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Dienstag, 5. März 2013

Sasha Waltz inszeniert Tannhäuser















Zuletzt hat sie heftig, aber erfolglos mit dem Berliner Kultursenator um Geld und den Verbleib ihrer Company in Berlin gestritten, jetzt wurde bekannt, dass Choreografin Sasha Waltz im Frühjahr 2014 Richard Wagners Tannhäuser an der Staatsoper im Schillertheater in Berlin inszeniert. Der Zugang zu den hauptstädtischen Subventionstöpfen bleibt also weiterhin gewährleistet, für niemanden Grund zu Sorge! Die Produktion kommt zu den Festtagen heraus und wird natürlich von Daniel Barenboim dirigiert, es singen Peter Seiffert, René Pape, Marina Poplavskaya und Peter Mattei. Außerdem gibt es zu den Festtagen noch eine Wiederaufname von Simon Boccanegra mit dem in dieser Partie inzwischen unvermeidlichen Placido Domingo. Für Gastkonzerte kommen die Wiener Philharmoniker und Martha Argerich spielt zusammen mit Daniel Barenboim Klavier. Unser Bild stammt übrigens aus der Tannhäuser-Aufführung einer anderen Bühnenküstlerin, die hin und wieder polarisiert: Katharina Wagner. Mal schaun, in welche Bildwelten uns Sasha Waltz dann entführt....hoffentlich andere!




Samstag, 7. April 2012

Otello in München - alt und gut













Die Bayerische Staatsoper im Repertoireglück, in einer bemerkenswert stimmigen Aufführung steht derzeit eine Serie von Verdis Otello auf dem Spielplan im Nationaltheater. Spektakulär der seltene Ausflug von Heldentenor Peter Seiffert ins italienische Fach. Bei seinem Otello bleiben zwar ein paar kleine Wünsche offen, aber man muss die Partie erst einmal so souverän singen. Kraftvoll und wirkungsvoll serviert er die Spitzentöne und agiert mit Spielfreude und Souveränität. Man hat das schon anders gehört (italienischer!), aber so geht es auf jeden Fall auch! Das tragische Ende zelebriert er mit brüchigem Ernst und rettet damit die Inszenierung, die an diesem Punkt in ihrem blanken Realismus sonst kaum noch zu ertragen wäre. Verdis großartig komponierter Sturm zu Beginn wird durch den unermüdlich umherlaufenden Chor regelrecht nivelliert. Von dieser Unruhe erholt sich der Abend nur kurz im großen Liebesduett von Otello und Desdemona (von beiden ungemein stilvoll präsentiert) und vollständig erst als die immer wieder bemerkenswerte Krassimira Stoyanova als Desdemona am Schluss alles auf sich und das großartig gesungene Lied von der Weide und das Ave Maria konzentriert. Große Oper, ganz ohne Abstriche! Claudio Sgura gehen als Jago die finsteren Seiten seiner Figur noch viel zu sehr ab, das braucht viel mehr dunklen Verdi in der Stimme. Als Cassio mehr als rollendeckend besetzt ist Pavol Breslik, er hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Das Staatsorchester spielt einen zügigen und liebevoll bis in die Details ausmusizierten Verdi, auch ein Verdienst des eingesprungenen Asher Fisch. Eine Repertoireaufführung, so raffiniert musiziert und zum großen Teil auch so gesungen, das gibt es auch in München nicht mehr so oft!

Samstag, 12. März 2011

Tristan und Isolde neu in Berlin


Peter Seiffert singt am Sonntagabend den Tristan in der Neuproduktion der Richard-Wagner-Oper an der der Deutschen Oper Berlin. Die Dame an seiner Seite ist aber (hoffentlich) nicht seine Ehefrau Petra-Maria Schnitzer, die in dieser Premiere zum ersten Mal die Isolde singen wird. Ein mit Spannung erwartetes Rollendebüt ist das nicht, es wird eher zur Kenntnis genommen. Anders ist das bei Seiferts Tristan, der - wenn in Form - ein ganz herausragender Wagnersänger sein kann. Vor zwei Jahren ist Seiffert schon einmal halbkonzertant in einen Tristan an der Deutschen Oper eingesprungen, damals noch in der Inszenierung von Götz Friedrich, die jetzt nicht mehr gespielt wird. Bleibt zu hoffen, dass diese letzte Repertoire-Erneuerung in der Intendanz von Kirsten Harms gut geht, es gibt ja auch Beispiele, wo das nicht gelungen ist! Die Inszenierung stammt von Graham Vick, die musikalische Leitung hat der Chef Donald Runnicles, beide haben schon öfter zusammen gearbeitet - unlängst auch mit Schnitzer und Seifert beim Tannhäuser in San Francisco.

Samstag, 4. Dezember 2010

West-Eastern Divan in der Waldbühne


Unter der Leitung von Daniel Barenboim wird das West-Eastern Divan Orchestra am 21. August 2011 um 19 Uhr in der Berliner Waldbühne gastieren, auf dem Programm stehen die Sinfonien Nr. 8 und 9 von Ludwig van Beethoven. Das dafür verpflichtete Solistenquartett ist über jeden Zweifel erhaben: Anja Harteros, Waltraud Meier, René Pape und Peter Seiffert, den Chorpart übernimmt der Berliner Staatsoperchor. Das Freiluft-Konzert ist als Höhepunkt einer Tournee geplant, die nach Salzburg, Luzern, Köln, Peking, Shanghai und Seoul sowie in die demilitarisierte Zone zwischen die beiden Koreas führen wird. Ob und wo man für letzteres Karten kaufen kann entzieht sich unserer Kenntnis (noch), für das Berliner Konzert gibt es die Tickets hier.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Ein Tristan mit Hindernissen

Die Deutsche Oper hat zum Ende der Saison Pech mit ihren Wagner-Sängern. Vor einem Monat gab es handfeste Probleme einen Ersatz für den Tannhäuser zu finden und jetzt musste Robert Gambill als Tristan absagen. Die Lösung, die man in der gestrigen Vorstellung gefunden hat kann aber nur als Kompromiss gelten, obwohl der "Einspringer" alles andere als eine Verlegenheitslösung ist.



Erfreulich ist, dass Peter Seiffert sich bereit gefunden hat, als Tristan einzuspringen. Schade bleibt, dass er das erstmal nur singend (mit Buch und Pult) getan hat. Als Tristan auf der Bühne figurierte die verdiente Spielleiterin der Deutschen Oper Gerlinde Pelkowski. Man muss sagen: Das funktioniert so nicht. Das Ganze gewinnt zu wenig an Spannung, es wird kein richtiger Opernabend. Seiffert singt einen akzeptablen Tristan, auch er mit Schwierigkeiten im dritten Akt, aber welcher Sänger hat die nicht. Trotzdem, er singt die ganze Partie, er schreit oder deklamiert sie nicht und alles mit vorzüglicher Sprachbehandlung. Es wird klar, warum der Sänger mal als Hoffnung des Wagnergesangs galt. Als Isolde ist Evelyn Herlitzius nach wie vor eine erste Rollenvertreterin, wohl kaum einer Sängerin gelingt es die Figur mit einer solchen Plausibilität und Konkretheit zu zeichnen. Indes stellte sich gerade beim Liebestod gestern erstaunlich wenig Magie ein, sicher lag es auch an der Tatsache, dass sie sich ja immer zwei Tristans gegenüber sah, einem singenden und einem spielenden. Der singende verließ die Bühne nach seinen letzten Phrasen und der spielende lag nur noch da, an der Stelle war dann endgültig die Luft raus. Die Brangäne von Daniela Sindram blieb zu eindimensional in der Darstellung. Gewohnt deutlich und mit viel sonorem Tiefklang zelebriert Hans-Peter König den König Marke. Das hat Wirkung, aber es berührt nicht. Schade, aber diese Rolle darf man nicht so unbeteiligt singen. Den besten Eindruck des Abends hinterlässt Samuel Youn als Kurwenal, mit viel Attacke und heldischem Glanz in der Stimme zeigt er sein Wagner-Format. Das Orchester der Deutschen Oper und Pinchas Steinberg hat einen routinierten Abend und hält sich über weite Strecken angenehm im Hintergrund, so geht es auch! Die langgediente Inszenierung von Götz Friedrich aus dem Jahr 1980 bekennt sich zu einer psychologischen und realtistischen Erzählung der nicht ganz einfachen Geschichte und es erstaunt, wie weit sie damit kommt. Üblicherweise wird dieser Weg ja inzwischen vermieden und das Stück in eher allegorischen oder symbolischen Zusammenhängen präsentiert. Das kann gut gehen, muss es aber nicht, wie viele Beispiele zeigen. Für die nächsten Vorstellung am 14. Juni 2009 ist Peter Seifert allein als Tristan angekündigt. Wenn alle einen guten Tag haben, könnte das - nach der gestrigen Durchlaufprobe mit Publikum - eine kleine Wagner-Sternstunde werden.

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