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Donnerstag, 1. September 2016
Singt Anna Netrebko die Elsa in Bayreuth?
Es war eines der Ereignisse der vergangenen Opernsaison: Anna Netrebko debütierte in Dresden an der Semperoper als Elsa in Richard Wagners Lohengrin unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann. Sie überzeugte auf der ganzen Linie und schien mit ihrem Erfolg Gerüchte zu bestätigen, dass sie auch auf dem Grünen Hügel in dieser Partie auftreten werde. Bei den Bayreuther Festspielen steht die nächste Neuproduktion des Werkes im Jahr 2018 an, die musikalische Leitung hat dann wiederum Christian Thielemann - der damit den kompletten Bayreuther Werkkanon vor Ort absolviert haben wird. Die Inszenierung soll Alvis Hermannis übernehmen, die Ausstattung der eher als bildende Künstler bekannt Neo Rauch. So weit, so gut. Nun muss trotz aller verkündeten Begeisterung die Vorbereitung des Debüts in Dresden anstrengend gewesen sein: Christian Thielemann hatte es mir eingebleut, dass es auf die Worte ankommt. Er sagte, er wolle keine musikalischen Linien von mir hören, er wolle Tttexssssttt hören! Vokale! Konsonanten! Elsa war wirklich hart. Da sich die Netrebko wirklich raussuchen kann, was sie wann, wo und mit wem macht klang das wie die Einläutung eines geordneten Rückzugs aus dem deutschen Fach, in welches sie doch gerade erst so vielversprechend gestartet war. Nach ein paar öffentlichen Irritationen hat man sich jetzt auf die Sprachregelung verständigt: Wir sind in Verhandlungen! Also alles noch offen, ein bisschen Zeit ist ja noch bis 2018 und die Hoffnung stribt bekanntlich zuletzt, auch in Bayreuth.
Montag, 29. August 2016
Hartmut Haenchen bleibt auch 2017 in Bayreuth
Samstag, 27. August 2016
Günther Groissböck hat große Pläne in Bayreuth
Er gehört zu den interessantesten Sängern seiner Generation: Günther Groissböck - der immer noch junge Bassbarition aus Österreich. Als Ochs im Rosenkavalier ist er derzeit kaum zu übertreffen und auch als verlässlicher und souveräner Wagner-Sänger setzt er schon seit eingen Jahren Maßstäbe an vielen großen Häusern. Seine nächsten Karriereschritte werden eng mit den Bayreuther Festspielen verbunden sein, wie er einem einschlägigen Blog verraten hat. In der Neuproduktion des kommenden Jahres (Die Meistersinger von Nürnberg, inszeniert von Barry Kosky, musikalisch geleitet von Philippe Jordan) wird er als Veit Pogner zu erleben sein, in den beiden darauffolgenden Jahren übernimmt er den Gurnemanz im Parsifal (der diesjährigen Neuproduktion) von Georg Zeppenfeld. Und im Sommer 2020 - in der Premiere der nächsten Ring-Produktion - wird er als Wotan debütieren. Ein beeindruckender Kalender und für Bayreuth auf jeden Fall eine sehr gute Wahl!
Mittwoch, 24. August 2016
Georg Zeppenfeld - der Held von Bayreuth 2016
Die Bayreuther Festspiele 2016 gehen langsam, aber sicher ihrem Ende entgegen. Mit gleich drei Partien gehörte der Bassist Georg Zeppenfeld zu den meistbeschäftigten Sängern in diesem Jahr auf dem Grünen Hügel. Zum hochgelobten Gurnemanz in der Neuproduktion des Parsifal kam noch der König Marke, den er bereits seit letztem Jahr singt und als kurzfristiger Einspringer für einen erkrankten Kollegen der Hunding in der Walküre. Die musikalisch interessierte Öffentlichkeit hatte den grundsoliden und hochmusikalischen Sänger wohl bislang nicht so richtig auf dem Schirm, anders ist es nicht zu erklären, dass jetzt von Durchbruch die Rede ist und er als Entdeckung gefeiert wird. Seine Karriere - auch die in Bayreuth - dauert schon mehr als zehn Jahre, zu nennen wäre nicht nur sein König Heinrich in der Lohengrin-Produktion von Hans Neunenfels, sondern auch die zahlreichen Auftritte an seinem Stammhaus, der Dresdner Semperoper, dort ist er schon lange eine Stütze des Hauses. Er reüssiert übrigens nicht nur im deutschen, sondern auch im im italienischen Fach und übernimmt Ausflüge darüber hinaus. In der kommenden Woche zum Beispiel steht in der Reprise der neuen Produktion von Eugen Onegin in Dresden als Gremin auf der Bühne. Ein schönes Kontrastprogramm, welches er wie gewohnt mit der ihm eigenen Präszision und Souveränität absolvieren wird. Der Neuen Musikzeitung hat Georg Zeppenfeld ein lesenswertes und symphatisches Interview gegeben.
Montag, 8. August 2016
Andreas Schager gibt vorfristiges Parsifal-Debüt in Bayreuth
Zu einem vorfristigen Debüt als Parsifal auf dem Grünen Hügel kam am vorgestrigen Samstag der österreichischen Tenor Andreas Schager, für den erkrankten Klaus Florian Vogt sprang er in der dritten Vorstellung der diesjährigen Neuproduktion der Festspiele ein. Dem kommenden Festspielsommer 2017 kann er nun entspannter entgegen sehen, dann ist sein Einsatz als Parsifal planmäßig vorgesehen, denn Klaus Florian Vogt wird in der im nächsten Jahr anstehenden Neuproduktion Die Meistersinger von Nürnberg als Walther von Stolzing auftreten. Der an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin engagierte Andreas Schager konnte beim Bayreuther Publikum mit Kraft, Frische und gestalterischer Prägnanz punkten, wie Ohrenzeugen berichten und einen großen Erfolg einfahren. Wir gratulieren zum gelungenen Debüt!
Dienstag, 26. Juli 2016
Hans Neuenfels kritisiert Bayreuth auf ganzer Linie
Im letzten Sommer stand sein Lohengrin zum letzten Mal auf dem Spielplan am Grünen Hügel. Die im Premierenjahr 2010 eher gemischt aufgenommene Produktion wurde dann schnell ein ganz großer Publikumserfolg und ist heute längst Legende. Vielleicht die einzige in der Direktionszeit von Katharina Wagner. Die amtierende Festspielchefin wird vom Altmeister jetzt deutlich und direkt kritisiert. Hans Neuefels sieht die Bayreuther Festspiele vor der Selbstabschaffung, wenn es nicht gelingt, bald merkbar neue Akzente zu setzen. Diese müssen im künstlerischen Bereich liegen. Es sollte wieder über die Aufführungen diskutiert werden und nicht um die großen und kleinen Skandale rings um die Festspiele herum. Insbesondere bedauert Hans Neuenfels auch den Abgang von Andris Nelsons, der in der Endphase aus der diesjährigen Neuproduktion Parsifal ausgestiegen war. Mit ihm gemeinsam hatter er den Lohengrin zum Erfolg geführt. Das komplette Interview kann bei Deutschlandradio kultur nachgelesen und -gehört werden.
Montag, 25. Juli 2016
Heute kein roter Teppich zur Eröffnung in Bayreuth
Die Eröffnung der Bayreuther Festspiele findet heute ohne den traditionellen roten Teppich vor dem Festspielhaus statt. Das sonst von der Stadt Bayreuth veranstaltete Spektakel findet aus Respekt vor den Opfern des Amoklaufs am Freitag in München genauso wenig statt, wie der an die Aufführung anschließende Staatsempfang der bayrischen Staatsregierung. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte ihre Teilnahme an der Eröffnungspremiere schon vor längerer Zeit abgesagt. Ein Festspielauftakt, bei dem allein die Kunst im Mittelpunkt steht, das sollte man sich in Bayreuth genau anschauen und am besten so beibehalten. Parsifal steht auf dem Programm, das große Versöhnungsstück. Und erstmals kann man am heimischen Computer die gesamte Aufführung verfolgen, denn es gibt einen kostenlosen kompletten Livestream auf BRklassik.
Sonntag, 24. Juli 2016
Parsifal aus Bayreuth als Livestream
Endlich geht es los, nach vielen Wochen mit spektakulären Nachrichten vom Grünen Hügel und ringsherum steht nun wieder die Aufführungen von Richard Wagners hochgeschätzten Werken im Mittelpunkt. Am 25. Juli eröffnen auch in diesem Sommer die Bayreuther Festspiele, auf dem Spielplan steht die Neuinszenierung des Parsifal in der Regie von Uwe Eric Laufenberg unter der musikalischen Leitung von Hartmut Haenchen. Zum ersten Mal wird die Festspieleröffnung live im Internet übertragen, auf dem Portal von BR klassik kann man ab 16 Uhr live dabei sein. Eine schöne Möglichkeit für alle Musikfreunde am Bayreuther Geschehen nah dran zu sein und trotzdem zu Hause auf dem Sofa zu sitzen!
Samstag, 20. Februar 2016
Neuer Geschäftsführer in Bayreuth
Nachfolger des scheidenden Geschäftsführenden Direktors der Bayreuter Festspiele Hans-Dieter Sense wird Holger von Berg, der Wechsel soll im April stattfinden. Holger von Berg ist derzeit noch als Geschäftsführer des Residenztheaters München tätig und wird zukünftig gemeinsam mit Katharina Wagner in einer Doppelspitze arbeiten. Die Herausforderungen auf dem Grünen Hügel sind groß, es gilt die Sanierung des Festspielhauses zu organisieren und die komplizerte Trägerstruktur der Festspiele auszutarieren. Viel Erfolg!
Samstag, 25. Juli 2015
Bayreuth-Auftakt 2015 mit Premiere von Tristan und Isolde
Die diesjährigen Bayeruther Festspiele starten heute mit der langerwarteten Premiere von Tristan und Isolde in der Regie von Katharina Wagner und unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann. In den Titelpartieren sind Stephen Gould und Evelyn Herlitzius zu erleben, als König Marke Georg Zeppenfeld, als Brangäne Christa Mayer und als Kurwenal Iain Paterson. Nur wenige Einblick gab es im Vorfeld in die neue Inszenierung, es ist von geometrischen Formen die Rede und dass dem Nichtzusammenkommenkönnen von Tristan und Isolde auch räumlich Ausdruck verschafft wird. Der zweite Akt soll in einem Gefängnis spielen und Tristan im dritten Akt bereits tot. Musikalisch dürfte eine Sternstunde vorherzusagen sein, Christian Thielemann hat den Tristan zwölf Jahre nicht mehr dirigiert - in Bayreuth noch nie - und sich dem Extremwerk nun ganz neu angenähert. Ungewöhnlich aufreibend waren die letzten Wochen auf dem Grünen Hügel sicher auch wegen der zahlreichen kursierenden Gerüchte und Beschuldigungen zu diversen Themen. Da wird mittlerweile jedes Jahr viel Porzellan zerschlagen, was längst Bestandteil des Rituals ist. Man müsste das mal wissenschftlich untersuchen. Erstaunlich offen zeigten sich Katharina Wagner und Christian Thielemann in ungewöhnlich zahlreichen Interviews im Vorfeld der Eröffnung ohne jedoch konkret Stellung zu beziehen. Was bleibt ihnen auch anderes übrig? Ab sofort geht es also um Richard Wagner, endlich! Auch wer nicht im Besitz einer Festspielkarte ist bekommt Gelegenheit sich eine Meinung zu bilden: Der Bayerische Rundfunk überträgt die heutige Premiere ab 16 Uhr komplett live im Radio, in zwei Wochen wird die Aufführung dann im Kino und einen Tag später im Fernsehen übertragen. Und die bundesdeutsche Presse berichtet auch in diesem Jahr ausführlich...
Sonntag, 19. Juli 2015
Tristan und Isolde aus Bayreuth am 8.8.15 auf 3sat
Zum ersten Mal geben die Bayreuther Festspiele in diesem Jahr eine Neuproduktion bereits im ersten Jahr in die mediale Verwertung. Die mit Spannung erwartete Neuinszenierung von Tristan und Isolde durch die bald alleinige Festspielchefin Katharina Wagner und in der musikalischen Leitung durch den neuberufenen Bayreuther Musikdirektor Christian Thielemann wird nicht nur am 07. August 2015 ab 15.45 Uhr in diversen Kinos in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sehen sein, sondern auch einen Tag später im Fernsehen, im gemeinsamen Kulturkanal der drei Länder. Ab 20.15 Uhr zeigt 3sat am 08. August 2015 den den kompletten Mitschnitt der Tristan-Aufführung vom Vortag ohne Pausen. Die Bayreuther Festspiele beginnen am kommenden Wochenende, in diesem Jahr gab es im Vorfeld außergewöhnlich viel vom üblichen Theaterdonner, ohne den das Musikfestival inzwischen kaum noch denkbar scheint. Dieser reichte von einem angeblichen Hügelverbot für die scheidenden Festspielchefi Eva Wagner-Pasquier über die überraschende Berufung von Christian Thielemann zum Musikdirektor bis hin zur erneuten, nun kurzfristigen Umbestzung der Isolde, die Partie wird jetzt von Evelyn Herlitzius gesungen. Die auch in Bayreuth erfahrene Sängerin zeigte sich bei ihren jüngsten Auftritten in Zürich und München als Elektra in Topform und das soll auch für den Tristan-Sänger Stephen Gould gelten. Beste Voraussetzungen als, damit es nun wieder verstärkt um die Kunst gehen könnte...
Donnerstag, 2. Juli 2015
Christian Thielemann ab sofort Musikdirektor in Bayreuth
Sicher nicht ganz zufällig sickerte die Personalie kurz nach der Berufung von Kirill Petrenko zum neuen Chef der Berliner Philharmoniker in der vergangenen Woche erstmals durch. Der von den Berlinern verschmähte Christian Thielemann ist ab sofort als Musikdirektor bei den Bayreuther Festspielen tätig, das Amt gab es als solches bislang nicht, bereits länger war Christian Thielemann aber als musikalischer Berater der Festspielleitung tätig. Details über das neue Aufgabengebiet sollen auf der tradtionellen Pressekonferenz zur Eröffnung der Festspiele bekannt gegeben werden. Eine völlig neue Leitungsstruktur auf dem Grünen Hügel ist aber bereits absehbar. Thielemann ist jetzt der starke Mann an der Seite der nunmehr alleinigen Festspielchefin Katharina Wagner. Das hatten viele Beobachter so nicht auf der Rechnung. Ein neues Licht wirft die Berufung auch auf die Hügel-Querelen der letzen Monate. Auf Thielemann dürften Kompetenzen der ausschiedenden Eva Wagner-Pasquier in Fragen der Sängerbesetzungen übergehen, auch bei der Auswahl der Dirigenten sollte er ein noch stärkeres Wort mitzureden haben. Dabei ist Bayreuth mit Andriss Nelsons, Philippe Jordan und Alain Altinoglu im Moment noch ganz gut aufgestellt. Im nächsten Jahr übernimmt dann auch noch der hochgeschätzte Altmeister Marek Janowski nach Jahrzehnten Opernabstinenz den Ring. Im Festspielorchester gibt es ohnehin eine ganz starke Dresdner Fraktion und das schon seit langer Zeit, die doppelte Machtbasis ist also gesichert. Es scheint, dass sich Thielemann auf ein längeres Verweilen in Dresden und Bayreuth einstellt, was für alle drei nicht die schlechteste Lösung sein muss. Sowohl die Festspiele, wie auch die Semperoper in Dresden müssen dringend in ruhiges Fahrwasser.
Dienstag, 30. Juni 2015
Evelyn Herlitzius singt Isolde in Bayreuth 2015
Erneute Umbesetzung bei der Eröffnungsproduktion der Bayreuther Festspiele in diesem Jahr: Evelyn Herlitzius übernimmt die Partie der Isolde in der Neuproduktion in der Regie von Katharina Wagner. Anja Kampe, welche erst seit einigen Monaten eingeplant war, hat die Partie "im Einvernehmen" mit den Festspielen zurück gelegt, sie wird weiterhin als Sieglinde im Ring auftreten. Im nächsten Jahr steht Herlitzius wohl schon nicht mehr zur Verfügung, denn dann soll Petra Lang die Isolde übernehmen. Evelyn Herlitzius hat eine lange Bayreuth-Vergangenheit, sie war am Grünen Hügel bereits die Brünnhilde im Flimm-Ring, die Kundry im Schlingensief-Parsifal und die Ortrud im Premierenjahr des Ratten-Lohengrins von Hans Neuenfels. Alles Referenzen, die sie für die neue Aufgabe auszeichnen, auch die Isolde hat sie schon länger im Repertoire und an wichtigen Häusern gesungen. Über die Gründe für diese Umbesetzung kann viel spekuliert werden, das Bayreuther Festspieltheater hat in diesem Jahr mit dem vermeintlichen Hügelverbot für Eva Wagner-Pasquier besonders früh und auch besonders intensiv begonnen. Die Wahl des Ring-Dirigenten Kirill Petrenko zum Chef der Berliner Philharmoniker in der vergangenen Woche wird dessen Verhältnis zu Christian Thielemann, der den neuen Tristan dirigiert, nicht gerade verbessert haben. Außerdem hat Anja Kampe eine anstrengende Saison hinter sich und auch wenn sie die Isolde schon gesungen hat ist sie vielleicht aktuell nicht in der Form, um sich unter Bayreuther Verhältnissen auf dieses Abenteuer einzulassen.
Montag, 8. Juni 2015
Auch Barenboim kritisiert jetzt Bayreuth
Jetzt auch Daniel Barenboim! Nachdem am Wochenende der amtierende Bayreuther Ring-Dirigent Kirill Petrenko das angebliche Hügelverbot für Eva Wagner-Pasquier deutlich kritisiert hat meldet sich heute auch Daniel Barenboim zu Wort, er habe mit Erstaunen und Befremden von dem Versuch der Festival-Spitze gelesen, Wagner-Pasquier ihren bis Ende August zustehenden Arbeitsplatz während der Zeit der Proben auf dem Grünen Hügel zu verwehren. Gibt es in einem freien demokratischen Land für ein solches Verfahren eine rechtliche Grundlage? Ich dachte, man kann den Menschen ihre Bewegungsfreiheit nicht nehmen - außer sie wären Kriminelle. Dieser Umgang ist menschenunwürdig. Daniel Barenboim hat von 1981 bis 1999 bei den Bayreuther Festspielen dirigiert und gehörte zu den prägenden Künstlern der Ära Wolfgang Wagner. Wenn er sich auf diese Weise zu Wort meldet, dann scheint die Angelegenheit ernst zu sein - was wegen fehlender Klarstellungen seitens der Festspiele bislang nur schwer abschätzbar ist - und ebenso klar ist, dass das Ganze zunehmend außer Kontrolle gerät!
Kirill Petrenko über die Bayreuther Turbulenzen
Auch der Münchner GMD Kirill Petrenko, der sich in diesem Sommer als Ring-Dirigent auf dem Grünen Hügel verabschieden wird (Marek Janowski übernimmt im nächsten Jahr), zeigt sich verärgert über das jüngst bekannt gewordene "Hügelverbot" für die ebenfalls scheidende Festspielchefin Eva Wagner-Pasquier. Offenbar erwog er sogar einen vorzeitigen Rückzug von den Festspielen: Nur die Verantwortung und der Respekt meinen Kollegen in Bayreuth gegenüber, die ich nicht so knapp vor Beginn der Proben im Stich lassen kann, hält mich davon ab, meine Mitwirkung aufzukündigen. Seine Kritk bezieht sich auch auf die erst vor kurzem bekanntgewordene Auswechslung des Sängers des Siegfrieds: für Lance Ryan übernimmt Stefan Vinke die Partie. Wo Wagner drauf steht, muss vor allem Mensch drinnen sein – das ist ja die erste Prämisse, die wir aus seinem Werk lernen. Dass sich Kirill Petrenko in der Sache überhaupt so deutlich äußert ist erstaunlich, der Dirigent gilt als scheu und gibt schon seit längerer Zeit grundsätzlich keine Interviews.
Samstag, 6. Juni 2015
Turbulenzen auf dem Grünen Hügel
Es ist wie jedes Jahr in Bayreuth, es geht nicht um Richard Wagner und seine Musik, sondern um den Zoff in dem sich seine Nachfahren regelmäßig entzweien. Lange war es in diesem Jahr ruhig, bis gestern. An herausgehobener Stelle - auf einer kompletten Seite Drei - berichtete die Süddeutsche Zeitung von einem angeblichen Hügelverbot für Eva Wagner-Pasquier während der Proben für die diesjährigen Festspiele, es sind übrigens ihre letzten als Geschäftsführerin, denn Ende August wird sie ausscheiden. Verursacher soll Christian Thielemann sein, der Dirigent der diesjährigen Tristan-Neuprouduktion und künstlerischer Berater der Festspiele seit 2010, er soll sicher weigern den Taktstock zu heben, wenn die amtierende Festspielleiterin Nummer zwei im Hause ist. Das wird natürlich dementiert, gleichwohl räumt der Anwalt von Frau Wagner-Pasquier, der allseits bekannte Peter Raue ein, dass sie der Tristan-Generalprobe nicht beiwohnen wird. So geht es wohl schon länger hin und her, der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Bayreuther Festspiele Georg von Waldenfels äußert sich auch, doch eher nebulös, ohne viel zu sagen. Selbst für den interessierten Beobachter ist das alles nicht mehr so richtig nachvollziehbar. Es ist wohl wieder mal sehr viel schief gelaufen in den letzten Wochen und Monaten. Bitter ist es auf jeden Fall für Eva Wagner-Pasquier, die nun offenbar zum zweiten Mal von den Festspielen vertrieben wird. In den siebziger Jahren war sie Assistentin ihres Vaters Wolfgang Wagner, bis der eine neue Familie mit Gudrun Wagner gründete und Tochter Katharina zur Welt kam. Die ist demnächst alleinige Festspielchefin. Und muss am 25. Juli als Regisseurin von Tristan und Isolde überzeugen. Darauf sollte es doch ankommen!
Donnerstag, 4. Juni 2015
Bayreuther Sängerbesetzungen 2015
Spät wie nie haben die Bayreuther Festspiele in diesem Jahr die Sängerbesetzungen bekannt gegeben. Wichtigste Neuigkeit: Lance Ryan steigt als Siegfried aus und wird durch Stefan Vinke ersetzt. Auch andere Partien in der Frank-Castorf-Produktion des Rings werden umbesetzt: den Loge übernimmt John Daszak, Mime Andreas Conrad, Fafner Andreas Hörl, Freie Allison Oakes, Hagen Stephen Milling. Zwei weitere Partien mussten neu besetzt werden, weil Oleg Bryjak und Maria Radner Opfer des Germanwings-Absturzes im April diesen Jahres sind. So übernimmt Bayreuth-Veteran Albert Dohmen den Alberich und Anna Lapkovskaja die Floßhilde. Das sind insgesamt ziemlich viele Umbesetzungen für eine Wiederaufnahme, viel Arbeit für die Assistenten, da Regisseur Frank Castorf nicht als probenwütig gilt. Anja Kampe bleibt Sieglinde, trotz der Übernahme der Isolde in der diesjährigen Neuproduktion. Johan Botha singt weiterhin den Siegmund und Catherine Foster alle Brünnhilden. Im Lohengrin - nun dirigiert vom Bayreuth-Debütanten Alain Altinoglu - kommt Annette Dasch als Elsa zurück und Klaus Florian Vogt bleibt in der Titelrolle im Einsatz. Ebenfalls konstant bleibt die Besetzung des Fliegenden Holländers. Im Details ist alles nachzulesen auf der Homepage der Bayreuther Festspiele.
Donnerstag, 23. April 2015
Tristan aus Bayreuth am 7.8. im Kino
Auch in diesem Sommer zeigen die Bayreuther Festspiele wieder eine Aufführung aus dem Festspielhaus live im Kino, die Übertragung von Tristan und Isolde ist für den 07. August 2015 geplant. Regie bei dieser mit Spannung erwarteten Neuproduktion führt Festspielleiterin Katharina Wagner, die musikalische Leitung hat Christian Thielemann. Tickets demnächst im Kino ihres Vertrauens!
Freitag, 20. März 2015
Tristan-Besetzung 2015 in Bayreuth steht fest
Vier Monate vor der Premiere haben die Bayreuther Festspiele jetzt die Besetzung der Neuproduktion Tristan und Isolde bekannt gegeben, eine Überraschung gibt es dabei nicht. Anja Kampe wird die Isolde singen und die ursprünglich eingeplante Eva-Maria Westbroek ersetzen, sie hat die Partie bereits in Glyndebourne bei der Ruhrtriennale 2011 gesungen (siehe Foto, Inszenierung von Willy Decker und unter der musikalischen Leitung von Kirill Petrenko). Stephen Gould bleibt als Tristan an Bord. Als König Marke wird Georg Zeppenfeld angekündigt, als Brangäne Christa Mayer - beide schon länger bayreutherfahren. Als Kurwenal gibt Iain Paterson sein Debüt am Grünen Hügel, genauso wie Raimund Nolte als Melot, Kay Stiefermann als Steuermann und Tansel Akzeybek als junger Seemann und Hirt. Mit Tristan und Isolde tritt Festspielleiterin Katharina Wagner nach Die Meistersinger von Nürnberg
Mittwoch, 28. Januar 2015
Onlineverkauf für Bayreuther Festspiele startet am 01.02.2015
Der Onlineverkauf für die Bayreuther Festspiele 2015 startet an diesem Sonntag, dem 01. Februar 2015 um 14 Uhr. Es kommen auf diesem Wege erstmals Karten für sämtliche Festspielvorstellungen in den Verkauf. Im Vorjahr, als zum ersten Mal ein größeres Kontingent online verkauft wurde, war nur eine Auswahl von Terminen im Angebot. Pro Person können bis zu 6 Plätze erworben werden. Mit dieser Beschränkung dürfte allerdings schon der Kauf eines kompletten Rings für zwei Besucher schwierig werden. Seit dem Start des Onlineverkaufs kommt es immer wieder zu Spekulationen, wie nachgefragt die Bayreuther Festspiele tatsächlich sind. Die diesjährigen Sängerbesetzungen sind bislang noch nicht veröffentlicht. Eröffnet werden die Festspiele am 25. Juli 2015 mit der Premiere der Neuproduktion von Tristan und Isolde.
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