Samstag, 14. Mai 2011

Berliner Philharmoniker verlassen Salzburg


Nun also doch: Die Berliner Philharmoniker werden 2012 zum letzten Mal bei den Salzburger Osterfestspielen auftreten, um ein Jahr später erstmals in Baden-Baden bei einem neuen eigens für sie aufgelegten Festival zu spielen. Im Herbst 2009 fiel diese Entscheidung noch anders aus, für Salzburg und gegen Baden-Baden. Das neue Festival soll den Schwerpunkt auf szenische Opernaufführungen legen, deren Umfang die Berliner in Salzburg gern ausgeweitet hätten. Die in letzter Zeit von mehreren Finanzskandalen gebeutelten Osterfestspiele sahen sich dazu nicht in der Lage. Vor kurzem erst war eine langfristige und bereits sehr konkret geplante Kooperation der Osterfestspiele mit dem Teatro Real in Madrid angekündigt worden, die jetzt mit nach Baden-Baden wandern wird. Dieser überraschende, aber nicht unlogische Wechsel wird wohl der Auftakt umfangreicher Veränderungen im europäischen Klassik-Festival-Betrieb sein. Nach einem Jahrzehnt der Unsicherheit und des Beharrens auf alten Strukturen stecken jetzt die großen Spieler auf dem Markt ihre Claims ab. Dass mit den Berliner Philharmoniker eines der Spitzenorchester den ersten Schritt tut spricht Bände über die aktuellen Verhältnisse der Branche!

Kommentare:

  1. Damit dürften die Osterfestspiele am Ende sein! Wofür sollte man sonst 500 Euro zahlen, wenn nicht für die Berliner Philharmoniker?

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  2. Alternativen gibt es schon....., Bayerisches Rundfunkorchester mit Maris Janssons. Oder
    Thielemann mit Dresdner Orchester - und viele
    anderen Orchester auch. Bedeutende Festivals leben von all diesen. Es geht immer weiter.....

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  3. Thielemann und die Dresdner Staatskapelle haben schon eine Residenz in Baden-Baden.

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  4. Es gibt auch andere gute Orchester als die Berliner, die sollten ihre Arroganz mal ablegen und zu Kenntnis nehmen, daß die Zeiten sich geändert haben und das Geld nicht so wie früher zur Verfügung steht. Das Limit ist erreicht, man kann nicht immer mehr fordern, sonst bleibt der Saal wirklich leer. Es gibt erheblich mehr Orchester und Musiker, die auch von ihrem Beruf leben wollen, da muss man dann Abstriche machen für eine etwas gerechtere Verteilung. Die Berliner haben sowieso schon ein Spitzen- einkommen, die brauchen wirklich nicht jammern.
    Da muss sich eben ein wenig einschränken, das tun ganz viele Menschen ebenso.

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  5. Osterfestspiele à la Karajan hatten sich lange überlebt. Neuanfänge, bescheidener, aufregender, sind immerhin möglich.

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  6. Ja, ich kam zu der Zeit zwei Mal wegen der Musik. Das Chi-Chi und die uneträglichen Damen und Herren mit ihrem Geschwätz konnte ich nicht ertragen und kam nicht mehr. Zirkus Karajan.

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