Dienstag, 30. Juni 2015

Evelyn Herlitzius singt Isolde in Bayreuth 2015











Erneute Umbesetzung bei der Eröffnungsproduktion der Bayreuther Festspiele in diesem Jahr: Evelyn Herlitzius übernimmt die Partie der Isolde in der Neuproduktion in der Regie von Katharina Wagner. Anja Kampe, welche erst seit einigen Monaten eingeplant war, hat die Partie "im Einvernehmen" mit den Festspielen zurück gelegt, sie wird weiterhin als Sieglinde im Ring auftreten. Im nächsten Jahr steht Herlitzius wohl schon nicht mehr zur Verfügung, denn dann soll Petra Lang die Isolde übernehmen. Evelyn Herlitzius hat eine lange Bayreuth-Vergangenheit, sie war am Grünen Hügel bereits die Brünnhilde im Flimm-Ring, die Kundry im Schlingensief-Parsifal und die Ortrud im Premierenjahr des Ratten-Lohengrins von Hans Neuenfels. Alles Referenzen, die sie für die neue Aufgabe auszeichnen, auch die Isolde hat sie schon länger im Repertoire und an wichtigen Häusern gesungen. Über die Gründe für diese Umbesetzung kann viel spekuliert werden, das Bayreuther Festspieltheater hat in diesem Jahr mit dem vermeintlichen Hügelverbot für Eva Wagner-Pasquier besonders früh und auch besonders intensiv begonnen. Die Wahl des Ring-Dirigenten Kirill Petrenko zum Chef der Berliner Philharmoniker in der vergangenen Woche wird dessen Verhältnis zu Christian Thielemann, der den neuen Tristan dirigiert, nicht gerade verbessert haben. Außerdem hat Anja Kampe eine anstrengende Saison hinter sich und auch wenn sie die Isolde schon gesungen hat ist sie vielleicht aktuell nicht in der Form, um sich unter Bayreuther Verhältnissen auf dieses Abenteuer einzulassen.

Sonntag, 28. Juni 2015

Münchner Gipfel der Opern-Stars heute abend im ZDF

















Mehr als 12.500 Besucher waren gestern abend auf dem Münchner Königsplatz zugegen, als Anna Netrebko und Jonas Kaufmann sekundiert von ihren Kollegen Elena Zhidkova und Ildar Abdrazakov ein Opern- und Operettenprogramm unter freiem Himmel zum Besten gaben. Für den außerdem noch vorgesehenen Dmitri Hvorostovsky, der wegen einer Erkrankung kurzfristig absagen musste, sprang Thomas Hampson ein. Es spielte die Janacek Philharmonie Ostrava unter der Leitung des italienischen Dirigenten Claudio Vandelli. Das Wetter hielt aus, das Programm war vorhersehbar, die Preise unanständig hoch (in der Spitze 320 Euro!) und so wohl nur in München aufrufbar. Im Laufe des Abends wurde es empfindlich kühl, der guten Stimmung tat das keinen Abbruch, die Atmosphäre stimmte für alle, die solche Open-air-Spektakel mögen. Dabei sein ist eben alles, nicht nur auf der Bühne, sondern selbstverständlich auch im Publikum. Das ZDF hat das Konzert mitgeschnitten und zeigt es bereits heute ab 22 Uhr im Hauptprogramm unter dem Titel Sommernachtsmusik.

Montag, 22. Juni 2015

Kirill Petrenko neuer Chef der Berliner Philharmoniker?













Überraschende Nachricht von den Berliner Philharmonikern: Kirill Petrenko soll gestern zum neuen Chefdirigenten gewählt worden sein, wie verschiedene Quellen übereinstimmend berichten. Dass nach der Hängepartie Mitte Mai so schnell ein neuer Wahlgang angesetzt wird, damit war nicht zu rechnen. Sollte sich die Nachricht bestätigen, dann hätte das Orchester eine wirklich gute Lösung gefunden und die Schlappe vor einem Monat würde nur als Anektode in die Orchestergeschichte eingehen. Mit besonderer Aufmerksamkeit wird die Entwicklung auf jeden Fall aus München verfolgt werden, denn an der Bayerischen Staatsoper ist Kirill Petrenko derzeit hochgeschätzter und unangefochtener GMD. Allein die Ankündigung seines Weggangs dürfte Diskussionen über den weiteren Kurs des Hauses auslösen.

Montag, 8. Juni 2015

Auch Barenboim kritisiert jetzt Bayreuth















Jetzt auch Daniel Barenboim! Nachdem am Wochenende der amtierende Bayreuther Ring-Dirigent Kirill Petrenko das angebliche Hügelverbot für Eva Wagner-Pasquier deutlich kritisiert hat meldet sich heute auch Daniel Barenboim zu Wort, er habe mit Erstaunen und Befremden von dem Versuch der Festival-Spitze gelesen, Wagner-Pasquier ihren bis Ende August zustehenden Arbeitsplatz während der Zeit der Proben auf dem Grünen Hügel zu verwehren. Gibt es in einem freien demokratischen Land für ein solches Verfahren eine rechtliche Grundlage? Ich dachte, man kann den Menschen ihre Bewegungsfreiheit nicht nehmen - außer sie wären Kriminelle. Dieser Umgang ist menschenunwürdig. Daniel Barenboim hat von 1981 bis 1999 bei den Bayreuther Festspielen dirigiert und gehörte zu den prägenden Künstlern der Ära Wolfgang Wagner. Wenn er sich auf diese Weise zu Wort meldet, dann scheint die Angelegenheit ernst zu sein - was wegen fehlender Klarstellungen seitens der Festspiele bislang nur schwer abschätzbar ist - und ebenso klar ist, dass das Ganze zunehmend außer Kontrolle gerät!

Kirill Petrenko über die Bayreuther Turbulenzen













Auch der Münchner GMD Kirill Petrenko, der sich in diesem Sommer als Ring-Dirigent auf dem Grünen Hügel verabschieden wird (Marek Janowski übernimmt im nächsten Jahr), zeigt sich verärgert über das jüngst bekannt gewordene "Hügelverbot" für die ebenfalls scheidende Festspielchefin Eva Wagner-Pasquier. Offenbar erwog er sogar einen vorzeitigen Rückzug von den Festspielen: Nur die Verantwortung und der Respekt meinen Kollegen in Bayreuth gegenüber, die ich nicht so knapp vor Beginn der Proben im Stich lassen kann, hält mich davon ab, meine Mitwirkung aufzukündigen. Seine Kritk bezieht sich auch auf die erst vor kurzem bekanntgewordene Auswechslung des Sängers des Siegfrieds: für Lance Ryan übernimmt Stefan Vinke die Partie. Wo Wagner drauf steht, muss vor allem Mensch drinnen sein – das ist ja die erste Prämisse, die wir aus seinem Werk lernen. Dass sich Kirill Petrenko in der Sache überhaupt so deutlich äußert ist erstaunlich, der Dirigent gilt als scheu und gibt schon seit längerer Zeit grundsätzlich keine Interviews.

Samstag, 6. Juni 2015

Turbulenzen auf dem Grünen Hügel













Es ist wie jedes Jahr in Bayreuth, es geht nicht um Richard Wagner und seine Musik, sondern um den Zoff in dem sich seine Nachfahren regelmäßig entzweien. Lange war es in diesem Jahr ruhig, bis gestern. An herausgehobener Stelle - auf einer kompletten Seite Drei - berichtete die Süddeutsche Zeitung von einem angeblichen Hügelverbot für Eva Wagner-Pasquier während der Proben für die diesjährigen Festspiele, es sind übrigens ihre letzten als Geschäftsführerin, denn Ende August wird sie ausscheiden. Verursacher soll Christian Thielemann sein, der Dirigent der diesjährigen Tristan-Neuprouduktion und künstlerischer Berater der Festspiele seit 2010, er soll sicher weigern den Taktstock zu heben, wenn die amtierende Festspielleiterin Nummer zwei im Hause ist. Das wird natürlich dementiert, gleichwohl räumt der Anwalt von Frau Wagner-Pasquier, der allseits bekannte Peter Raue ein, dass sie der Tristan-Generalprobe nicht beiwohnen wird. So geht es wohl schon länger hin und her, der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Bayreuther Festspiele Georg von Waldenfels äußert sich auch, doch eher nebulös, ohne viel zu sagen. Selbst für den interessierten Beobachter ist das alles nicht mehr so richtig nachvollziehbar. Es ist wohl wieder mal sehr viel schief gelaufen in den letzten Wochen und Monaten. Bitter ist es auf jeden Fall für Eva Wagner-Pasquier, die nun offenbar zum zweiten Mal von den Festspielen vertrieben wird. In den siebziger Jahren war sie Assistentin ihres Vaters Wolfgang Wagner, bis der eine neue Familie mit Gudrun Wagner gründete und Tochter Katharina zur Welt kam. Die ist demnächst alleinige Festspielchefin. Und muss am 25. Juli als Regisseurin von Tristan und Isolde überzeugen. Darauf sollte es doch ankommen!

Freitag, 5. Juni 2015

DIe Akte Tschaikowsky auf ARTE













Der russische Komponist Peter Tschaikowsky (1840-1893) war schwul und hat das auch lustvoll ausgelebt, zumindest über lange Phasen seines Lebens. Er kannte und schätzte die entsprechenden Subkulturen in Rom, Florenz, Berlin und Paris. Für die russische Öffentlichkeit und für manche Musikfreunde mag das schwer zu akzeptieren sein, das ändert aber nichts an der Tatsache. Direkt und unverblümt hat sich Tschaikowsky immer wieder in Briefen an seinen ebenfalls schwulen Bruder geäußert, über schnelle Affären genauso wie über seine Zweckehe, die er später einzugehen glauben musste, als der Erfolg ihn in der Öffentlichkeit immer bekannter machte. In der ARTE-Mediathek ist derzeit ein gelungene Annäherung an die komplexe Person des Komponisten zu sehen, zu Wort kommen neben Musikwissenschaftlern und Psychologen auch der Organist Cameron Carpenter und Vladimir Malakhov, der ehemalige Chef des Berliner Staatsballetts.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Bayreuther Sängerbesetzungen 2015














Spät wie nie haben die Bayreuther Festspiele in diesem Jahr die Sängerbesetzungen bekannt gegeben. Wichtigste Neuigkeit: Lance Ryan steigt als Siegfried aus und wird durch Stefan Vinke ersetzt. Auch andere Partien in der Frank-Castorf-Produktion des Rings werden umbesetzt: den Loge übernimmt John Daszak, Mime Andreas Conrad, Fafner Andreas Hörl, Freie Allison Oakes, Hagen Stephen Milling. Zwei weitere Partien mussten neu besetzt werden, weil Oleg Bryjak und Maria Radner Opfer des Germanwings-Absturzes im April diesen Jahres sind. So übernimmt Bayreuth-Veteran Albert Dohmen den Alberich und Anna Lapkovskaja die Floßhilde. Das sind insgesamt ziemlich viele Umbesetzungen für eine Wiederaufnahme, viel Arbeit für die Assistenten, da Regisseur Frank Castorf nicht als probenwütig gilt. Anja Kampe bleibt Sieglinde, trotz der Übernahme der Isolde in der diesjährigen Neuproduktion. Johan Botha singt weiterhin den Siegmund und Catherine Foster alle Brünnhilden. Im Lohengrin - nun dirigiert vom Bayreuth-Debütanten Alain Altinoglu - kommt Annette Dasch als Elsa zurück und Klaus Florian Vogt bleibt in der Titelrolle im Einsatz. Ebenfalls konstant bleibt die Besetzung des Fliegenden Holländers. Im Details ist alles nachzulesen auf der Homepage der Bayreuther Festspiele.

Samstag, 9. Mai 2015

Mariss Jansons bleibt bis 2021 in München













Mariss Jansons hat seinen Vertrag als Chef des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks bis ins Jahr 2021 verlängert. Das ist ein Statement in doppelter Hinsicht: Einmal sagt er damit den Berliner Philharmonikern ab, die am nächsten Montag ihren neuen Chef wählen. Für diese Position war Jansons einer der aussichtsreichen Kandiaten. Zum anderen ist sein Bleiben in München ein starkes Signal an die Politik in Bayern jetzt mit dem neuen Konzertsaal in München ernst zu machen. In der vergangenen Woche hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter bekannt gegeben, dass die zwischenzeitlich anvisierte "Zwillingslösung" für zwei Orchester im Gasteig vom Tisch ist. Der Konzertsaal-Ball liegt nun im Feld des Freistaats Bayern und Ministerpräsident Horst Seehofer muss ein Tor schiessen...

Donnerstag, 23. April 2015

Tristan aus Bayreuth am 7.8. im Kino













Auch in diesem Sommer zeigen die Bayreuther Festspiele wieder eine Aufführung aus dem Festspielhaus live im Kino, die Übertragung von Tristan und Isolde ist für den 07. August 2015 geplant. Regie bei dieser mit Spannung erwarteten Neuproduktion führt Festspielleiterin Katharina Wagner, die musikalische Leitung hat Christian Thielemann. Tickets demnächst im Kino ihres Vertrauens!

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