Freitag, 18. April 2014

Dimitri Tcherniakov inszeniert Parsifal















Der russische Regisseur Dimitri Tcherniakov inszeniert Richard Wagner - und zwar Parsifal zu den Osterfesttagen der Berliner Staatsoper 2015 in deren Dauerausweichquartier Schillertheater. Mit René Pape als Gurnemanz und selbstverständlich Daniel Barenboim am Pult. Als Kundry debütiert Anja Kampe. Außerdem wird die diesjährige Produktion des Tannhäuser in der Regie von Sasha Waltz wieder aufgenommen, wiederum mit Peter Seiffert in der Titelrolle. Im sinfonischen Programm ist eine Hommage anlässlich des neunzigsten Geburtstag von Pierre Boulez geplant. Zyklen können bereits jetzt gebucht werden, der Einzelkartenverkauf beginnt am 08. November 2014.

Sonntag, 30. März 2014

Salzburger Arabella auf 3sat













Im Richard-Strauss-Jahr bringen die Osterfestspiele Salzburg Arabella in exquisiter Besetzung. Christian Thielemann dirigiert die Staatskapelle Dresden. Renée Fleming singt die Titelrolle, Thomas Hampson den Mandryka. (Das Foto zeigt Fleming als Arabella vor zwei Jahren in Paris, dort war Michael Volle ihr Partner.) Im Herbst geht die Inszenierung dann für nur zwei Abende an die Dresdner Semperoper, die allerdings bereits ausverkauft sein dürften. Dank 3sat kann sich der interessierte Opernfreund aber am 12. April 2014 ein Bild machen, die Salzburger Premiere wird ab 20.15 Uhr zeitversetzt übertragen.

Samstag, 29. März 2014

La bohème-livestream aus Wien zum halben Preis












Heute Abend zeigt die Wiener Staatsoper im Rahmen ihres kostenpflichtigen Livestream-Programms eine Aufführung von La bohème in der legendären Inszenierung von Franco Zefirelli. Es singen: Maija Kovalevska die Mimì, Ramón Vargas den Rodolfo, Ildikó Raimondi die Musetta und es dirigiert Mikko Franck. Über dieses Gutscheinangebot kann man die Aufführung zum halben Preis verfolgen...(das Angebot ist als Entschädigung für die mangelnde Erreichbarkeit der Website der Wiener Staatsoper in der vergangenen Woche beim Vorverkaufsstart für die neue Saison gedacht.)

Donnerstag, 27. März 2014

Simone Kermes & Fauré Quartett mit Strauss und Mahler






















Das dürfte bisher die interessanteste Neuerscheinung im Richard-Strauss-Jubiläumsjahr sein. Das berühmte Fauré Quartett und die nicht minder berühmte Simone Kermes bringen gemeinsam eine CD mit Liedern von Richard Strauss heraus. Mit persönlicher Erlaubnis der Strauss-Urenkelin wurden die Klavierstimmen von Dietrich Zöllner für eine Quartettbesetzung arrangiert. Das ist überaus gelungen, die Lieder klingen aufregend neu, spröde und werfen eine ganz anderes Licht auf den Komponisten Strauss. Simone Kermes, die - wie man jetzt bemerkt - als gehypte Barocklady immer nur einen Teil ihrer Begabung ins Spiel bringt, zeigt sich hier vollkommen zurückgenommen und dennoch hochmusikalisch und in erstaunlicher stimmlicher Verfassung. Mit ihrem instrumental geführten Sopran stellt sie sich ganz in den Dienst der Gesamtinterpretation, ein kongeniales Zusammenwirken mit dem Quartett. Die Unbedingtheit der jugendlichen Gefühlswallungen findet hier eine ideale Balance in Tiefe und Ausdruck. Selten hat man die Zueignung oder Allerseelen so zart, intensiv und ohne fahlen Schmelz gehört. Ideal kontrastiert mit Gustav Mahler ist diese aufregende Produktion ein wirkliches Kleinod und gehört in jeden Plattenschrank! Hier geht es direkt zur CD: Strauss & Mahler-Piano Quartets & Lieder

Dienstag, 18. März 2014

Lyon will Dorny nicht zurück
















Angestellte der Oper in Lyon, sowohl aus dem künstlerischen, wie auch aus dem administrativen Bereich, wehren sich gegen eine Rückkehr von Serge Dorny, der das Haus in Richtung Semperoper Dresden verlassen wollte. Da sich dieser Plan gerade auf spektakuläre Weise zerschlagen hat befürchtet man in Lyon eine Rückkehr des ungeliebten Intendanten, der dieses Haus immerhin schon über zehn Jahre leitet. Es ist von Demagogie, Geringschätzung und einem Klima des Misstrauens die Rede, welches am Haus herrschen würde. Dem Freistaat Sachsen wird zu seiner Hellsichtigkeit gratuliert! Die ganze Affäre ist noch nicht zu Ende. Der offene Brief ist im französischen Wortlaut hier nachzulesen.

Sonntag, 16. März 2014

Elektra aus Aix nochmals auf ARTE



Der weithin geschätzte deutsch-französische Kulturkanal ARTE zeigt heute im Abendprogramm eine wirkliche Hommage an zwei große Künstler, den im Vorjahr verstorbenen Regisseur Patrice Chéreau und den Komponisten Richard Strauss. Die Elektra im letzten Sommer in Aix-en-Provence war Chéreaus letzte Arbeit. Esa-Pekka Salonen dirigiert, Evelyn Herlitzius, Waltraud Meier, Adrianne Pieczonka singen....mehr muss man wirklich nicht dazu sagen! Für eine Woche wird die Aufführung auf ARTE+7 abzurufen sein...

Montag, 10. März 2014

Christian allein zu Haus













An der Dresdner Semperoper werden die Scherben zusammen gekehrt, die Bilanz der letzten Wochen mutet fatal an. Der geschasste Noch-Nicht-Intendant Serge Dorny wird - wie erwartet - den Freistaat Sachsen ob seiner außerordentlichen Kündigung verklagen. Die kolportierten Summen klingen imposant und dürften Wasser auf die Mühlen derjenigen sein, die behaupten, das sei alles sowieso viel zu teuer. Nun überrascht auch noch die Ankündigung, man werde sich mit der Suche nach einem neuen Intendanten für das Traditionshaus Zeit lassen, bis zum Herbst. Ende August sind in Sachsen Landtagswahlen, ob die betroffene Ministerin von Schorlemer danach noch im Amt sein wird, darauf will in Dresden wohl niemand mehr wetten. Die Semperoper arbeitet derweil weiter vor sich hin, es werden verlorene Jahre sein, das muss allen klar sein. Auch den vielen Dresdnern, die stolz auf ihr Haus sind und trotzdem nicht mehr reingehen, warum auch immer! Der Dresdner Staatssekretär Henry Hasenpflug, selbst Mitglied der Findungskommission und im Umfeld der Affäre durch ein paar ungelenke Äußerungen aufgefallen, hat nun verlauten lassen, dass man jetzt nicht nur einen künstlerischen Berater für den Geschäftsführer sucht, sondern auch die Positionen Operndirektion und Chefdramaturgie schnell besetzen will. Das verwundert, schränkt es doch die Möglichkeiten eines neuen Intendanten schon wieder ein. Gewiss, das Haus braucht schnell eine funktionierende künstlerische Verwaltung, aber es braucht noch viel mehr eine grundsätzliche Vergewisserung über seine strategische Ausrichtung. Es geht hier weder um eine Touristenoper, noch um ein Stadttheater, sondern um ein eigenes tragfähiges und nachhaltiges Konzept! Das zu entwickeln und umzusetzen ist eine originäre Intendantenaufgabe. Doch wer soll sich dieser Aufgabe in einer so verfahrenen Situation stellen? Dazu kommt noch, auch nicht eben erleichternd: Aus allem scheinbar unbeschadet geht Christian Thielemann hervor. Dabei hat am Ende auch die Tatsache, dass seine Kompetenzen nicht mit dem Maß an Verantwortung für das Gesamthaus einhergehen, diese Krise mit heraufbeschworen. Mit ihm wird ein neuer Intendant am ehesten auskommen müssen, soviel ist jetzt klar und auch das schränkt den Kreis der Kandidaten noch weiter ein. Thielemann ist in der Branche kein unbeschriebenes Blatt. Was kann man aus der aktuellen Krise lernen? Es ist und bleibt ein Konstruktionsfehler, dass ein Orchester mit Weltgeltung ein Opernhaus im Nebenerwerb betreiben will. So sehr der Staatskapelle Dresden die große Aufmerksamkeit und der internationale Erfolg zu gönnen ist, hier wird es ein Umdenken geben müssen. Man sollte Serge Dorny beinahe dankbar sein, dass er das Problem so deutlich gemacht hat. Es gibt zwei vergleichbare Fälle: Leipzig und Wien. In Leipzig haben sich Oper und Gewandhaus künstlerisch vollständig voneinander gelöst, mit der Konsequenz, dass die Oper Leipzig überregional kaum noch relevant ist und in Wien sorgt das immer noch viel reichlicher als hierzulande sprudelnde Geld für einen Waffenstillstand auf hohem Niveau. Beides sind für Dresden keine vorstellbaren Szenarien! Quo vadis Semperoper? Man wird sich erst mal weiter so durchwurschteln, das hält man in Sachsen ja für eine Kernkompetenz und man hat darin Erfahrung. Der neue Spielplan wird in wenigen Tagen bekannt gegeben werden, mit einigen der von Dorny geplanten Produktionen und einer grandiosen Richard-Strauss-Woche im November, Renée Fleming singt Araballa und Capriccio, natürlich dirigiert Thielemann. Aber reichen wird das auf keine Fall! Besorgte Fragen über Fragen....und hoffentlich keine schnellen Antworten!

Sonntag, 9. März 2014

Gerard Mortier (1943 - 2014)













Gerard Mortier ist tot. Der vielleicht wichtigste und auf jeden Fall der einflussreichste europäische Opernmanager der vergangenen drei Jahrzehnte erlag gestern im Alter von 70 Jahren seiner im Vorjahr diagnostizierten Krebserkrankung. Die von ihm geleiteten Institutionen, von den Salzburger Festspielen - wo er 1991 auf Herbert von Karajan folgte - bis zum Teatro Real in Madrid - wo er im letzten Jahr rüde abserviert wurde - wurden durch ihn von Grund auf umgestaltet, auf ein neues Publikum und auf ein ebenso neues Verständnis von Kunst und Theater eingestellt. Man könnte auch sagen, auf eine sehr subjektive Art zukunfts- und diskursfähig gemacht, die weit nach außen wirkte. Ihm ist bei weitem nicht alles geglückt, diesen Anspruch hat er übrigens auch nie erhoben. An der Pariser Oper folgte auf seine Amtszeit eine Ära der Restauration, die bis heute andauert. Doch er kämpfte immer mit offenem Visier, meldete sich gefragt und ungefragt zu Wort, war dabei nie um prägnante oder auch provokative Stellungnahmen verlegen. Erinnert werde muss an seine nicht sehr aussichtsreiche und damit um so verdienstvollere Bewerbung für die Bayreuther Festspiele und seine Absage an die New York City Opera, als dort das Geld knapp wurde. Dass Berlin es nicht gewagt hat, ihm die Leitung der Hauptstadtopern zu übertragen, Gelegenheiten dafür hätte es mehrfach gegeben, darf als entscheidendes Versäumnis der dortigen Kulturpolitik gelten. Gerard Mortier war der Prototyp eines eloquenten, polyglotten und natürlich auch sehr ambitionierten europäischen Kulturmanagers, der damit allerdings einen Standard vorgelegt hat, der nicht von vielen gehalten werden kann. Am wenigsten vielleicht von seinen zahlreichen Nachahmern. Mut und Sensibilität gehören eben auch dazu. Nicht nur in der permanenten Debatte um die Aufgaben und Möglichkeiten von Musiktheater in unserer Zeit wird seine Stimme fehlen!

Samstag, 8. März 2014

Einstein on the beach - Livestream aus Paris

Bob Wilsons Inszenierung von Philip Glass Oper Einstein on the beach, welche erstmals auf dem Festival d'Avignon 1976 gezeigt wurde und seit dem zu den großen Legenden der Theateravantgarde gehört wurde nun in Paris und Berlin wieder neu einstudiert. Die Aufzeichnung der Pariser Aufführung aus dem Théâtre du Châtelet kann als Livestream auf der französischen Plattform culturebox abgerufen werden. Erstaunlich ist die Dichte und die Souveränität, welche die 38 Jahre alte Produktion auch heute noch ausstrahlt. Unbedingt anschauen!

Freitag, 7. März 2014

Warlikowskis ALCESTE heute live aus Madrid













Es gibt derzeit überall anspruchsvolle Aufführungen der Opern von Christoph Willibald Gluck, die Musikreformator auch als Musikdramatiker ernst nehmen und seine selten gezeigten Stücke für das Repertoire erschließen. Die Pariser Oper eröffnete die laufende Saison im vergangenen Jahr im Palais Garnier mit Olivier Pys Neuproduktion von Alceste (Wiederaufnahme im Sommer 2015). Aus Madrid wird heute Abend Krzysztof Warlikowskis Deutung von Alceste auf arte concert direkt übertragen (und steht danach für einen längeren Zeitraum zum Abruf bereit). Angela Denoke in der Titelrolle und der neue Madrider Musikchef Ivor Bolten am Pult! 

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