Donnerstag, 19. Dezember 2013

Jubel und Protest - Gergiev in München















Draußen Protest, drinnen Jubel - so lief der gestrige Strawinsky-Abend in der Münchner Philharmonie im Gasteig. Vor dem Konzert protestierten mehrere hundert Aktivisten der schwullesbischen Szene, drin gab Valery Gergiev ein zu recht umjubeltes Konzert. Ein Programm mit Werken nur von Igor Strawinsky, hierzulande selten gespielt. Nach nervösem Beginn finden Dirigent und Musiker schnell eine gemeinsame Sprache, prachtvoll disponiert die groß besetzten Instrumentengruppen, engagierte Solisten an vier Flügeln und ebenso vielen Gesangspositionen. Der riesige Chor klingt zwar gar nicht russisch, aber trotzdem gut. Hier findet etwas zusammen, musikalisch hochspannend, ein Versprechen. Abschließender Höhepunkt ein wunderbar leicht musizierter Feuervogel in der Originalversion, großartig wie Gergiev hier die einzelnen Motive herausarbeitet, ohne Effekthascherei, immer das Ganze im Blick. Das Orchester folgt ihm ohne Einschränkungen, am Ende für alle erlösender Jubel. Die Stadt München hat verlauten lassen, dass sie an Gergiev als künftigem GMD festhalten will, gleichwohl noch mal ihre Position festgezurrt, dass für jegliche Diskriminierung kein Raum ist und er selbst möchte sich mit Vertretern der Szene treffen. Wenn auf diese Weise aus der berechtigten Empörung ein nachhaltiges Ergebnis folgt hätten alle gewonnen und ganz besonders die Münchner Philharmoniker. Musik ist eben doch nicht unpolitisch und das ist gut so!

Kommentare:

  1. Es fällt auf, dass Sie in der Seitencolumne Jonas Kaufmann größer schreiben als Verdi und Puccini kleiner als Villazon. Wahrscheinlich haben Sie nur nicht nachgedacht. Gerecht wäre: alle gleich groß, denn jeder ist auf seine Art groß. Zudem: Kaufmann gehört zu den am meisten überbewerteten Sängern der Gegenwart.

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  2. Und Mozart kleiner als Erwin Schrott. Nun wird man mit der besseren Lesbarkeit kommen. Aber dann sollte man sich die Mühe machen wirklich nach Rang vorzugehen. Beste Empfehlung ist die von Arndt!!!

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  3. Alle Zahlen weg. Namen alle gleich groß. Häufigkeit ist ebenfalls Schrott. Dabei wäre es so einfach.

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