Montag, 23. Dezember 2013

La forza del destino in München

Ich schau dir in die Augen Kleines!













Es kann eben nicht immer gut gehen. Vielleicht hat sich die Bayerische Staatsoper mit ihren vielen Verdiproduktionen im Jubiläumsjahr auch zu viel vorgenommen. Man setzt in München zunehmend auf Masse, denn auf Klasse. Das Publikum kommt ohnehin immer, trotz der teuren Eintrittskarten. Gestern kam quasi zum Jubiläums-Abschluss La forza del destino zur Premiere. Mit dem Münchner Operntraumpaar Anja Harteros und Jonas Kaufmann wurde das zwar zum Spektakel, konnte aber künstlerisch bei weitem nicht an die Erfolge von Simon Boccanegra und Il trovatore aus der letzten Saison anknüpfen. Die Aufführung hat überhaupt nichts Zwingendes oder Berauschendes, das liegt sowohl an Regisseur Martin Kušej wie auch am Dirigenten Asher Fisch. Beide finden keinen schlüssigen interpretatorischen Zugang zum Werk. Trotz aller spürbaren Bemühungen, was es am Ende schlimmer macht. Gewiss, Anja Harteros ist wie immer großartig, der Rest des Ensembles vorzüglich, das Staatsorchester kennt seinen Verdi. Zum Ereignis wird das alles dennoch nicht. Schade, denn diese zu Unrecht als kaum inszenierbar geltende Oper hätte es mehr als verdient! Wer sich via Bildschirm überzeugen möchte, am kommenden Samstag (28.12.2013) ab 18 Uhr wird La forza del destino als kostenloser Livestream im Internet gezeigt!

Kommentare:

  1. Kaufmann hat mich, trotz allen Jubels, wieder einmal überhaupt nicht überzeugt. Registerbrüche, falsche piani, gaumig-nasales Singen, da ist kein Italiener zu hören und immer wieder bleibt er unter Ton.Schon im Trovatore wurde er von einigen Zeitungen hochgejubelt, die ernst zu nehmenden erkannten, dass ihm sehr viel fehlt und die Spuren der Metternich-Jahre und auch Rhodes-Verführungen nicht auszumerzen sind.

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    1. Hauptsache sie wissen es besser. Das ist wohl der größte Blödsinn, den ich je gehört habe. Nur wenn ihnen bei Kaufmann irgendetwas nicht gefällt, müssen sie sich nicht als Expertin aufführen. Mir gefällt auch so mancher nicht, halte mich aber mit meiner Meinung zurück und es würde mir nicht einfallen, dass ich denjenigen schlecht mache. Schämen sie sich. Und was die Zeitungen betrifft: Diejenigen die ihn "hochgejubelt" haben, waren schon die richtigen. Die anderen sind nur Wischblätter, wo sie wahrscheinlich Chefredakteurin wären.

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    2. In meinem Text steht nicht das Wort Expertin. Lesen muss man können Und freie Meinung ist ein hohes Gut.
      Warum fühlen sich fans immer so getroffen, nur weil andere sich nicht blind und taub machen lassen?

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    3. Jemanden mit Fachbegriffen abqualifizieren und dann keine Expertin sein wollen - das ist unlogisch aber typisch für viele Postings im Internet. Sich mit aufgeschnapptem Vokabular schmücken, aber bei Kritik auf den subjektiven Höreindruck und freie Meinungsäußerung berufen!
      Registerbrüche und gleich in der Mehrzahl? So ein Unsinn bei einer Männerstimme. Eine Behauptung wird auch nicht richtiger, wenn sie seit Jahren durch laienhafte Kommentare geistert. (Vielleicht hilft www.voce.de ein wenig weiter) Oder halten Sie Modulation und Farbgebung der Stimme für Registerbrüche? Was sollen "falsche piani" sein?? "Gaumig-nasal" - na das kennt man auch schon zur Genüge ... Ich habe im Bekanntenkreis immer wieder festgestellt, dass bei Leuten, die im oberen Frequenzbereich Hördefizite haben (z.B. altersbedingt oder berufsgeschädigt), sich der Höreindruck gravierend verändert, v.a. bei Stimmen mit dunklem Timbre, während helle Tenöre (Stimmen) wesentlich positiver abschneiden. Leider vergessen viele Opernfreunde, dass eine Stimme nichts Objektives ist, sondern z.B. vom subjektiven Hörvermögen abhängt (oder von technischen Vermittlungsmedien uvm.).
      Auf unbelegte Behauptungen von ernst-zu-nehmenden und anderen Zeitungen muss man nicht eingehen, aber wenn man von "unter Ton bleiben" redet, dann sollte man schon ein unfehlbares absolutes Gehör haben, sonst blamiert man sich nur!!

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    4. Forza wurde für Kaufmann einen halben Ton nach unten transponiert. Diese Information ist inzwischen offiziell. Da scheinen also doch einige Leute in der Oper zu sitzen, die genau wissen was sie hören und genau hören können. Im Trovatore geschah das Gleiche. So entkam Kaufmann echten hohen C's, die er mit Stütze nicht befriedigend besitzt. Sein gelegentlich unschönes Singen, wie immer man das bezeichnet, ist nun nicht von der Hand zu weisen. Und Register? Ja die gibt es naütrlich auch bei ihm Zwischen dem tiefen und mittleren und zwischen dem mittleren und hohen gibt es nicht die gewünschte fliessende Einheitlichkeit, die man etwa bei einem Wunderlich bewundern konnte (aber der war sowieso eine andere Kategorie). Kaufmanns Piani sind gelegentlich ohne Brustresonanz und wirken irgendwie leblos. Kaufmann ist nur im Französischen Fach eine Ausnahmeerscheinung. Da wird die voix mixte verlangt. Die hat er.

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    5. Wo steht diese offizielle Information?

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    6. Missverständnis: Natürlich hat eine Männerstimme auch Register, allerdings üblicherweise nur zwei, daher ein Passaggio und dort einen möglichen Bruch. Bei Frauenstimmen gibt es drei Register. Aber alles nur sehr grob ausgedrückt. Über den subjektiven Höreindruck bei Stimmen zu diskutieren ist müßig. Allerdings darf man der sogenannten Musikalität von manchen Opernfreunden recht reserviert gegenüberstehen. Da werden Sänger zu Weltstars, die mit Vorliebe zu tief ansetzen und den Ton dann hinaufziehen (oft um einen halben Ton), z.B. Alagna, und die wenigsten stört es. Einem Streicher allerdings stellt es die Haare auf. Dass in diesem Blog bei einigen Sängern seit Jahren immer die gleichen Klischees aufgewärmt werden, wäre ja zu vernachlässigen, wenn es nicht mit einer derart apodiktischen Vehemenz geschähe, dass man sich manchmal doch provoziert fühlt zu antworten.

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  2. Bin weder Experte noch Journalist noch Kritiker, nur Opernliebhaber. Aber an dem was Alexandra sagt, ist viel dran. das habe ich selbst ein paar mal bei seinen Auftritten empfunden.

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  3. Bildunterschrift: da müsste es eigentlich heißen: ich schau Dir in die Augen Große. Denn einmal ist Anja Harteros ungewöhnlich groß, zum einen körperlich, und natürlich, auch wenn es wieder einige nicht hören wollen, natürlich auch sängerisch. Da muss man keine der Besprechungen wiederholen. Sie überstrahlt alles in Carlo, Trovatore, Forza... Ihr glaubt man die Italienerien. Sie singt makellos in jedem Register und aus einem Guß. Ein forte ist ein forte, ein piano und pianissimo ist ein solches, sie singt nie unter Ton, sie ist eine Kategorie für sich und Klassen über Kaufmann.

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  4. In der Opernwelt ist mittlerweile eine Diskussion um Jonas Kaufmanns Manrico entstanden. Die sogenannte Stretta singt Kaufmann nicht in der Originaltonart C-Dur, sondern einen Halbton tiefer. Es erklingt also nicht das adrenalinsteigernde hohe C, sondern nur das hohe H. Die Bayerische Staatsoper hat darauf hingewiesen, dass die künstlerische Leitung entschieden habe, von der Stretta beide Strophen aufzuführen. Der Staatsoper zufolge hätten die « hohen Cs hätten für sein Rollendebüt allerdings wohl ein zu großes Risiko bedeutet. Deshalb wurde entschieden, dass die Tonart um einen halben Ton nach unten transponiert wird.“
    Münchner Merkur

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  5. Zitat'
    Ich habe versucht, die Forza im Livestream anzugucken, bin aber nicht bis zum Ende gekommen. Nach ungefähr einer halben Stunde habe ich keine Lust mehr gehabt, das Bild anzugucken. Rampensingen in langweiliger Kulisse? Ne, danke, hatte ich schon oft genug. Nach einer weiteren Viertelstunde habe ich dann den Ton auch noch weggeklickt, denn ich hab' bei Herrn Kaufmann die ganze Zeit das Gefühl gehabt, dass die Stimme am Anschlag ist. Das klang für mich weder tenoral noch baritonal, sondern einfach nur überfordert und angestrengt.'
    Es gab nur einen einzigen Stern in dieser Inszenierung: Anja Hateros. Makellos. Das war Verdi. Das war italienische Gesangskultur. Und selbst in München wo der überbewertete Tenor zu Hause ist, kann man deutlich die Abstufung im Applaus gegenüber Harteros hören. Das Publikum weiß zu großen Teilen was es hört.

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    1. Haben Sie keine eigene Meinung (oder Livestream gar nicht gesehen), dass Sie aus dem "Tamino-Klassikforum" zitieren müssen - oder sind Sie mit Sycorax identisch? Übrigens ein extrem konservatives, sich aristokratisch-elitär fühlendes Forum (vgl. z.B. Eintrag von Admin Alfred Schmidt vom 8.1.14 im Thread über die Münchner "Forza"), wobei sich das "tolle Niveau" auch in diesem Thread nachlesen lässt.
      Von wegen in München zu Hause: Anja Harteros ist ein Liebkind in München, international gibt es durchaus kritische Stimmen zu ihrem Verdigesang. Tézier, Kowaljow und Girolami waren übrigens auch internationale Spitze, aber das kann man eben nur beurteilen, wenn man in der Oper war! Dann hätte man auch bemerkt, dass von Rampensingen nicht die Rede sein konnte.





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  6. Schon in La fanciulla del West war eine große Überforderung Kaufmanns zu hören. Diese musikalisch schwierigste Puccini-Partitur sollte ein Tenor wie er unbedingt gemieden haben. Außer einer Arie am Schluss bietet der Johnson nichts was zur Profilierung beiträgt.Weder stimmlich noch darstellerisch, denn den harten Haudegen könnte Kaufmasnn nicht liefern, war der Sänger nicht überzeugend. In der Ferne nun liebäugelt er gar mit dem Otello. Um Gottes willen Kaufmann, nun haben Sie aber ihren klaren Verstand verloren. Otello, der Tristan des Italienischen Fachs wird sie umbringen. Und Sie sind nun mal kein Italiener und kein Tristan (gesanglich).

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    1. Zwischen einer musikalisch schwierigen Partitur für Dirigent und Orchester und einer schweren Partie für den Sänger ist ein großer Unterschied! Zu den schwierigsten Rollen bei Puccini gehört sicher die Minnie, nicht aber Dick Johnson. Und die Intensität, mit der sich ein Sänger in eine Rolle wirft, wird gern mit stimmlicher Überforderung verwechselt: gegen Überforderung spricht, dass die Stimme, je länger die Oper dauert, immer besser klingt. Bei Überanstrengung ist es genau umgekehrt. Aber dann müsste man halt etwas vom Singen verstehen. Übrigens ist Johnson ganz sicher kein harter Haudegen; es könnte nicht schaden, mal das Libretto zu lesen!

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  7. Der haarsträubende Unsinn, der hier teilweise verzapft wird, hat kabarettistische Qualität! Da werden ganze Opern nach unten transponiert, Forza und Trovatore wild durcheinander geschmissen, das hohe C im Original der Stretta moniert (steht nicht bei Verdi!), aber verschwiegen, dass meist ein H gesungen wird usw. Und "mittlerweile eine Diskussion um Jonas Kaufmanns Manrico entstanden"? Aber hallo, so verschlafen ist die Opernwelt nicht - der Trovatore ist doch schon ein halbes Jahr her!

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  8. Was erwartet wird, weil es quasi Tradition ist, aber nicht unbedingt komponiert, ist bekannt. Und auch Kaufmann will sicher mit einem hohen C beeindrucken. Traute sich aber nicht. das ist ein Fakt. Und der Johnson ist äußerst schwierig, wie die ganze Oper. Und Kaufmann grumbelte im Gaumigen, Nasalen, schien irgendwo zu sein, aber nicht bei den Goldgräbern.
    Übrigens: Am Ende von Celeste Aida steht, im Gegensatz zur sängerischen Tradition, ein zweifach Piano notiert. Nur Carlos Bergonzi wagte es noch original Verdi zu singen. Und natürlich riß er das Publikum hin. Aber er war ja auch, im Gegensatz zu Kaufmann ein Gigant und der beste Verdi-Interpret der letzten 50 Jahre. Kaum einer weiß, wie Celeste Aida wirklich endet.

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    1. Hahaha, sehr witzig Chris! Schon die Verdi-cd von Kaufmann gehört? Aber natürlich nicht, der grumbelt ja nur im Nasalen, Gaumigen Nirgendwo ... Und informiert ist man natürlich auch nicht, runtermachen ist ja viel leichter. Kaufmann singt auf dieser CD genau dieses Piano und morendo, weil er eben die Partitur kennt! Er beherrscht das übrigens auch live auf der Bühne (nur um Ihnen eine Erwiderung zu ersparen) :)
      Über den subjektiven Höreindruck hat sich ja Karolus schon klar genug geäußert - so what. Vielleicht einmal zum Akustiker gehen ...?
      Und Kaufmann hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass ihm bei einem Rollendebut mit 2maligem Singen der Stretta (tut sich heute kaum einer an) 2mal hohes C zu riskant war. Singen ist sowieso Hochseilakt ohne Netz, da muss nicht noch ein dreifacher Salto her; wir sind nicht im Zirkus!

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  9. Ach Elsa, die Verdi-CD. Natürlich gehört. 1 Mal. Und weitergegeben. Wie gesagt. Ich liebe Verdi. Das schwerste im Italienischen Fach. Und Kaufmann kann kein Italienisches Fach. Und schon gar keinen Verdi. Lesen Sie mal die vielen negativen Fach-Kommentare zu dieser CD. Ich verfolge Oper, speziell die italienische seit 45 Jahren. Von der Met bis Covent garden, von Paris bis Mailand. Und natürlich Parma, wo das kritischste italienische Publikum sitzt und das fachkundigste. Über Kaufmann als 'Italiener' zuckt man da nur die Schultern. Eine Partitur kann man nicht singen, aber was als Rolle in der Partitur steht, kann man zwar kennen muss es aber nicht singen können. Und die Stretta wird oft 2Mal gesungen, wie auch O mio rimorso... aus Traviata. schon an mittleren Opernhäusern.

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    1. Ach Gianni (vormals Chris, vormals Sebastian, ...?), dieses unbelegte Genörgel kennt man hier schon seit Jahren. Bitte um Quellenangabe der vielen negativen Fach-Kommentare (bitte kein subjektives Foren-Wischiwaschi), kann sie nämlich nicht finden. Parma kenn ich, das Publikum mag sich zwar für fachkundig halten, aber was man dort an Aufführungen und Sängern vorgesetzt bekommt, ist zum Vergessen! Arroganter Chauvinismus reicht nicht für eine gute Opernvorstellung. Und wenn ich die Stretta in den vergangenen Jahren 2mal gesungen hörte, wünschte ich mir meist, sie wäre nur einmal gesungen worden, das hätte völig gereicht.

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  10. Elsa scheint mir eher wie ein Mann zu argumentieren. Ist sie etwa Paul? Jedenfalls wird sie/er wohl verfolgt von der Idee, dass hier nur ein oder zwei bis drei Leute posten. Zufällig vorbeigekommen und zufällig kein fan von Kaufmann sage ich, diesen blog braucht niemand.

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    1. Soll ich mich jetzt geschmeichelt fühlen oder doch eher verärgert sein über antiquierte Rollenklischees? Wer ist Paul?? Scheint ein Kommentierender von früher zu sein - und da wollen Sie jetzt zufällig vorbeigekommen sein?? Dass hier Einzelne unter verschiedenen Namen posten, lässt sich an Wortwahl und sprachlichem Duktus nachvollziehen! Im Übrigen: wie wahr, diesen Blog braucht niemand.

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  11. Wie auch Netrebko so gehört Kaufmann zu den maßlos überbewerteten Stimmen. Im Zeitalter der events, in dem man gern am Boden liegt un die meisten nicht mehr wirklich kritisch und fachlich fundiert hören können, geht das alles durch. Man will jubeln und hochjubeln. Man höre einmal Bergonzis CD mit 30 Verdi-Arien, dann weiß man was Verdi-Gesang ist und wieviel der verlangt. Kaufmann jedenfalls ist kein Verdi-Interpret.

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  12. Sehr richtig. Und Paul kenne ich, es ist länger her, von einem anderen opernblog. Da war er oberschlau und verbreitete ein verquastes Deutsch. Die Sprachwissenschaftlerin Elsa mag hier weitermachen. Ich setze mich lieber ans Klavier.

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  13. Kaufmann ist nur ein Opernsänger. Ein guter. Mehr nicht. Zum Olymp gehört er nicht und nicht zu den 'Italienern'. Eher zu den Franzosen. Und wenn man die Internationale Sängerliste durchgeht, die allein im Buchstaben A über ZWEITAUSEND Namen aufweist, kann man den lächerlichen Hype um Kaufmann, in dessen Vorstellungen 70% und mehr Frauen sitzen, nicht mehr begreifen. Der Stimmenliebhaber, der hören kann, konnte das noch nie.

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