Sonntag, 3. November 2013

Crowfunding für Erika Sunnegårdhs erstes Album



Ein interessanten Weg hat die aus Schweden stammende Sopranistin Erika Sunnegårdh für die Produktion und die Veröffentlichung ihres ersten Soloalbums gewählt. Die Einspielung im Studio ist bereits erfolgt und wurde durch die Sängerin vorfinanziert. Jetzt werden per Crowfunding Unterstützer gesucht. Das Ziel ist achtzehn Tausend Dollar einzuwerben, im Moment sind davon bereits 930 $ geschafft, die Kampagne dauert noch bis zum Ende des Monats November. Es handelt sich dabei nicht um Spenden, sondern um eine zweckgebundene Finanzierung für die man einen Gegenwert erhält, der reicht von einem Gratisdownload (für 5 $), über ein meet & greet mit der Sängerin (für 75 $) bis zu einem Gratiskonzert oder einer kompletten Meisterklasse für 6000 $. Angesichts der Tatsache, dass die Plattenfirmen abseits der ganz großen Namen mittlerweile kaum noch Studioproduktionen finanzieren und Alben heraus bringen scheint das eine Möglichkeit sein, deren Produktions- und Verwertungskette komplett zu umgehen. Die aufzubringende Summe ist überschaubar und eine Sängerin mit einer gewissen Karriere hat heute eine bestenfalls weltweit verstreute Fanbasis, die auf diese Weise aktiviert werden kann. Nicht zu unterschätzen sind auch die Aspekte des Selbstmarketings, eine neue, junge und netzaffine Zielgruppe wird erreicht, Unterstützer und Freunde vernetzen sich überregional. Wer in das Projekt investiert hat wird auch darüber sprechen und so für Absatz sorgen. Und wenn Erika Sunnegårdh das nächste Mal in der Nähe auftritt vielleicht eine Karte kaufen. So was nennt man auch eine win-win-situation. Aufgenommen wurde mit dem Malmö Symphony Orchestra unter der Leitung von Will Humburg: Wagner, Strauss und Beethoven. Nicht die erste und ganz sicher auch nicht die letzte Einspielung dieses Repertoires. Wir werden die Entwicklung beobachten und weiter darüber berichten.


Kommentare:

  1. Vielen Dank fuer den Link. Ich habe meine Spende gemacht und warte gespannt auf den CD.

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  2. 6000 $ für einen Auftriit oder einer Meisterklasse ist ja ok, aber 75 $ für ein Treffen ? Wo ? Wann ? Wer zahlt die Reisekosten ??? Das Modell ist für eine ernthafte kommerzielle Verwertung ungeeignet, das funktioniert so nicht. Die Idee ist nicht schlecht, aber die Praxis sieht dann doch anders aus.

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