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Montag, 11. November 2013

Die Zarenbraut aus Berlin bei ARTE live web















Mit Modest Mussorgskis Boris Godunow zeigte der aus Russland stammende Dimitri Tcherniakov im Jahre 2005 an der Staatsoper Unter den Linden seine viel beachtete, erste Regiearbeit im Ausland (übrigens mit einem überragenden René Pape in der Titelrolle). Nach einer schnellen, ihn durch ganz Europa führenden Regiekarriere kehrt er jetzt nach Berlin zurück und zeigt mit Nikolai Rimsky-Korsakows Die Zarenbraut immer noch kraftvoll und ideenreich ein weiteres Schlüsselwerk des slawischen Repertoires. Daniel Barenboim hat die musikalische Leitung übernommen und die Terminierung zum Auftakt dieser Saison deuten darauf hin, dass die Produktion ganz ursprünglich mal zur Wiedereröffnung des Stammhauses Unter den Linden geplant war. Diese wird nun noch eine ganze Weile auf sich warten lassen. Auf ARTE live web steht jetzt für reichlich zwei Wochen der Mitschnitt einer kompletten Vorstellung aus dem Dauer-Ausweichquartier Schillertheater zum Abruf bereit. Clou der Besetzung ist übrigens Anna Tomowa-Sintow, Berliner Staatsopernlegende, die nach sicher zwanzig Jahren erstmals wieder in einer Produktion des Hauses zu sehen ist. Fulminant Anita Rachvelishvili, die die derzeit hoch gehandelte Olga Peretyatko beinahe deklassiert. Die Vorstellungen in Berlin waren übrigens alle restlos ausverkauft, was als kräftiges Plädoyer des Publikums für eher randständige Werke des Opernkanons gelten kann. Viel Spaß beim Reinschauen!


Montag, 14. Oktober 2013

Berliner Opernbaustelle jetzt mit Webcam














Ursprünglich sollte die Berliner Staatsoper Unter den Linden bereits Anfang Oktober diesen Jahres wieder eröffnet werden. Glinkas Zarenbraut in der Inszenierung von Dimitri Tscherniakow und unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim wäre dann vielleicht die Eröffnungspremiere gewesen, wenn man sich nicht für ein gängigeres Stück oder vielleicht sogar eine Uraufführung entschieden hätte, wie bei der Inbesitznahme des Schillertheaters, vor mittlerweile drei Jahren. Daraus wurde nichts, die Zarenbraut kam im Ausweichquartier heraus und bis heute ist kein Eröffnungstermin bekannt gegeben worden. Es könnten noch zwei, drei oder vier Saisonen dauern. Angesichts des Berliner Flughafendebakels ist diese Zurückhaltung mehr als nachvollziehbar, auch wenn sie mit den üblichen Planungsfristen im Opernbetrieb kaum in Einklang zu bringen ist. Auf der Baustelle geht es gleichwohl voran, das Dach soll noch in diesem Jahr wieder geschlossen werden und dann der Innenausbau beginnen. Für alle, die ab und zu vorbeischauen wollen gibt es jetzt eine Webcam mit Blick auf die Baustelle!




Donnerstag, 7. Oktober 2010

Jonas Kaufmann sagt Liederabend in Berlin ab


Wegen einer fiebrigen Erkältung musste Startenor Jonas Kaufmann seinen für heute abend im Berliner Schillertheater geplanten Liederabend absagen. Am Klavier begleiten sollte ihn kein geringerer als Daniel Barenboim. Ein Ersatztermin wird noch gesucht. Zwischenzeitlich hatte die Staatsoper als Ersatzprogramm einen Soloauftritt Daniel Barenboims mit zwei Stücken von Franz Schubert angekündigt, diese Planungen aber im Laufe des Tages wieder zurück gezogen. Sicher mit guten Gründen. In der vergangenen Woche hatte Kaufmann zwei bejubelte Auftritte an der Seite von Angela Gheorghiu in der Deutschen Oper Berlin nur wenige Fußminuten entfernt vom Schillertheater. Der Tenor wird aber immer öfter Opfer seines Erfolges und seines vollen Terminkalenders, er hatte im Sommer zwei Vorstellungen des Lohengrin in Bayreuth und einen Liederabend in Salzburg abgesagt.

Samstag, 2. Oktober 2010

Quo vadis Staatsoper


Am Sonntag eröffnet die Staatsoper Unter den Linden Berlin ihre erste Saison im Ausweichquartier Schillertheater. Auf dem Programm steht Metanoia - Über das Denken hinaus, die Uraufführung einer Komposition von Jens Joneleit nach einem Libretto von René Pollesch. Die musikalische Leitung hat selbstverständlich Daniel Barenboim. Die Inszenierung wird aus Respekt für den verstorbenen Christoph Schlingensief ohne Regisseur, sondern als Gemeinschaftsprojekt aller Beteiligten hergestellt. ARTE überträgt am Sonntag ab 22.25 Uhr! Zum Ensemble gehört u.a. die Sopranistin Annette Dasch, die zuletzt in Bayreuth als umstrittene Elsa auf der Bühne stand. Auf dem Bild oben ist sie zusammen mit dem Staatsopernchor zu sehen, der sich in hautengen Bodies präsentiert, das dürfte bei den Damen und Herren einige Überzueugungsarbeit gekostet haben. Die neue Saison an der Staatsoper ist auch die erste von Neuintendant Jürgen Flimm, der sich in der vergangenen Woche recht nebelhaft zum Profil des Hauses geäußert hat. Er nennt mit Andrea Breth, Claus Guth, Falk Richter, Philipp Stölzl, Krzysztof Warlikowski, Nicolas Stemann, Achim Freyer und Dmitri Tcherniakov eine illustre Schar an Regisseursnamen, aus denen sich aber eine Linie kaum ablesen lässt. Außer bei den beiden letztgenannten scheint keine zwingende Verbindung zur Staatsoper auf, eher handelt es sich wohl um einen Auszug aus dem privaten Telefonbuch des Intendanten. Auch zum Thema Berliner Opernlandschaft und der immer noch andauernden Dubletten-Diskussion reichen Flimms Einlassungen kaum über Allgemeinplätze hinaus. Im Stammhaus Unter den Linden konnte man sich des Interesses der Hauptstadt-Touristen gewiss sein (und hat den Spielplan darauf abgestellt), das dürfte sich im Schillertheater in Grenzen halten. Eine Idee, wie mit dieser Situation umgegangen werden soll, ist im Moment noch nicht sichtbar. In Charlottenburg soll offenbar alles so weiter gehen, wie es in Mitte mehr oder weniger erfolgreich lief. Wenn eine Premiere funktioniert, schön - wenn nicht, auch nicht schlimm. Und zwischendurch dröge Repertoirekunst. Die Aussichten für die Staatsoper sind also eher ernüchternd und das in einem Moment, in welchem die beiden anderen Berliner Häuser konzeptionell aufgestockt haben. Kirsten Harms hat an der Deutschen Oper gleich gegenüber dem Schillertheater ihre bisher beste Saison geplant (das ist wirklich Große Oper), das Programm ihres Nachfolger Dietmar Schwarz an der Oper Basel wurde gerade zum zweiten Mal in Folge als Opernhaus des Jahres ausgezeichnet. Und an der Komischen Oper wird es mit dem avancierten Künstler-Theater von Barrie Kosky demnächst auch mehr kantiges Profil geben. Ob es für die Staatsoper ausreicht, sich dazwischen mit ein paar Namen und Daniel Barenboim an der Spitze zu profilieren, das darf doch stark bezweifelt werden. Macher-Qualitäten in allen Ehren, aber ohne Konzept ist eine Oper im 21. Jahrhundert nur schwer zu führen, gerade wenn sie wie in (der Hauptstadt der Schiedsrichter) Berlin unter heftigster Beobachtung von Presse und Fach-Öffentlichkeit steht!

Dienstag, 7. September 2010

Kein Ersatz für Schlingensief


Die Eröffnungsproduktion der Staatsoper Unter den Linden Berlin im Ausweichquartier Schillertheater wird vom künstlerischen Team in Zusammenarbeit mit dem Ensemble verantwortet. Als Regisseur von Metanoia - Über das Denken hinaus - einer Uraufführung von Jens Joneleit - war der vor drei Wochen verstorbene Christoph Schlingensief vorgesehen, an seiner Stelle wird kein anderer Regisseur die Inszenierung übernehmen. Vielmehr firmieren jetzt auf der Homepage der Staatsoper das komplette Ensemble und das Team gemeinsam für die Enrichtung des Stückes, die wohl auf jeden Fall im Sinne des verstorbenen Künstlers vorgenommen wird. Neben Daniel Barenboim gehören dazu Annette Dasch, Anna Prohaska und Martin Wuttke. Die Liste ist aber nicht ganz komplett, denn von der ursprünglich geplanten Besetzung ist Sophie Rois nicht mehr mit dabei. Premiere ist am 03. Oktober 2010.

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