Mittwoch, 30. Juli 2014

Alain Altinoglu übernimmt Bayreuther Lohengrin 2015














Endlich wieder mal ein überraschendes neues Gesicht auf dem Grünen Hügel: Der französische Dirigent Alain Altionglu übernimmt im Sommer 2015 das Dirigat der Reprise der Lohengrin-Inszenierung von Hans Neuenfels. Die hocherfolgreiche Produktion geht in die Verlängerung, weil der ungeliebte Tannhäuser in diesem Jahr zum letzten Mal gezeigt wird. Alain Altinoglu zählt zu den profiliertesten und vielseitigsten Operndirigenten der jüngeren Generation, im Herbst diesen Jahres wird er die Neuproduktion von Manon Lescaut an der Bayerischen Staatsoper mit Anna Netrebko und Jonas Kaufmann leiten, ebenfalls in der Regie von Hans Neuenfels.  Bisher wurde der aktuelle Bayreuther Lohengrin von Andris Nelsons geleitet, der aber aufgrund seines neuen Engagements als Chef des Boston Symphony Orchestra bei dessen allsommerlicher Residenz in Tanglewood unabkömmlich ist.

BR-Fernsehen zeigt Rosenkavalier aus Salzburg















Das Bayerische Fernsehen überträgt am 21. August 2014 eine der Hauptproduktionen der diesjährigen Salzburger Festspiele. Altmeister Harry Kupfer inszeniert Richard Strauss Der Rosenkavalier in einer Traumbesetzung, Premiere wird am 01. August 2014 sein. Krassimira Stoyanova gibt ihr Debüt als Marschallin und ist damit endgültig in der nach wie vor dicht besetzen ersten Reihe der Sopranistinnen angekommen, ist sie doch seit Jahren eine der zuverlässigsten und wandlungsfähigsten Sängerinnen überhaupt. An ihrer Seite Mojca Erdmann als stimmstarke Sophie und die hochbewährte Sophie Koch als Octavian. Als Ochs debütiert Günther Groissböck, auf Wunsch des Regisseurs eine ungewohnt junge Besetzung, er dürfte - zumal als gebürtiger Österreicher - auf Jahre hinaus konkurrenzlos in der Partie sein. Die restliche Besetzung ist dem Anlass angemessen erlesen: Adrian Eröd als Faninal, Silvana Dussmann als Leitmetzerin, Stefan Pop als Sänger. Franz Welser-Möst hat die musikalische Leitung, ursprünglich vorgesehen war Zubin Metha, der schon vor längerm abgesagt hat.

Zum Vergleich: In der Arte-Mediathek ist immer noch die diesjährige Neuproduktion des Rosenkavalier aus Glyndebourne abrufbar!

Dienstag, 29. Juli 2014

La forza del destino aus München als Webstream













Jetzt ist das Verdi-Jubiläum endgültig vorüber, aus dem Münchner Nationaltheater übertrug Arte gestern die immer noch aktuelle Produktion La forza del destino der Bayerischen Staatsoper mit Anja Harteros, Jonas Kaufmann und Ludovic Tézier. Die nicht voll und ganz überzeugende Inszenierung stammt von Martin Kušej. Auf der Arte-Homepage ist die Aufzeichnung jetzt für genau eine Woche on demand abrufbar.

Hier eine Premierenkritik von BR-Klassik!


Freitag, 25. Juli 2014

Tannhäuser-Premiere in Bayreuth unterbrochen















Die Eröffnung der Bayreuther Festspiele musste heute nach wenigen Minuten unterbrochen werden, da sich ein Bühnenelement (der in der Abbildung sichtbare Venusberg-Käfig) verklemmt hatte. Die Premierengäste wurden gebeten, den Zuschauerraum zu verlassen. Nach einer fast einstündigen Unterbrechung läuft die Vorstellung mittlerweile wieder. Aber ohne den defekten Käfig, der in der ersten Pause repariert werden soll. Die Beginnzeiten der beiden folgenden Akte verschieben sich jeweils um eine Stunde. Das wird ein langer Abend heute in Bayreuth!

Barrie Kosky inszeniert 2017 Meistersinger in Bayreuth

















Pünktlich zum heutigen Start der diesjährigen Bayreuther Festspiele wurde bekannt, wer im Sommer 2017 bei den neuen Meistersingern auf dem Grünen Hügel Regie führen wird. Es handelt sich um den aus Australien stammenden Opernregisseur Barrie Kosky, derzeit hocherfolgreicher Intendant der Komischen Oper Berlin. Eingeweihte Beobachter erinnern sich bei dieser Personalie sofort daran, dass Kosky einst lautstark verkündet hat, er hasse dieses Stück und werde es nie inszenieren, weil ihm zu viel Deutschtümelei und Nationalismus darin stecken. Für das immer sensationsheischendere Bayreuth sind das nicht die schlechtesten Voraussetzungen. Bis zur Premiere dauert es noch ziemlich genau drei Jahre und über irgendetwas muss bis dahin ja gesprochen werden. Regieefahrungen mit Richard Wagner hat Kosky gleichwohl, er hat bereits einen Lohengrin in Wien, einen Holländer in Essen und einen kompletten Ring in Hannover herausgebracht.

Mittwoch, 23. Juli 2014

Doch noch Krach am Grünen Hügel
















Viele Wochen war es untypisch ruhig und es gab keine Neuigkeiten von den diesjährigen Bayreuther Festspielen. Sogar die traditionelle Pressekonferenz am Eröffnungstag wurde erstmalig abgesagt, weil es nichts zu verkünden gäbe. Das hat sich nun geändert, zumindest für Regisseur Frank Castorf, dessen Neuinszenierung des Ring des Nibelungen aus dem vergangenen Sommer in diesem Jahr wieder aufgenommen wird. In einem mehrseitigen Interview im Magazin Der Spiegel hat er sich auf recht unterhaltsame Weise über das Festival und im Besonderen über seine beiden Leiterinnen, die gerade bis 2020 verlängerte Katharina Wagner und die im nächsten Jahr ausscheidende Eva Wagner-Pasquier beklagt. Insbesondere missfällt ihm, die kurzfristige Umbesetzung des Sängers Martin Winkler, der als Alberich eingeplant war und nach vier Wochen Proben ohne Rücksprache durch Oleg Bryjak ersetzt wurde. Aufrund der knappen Ressourcen könne von einer Werkstatt Bayreuth keine Rede mehr sein, er habe sogar einen Teil seiner Proben an Kyrill Petrenko für die musikalische Arbeit abgegeben. Generell sieht Castorf die Bayreuther Festspiele künstlerisch auf keinem guten Weg und macht ein ungutes Kommunikationsklima nach drinnen und draussen aus, welches ihm schon vor einem Jahr an die gute alte DDR erinert hat. Mit dieser Diagnose steht er gewiss nicht allein, es ändert sich dennoch nichts, das Problem scheint sich mittlerweile in den Bayreuther Markenkern zu integrieren.

Montag, 21. Juli 2014

Tannhäuser als Livestream aus Bayreuth













Der in diesem Jahr letztmalig auf dem Grünen Hügel zu erlebende Tannhäuser in der Regie von Sebastian Baumgarten wird am 12. August 2014 vom Bayerischen Rundfunk live als Videostream im Internet gezeigt. In den Vorjahren gab es parallel zur Kinoauswertung immer auch TV-Übertragungen bei Arte oder der ARD. Die musikalische Leitung der Aufführung hat Axel Kober, es singen Torsten Kerl (Tannhäuser), Camilla Nylund (Elisabeth), Michelle Breedt (Venus) und Markus Eiche (Wolfram). Die umstrittende Produktion wird seit 2011 gezeigt und nun ein Jahr früher vom Spielplan genommen, dafür steht der Lohengrin in der Inszenierung von Hans Neuenfels ein Jahr länger auf dem Plan.

Sonntag, 20. Juli 2014

Ulf Schirmer geht in München und bleibt in Leipzig

















Der Intendant der Oper Leipzig hat seinen Vertrag bis 2020 verlängert, Ulf Schirmer ist seit 2009 GMD der Oper und steht dem Haus seit 2011 als Intendant vor. Zugleich wurde bekannt, dass er seinen Vertrag als künstlerischer Leiter des Münchner Rundfunkorchesters 2017 auslaufen lässt. Zwei stimmige Entscheidungen, die Oper Leipzig kam unter der Leitung Schirmers erstmals seit anderthalb Jahrzehnten wieder in ruhigeres Fahrwasser. Der eingeschlagene Konsolidierungskurs benötigt noch auf Jahre hinaus ein starke führende Hand und Schirmer tut gut daran, sich auf dieses Vorhaben zu konzentrieren. Ein solches Haus darf nicht nur verwaltet, sondern muss auch gestaltet werden, das geht nicht nebenbei. Interessant dürfte die weitere Entwicklung in München werden, das Profil und die Programmatik des dortigen Rundfunkorchesters sind eng an die Person Schirmers gebunden. Zwischen mit viel Glanz präsentierten Raritäten und einem breiten zielgruppenspezifischen Angebot für Jung und Alt hat das Orchester einen festen Platz auf dem dicht besetzten Münchner Klassikmarkt erobert. Das ist nicht zuletzt Ulf Schirmers Verdienst und der Erfolg in der Nische gibt für die Gegenwart Recht. Aber ob sich jetzt ein Nachfolger finden wird, der diese Positionierung so fortführen will und kann, das scheint eher fraglich. Und kulturpolitisch könnte das alles auch noch einmal brisant werden.

Samstag, 19. Juli 2014

Gergiev dirigiert Gedenkkonzert für Maazel














Der am vergangenen Wochenende verstorbene Dirigent Lorin Maazel war mit München auf besondere Weise verbunden, er hatte Chefpositionen sowohl beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, wie auch bei den Münchner Philharmonikern inne. Musiker aus beiden Orchestern spielen am kommenden Montag, 21.7.2014 in der Jesuitenkirche St. Michael in München ein Gedenkkonzert für Maazel, welches von seinem Nachfolger bei den Philharmonikern, Valery Gergiev dirigiert wird. Auf dem Programm steht Johannes Brahms Ein deutsches Requiem, Solisten sind Christiane Karg und Georg Zeppenfeld. Der Bayerische Rundfunk überträgt das Konzert im Radio und weltweit im Internet als Video-Webstream.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Anja Harteros singt Aida konzertant





















Die Erfolgsgeschichte geht weiter: Nach mehreren umjubelten gemeinsamen Auftritten in Verdi-Premieren an der Bayerischen Staatsoper (Il trovatore, La forza del destino) und bei den Salzburger Festspielen (Don Carlo) debütieren Anja Harteros und Jonas Kaufmann im Februar 2015 in Rom gemeinsam in Aida. Die einmalige konzertante Aufführung wird von Antonio Pappano geleitet, es spielt sein Orchestra e Coro dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia. Von einer Plattenaufnahme ist aufgrund der hochkarätigen Besetzung auszugehen. Pläne der Sopranistin die Aida auch in einer szenischen Produktion zu singen sind nicht bekannt.

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