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Dienstag, 8. September 2009

Thielemann übernimmt von Luisi

Wegen Erkrankung von Fabio Luisi übernimmt Christian Thielemann das Dirigat der drei Termine des 2. Sinfoniekonzertes der Staatskapelle Dresden (13.-15. September). In Abänderung des ursrpünglich geplanten Progammes wird die achte Sinfonie von Anton Bruckner aufgeführt. Diese Umbesetzung ist mehr als Routine, gilt Thielemann doch als einer der möglichen Nachfolger von Luisi auf der in zwei Jahren vakant werdenden Dresdner Chefdirigentenposition. Luisi geht dann nach Zürich und Thielemanns Münchener Vertrag endet ebenfalls.

Die musikalische Leitung der aktuellen Vorstellungsserie der Salome (aktuell mit Nadja Michael in der Titelrolle) übernimmt Sebastian Weigle.

Dienstag, 12. Mai 2009

Venus + Elisabeth = Nadja

Fast hätte sie abgesagt werden müssen, die Auftaktvorstellung der zweiten Aufführungsserie der Neuproduktion des TANNHÄUSER an der Deutschen Oper Berlin. Nachdem erst Scott McAllister und dann auch Stefan Vinke krankheitsbedingt ausfielen musste weltweit nach einem Sänger für die Titelrolle gesucht werden. Allein sechs potentielle Kandidaten waren allerdings an der MET gebunden, als Besetzungen und Cover für die aktuellen Ring-Serie. Fündig wurde man dann in Oslo!



Es wurde ein überraschender und kurzweiliger Abend. Ivar Gilhuus schlägt sich zunächst nur wacker, seine Stimme will eine gewisse Abnutzung gar nicht verleugnen, doch er teilt sich den Abend sehr gut ein und die nicht unheikle Romerzählung im dritten Akt kommt klar und kraftvoll wie selten. Das alles mit vorzüglicher Verständlichkeit des Textes. Das gilt überraschenderweise auch für Nadja Michael, der Gesangsstil nicht jedermanns Sache ist. Die vor längerem vom Mezzo zur Sopranistin konvertierte Sängerin neigt als Venus zu Schärfen in der Höhe, die Elisabeth gelingt ihr dann viel besser. Viele ehrliche, innerliche Töne. Die dritte Überraschung ist Markus Brück, nicht die aufregendste Stimme, aber an diesem Abend singt er den Wolfram über alle hinaus.



Die Inszenierung von Intendantin Kirsten Harms verzichtet darauf, ihr Konzept zu Tode zu reiten. Sie findet große, aussagekräftige Bilder und immer wieder auch das Kammerspiel in der großen Oper, nicht zuletzt getragen durch die Bühnenpräsenz von Nadja Michael. Wirklich berührend und ganz neu gelesen die Szene am Schluss, wenn Wolfram der toten Elisabeth das Haar öffnet und sie damit auch zu seiner Venus macht. Der Chor der Deutschen Oper erweist sich zum wiederholen Male als sichere Bank, das Dirigat von Philippe Auguin ist trocken und unpathetisch, mitunter etwas eindimensional, aber der große Entwurf stimmt über alle drei Akte. Eine gelungene Repertoireaufführung im fast ausverkauften Haus an der Bismarckstraße, großer Jubel für alle Mitwirkenden.

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