Mittwoch, 23. Juli 2014

Doch noch Krach am Grünen Hügel
















Viele Wochen war es untypisch ruhig und es gab keine Neuigkeiten von den diesjährigen Bayreuther Festspielen. Sogar die traditionelle Pressekonferenz am Eröffnungstag wurde erstmalig abgesagt, weil es nichts zu verkünden gäbe. Das hat sich nun geändert, zumindest für Regisseur Frank Castorf, dessen Neuinszenierung des Ring des Nibelungen aus dem vergangenen Sommer in diesem Jahr wieder aufgenommen wird. In einem mehrseitigen Interview im Magazin Der Spiegel hat er sich auf recht unterhaltsame Weise über das Festival und im Besonderen über seine beiden Leiterinnen, die gerade bis 2020 verlängerte Katharina Wagner und die im nächsten Jahr ausscheidende Eva Wagner-Pasquier beklagt. Insbesondere missfällt ihm, die kurzfristige Umbesetzung des Sängers Martin Winkler, der als Alberich eingeplant war und nach vier Wochen Proben ohne Rücksprache durch Oleg Bryjak ersetzt wurde. Aufrund der knappen Ressourcen könne von einer Werkstatt Bayreuth keine Rede mehr sein, er habe sogar einen Teil seiner Proben an Kyrill Petrenko für die musikalische Arbeit abgegeben. Generell sieht Castorf die Bayreuther Festspiele künstlerisch auf keinem guten Weg und macht ein ungutes Kommunikationsklima nach drinnen und draussen aus, welches ihm schon vor einem Jahr an die gute alte DDR erinert hat. Mit dieser Diagnose steht er gewiss nicht allein, es ändert sich dennoch nichts, das Problem scheint sich mittlerweile in den Bayreuther Markenkern zu integrieren.

Montag, 21. Juli 2014

Tannhäuser als Livestream aus Bayreuth













Der in diesem Jahr letztmalig auf dem Grünen Hügel zu erlebende Tannhäuser in der Regie von Sebastian Baumgarten wird am 12. August 2014 vom Bayerischen Rundfunk live als Videostream im Internet gezeigt. In den Vorjahren gab es parallel zur Kinoauswertung immer auch TV-Übertragungen bei Arte oder der ARD. Die musikalische Leitung der Aufführung hat Axel Kober, es singen Torsten Kerl (Tannhäuser), Camilla Nylund (Elisabeth), Michelle Breedt (Venus) und Markus Eiche (Wolfram). Die umstrittende Produktion wird seit 2011 gezeigt und nun ein Jahr früher vom Spielplan genommen, dafür steht der Lohengrin in der Inszenierung von Hans Neuenfels ein Jahr länger auf dem Plan.

Sonntag, 20. Juli 2014

Ulf Schirmer geht in München und bleibt in Leipzig

















Der Intendant der Oper Leipzig hat seinen Vertrag bis 2020 verlängert, Ulf Schirmer ist seit 2009 GMD der Oper und steht dem Haus seit 2011 als Intendant vor. Zugleich wurde bekannt, dass er seinen Vertrag als künstlerischer Leiter des Münchner Rundfunkorchesters 2017 auslaufen lässt. Zwei stimmige Entscheidungen, die Oper Leipzig kam unter der Leitung Schirmers erstmals seit anderthalb Jahrzehnten wieder in ruhigeres Fahrwasser. Der eingeschlagene Konsolidierungskurs benötigt noch auf Jahre hinaus ein starke führende Hand und Schirmer tut gut daran, sich auf dieses Vorhaben zu konzentrieren. Ein solches Haus darf nicht nur verwaltet, sondern muss auch gestaltet werden, das geht nicht nebenbei. Interessant dürfte die weitere Entwicklung in München werden, das Profil und die Programmatik des dortigen Rundfunkorchesters sind eng an die Person Schirmers gebunden. Zwischen mit viel Glanz präsentierten Raritäten und einem breiten zielgruppenspezifischen Angebot für Jung und Alt hat das Orchester einen festen Platz auf dem dicht besetzten Münchner Klassikmarkt erobert. Das ist nicht zuletzt Ulf Schirmers Verdienst und der Erfolg in der Nische gibt für die Gegenwart Recht. Aber ob sich jetzt ein Nachfolger finden wird, der diese Positionierung so fortführen will und kann, das scheint eher fraglich. Und kulturpolitisch könnte das alles auch noch einmal brisant werden.

Samstag, 19. Juli 2014

Gergiev dirigiert Gedenkkonzert für Maazel














Der am vergangenen Wochenende verstorbene Dirigent Lorin Maazel war mit München auf besondere Weise verbunden, er hatte Chefpositionen sowohl beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, wie auch bei den Münchner Philharmonikern inne. Musiker aus beiden Orchestern spielen am kommenden Montag, 21.7.2014 in der Jesuitenkirche St. Michael in München ein Gedenkkonzert für Maazel, welches von seinem Nachfolger bei den Philharmonikern, Valery Gergiev dirigiert wird. Auf dem Programm steht Johannes Brahms Ein deutsches Requiem, Solisten sind Christiane Karg und Georg Zeppenfeld. Der Bayerische Rundfunk überträgt das Konzert im Radio und weltweit im Internet als Video-Webstream.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Anja Harteros singt Aida konzertant





















Die Erfolgsgeschichte geht weiter: Nach mehreren umjubelten gemeinsamen Auftritten in Verdi-Premieren an der Bayerischen Staatsoper (Il trovatore, La forza del destino) und bei den Salzburger Festspielen (Don Carlo) debütieren Anja Harteros und Jonas Kaufmann im Februar 2015 in Rom gemeinsam in Aida. Die einmalige konzertante Aufführung wird von Antonio Pappano geleitet, es spielt sein Orchestra e Coro dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia. Von einer Plattenaufnahme ist aufgrund der hochkarätigen Besetzung auszugehen. Pläne der Sopranistin die Aida auch in einer szenischen Produktion zu singen sind nicht bekannt.

Montag, 14. Juli 2014

Katharina Wagner bleibt bis 2020 in Bayreuth













Der Vertrag von Katharina Wagner als Leiterin der Bayreuther Festspiele wurde um fünf Jahre bis 2020 verlängert. Bereits länger bekannt war, dass ihre Halbschwester Eva Wagner-Pasquier im kommenden Jahr aus der Festspielleitung ausscheidet. Der neue Vertrag von Katharina Wagner sieht nur geringfügige Änderungen zu den bisherigen Aufgaben vor, wie berichtet wird.

Lorin Maazel (1930-2014)


Freitag, 11. Juli 2014

Edith Haller übernimmt Elsa in Bayreuth












Die Bayreuther Festspiele vermelden eine Umbesetzung aus erfreulichen Gründen: Annette Dasch kann die Elsa in diesem Sommer nicht singen, denn sie ist im Mutterschutz. Für sie übernimmt ihre Kollegin Edith Haller die Partie. Die aus Südtirol stammende Sopranistin Edith Haller ist auf dem Grünen Hügel keine Unbekannte, von 2006 bis 2010 sang sie in der letzten Ring-Produktion mehrere Rollen, u.a. Sieglinde und Gutrune. Sitilistisch ist sie eine der interessantesten Wagner-Sängerinnen ihrer Generation, sie überzeugt schon lange mit Darstellungskraft und Gestaltungsvermögen. Dennoch zieht sie immer noch nicht die ganz große Aufmerksamkeit auf sich. Es wäre ihr zu wünschen, dass diese Rückkehr auf den Grünen Hügel das ändert.

Donnerstag, 10. Juli 2014

La forza del destino aus München auf ARTE













Mit einer Neuinszenierung von La forza del destino in der Regie von Martin Kusej beschloss die Bayerische Staatsoper im Dezember 2013 das große Verdi-Gedenkjahr. ARTE zeigt am Montag, 28. Juli 2014 um 21.50 Uhr eine Aufzeichnung von den Münchner Opernfestspielen. Die musikalische Leitung der Aufführung hat Asher Fisch und auf dem Besetzungszettel stehen Anja Harteros, Nadia Krasteva, Jonas Kaufmann, Ludovic Tézier und Vitalij Kowaljow. Es handelt sich um Regietheater der mittelschweren Ausprägung!

Donnerstag, 3. Juli 2014

Anja Harteros übernimmt Arabella von Renée Fleming













Renée Fleming wird die Arabella in der Übernahme der Produktion der Salzburger Osterfestspiele 2014 an die Dresdner Semperoper im Rahmen der dortigen Richard-Strauss-Tage im November diesen Jahres nicht singen. An ihrer Stelle soll Anja Harteros die Partie in den geplanten zwei Aufführungen übernehmen. Erst vor kurzem hatte sie in der Semperoper im Rahmen eines Galakonzertes der Staatskapelle Dresden zum Geburtstag von Richard Strauss unter der Leitung von Christian Thielemann "Mein Elemer" aus Arabella gesungen. Als Capriccio-Gräfin bleibt Fleming in Dresden für diesen Herbst weiter eingeplant. Wir hatten Anja Harteros bereits vor einigen Wochen zur Nachfolgerin von Renée Fleming im deutschen Fach ausgerufen, nicht ahnen könnend, dass es schon so bald so konkret werden würde.

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...