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Freitag, 11. Juli 2014

Edith Haller übernimmt Elsa in Bayreuth












Die Bayreuther Festspiele vermelden eine Umbesetzung aus erfreulichen Gründen: Annette Dasch kann die Elsa in diesem Sommer nicht singen, denn sie ist im Mutterschutz. Für sie übernimmt ihre Kollegin Edith Haller die Partie. Die aus Südtirol stammende Sopranistin Edith Haller ist auf dem Grünen Hügel keine Unbekannte, von 2006 bis 2010 sang sie in der letzten Ring-Produktion mehrere Rollen, u.a. Sieglinde und Gutrune. Sitilistisch ist sie eine der interessantesten Wagner-Sängerinnen ihrer Generation, sie überzeugt schon lange mit Darstellungskraft und Gestaltungsvermögen. Dennoch zieht sie immer noch nicht die ganz große Aufmerksamkeit auf sich. Es wäre ihr zu wünschen, dass diese Rückkehr auf den Grünen Hügel das ändert.

Mittwoch, 28. September 2011

Konzertanter Lohengrin in Berlin


Mit Lohengrin setzt am 12. November 2011 Marek Janowski mit seinem Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin den Wagner-Zyklus in der Berliner Philharmonie fort. Die Titelrolle übernimmt jetzt Klaus Florian Vogt (anstelle von Christopher Ventris) und trifft dabei auf seine Bayreuther Kollegin Annette Dasch als Elsa (Foto). Sie singt diese Rolle zum ersten Mal jenseits des Grünen Hügels. Weitere Solisten sind Susanne Resmark, Markus Brück, Günther Groissböck und Gerd Grochowski. Zuletzt hatte Janowski im Frühjahr Die Meistersinger von Nürnberg mit großem Erfolg in der Philharmonie aufgeführt.

Samstag, 9. April 2011

Annette Dasch gibt die Pompadour


Man kann der Berliner Sopranistin Annette Dasch manches vorwerfen, gewiss aber nicht, dass die Auswahl ihrer Partien und Projekte unspannend wäre. Im Frühjahr 2012 wird sie an der Volksoper Wien die Madame Pompadour in einer Neuinszenierung der heute nur noch selten gespielten Operette verkörpern. Vielschreiber Leo Fall komponierte das Werk, das zu den gelungensten und erfolgreichsten des Genres zählt, auf dem Höhepunkt seines Schaffens Anfang der zwanziger Jahre. In der Uraufführung in Berlin sang die legendäre Fritzi Massari die Titelrolle. Eine tolle Vorlage für Dasch, die der Figur der bildschönen und ambitionierten Mätresse Ludwig XV sicherlich einige interessante Facetten abgewinnen wird. Im Sommer 2011 wird Annette Dasch wieder in Bayreuth auf der Bühne stehen, im Vorjahr hatte sie dort als Elsa in der Lohengrin-Inszenierung von Hans Neuenfels debütiert. Ihre Auftritte am Grünen Hügel erzeugten eher eine gemischte Resonanz. Iher Popularität, die sich im wesentlichen aus iher TV-Bekanntheit speist, tat das keinen Abbruch. Welche Sopranistin sonst hat denn eine eigene Talkshow?

Samstag, 2. Oktober 2010

Quo vadis Staatsoper


Am Sonntag eröffnet die Staatsoper Unter den Linden Berlin ihre erste Saison im Ausweichquartier Schillertheater. Auf dem Programm steht Metanoia - Über das Denken hinaus, die Uraufführung einer Komposition von Jens Joneleit nach einem Libretto von René Pollesch. Die musikalische Leitung hat selbstverständlich Daniel Barenboim. Die Inszenierung wird aus Respekt für den verstorbenen Christoph Schlingensief ohne Regisseur, sondern als Gemeinschaftsprojekt aller Beteiligten hergestellt. ARTE überträgt am Sonntag ab 22.25 Uhr! Zum Ensemble gehört u.a. die Sopranistin Annette Dasch, die zuletzt in Bayreuth als umstrittene Elsa auf der Bühne stand. Auf dem Bild oben ist sie zusammen mit dem Staatsopernchor zu sehen, der sich in hautengen Bodies präsentiert, das dürfte bei den Damen und Herren einige Überzueugungsarbeit gekostet haben. Die neue Saison an der Staatsoper ist auch die erste von Neuintendant Jürgen Flimm, der sich in der vergangenen Woche recht nebelhaft zum Profil des Hauses geäußert hat. Er nennt mit Andrea Breth, Claus Guth, Falk Richter, Philipp Stölzl, Krzysztof Warlikowski, Nicolas Stemann, Achim Freyer und Dmitri Tcherniakov eine illustre Schar an Regisseursnamen, aus denen sich aber eine Linie kaum ablesen lässt. Außer bei den beiden letztgenannten scheint keine zwingende Verbindung zur Staatsoper auf, eher handelt es sich wohl um einen Auszug aus dem privaten Telefonbuch des Intendanten. Auch zum Thema Berliner Opernlandschaft und der immer noch andauernden Dubletten-Diskussion reichen Flimms Einlassungen kaum über Allgemeinplätze hinaus. Im Stammhaus Unter den Linden konnte man sich des Interesses der Hauptstadt-Touristen gewiss sein (und hat den Spielplan darauf abgestellt), das dürfte sich im Schillertheater in Grenzen halten. Eine Idee, wie mit dieser Situation umgegangen werden soll, ist im Moment noch nicht sichtbar. In Charlottenburg soll offenbar alles so weiter gehen, wie es in Mitte mehr oder weniger erfolgreich lief. Wenn eine Premiere funktioniert, schön - wenn nicht, auch nicht schlimm. Und zwischendurch dröge Repertoirekunst. Die Aussichten für die Staatsoper sind also eher ernüchternd und das in einem Moment, in welchem die beiden anderen Berliner Häuser konzeptionell aufgestockt haben. Kirsten Harms hat an der Deutschen Oper gleich gegenüber dem Schillertheater ihre bisher beste Saison geplant (das ist wirklich Große Oper), das Programm ihres Nachfolger Dietmar Schwarz an der Oper Basel wurde gerade zum zweiten Mal in Folge als Opernhaus des Jahres ausgezeichnet. Und an der Komischen Oper wird es mit dem avancierten Künstler-Theater von Barrie Kosky demnächst auch mehr kantiges Profil geben. Ob es für die Staatsoper ausreicht, sich dazwischen mit ein paar Namen und Daniel Barenboim an der Spitze zu profilieren, das darf doch stark bezweifelt werden. Macher-Qualitäten in allen Ehren, aber ohne Konzept ist eine Oper im 21. Jahrhundert nur schwer zu führen, gerade wenn sie wie in (der Hauptstadt der Schiedsrichter) Berlin unter heftigster Beobachtung von Presse und Fach-Öffentlichkeit steht!

Dienstag, 7. September 2010

Kein Ersatz für Schlingensief


Die Eröffnungsproduktion der Staatsoper Unter den Linden Berlin im Ausweichquartier Schillertheater wird vom künstlerischen Team in Zusammenarbeit mit dem Ensemble verantwortet. Als Regisseur von Metanoia - Über das Denken hinaus - einer Uraufführung von Jens Joneleit - war der vor drei Wochen verstorbene Christoph Schlingensief vorgesehen, an seiner Stelle wird kein anderer Regisseur die Inszenierung übernehmen. Vielmehr firmieren jetzt auf der Homepage der Staatsoper das komplette Ensemble und das Team gemeinsam für die Enrichtung des Stückes, die wohl auf jeden Fall im Sinne des verstorbenen Künstlers vorgenommen wird. Neben Daniel Barenboim gehören dazu Annette Dasch, Anna Prohaska und Martin Wuttke. Die Liste ist aber nicht ganz komplett, denn von der ursprünglich geplanten Besetzung ist Sophie Rois nicht mehr mit dabei. Premiere ist am 03. Oktober 2010.

Samstag, 24. Juli 2010

Ohne Schwan geht es nicht!


Am morgigen Sonntag wird die 99. Ausgabe der Bayreuther Festspiele eröffnet. Hans Neuenfels' Neudeutung des Wagnerschen Lohengrin steht auf dem Programm und der Blätterwald rauscht, aber viel mehr als die Tatsache, das Ratten mit im Spiel sind, dringt nicht durch. Die Beteligten halten sich offenbar an das Schweigegelübde. Was ein Regisseur zwischen Generalprobe und Premiere tut ist inzwischen auch klar: Er gibt Interviews! Hans Neuenfels ist in allen Blättern und gibt mehr oder weniger qualifizierte Kommentare zum Thema ab. Das Neue Deutschland betitelt ihn kurz und treffend als Der Spalter und DIE WELT feiert ihn als letzten Regietheater-Träumer. In der FAZ benennt er die Lohengrin-Story als Warnung an uns alle und im Berliner Tagesspiegel stellt er fest: Also bitte, der Schwan muss sein! Das sehen wir auch so und hoffen inständig, dass sich die Inspiration des Meisters nicht in verbalen Ausdeutungen erschöpft, denn Neuenfels-Fans, zu denen wir uns zählen, mussten in den letzten Jahren mehrfach die bittere Erfahrung machen, dass sein Interviews einfach besser (klüger, inspirierter, witziger) waren als seine Inszenierungen! Aber auch die ersten Festspiele nach dem Tod von Wolfgang Wagner sind ein großes Thema. Die Schwestern Wagner nehmen nun endgültig das Zepter in die Hand. Manchem ist das ja immer noch nicht recht! Während die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vor einer Wocher in einem nichtssagenden, recht krawallig geratenen Artikel Kritik am angeblich gar nicht so neuen Stil der Schwestern schüren wollte (warum haben Sie so was nötig Frau Büning?) wollten sich das die Kollegen das so gar nicht zueigen machen und berichten vorab von erwartungsfroh über pragmatisch bis geschwätzig (schon wieder die FAZ!) über die anstehenden Ereignisse - und es wird eigentlich alles wie jedes Jahr, bis auf das Wetter. Da aber in Bayreuth sommers immer viel mehr von Interesse ist, als anderswo wird auch der Probenunfall von Sopranistin Annette Dasch ausführlich reflektiert, sowohl von kleinen, wie auch von großen Zeitungen! Aber keine Sorge, sie singt am Sonntag und alles wird gut! Vielleicht sogar die Kritiken...

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