Sonntag, 22. Februar 2015

Kommt doch ein neuer Konzertsaal in München?













Ist das bereits die erste Absage der Absage des Konzertsaalneubaus in München? Könnte sein, wenn man die Worte des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer strategisch so interpretiert, wie man es bei ihm immer tun sollte. In der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung wird Seehofer mit den Worten zitiert "es sei nichts aufgegeben und nichts entschieden". Der umfassende und überraschend heftige Gegenwind der letzten Wochen dürfte den zuweilen dünnhäutigen Politiker zumindest irritiert haben. Applaus gab es eigentlich von keiner Seite, ein Grund mehr, nochmal nachzudenken. Immerhin würden Freistaat und Stadt nach aktueller Beschlusslage bis zu 450 Millionen Euro ausgeben und doch nur die gegenwärtige, für jeden auf eigene Weise unbefriedigende Situation fortschreiben. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, der vor drei Wochen gemeinsam mit Seehofer die Entscheidung für eine Generalsanierung der Philharmonie im Gasteig und gegen den Neubau eines Konzersaals verkündet hatte ist bereits vor einer Woche in ähnlicher Form zitiert worden. Die Angelegenheit scheint nun wieder offener zu sein, als vor ein paar Tagen. Jetzt bedarf es eines beherzten, diplomatischen Vorgehens der Befürworter des neuen Konzertsaales, zahlreiche in den Diskussionen der letzten Wochen gestellten Fragen müssen zügig, sachlich und ehrlich beantwortet werden. Und es sollte ein abgestimmter Standortvorschlag gemacht werden, der ohne weitere Diskussionen mehrheitsfähig ist. Diese verfahrene Situation kann nur dann positiv aufgelöst werden, wenn es eine Lösung gibt, bei der alle als Sieger dastehen. Wie immer, wenn es um Politik geht. Die Hausaufgaben sind verteilt und bei wem der Ball jetzt im Spielfeld liegt ist klar, der nächste Schuss muss ein Treffer sein!

Samstag, 21. Februar 2015

Spielplanänderung an der Wiener Staatsoper














Früher gab es sie regelmäßig, inzwischen gehören sie zu den absoluten Ausnahmefällen: Spielplanänderungen an den großen Opernhäusern. Heute wird bei kurzfristigen Sängerabsagen bis zur allerletzen Minute umbesetzt, was mitunter zu eigenartigen Konstellationen führt, zur Aufspaltung in eine singende und eine spielende Person, um den musikalischen und den szenischen Ansprüchen gleichermaßen zu entsprechen. Nicht so an der Wiener Staatsoper am kommenden Montag, dort entfällt die geplante Aufführung von Halévys La Juive und es wird anstelle L’elisir d’amore gespielt. Grund ist die Erkrankung von Neil Shicoff. Der dürfte nicht so leicht zu ersetzen sein, einmal weil die anspruchsvolle Partie des Éléazar nicht so viele verfügbare Kollegen im Repertoire haben und zum anderen weil die Wiener Inszenierung von Günter Krämer untrennbar mit der Person Shicoffs verbunden ist. Die Premiere im Jahr 1999 war ein überragender Erfolg für den Sänger und für das Haus, immer wieder kam die Produktion seit dem zurück ins Repertoire. Und nicht zuletzt war Neil Shicoff auch ein Kandidat für die Nachfolge Ioan Holenders an der Spitze der Wiener Staatsoper, das wurde dann Dominique Meyer. Dass er Neil Shicoff, dessen außergewöhnliche Karriere sich nun langsam dem Ende zuneigt, ein Comeback in seiner Lebenspartie schenkt ist sicher auch als eine kleine Reminiszenz zu verstehen. Wir wünschen dem Tenor gute Besserung, die nächste Vorstellung La Juive ist für kommenden Freitag geplant. Die letzte Aufführung der Serie am 07. März 2015 wird von der Wiener Staatsoper als kostenpflichtiger Livestream im Internet übertragen.

Aida aus Mailand auf ServusTV














Peter Stein hat seine vielgelobte Moskauer Inszenierung von Giuseppe Verdis Aida an der Mailänder Scala neu einstudiert und damit dem soeben auf fünf Jahre verlängerten Intendanten Alexander Pereira einen großen Erfolg beschert. Der war unter anderem angetreten, das italienische Repertoire des Hauses zu erneuern und zu vergrößern. Der österreichische Fernsehsender Servus TV überträgt die Produktion am Samstag, dem 21. Februar 2015 ab 20.15 Uhr im Programm und auch als Livestream im Internet. Zubin Metha dirigiert, Kristin Lewis singt die Titelpartie.


Freitag, 20. Februar 2015

Problemabend an der Bayerischen Staatsoper










Doppeltes Pech bei der vorgestrigen Vorstellung von Cosi fan tutte im Münchner Nationaltheater: Zunächst ließ sich der eiseren Vorhang nicht mehr bewegen, die gesamte Aufführung musste deshalb aus Brandschutzgründen quasi konzertant auf der fast leeren Bühne stattfinden. Dann erkrankte die Sängerin der Dorballa Angela Brower so schwer, dass sie die Vorstellung nach der Pause nicht mehr zu Ende singen konnte. Für sie sprang Gaëlle Arquez ein, die gerade in der Falstaff-Serie im Haus die Meg Page singt. Das Publikum nahm die Probleme und ihre Lösung gelassen bis amüsiert hin, die außergewöhnliche Vorstellung dauerte bis halb zwölf. Am Sonntag gibt es wieder Cosi fan tutte, dann mit Bühnenbild und mit Isabael Leonard als Dorabella.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Rolando Villazon singt Uraufführung in München















Noch ist das neue Saisonprogramm der Bayerischen Staatsoper nicht veröffentlicht, aber einer der absehbaren Höhepunkte der nächsten Spielzeit wurde bereits jetzt offiziell bekannt gegeben: Kirill Petrenko dirigiert die Uraufführung South Pole des in Prag geborenen Komponisten Miroslav Srnka, das Libretto stammt vom Australier Tom Halloway. Die neue Oper nimmt sich den allseits bekannten Kampf um die Eroberung des Südpols vor. Die beiden historischen Figuren Roald Amundsen und Robert Scott werden von Thomas Hampson und Rolando Villazon gesungen, was dem Projekt Aufmerksamkeit verschaffen dürfte - genauso wie der Name des Regisseurs: Hans Neuenfels. Fast ein Jahr vor dem geplanten Termin der Uraufführung am 31. Januar 2016 hat die Bayerische Staatsoper einen informativen Blog zu dem Projekt lanciert.
 

Dienstag, 3. Februar 2015

München leuchtet nur noch nachts!














Mit einer mutlosen Entscheidung hat München nach einem Jahrzehnt Diskussion beschlossen, die unbefriedigende Konzertsaalsituation in der Stadt zu zementieren. Die Philharmonie im Gasteig und der Herkulessaal in der Residenz werden im Bestand renoviert bzw. rekonstruiert, sämtliche Neubaupläne - von denen es viele gab - wurden verworfen. Die beiden großen Orchester in München, die Münchner Philharmoniker und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sollen sich die Belegung in beiden Sälen teilen und Orchestergastspiele dazwischen geplant werden. Genau das hatten mehrere in den letzten Jahren entstandende Gutachten ausgeschlossen. Es wird sich zeigen, ob die Entscheidung nur eine weitere Wendung im politischen Meinungsbildungsprozess ist oder ob Ministerpräsident Seehofer wirklich durchzieht und es zum angekündigten Kabinettsbeschluss kommt. Der Widerstand gegen die Pläne ist aus allen Richtungen zu hören, ob er sich auch formiert, das ist nicht absehbar. Noch hat die Musikstadt München einen Nimbus, einmal verloren ist der kaum zurück zu erlangen.

Sonntag, 1. Februar 2015

München will Philharmonie abreissen und neu bauen

















Die unendliche Münchner Konzertsaaldiskussion ist um eine überraschende Wende reicher. Kurz vor einem Spitzengespräch zwischen Ministerpräsidenten Seehofer und Oberbürgermeister Reiter zum Thema meldet die Süddeutsche Zeitung in ihrer Wochenendausgabe, dass eine Einigung so gut wie feststeht. Demnach soll die Philharmonie im Gasteig, die noch nicht einmal dreissig Jahre steht, abgerissen und an gleicher Stelle schöner und besser wieder aufgebaut werden. Parallel dazu soll der zweite Münchner Klassiksaal - der Herkulessaal in der Residenz - ertüchtigt werden. Mit einer solchen Unlösung würde das grundsätzliche Problem, dass Münchner Philharmoniker und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit ihren Proben- und Konzertplänen offenbar nicht befriedigend zu koordinieren sind, für Jahrzehnte fortgeschrieben. Das dürfte Widerstand geben und der nächsten Wendung darf mit Spannung entgegen gesehen werden!


Samstag, 31. Januar 2015

Lucia-Livestream aus München auf 8.2. verschoben
















Die Bayerische Staatsoper hat den Livestream der Neuproduktion Lucia die Lammermoor um eine Woche verschoben. Statt an diesem Sonntag wird die Aufführung mit Diana Damrau in der Titelrolle erst am 08. Februar 2015 ab 17.45 Uhr kostenlos auf der Homepage des Hauses zu verfolgen sein. Die musikalische Leitung hat GMD Kirill Petrenko übernommen, in weiteren Partien sind Pavol Breslik, Georg Zeppenfeld, Dalibor Jenis, Dean Power, Emanuele D'Aguanno und Rachel Wilson zu erleben.

Mittwoch, 28. Januar 2015

Onlineverkauf für Bayreuther Festspiele startet am 01.02.2015


















Der Onlineverkauf für die Bayreuther Festspiele 2015 startet an diesem Sonntag, dem 01. Februar 2015 um 14 Uhr. Es kommen auf diesem Wege erstmals Karten für sämtliche Festspielvorstellungen in den Verkauf. Im Vorjahr, als zum ersten Mal ein größeres Kontingent online verkauft wurde, war nur eine Auswahl von Terminen im Angebot. Pro Person können bis zu 6 Plätze erworben werden. Mit dieser Beschränkung dürfte allerdings schon der Kauf eines kompletten Rings für zwei Besucher schwierig werden. Seit dem Start des Onlineverkaufs kommt es immer wieder zu Spekulationen, wie nachgefragt die Bayreuther Festspiele tatsächlich sind. Die diesjährigen Sängerbesetzungen sind bislang noch nicht veröffentlicht. Eröffnet werden die Festspiele am 25. Juli 2015 mit der Premiere der Neuproduktion von Tristan und Isolde.



Dienstag, 27. Januar 2015

Diana Damrau schont sich















Seit gestern abend steht Diana Damrau als Lucia die Lammermoor in einer Neuproduktion der Bayerischen Staatsoper auf der Bühne des Nationaltheaters in München. Der Auftritt in einer ihrer Glanzpartien gelingt nach ersten Berichten in jeder Hinsicht überzeugend. Noch sechs Vorstellungen sind bis Saisonende geplant, alle ausverkauft - auf der Konzertbühne macht sich die Sängerin dagegen rar. Nach dem Silvesterkonzert der Münchner Philharmoniker hat sie nun auch den Auftritt mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Thomas Hengelbrock am 31.01.2015 bei der Salzburger Mozartwoche abgesagt. Die Absage an Silvester verschaffte ihrer Kollegin Simona Šaturová einen Überraschungserfolg und in Salzburg springt jetzt Marina Rebeka ein. Was auch immer dahintersteht, es ist sicher eine kluge Entscheidung von Diana Damrau. Eine großartige Sängerin im Zenith ihrer Karriere geht kein Risiko ein, das Beispiel sollte Schule machen. Am 01.02.2015 streamt die Bayerische Staatsoper übrigens die Lucia die Lammermoor gratis im Netz, Infos auf der Homepage!

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