Dienstag, 21. September 2010

Jonas Kaufmann macht in Verismo


Jonas Kaufmann ist der Tenor der Stunde - jetzt gibt es auch noch das Album zur Medien- und Bühnendauerpräsenz: Verismo. Im Sommer noch Cavaradossi und Lohengrin - tief greift er jetzt ins italienische Kerngebiet der Oper, nicht immer ganz glücklich. Seine permanenten Wechsel zwischen dem deutschen, französischen und italienischen Repertoire werden dem Tenor immer wieder zum Vorwuf gemacht. Zu recht! Das vorliegende Album zeigt, dass er ein sicherer und stimmschöner, aber in manchen Dingen doch kein großartiger Sänger ist. Die eher leisen Töne stehen ihm nicht in dem nötigen Maß zu Gebote um auch mit diesen Stücken zu punkten. Wenig begeistert äußert sich auch der Kritiker der WELT: Während die Schwergewichte großartig geraten, mit vollem Volumen und Gusto, schleichen sich vor allem in den lyrischeren Arien seltsam gaumige Töne, heißere Phrasen und merkwürdig flaue Bögen ein. Hier schlägt der Wille zu Gestaltung in Manieriertheit um. Bei einem weniger berühmten Sänger würde man das nicht akzeptieren. Eine Aufnahme, die manche Wünsche offen lässt, von der man aber auch nicht so richtig abraten kann. In der Münchner Abendzeitung erklärt der Sänger nun auch, warum er im kommenden Jahr nicht nach Bayreuth zurück kehrt, wo er in diesem Sommer als Lohengrin debütiert hatte. Der Grund heißt einmal mehr Angela Gheorghiu, mit ihr und Bryn Terfel zusammen steht er in London in Tosca auf der Bühne, das ging sich wohl probenmäßig nicht anders aus. Seine aktuell nächste Rolle ist die des Maurizio in Adriana Lecouvreur welche er ebenfalls an der Seite von Angela Gheorghiu an der Deutschen Oper Berlin (zwei konzertante Vorstellungen Anfang Oktober) und dann später im Jahr in London singen wird. Als Bayreuther Lohengrin wird er im nächsten Jahr von Klaus Florian Vogt abgelöst, der in diesem Jahr bereits am Grünen Hügel für Kaufmann eingesprungen war. Von den geplanten sechs Vorstellungen hatte der nur vier gesugen.

Kommentare:

  1. Den Kommentaren des Autors und denen der Kritiker, insbesondere dem der 'WELT' ist wenig hinzuzufügen. Der letztere wird von Fans massiv angegriffen. Leider hat er Recht. Den Lohengrin singt Kaufmann auch deshalb nicht, weil er mit diesem Lohengrin und der sehr geteilten Aufnahme seiner Leistung durch Kritiker unzufrieden war. Allzu häufig sollte er sich allerdings mit der Gheorghiu nicht einlassen. Sie ist unberechenbar, ausschießlich auf sich selbst bezogen, unkollegial und und... Ich weiß wovon ich soreche, denn in dem Metier bin ich zu Hause.
    Kaufmann wäre zu raten sich öfter im Französischen Fach aufzuhalten. Da ist er wirklich bemerkenswert und als Deutscher könnte er dort Geschichte machen. Das schwierige ganz eigene Fach liegt ihm und trifft genau seine Möglichkeiten. Der Verismo ist verlockend, aber der hat schon manchen sehnsüchtigen Sänger zerstört. Da ist seine Zukunft jedenfalls nicht. Corellis gibt es nur alle paar hundert Jahre einmal.

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  2. es ist absoluter Unsinn was da über Jonas kaufmann gesagt wird.Die vielen ausgezeichneten anderen kritiken haben sieanscheinend alle ignoriert.Mein Urteil lautet ebenfalls hervorraget

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  3. Die Wahrheit zu hören ist immer schmerzlich für Leute die kritiklos sind. Aber man kann nicht daran rütteln: Franco Bastiano hat Recht.

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