Samstag, 12. November 2011

Hoffmann-Umbsetzung in München


An der Bayerischen Staatsoper in München wird die Titelrolle in Les Contes d'Hoffmann in der Vorstellung am 17.11.2011 umbesetzt. Rolando Villazon sagt aber nicht ab, sondern er übernimmt für den an diesem einen Termin der Serie vorgesehenen Kollegen Arturo Chacón-Cruz. Im Vorfeld hatten ja viele Villazon die Partie nicht zugegtraut und deswegen spekuliert, dass Zweitbesetzung Chacón-Cruz weitere Termin übernehmen könnte. Nun ist es andersherum gekommen. Die beiden Tenöre kennen sich gut: Chacón-Cruz sang die Titelrolle in Villazons Werther-Inszenierung Anfang diesen Jahres in Lyon.

Kommentare:

  1. Das ist ja mal eine erfreuliche Umbesetzungs-Nachricht!

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  2. Die Vorstellungen waren aufgeteilt. Chacón-Cruz hat aber keine Stimmprobleme. Im Gegenteil. Er hat ein Terminproblem. Aber das ist willkommen. Damit die Übertragung, die schon einmal abgesagt war und nun zunächst verlegt ist in einiger Qualität ablaufen kann, muß Villazon mehr Vorstellungen singen. Aus diesem Material kann dann besser ausgewählt werden, denn, es muß gesagt werden, Villazon, dem man seit Jahren alles Gute wünscht, zeigte sehr unterschiedliche Leistungen. Aus mehr Material kann man aber nun die 'Live-versetzte' Übertragung, an der nichts mehr live ist außer dass die Aufführungen live stattgefunden haben,
    zusammenschnipseln. Dieses Vorgehen erinnert mich an die Metzger die Formfleisch anbieten. Seien Sie versichert, so ist das mit der Umbesetzung. Meinen Namen kann ich hier nicht nennen, würde es aber gern. Allerdings möchte ich nicht umbesetzt werden.

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  3. Was schreiben hier eigentlich für Dreckschleudern???? Es gibt Morons, denen kann man es einfach nie recht machen. Selbst wenn Villazon die gesamte Serie singt, wird ihm hier noch ein Strick draus gedreht - wie lebt es sich eigentlich mit so viel Gift im Blut?

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  4. Eine Live-Afführung ist eine direkt von der Bühne abgefilmte Übertragung ohne ständige Großauf-nahmen und Kürzungen. So etwas hat es zur Freude von Opernliebhabern tatsächlich schon gegeben. Ich unterschreibe voll was anonym von 18:08 geschrieben hat. Arte war nahe daran die Übertragung ganz zu kippen. Und das hatte, wie auch seriöse Zeitungen berichteten, damit zu tun, dass Villazons Gesang sehr schwankte, sein Klein-Zack im Ganzen nicht sendefähig war. Daher die Ausflucht: mit mehr Material können wir bessere Stellen finden und die Sendung noch retten. Warum nun ist jemand eine Drecksschleuder, der die Wahrheit sagt ohne jemand treffen zu wollen. Wahrheit darf Wahrheit bleiben, nein sie muss. Der Schreiber von 16:38 disqualifiziert sich also selbst.

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  5. Tatsache ist: Hoffmanns Premierenabend konnte man aus Qualitätsgründen so nicht senden. Insofern ist die Feststellung richtig, dass man von Villazon mehr Material haben mußte. Basta.

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  6. Na toll, eine Aufzeichnung aus mehreren Mitschnitten zusammengeschustert. Und dann auch noch ins Nachtprogramm verschoben. Die Gesangsleistung des Tenors muß ja furchtbar sein, wenn die sich nicht trauen, es live zu senden. Vielleicht hätte man einen Tenor engagieren sollen, der die Partie auch bewältigt.
    Ein Armutszeugnis.

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  7. Woher wollen denn einige hier die genauen Gründe wissen, die dazu geführt haben, auf die Live-Übertragung am 21.11. (nicht der Premiere!) zu verzichten? Von "zusammenschustern" kann ja wohl keine Rede sein, wenn man sicherheitshalber zwei Aufführungen aufzeichnet, vielleicht für eine spätere DVD. Das ist auch bei anderen Opern üblich. Und was die Gesangsleistung von Villzón betrifft: er ist bei der Premiere bejubelt worden.

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  8. Nun ist es heraus und es ist noch schlimmer als befürchtet:
    Zitat aus Der neue Merker, Wien, der stets perfekt informiert ist:
    'Nun zur verschobenen Arte-Übertragung des Münchner "Hoffmann". Ein Informant aus der Journalistenszene schreibt mir: Zum Thema Münchner Hoffmann auf ARTE. Die Absage der zeitversetzten Live-Übertragung hat offensichtlich schon mit Villazón zu tun, der nur eine bearbeitete Aufnahme in Umlauf haben möchte, keine Momentaufnahme von einem Abend. Anscheinend traut er seiner Abendverfassung nicht. Wie ich über nur einen Umweg von Herrn Chacon-Cruz erfahren habe, hat Villazón darauf bestanden, auch dessen Vorstellung zu singen, weil er Angst hatte, nicht genügend präsentables Material für die DVD zu haben...
    Chacón-Cruz, der beste Hoffmann weltweit ist sauer und das zu Recht. Der liebe Junge Rolando ist nämlich eiskalt.

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  9. "Was schreiben hier eigentlich für Dreckschleudern???? Es gibt Morons, denen kann man es einfach nie recht machen. Selbst wenn Villazon die gesamte Serie singt, wird ihm hier noch ein Strick draus gedreht - wie lebt es sich eigentlich mit so viel Gift im Blut?"

    Dieser Kommentar ist mehr als niveaulos!!!

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  10. Sie wiederholen sich. Allerdings disqualifizieren Sie sich auch hier. Die Kritiker Villazons haben durchweg Recht. Ein Furz wird nicht zu Parfum durch Ihren Beitrag.

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  11. Wir waren in der Vorstellung am 17.11.
    Auch wenn ich lieber Chacón-Cruz gehört hätte, denn ich halte wenig vom Star-system, fand ich die Leistung Villazóns absolut in Ordnung.
    Möglicherweise stellt er sich zu hohen Zielen...

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  12. P.S.: an der Stelle von Diana Damrau, von Bryn Terfel oder Joyce DiDonato wäre ich jetzt richtig sauer: es dreht sich hier alles um Villazòn, als ob die anderen Statisten wären!

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  13. Herr Villazón's Fan's lieben auch alle anderen Künstler, richtig. Es sind ja schliesslich Kollegen/innen die er sehr schätzt. Seine Verehrer würden sich hier kaum zu Wort melden (müssen) wenn nicht permanent von gewissen Leuten Angriffe gegen Villazon zu lesen wären.

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  14. Ich habe die Vorstellung besucht, aber nicht wegen Villazon. Da hätte ich schon lieber Chacón-Cruz gehabt.

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  15. Also, aufgezeichnet wurde am 17. und 21. 11.
    Die Vorstellung am 9. war ausgezeichnet, ohne jede Premieren-Nervosität.
    An die Villazon-Hasser: Es gibt etliche gute Tenöre, wenn Ihr Villazon so gar nicht leiden könnt, haltet Euch an die anderen, es kann für die Seele nicht gut sein, soviel negative Energie zu entwickeln.
    Grüße Hansi

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  16. Villazon, der Gottschalk der Oper.

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  17. Traurige Wahrheit aus DER NEUE MERKER WIEN

    'Wenn dieser Nemorino auf die Bühne kommt, mit Körbchen, Strohhut, Äpfeln (später wird er mit dreien davon virtuos jonglieren und dafür Extraapplaus ernten), ist er ganz der geliebte, bekannte Rolando Villazón: als Schauspieler hundertprozentig da, so sehr, dass man es wohl „hyperaktiv“ nennen kann, aber nicht dumm – was er macht, hat immer Sinn. Nur dass sein Nemorino eben von Anfang bis zum Ende der Clown an sich ist. Macht nichts, mit dieser Rolle ist vieles möglich: Man erinnere sich an Pavarottis hinreißende Tapsigkeit. Oder an die Verklemmtheits-Studie von Flórez. So, wie Villazón um seine Adina wirbt und leidet, wie er liebt und siegt, immer noch ein schräger Blick, immer noch eine Bewegung, muss man einfach lachen und lässt sich von ihm einfangen. Nein, als Bühnenpersönlichkeit wird er nie Probleme haben.
    Die Stimme ist, sagen wir es gleich, natürlich nicht, was sie war. Noch schön, gut geführt, aber bestenfalls (bestenfalls!) vom Umfang zwei Drittel dessen, was sie früher war. Er hat einfach keine ausreichende Kraft mehr (manchmal blieb er bei normalem Orchester kaum hörbar, wie erst, wenn es wirklich aufspielte). Und wenn ihm die Nerven dazwischen kamen wie bei „Una furtiva lagrima“, dann wackelte er mehr als einmal, da schien nichts zu klappen, kein Ansatz, kein Übergang, da hatte man panische Angst, dass er an den Fröschen, die sich ihm in den Hals schlichen, ersticken würde. Abgesehen davon, dass es keine wirklich hohen Töne (und schon gar keine lustvollen tenoralen Draufgaben) gab. Nur einen Sänger, der danach fast wie ein Häufchen Elend dasaß und wie gottergeben (und möglicherweise überrascht) den heftigen Applaus über sich ergehen ließ. Er wusste es selbst besser. Nein, nach DaCapo (wie letztlich bei Flórez) verlangte das nicht.
    Man liebt Rolando Villazón. Und natürlich kann er in der Verfassung, in der er sich befindet, weiter singen, wenn er unbedingt will. Es gibt Tenöre, die hatten nie mehr Stimme als er jetzt – aber die bleiben dann in der zweiten oder dritten Reihe. Sie müssen nicht gegen eine Legende ansingen, die Villazón heißt und die Erwartungen berechtigt auf die Spitze treibt. Das ist wie beim Tennis: Auch wer die Nummer 1 war, kann als Nummer 37 weiterspielen (die Zahl ist beliebig). Aber er wird sich und dem Publikum, das ihn liebt (und das etwas davon versteht) damit weh tun.'

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  18. Falsch programmierte Dreckschleudern

    Anstatt froh zu sein, dass Villazón nach seiner Stimmkrise wieder eine so anspruchsvolle Partie wie den Hoffmann problemlos und beeindruckend durchstehen kann, sollte das Gift einiger Skribenten in Richtung Regie, Bühnenbild und Kostüme verspritzt werden. Den Olympia-Akt als Kindergeburtstag bei Alice in Wonderland in Disney-Ästhetik zu inszenieren ist schlichtweg eine Frechheit dieser Oper gegenüber. Die restlichen Akte sind nur marginal besser konzipiert, aber immer noch hinreichend oberflächlich, um von den meisten Provinzbühnen in den Schatten gestellt werden zu können.
    Der Gesang, einschließlich des Chores, war untadelig. Technisch spielte das Orchester perfekt, nur der Dirigent sollte sich mal etwas Gefühl zu- und in diese Oper reinlegen.

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