler

Die Berliner Freunde und Fans der Sängerin Waltraud Meier können sich kaum beklagen, war die Sängerin in den letzten Jahren doch oft in der Hauptstadt zu erleben. An der Staatsoper trat sie als Isolde, Leonore und Kundry auf (alle mit Daniel Barenboim) und im letzten Sinfoniekonzert der Staatskapelle Berlin in der vergangenen Saision brillierte sie mit Ernest Chaussons "Poème de l‘amour et de la mer op. 19" unter Philippe Jordan. Am 14. und 15. November steht sie nun mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester unter der Leitung von Kristjan Järvi auf der Bühne des Konzerthauses. Das interessante Programm enthält neben Liedern von Gustav Mahler auch die 3. Sinfonie und als Deutsche Erstaufführung das Stabat mater von Arvo Pärt. Im Laufe der Saison sind dann auch wieder Auftritte als Isolde an der Staatsoper und als Ortrud an der Deutschen Oper geplant.
Donnerstag, 2. Juli 2009
Hochwasser statt Liebestod und Weltenbrand - Wagner-Gala am Dresdner Elbufer abgesagt
Wegen ansteigenden Hochwassers muss die Dresdner Philharmonie das für Samstag am Dresdner Elbufer geplante Gala-Konzert mit Musik von Richard Wagner absagen. Waltraud Meier war als Solistin angekündigt und sollte Isoldes Liebestod und Brünnhildes Schlussgesang aus der "Götterdämmerung" singen. Im Blog des Veranstalters wurde bereits spekuliert, dass auch ein Zusammenhang zum schleppend gelaufenen Vorverkauf der Veranstaltung besteht. Schade, es hätte ein wunderbarer Sommerabend mit großartiger Musik in stimmungsvoller Umgebung werden können. Ein Ersatztermin oder eine alternative Spielstätte konnte nicht gefunden werden, am Sonnabend wird nun der Abba-Film Mamma Mia gezeigt.
Abonnieren
Posts (Atom)





