Dienstag, 17. Januar 2012

Erlebnis Barenboim in München


Zum Auftakt einer Europatournee gastierte Daniel Barenboim mit seiner Staatskapelle Berlin in der Münchner Philharmonie am Gasteig. Zunächst stand Mozarts Krönungskonzert auf dem Plan, Barenboim selber als Solist. Eher schroff gerät das in manchen Partien, Mozartscher Schwung stellt sich nur hin und wieder ein. Wunderbar trotzdem, wie die einzelnen Instrumentengruppen aufeinander hören, wie Barenboim die Musik im Fluss hält. Zum Ereignis wird Bruckners vierte Symphonie im Anschluss, vollendet ausgewogene Streicher, ein charakteristisch dunkler Klang, den man von den durchaus Bruckererfahrenen Münchner Orchestern nicht kennt. Kleine Patzer im Blech (die man auch aus München nicht kennt) können den großartigen Gesamteindruck nicht trüben. Zu erleben ist ein Ensemble, welches auf bemerkenswerte Weise aufeinander eigeschworen ist. Barenboim dirigirt die Staatskapelle wie (s)ein großes Instrument, beschränkt sich manchmal auf akzentuierte Gesten um dann wieder die ganze Macht des Klangapparates zu entfesseln. Bis in feinste Details ist das großartig ausmusiziert und erreicht so den Zuhörer auf ganz direkte und unverstellte Weise.
Ovationen in der ausverkauften Philharmonie!

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