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Mittwoch, 12. November 2014
Große Premiere von Manon Lescaut in München
Am kommenden Samstag ist es so weit, im Münchner Nationaltheater steht die Premiere von Puccinis Manon Lescaut auf dem Spielplan. Ein erstes Foto der beiden Protagonisten Kristine Opolais und Jonas Kaufmann hat die Bayersiche Staatsoper auf ihrer Facebook-Seite gepostet. Beide haben das Stück bereits im vergangenen Jahr in London gemeinsam gesungen und gespielt. Weitere Inszenierungsfotos aus München werden mit Spannung erwartet. Im aktuellen Spiegel war inzwischen zu lesen, was Anna Netrebko so sehr an der Sichtweise von Hans Neuenfels gestört hat, dass sie sich vor zwei Wochen aus der Produktion zurück gezogen hat. Manon muss sich zwischen zwei Männern entscheiden, dem jungen Des Grieux und dem alten Geronte. Dass sie wirklich ernsthaft beide Möglichkeiten in Erwägung zieht stellt Neuenfels in Frage, Netrebko aber nicht. Zwei Künstler mit unvereinbaren Frauenbildern - das kommt vor, man sei nicht im Groll voneinander geschieden. Die Produktion soll eher einfach und klar gehalten sein, ganz auf das Agieren der Personen zugeschnitten. Jonas Kaufmann baut in der österreichischen Presse bereits vor: Die Inszenierung wird nicht jedem gefallen. Ob es zum Skandal reicht ist gleichwohl fraglich, Neuenfels Bayreuther Ratten-Lohengrin war zur Premiere ein Aufreger und wurde dann ganz schnell zum Klassiker. Angesichts der Starschlagzeilen bislang nur wenig Aufmerksamkeit findet das Hausdebüt des jungen Franzosen Alain Altinoglu. Genau er übernimmt im nächsten Sommer auch den Lohengrin bei den Bayreuther Festspielen. Wie immer in München überträgt BRklassik die Premiere live im Hörfunk. Leider noch nicht aufgnommen ist die Produktion in die Liste der kostenlosen Livestreams des Hauses, aber es ist noch eine bisher unbenannte Übertragung während der Opernfestspiele 2015 angekündigt.
Samstag, 29. März 2014
La bohème-livestream aus Wien zum halben Preis
Heute Abend zeigt die Wiener Staatsoper im Rahmen ihres kostenpflichtigen Livestream-Programms eine Aufführung von La bohème in der legendären Inszenierung von Franco Zefirelli. Es singen: Maija Kovalevska die Mimì, Ramón Vargas den Rodolfo, Ildikó Raimondi die Musetta und es dirigiert Mikko Franck. Über dieses Gutscheinangebot kann man die Aufführung zum halben Preis verfolgen...(das Angebot ist als Entschädigung für die mangelnde Erreichbarkeit der Website der Wiener Staatsoper in der vergangenen Woche beim Vorverkaufsstart für die neue Saison gedacht.)
Dienstag, 10. Dezember 2013
La fanciulla del West auf arte
Sie sind vielleicht nicht das neue Traumpaar der Oper, aber gehören zu den gefragtesten Gesangssolisten unserer Zeit: Nina Stemme und Jonas Kaufmann. Zur diesjährigen Saisoneröffnung der Wiener Staatsoper waren beide in einem eher randständigen Werk des Opernrepertoires zu erleben: La fanciulla del West von Giacomo Puccini. Die Aufführung in der Regie von Marco Arturo Marelli und unter der musikalischen Leitung von Franz Welser-Möst war bereits im Fernsehen zu sehen, wer das versäumt hat bekommt am morgigen Mittwoch, 11. Dezember 2013 ab 22.45 Uhr auf arte noch mal Gelegenheit das viel zu selten gespielte Werk zu sehen. Auch das ist Musiktheater des 20. Jahrhunderts!
Dienstag, 8. Oktober 2013
Samstag, 4. Juli 2009
Liebe Macht Tod
Mit seiner letzten Oper "Turandot" (1920) kommt Giacomo Puccini endgültig im zwanzigsten Jahrhundert an - musikalisch und inhaltlich. Nichts mehr von entrückten Melodien à la "Tosca" oder "La Bohéme". Hier geht es um alles - um Liebe und um Macht, also um das Leben. Deshalb sah er sich auch außerstande ein Happy End zu erfinden, die Oper wurde erst posthum vollendet. An der Deutschen Oper Berlin steht seit Anfang dieser Saison die komplettierte Form auf dem Spielplan, und zwar in einer anspuchsvollen und eigensinnigen Inszenierung, die überzeugt.

Regisseur Lorenzo Fioroni verzichtet dabei auf jegliche chinesische Folklore und wirft - angereichert mit ein paar ironischen Seitenhieben - einen abgeklärten illusionslosen Blick auf das Stück. Wenn Liebe und Macht aufeinandertreffen gehen beide unter, das ist die These der Aufführung, die mit intensiven Bildern beglaubigt wird. Fulminant und auftrumpfend und dennoch plausibles Menschentheater - das ist selten. Das Ganze ist dazu noch handwerklich solide arrangiert und hat in sich eine Musikalität, die man sonst so oft schmerzlich vermisst. Dirigent Pinchas Steinberg hat das Geschehen im Griff, er nimmt das Orchester gelegentlich sängerfreundlich zurück und weiß die entscheidenden Akzente zu setzen und dem Klangrausch keine zu engen Fesseln anzulegen. Mit Maria Guleghina wurde eine der rennomiertesten Sängerinnen für die Titelpartie aufgeboten. Sie singt die Turandot schon seit längerem und überall, oft mit großem Erfolg. Den hatte sie auch hier, aber die Anstrengungen der letzten Jahre sind ihrer Stimme dann doch anzumerken, die schweren Partien wie Turandot, Abigaille und Lady Macbeth, auf welche sie abonniert ist, haben ihre Spuren hinterlassen. Zu viele Töne sprechen nicht mehr richtig an, in der Höhe gibt es Schärfen und in der Rätselszene zeigte sie sich merkbar unsicher. Gegen Ende singt sie sich dann auch noch richtig in Hochform und löst die Figur erstaunlich facettenreich ein. Sie ist immer noch eine wunderbare Turandot und wenn endlich in Fahrt auch die große Diva, auf die das Publikum wartet. Dessen Symphatie fliegt auch Elena Mosuc als Liu zu, die im Frühjahr am gleichen Haus eine phänomenale Lucia di Lamermoor gesungen hatte, diesmal ist der Eindruck eher gemischt. Bei ihre bleibt alles irgendwie Behauptung, ihr gelingt an diesem Abend nicht, was Guleghina so meisterhaft macht: Defizite, seien sie Tagesform oder grundsätzlicher Natur in der großen Geste zu transzendieren. Möglicherweise ist das auch der Inszenierung zuzurechnen, die der Turandot-Figur eine erstaunliche Ambivalenz als Frau zugesteht ober besser abfordert, Liu bleibt da viel eindimensionaler. Als Calaf überzeugt Roy Cornelius Smith mit großer Durchschlagkraft, er ist die ganze Partie hindurch völlig ungefährdet unterwegs. Die drei Minister Ping, Pang und Pong sind mit Simon Pauly, Jörg Schörner und Paul Kaufmann bestens besetzt, auch szenisch ist das alles sehr schön präzise. Unerschütterlich Peter Maus, wieder mal eine großartige Studie, als Altkaiser. Ohne Makel auch der Opernchor der Deutschen Oper. Ein auf jeden Fall sehenswerter Abend, vielleicht entfaltet sich der konzeptionelle Ansatz einer einer anderen (weniger auf Opulenz angelegten) Sängerkonstellation noch besser. Auf jeden Fall handelt es sich um eines der raren Beispiele, bei welchem sich der Ersatz einer alten Aufführung aus der Götz-Friedrich-Ära durch eine Neuproduktion als Gewinn erweist!

Regisseur Lorenzo Fioroni verzichtet dabei auf jegliche chinesische Folklore und wirft - angereichert mit ein paar ironischen Seitenhieben - einen abgeklärten illusionslosen Blick auf das Stück. Wenn Liebe und Macht aufeinandertreffen gehen beide unter, das ist die These der Aufführung, die mit intensiven Bildern beglaubigt wird. Fulminant und auftrumpfend und dennoch plausibles Menschentheater - das ist selten. Das Ganze ist dazu noch handwerklich solide arrangiert und hat in sich eine Musikalität, die man sonst so oft schmerzlich vermisst. Dirigent Pinchas Steinberg hat das Geschehen im Griff, er nimmt das Orchester gelegentlich sängerfreundlich zurück und weiß die entscheidenden Akzente zu setzen und dem Klangrausch keine zu engen Fesseln anzulegen. Mit Maria Guleghina wurde eine der rennomiertesten Sängerinnen für die Titelpartie aufgeboten. Sie singt die Turandot schon seit längerem und überall, oft mit großem Erfolg. Den hatte sie auch hier, aber die Anstrengungen der letzten Jahre sind ihrer Stimme dann doch anzumerken, die schweren Partien wie Turandot, Abigaille und Lady Macbeth, auf welche sie abonniert ist, haben ihre Spuren hinterlassen. Zu viele Töne sprechen nicht mehr richtig an, in der Höhe gibt es Schärfen und in der Rätselszene zeigte sie sich merkbar unsicher. Gegen Ende singt sie sich dann auch noch richtig in Hochform und löst die Figur erstaunlich facettenreich ein. Sie ist immer noch eine wunderbare Turandot und wenn endlich in Fahrt auch die große Diva, auf die das Publikum wartet. Dessen Symphatie fliegt auch Elena Mosuc als Liu zu, die im Frühjahr am gleichen Haus eine phänomenale Lucia di Lamermoor gesungen hatte, diesmal ist der Eindruck eher gemischt. Bei ihre bleibt alles irgendwie Behauptung, ihr gelingt an diesem Abend nicht, was Guleghina so meisterhaft macht: Defizite, seien sie Tagesform oder grundsätzlicher Natur in der großen Geste zu transzendieren. Möglicherweise ist das auch der Inszenierung zuzurechnen, die der Turandot-Figur eine erstaunliche Ambivalenz als Frau zugesteht ober besser abfordert, Liu bleibt da viel eindimensionaler. Als Calaf überzeugt Roy Cornelius Smith mit großer Durchschlagkraft, er ist die ganze Partie hindurch völlig ungefährdet unterwegs. Die drei Minister Ping, Pang und Pong sind mit Simon Pauly, Jörg Schörner und Paul Kaufmann bestens besetzt, auch szenisch ist das alles sehr schön präzise. Unerschütterlich Peter Maus, wieder mal eine großartige Studie, als Altkaiser. Ohne Makel auch der Opernchor der Deutschen Oper. Ein auf jeden Fall sehenswerter Abend, vielleicht entfaltet sich der konzeptionelle Ansatz einer einer anderen (weniger auf Opulenz angelegten) Sängerkonstellation noch besser. Auf jeden Fall handelt es sich um eines der raren Beispiele, bei welchem sich der Ersatz einer alten Aufführung aus der Götz-Friedrich-Ära durch eine Neuproduktion als Gewinn erweist!
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