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Montag, 20. Mai 2013
Jonathan Meese über Wagner
Im Sommer 2016 soll er im Bayreuther Festspielhaus einen neuen Parsifal inszenieren. Die Medienmaschine läuft seit der überzeitigen Bekanntgabe der Pesonalie auf vollen Touren. Anlässlich des Wagnerjubiläums hat sich nun die österreichische Tageszeitung Kurier bereit gefunden, unter dem Titel: Richard Wagner ist Erzchef eine längere Auslassung des Gesamtkünstlers Jonathan Meese zum besagten Thema zu drucken: „Richard Wagner“ ist ein geilstes Evolutionssoldatentum der Kunst. Richard Wagner ist keinerlei ideologischer „Niederknier“. „Richard Wagner“ hat sich keinerlei politisch verseuchter Systemorganisation unterworfen, ist also kein Systemillustrator. Richard Wagner hat eingesehen, dass nur „Herrschaft Kunst“ die „Gesellschafts-Ordnung“ der Zukunft ist. In Erzbayreuth wird eines klar: die Revolution der Zukunft kommt von der Bühne, nicht von der Straße. Die beiden amtierenden Erzchefinnen wird es freuen, sind doch die aktuellen Nachrichten aus Bayreuth nie so witzig. Der Text ließt sich außerdem flüssig, er könnte glatt von René Pollesch sein! Schöne Pfingsten!
Donnerstag, 2. August 2012
Premierenplakat Parsifal 2016
Der erst vor kurzem zum Parsifal-Regisseur für die Bayreuther Festspiele 2016 berufene Jonathan Meese macht auf seiner Homepage schon kräftig Promotion für das Projekt. Ob das zu diesem Zeitpunkt bereits notwendig ist steht in Frage, witzig ist es zum großen Teil schon. In großen Frakturlettern verkündet er, dass er sich auf dem Premierentermin 25.06.2016 wie ein Kind auf seinen Geburtstag freue. Dazu passen die fotografisch unterlegten Einlassungen Wenn Mami sagt, ich soll Bayreuth machen, dann muss ich Bayreuth auch machen! und Dieser Parsifal wird eine Machtdemonstration! Na, warten wir es mal ab!
Mittwoch, 25. Juli 2012
Bayreuther Pläne bis 2020
Heute werden auf dem Grünen Hügel die 101. Bayreuther Festspiele eröffnet, auf dem Spielplan steht die Premiere der Neuproduktion von Der fliegende Holländer in der Regie von Jan Philipp Gloger und unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann. Nach dem tattoo-bedingten Rückzug von Evgeny Nikitin singt nun Samuel Youn die Titelrolle. Zur traditionellen Pressekonferenz zum Auftakt gab die amtierende Festspielleitung heute überraschend die künstlerischen Pläne für die Zeit nach 2015 bekannt, was ein wenig verwundert, weil doch der Vertrag der beiden Damen genau bis zu diesem Zeitpunkt datiert. 2016 soll es einen neuen Parsifal geben (die aktuelle Herheim-Produktion steht in diesem Jahr letztmalig auf dem Plan), es singen Klaus Florian Vogt die Titelrolle, Petra Lang die Kundry und Georg Zeppenfeld den Gurnemanz. Die musikalische Leitung übernimmt Andris Nelsons und die Inseznierung Jonathan Meese, was ebenfalls überrascht, da der eher bildende Künstler so gut wie keine Erfahrungen als Regisseur hat und außerdem für sein unverkrampftes Verhältnis zu Symbolen des Dritten Reiches bekannt ist. Dem russischen Sänger Evgeny Nikitin ist das soeben zum Verhängnis geworden. Im Jahr 2017 folgen Die Meistersinger von Nürnberg und 2018 ein neuer Lohengrin, dirigiert von Christian Thielemann, der damit das gesamte Hügel-Repertoire durch haben dürfte. 2019 ist Tannhäuser geplant und für 2020 ein neuer Ring. Ob es die beiden Wagner-Schwestern sind, die diese Pläne dann auch umsetzen werden, dass muss von heute aus zumindest als unsicher gelten. Aber mit der Bekanntgabe der Planungen ist der Wunsch einer Vertragsverlängerung recht deutlich formuliert!
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