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Montag, 27. Juli 2015

Münchens Oper strahlt sich in den Sommer...























Während anderswo Ende Juli die Sommerfestspiele starten, ohne das saisonal bedingt gute Laune deutlich würde gehen die mittlerweile beinahe ebenso traditionsreichen Münchner Opernfestspiele in ihre letzte Runde, aber wie! Und dank Anna Netrebkos Twitter-account, dem wir die Verbreitung dieses wunderbaren Fotos verdanken, wissen wir, dass hier auch jenseits der Bühne eine wunderbare, sommerlich heitere Stimmung herrscht. Opernstars im Café oder . Jonas Kaufmann und Kristine Opolais sind noch zwei Mal in Manon Lescaut zu erleben (am Freitag bei Oper für alle und als Livestream). Mariusz Kwiecien, Anna Netrebko und Pavol Breslik geben eine Traumbesetzung für die Reprise des Eugen Onegin ab. Noch vor einem Jahr waren Netrebko für die Manon und Opolais als Tatjana geplant, dank oder besser wegen Hans Neuenfels hat dann man einfach getauscht - und alle sind glücklich. Schlechte Laune? - Fehlanzeige! Selbst der Bayreuther Lohengrin-Debütant Alain Altinoglu schaut sehr zufrieden drein. Opernherz was willst du mehr?

Samstag, 20. Oktober 2012

L'Elisir d'amore aus New York online



Die diesjährige Saisoneröffnung der New Yorker Saisoneröffnung L'Elisir d'amore von Gaetano Donizetti ist in einer kompletten Version bei youtube zu finden. Es singt eine sehens- und hörenswerte Besetzung: Anna Netrebko als Adina, Matthew Polenzani als Nemorino und Mariusz Kwiecien als Belcore. Viel Spaß beim Anschauen!

Montag, 23. Januar 2012

Mariusz Kwiecien: Slavic Hereos


Wenn man heute den Don Giovanni sucht, kommt man an Marius Kwiecien nicht vorbei. Der polnische Bariton gilt als eine der Idealbesetzungen der Partie, stimmlich wie optisch. Dass er noch viel mehr kann zeigt er auf seiner ersten eigenen CD, die soeben bei harmonia mundi erschienen ist. Zusammen mit dem Polnischen Radio Sinfonieorchester unter der Leitung von Lukasz Borowicz hat er Arien des slawischen Repertoires aufgenommen. Das beginnt mit einem wunderbar zupackenden Eugen Onegin, einer seiner weiteren Traumpartien genau wie Szymanowskis Król Roger, der am Ende steht. Der Rest sind Neuentdeckungen und die haben es allesamt in sich. Das tiefe und traurige Lied des Kaufmanns aus Rimsky-Korsakows Sadko berührt genauso, wie die große Arie aus Borodins Fürst Igor, die er nobel und trotzdem raffiniert präsentiert. Große Lust auf die jeweils komplette Oper machen auch die Stücke von Smetana, Dvorák und die Arie des Janusz aus der polnischen Nationaloper Halka. Trotz aller Opulenz der Vorlagen und der ihm überreich zur Verfügung stehenden Mittel vegisst Kwiecien nie die subtile Dramatik der Stücke auszuloten. Beeindruckend, welch hohes Niveau er dabei hält. Kaum ein Sänger seiner Generation beherrscht die Kunst der Artikulation so wie er, die verschiedenen Sprachen liegen ihm alle wie seine eigenen in der Kehle. Er trifft die Stimmungen der Stücke mit traumwandlerischer Sicherheit. Starke Interpretation und große Gesangskunst! Slavic Heroes
ist ein rundum gelungenes Album, hier treffen sich Meisterschaft und Leidenschaft!

Freitag, 13. Januar 2012

Erste Don Carlo-Umbesetzung in München


Ab Sonntag steht an der Bayerischen Staatsoper in München ein hochkarätig besetzter Don Carlo auf dem Spielplan für den es jetzt die erste Umbesetzungsmeldung gibt: Es handelt sich nicht um den gern absagenden Jonas Kaufmann und auch nicht um Anja Harteros (die ebenfalls hin und wieder als Wackelkandidatin gilt) sondern um den hochgeschätzten Bariton Mariusz Kwiecien, der krankheitsbedingt die erste Vorstellung der Serie absagen muss. Ersetzt wird er durch Boaz Daniel, der unlängst als Posa im erfolgreichen Don Carlo an der Deutschen Oper Berlin aufgetreten ist (auf dem Foto mit Don Carlo Massimo Giordano). Wünschen wir Mariusz Kwiecien gute Genesung und allen anderen Mitwirkenden eine stabile Gesundheit!

Freitag, 16. Dezember 2011

Bayerische Staatsoper streamt gratis!


Auch die Bayerische Staatsoper in München startet ins Streaming-Zeialter. Im Januar 2012 werden zwei Aufführungen gratis im Netz gezeigt. Es handelt sich um Donizettis L'elisir d'amore in der Inszenierung von David Bösch mit Adriana Kucerová und Pavol Breslik in den Hauptrollen (07.01.2012, 19 Uhr), sowie um Verdis Don Carlo starbesetzt mit Anja Harteros, René Pape, Markus Kwiecien und Jonas Kaufmann (22.01.2012, 17 Uhr). Zusammen mit der TV-Übertragung von Les contes d'Hoffmann mit Diana Damrau und Rolando Villazon am 29.12.2011 auf ARTE werden innerhalb eines Monats drei Opernaufführungen aus München übertragen.

Sonntag, 18. Juli 2010

Münchner Mozart-Repertoire-Triumph


Das war doch endlich mal was, für nur zwei Vorstellungen stand in Münchens Nationaltheater Le Nozze di Figaro auf dem Spielplan - in großartiger Besetzung und gelungener Einstudierung. Die Inszenierung von Dieter Dorn hat schon einige Reprisen hinter sich, kann aber durchaus noch Witz und Wirkung entfalten, insbesondere wenn ein solches Ensemble aufgeboten wird. Allen voran Mariusz Kwiecien als Graf Almaviva, nonchalant und selbstverständlich in der Präsenz, stimmlich in Hochform, kernig, viril, gefährlich - in dieser Kombination spielt er schon länger in einer eigenen Liga. Das gilt beinahe ebenso für Ildebrando D’Arcangelo der seinen Figaro mit Vehemenz und Noblesse ausgestattet und dabei ganz wunderbar und durchschlagkräftig singt. Eine Wohltat für Augen und Ohren, die sich ungebrochen bei den Damen fortsetzt: Die Susanna der schwedischen Sopranistin Camilla Tilling hat etwas Herbes, Abgeklärtes, aber dennoch die Rolle sehr umfassend Treffendes. Ihr Timbre mischt sich auch ganz schwesterlich spannend mit dem von Barbara Fritolli, die als Gräfin Almaviva ebenfalls einen sehr guten Abend hat und kleinere Ungenauigkeiten mit ernsthafter Rollengestaltung mehr als wett macht. Der musikalische Clou der Aufführung ist aber der Cherubino von Anna Bonitatibus, so süffig, lasziv gehaucht ist die Partie wohl lange nicht gegeben worden. Sensibles Aufeinanderhören und vorbildliche Pianokultur ist bei allen Sängern selbstverständlich. Das Staatsorchester unter der Leitung des jungen Dirigenten Juraj Valcuha spielt routiniert bis ambitioniert auf, mit ein paar Wacklern mittendrin, aber auch wunderschönen dunklen Farben. Wenn am Ende alle Beteiligten in einer Reihe stehen - jeder ein betrogener Betrüger - dann ist in der Oper, wie im Leben für einen Moment alles gut. Ein Gefühl, welches man in der Bayerischen Staatsoper gern öfter haben würde!

Samstag, 7. November 2009

Tod im Kochstudio

Es gehörte zu den mit Staunen aufgenommenen Ankündigungen des neuen Intendanten der Bayerischen Staatsoper Nikolaus Bachler zu seinem Amtsantritt vor einem reichlichen Jahr, dass er am Haus jetzt Schauspiel betreiben wolle. Er setzt das um, indem er zwar im Schauspiel erfolgreiche Regisseure, die aber im Musiktheater noch keine Erfahrungen haben, mit Neuinszenierungen betraut. Der Letzte im Reigen der Debütanten war Stephen Kimmig, ihm hat Bachler Mozarts DON GIOVANNI anvertraut.



Um es vorwegzunehmen, die Sache ging gründlich schief. Kimmig macht neben vielen anderen den Kardinalfehler, dass er versucht aus der Musik Stimmungen und Bilder zu extrahieren und auf der Bühne abzubilden. Das doppelt im besten Falle, ist aber zumeist hilflos oder gar einfältig, denn die Bilderwelt die der Regisseur von seiner Ehefrau und Bühnenbildnerin Katja Hass erfinden lässt, kann der komplexen Bilder- und Ideenwelt der Oper natürlich nicht gerecht werden. Hier gehört nichts zusammen und es passt auch nichts. Eine sich stupide drehende Containerwelt, die ab und zu den Blick auf ein Kulisse gewordenes Vorurteil frei gibt. Alles ohne innere Bezüglichkeit, im Detail merkt man die Führung der Personen, vom Entwuf her ist es Rampentheater mit einer Drehbühne. Nur selten nimmt das Geschehen auf der Bühne die Dynamik der Musik auf. So geht Oper nicht!



So geht aber auch Mozart nicht. Was Kent Nagano da vorlegt, hat mit einer Interpretaion von Don Giovanni nicht viel zu tun. Keine Linie, keine Idee, kein Sinn für die dunklen Seiten der Musik, die filigranen Tempoabstufungen. Alles ist schön durchhörbar, aber es bleibt nichts zurück. Ganz flau der Einstieg in die Ouvertüre und sehr viel besser wird es dann im Laufe des Abends nicht mehr. Wirklich gemischt sind auch die Sängerleistungen. Besser als mit Mariusz Kwiechien kann man die Titelrolle wohl nicht besetzen, wenn es einen Bariton gibt, der auch einen reflektierten Don Giovanni spielen kann, dann er. Doch statt dessen wird tief und witzlos ins Sterotypen-Kästchen gegriffen. Das brandschatzende Macho-Tier mit südosteuropäischem Einschlag, dem es eigentlich um Titten geht und um nichts anderes. Auf der anderen Seite billige Weiblichkeit und denunzierende Alltags-Versatzstücke. Von einer Rezeptionsgeschichte, welche die Figur Don Giovanni schon seit Jahrzehnten in ihrer Gesamtheit und so auch als Opfer seiner selbst auslotet weiß die Inszenieurng gar nichts. Deswegen hat die Aufführung auch so überhaupt nichts mit uns heute zu tun, auch wenn sie sie das pausenlos behaupten will.



Dennoch überzeugt Kwiechien mit einer grandiosen stimmlichen Leistung, selten hat man die Rolle so ausgewogen gesungen gehört. An seiner Seite Alex Esposito als Leporello, beide sind in der Kombination schon in diversen Produktionen aufgetreten, er macht seine Sache gut und präszise. Vom Publikum nicht ganz zurecht am meisten gefeiert wurde Pavol Breslik als Don Ottavio, er singt schön und beseelt, dass er sich in das Konzept der Figur nicht hinein findet, wen wundert es? Bei den Frauen gibt es ein Grundproblem: Donna Anna und Donna Elvira sind stimmlich einfach zu leicht besetzt (und Zerlina zu schwer). So kommt auch hier nichts so richtig zusammen. Elli Dehn schafft es nicht die emotionale Bandbreite der Donna Anna über die Rampe zu bringen und auch Maija Kovalevska tut sich mit ihrer Donna Elvira schwer. Und Zerlina (Laura Tatulescu) ist musikalisch eigentlich sehr viel weniger explizit erotisch unterwegs als sie das hier tun muss. Eine der vielen Ungereimtheiten der Inszenierung.



Das Fazit: Eine der wichtigsten Premieren der Saison ist zum Desaster geworden, nicht ganz unvorhersehbar. Das ist mehr als schade. Wäre da nicht die gelungene Szene, dass Don Giovanni beim Kochen durch einen Herzinfarkt vom Tode ereilt wird, der Abend wäre vollkommen entbehrlich. Da scheint aber für ein paar Takte auf, was sein könnte: plausibles, stimmiges Musiktheater, welches mit einer gelungen Umsetzung einer heiklen Szene überrascht. Kwiechien und Esposito singen sich in einen kleinen Rausch hinein, das wirkt bis hinunter in den Graben und dann kommt ganz en passant der Tod. Entgrenzung und Absturz ganz ohne Moral, davon handelt Mozarts Don Giovanni - hoffentlich bald wieder!

Samstag, 8. August 2009

Mein Gott ist schön wie ich

In diesem Sommer entdecken die Pariser Oper und die Bregenzer Festspiele ein ganz außerordentliches Werk des polnischen Komponisten Karol Szymanowski neu: Die Oper DER KÖNIG UND DER HIRTE, 1926 in Warschau uraufgeführt, gilt als ein noch zu entdeckendes Meisterwerk. Vollkommen zurecht, wie man in Paris zum Teil und in Bregenz in aller Konsequenz erfahren konnte.

Das nicht ganz einfache Stück nimmt wesentliche Bezüge aus der Backchen-Tragödie des Euripides und verschneidet sie mit dem Schicksal des christlichen Königs Roger der im Mittelalter Sizilien regierte. Ein schöner junger Hirte kommt an den Hof und setzt seine Naturphilosophie gegen die herrschenden Strukturen. Er wird nicht etwa Opfer, sondern - und das ist das Unerhörte an der Geschichte - ihm gelingt es ein Umsturz anzuzetteln. Der Körper triumphiert hier mindestens über den Geist, dann vielleicht sogar noch über sich selbst. Das ist nicht nur ideengeschichtlich hoch interessant sondern erscheint auch bemerkenswert wirkungsvoll als Opernstoff. Sinnlichkeit versus Religion, Verzicht vesus Extase - das sind existentielle Fragen deren Beantwortung an die Grundfesten der Gesellschaft gehen. Und über das Dyonisische in der heutigen Zeit nachzudenken könnte eine dankbare Aufgabe für das Theater sein!

Am Geschick, mit welchem eine Aufführung mit der szenischen Darstellung des Orgiastischen umgeht lässt sich dann auch der Erfolg derselben festmachen. Regisseur und Festspielintendant David Pountney geht den Weg der Stilisierung und lässt im Bregenzer Festspielhaus auf einer schlichten weißen Treppenbühne von Raimund Bauer spielen, die an ein antikes Amphitheater erinnert. Er inszeniert mit viel Kraft und setzt auf Effekte, bleibt aber immer im Gerüst der Handlung. Dynamisch arrangierte Massenszenen wechseln mit starken Einzelbildern ab. Alles ist schlüssig aufeinander bezogen, nichts verselbständigt sich. Das gilt insbesondere für den stimmigen und wirkungsvollen Einsatz von Licht (Fabrice Kebour) und Choreografie (Beate Vollack). Unter der Leitung von Sir Mark Elder bringen die Wiener Symphoniker den Glanz und die Wucht der anspruchsvollen Musik ganz wunderbar zu Geltung. Bei den Protagonisten bleiben ebenfalls keine Wünsche offen: Will Hartmann als strahlender Hirte, Scott Hendricks als stimmgewaltiger König und Olga Pasichnyk mit einer ungefährdeten auftrumpfenden Interpreation der Königin Roxane.

Die Pariser Inszenierung des polnischen Regisseurs Krzysztof Warlikowski verzichtet dagegen auf ein konsistentes Nacherzählen der Geschichte. Die Exstase bleibt statisch. Eher oratorienartig arrangiert der Regisseur eine gebremst surrealistische Annäherung an die Geschichte. Das verfällt aber schnell ins Klischee und wirkt auch handwerklich eher unbeholfen. Doch mit Mariusz Kwiecien steht einer der interessantesten Sänger seiner Generation auf der Bühne, der in seiner Muttersprache singend und viel nackte Haut zeigend, mehr für diese Aufführung leistet, als die Regie will oder kann. Dennoch insgesamt ein respektabler Versuch ein wichtiges Werk für das Repertoire zu gewinnen, der die Hoffnung auf Nachahmer schüren kann.

Die Aufführung aus Paris kann on demand im Internet abgerufen werden.

Alle Abbildungen von den Bregenzer Festspielen.

Montag, 20. Juli 2009

Der König und der Hirte

Als eine seiner letzten Premieren hat der scheidende Intendant der Opéra de Paris Gerard Mortier die selten gespielte Oper Król Roger des polnischen Komponisten Karol Szymanowksi auf den Spielplan gesetzt. Die Inszenierung von Krzysztof Warlikowski zog ein geteiltes Echo auf sich, aber die Besetzung mit hervorragenden Solisten wie Mariusz Kwiechien, Stefan Margita und Olga Pasichnyk machen die Aufführung auf jeden Fall sehenswert. Das ist jetzt auch im Internet möglich, denn derzeit ist ein Mitschnitt auf der Website von ARTE abzurufen. Król Roger steht in diesem Jahr auch auf dem Programm der Bregenzer Festspiele, die Oper wird dort in der Regie von David Pountney aufgeführt.

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