Freitag, 30. September 2011

Auch Anja Silja sagt mal ab, aber....


....mit welcher Begründung! Die Sängerinnen-Legende Anja Silja sollte in einer Wiederaufnahme-Serie von Katja Kabanowa am Staatstheater Karlsruhe in einer ihrer Paraderollen als Kabanicha auftreten. Kurz vor dem ersten Termin hat sie die Partie vor ein paar Tagen aufgrund differierender Auffassungen über die Anlage der Figur zurückgegeben! Ein Grund, der bei den auch auf diesem Blog stets sehr heftig diskutierten Sängerabsagen nur sehr selten zu hören ist. Bei einer Wiederaufnahme ist das sicher nicht ganz stichhaltig, hätte man sich über die Konzeption der Inszenierung ja bereits im Vorfeld verständigen können. Aber Respekt Frau Silja, künstlerische Integrität gibt es eben nicht umsonst. Bedauerlich bleibt das Ganze für das Karlsruher Publikum, ist die Silja doch nach wie vor eine bemerkenswerte und aufregende Sängerdarstellerin. Demnächst wieder zu erleben als Old Lady in Candide im Berliner Schillertheater, wo sie offenbar keine Probleme mit der Figurenkonzeption hat, sie war ja auch schon zur Premiere dabei. In Karlsruhe hat jetzt Sonja Borowski-Tudor die Rolle der Kabanicha übernommen.

Mittwoch, 28. September 2011

Konzertanter Lohengrin in Berlin


Mit Lohengrin setzt am 12. November 2011 Marek Janowski mit seinem Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin den Wagner-Zyklus in der Berliner Philharmonie fort. Die Titelrolle übernimmt jetzt Klaus Florian Vogt (anstelle von Christopher Ventris) und trifft dabei auf seine Bayreuther Kollegin Annette Dasch als Elsa (Foto). Sie singt diese Rolle zum ersten Mal jenseits des Grünen Hügels. Weitere Solisten sind Susanne Resmark, Markus Brück, Günther Groissböck und Gerd Grochowski. Zuletzt hatte Janowski im Frühjahr Die Meistersinger von Nürnberg mit großem Erfolg in der Philharmonie aufgeführt.

Opern aus Brüssel jetzt auch im Netz


Das Opernhaus La Monnaie in Brüssel überträgt ab sofort regelmäßig seine aktuellen Produktionen drei Wochen lang als video on demand im Internet. Das Angebot ist über die Homepage des Hauses abzurufen. Den Auftakt macht Médée von Luigi Cherubini mit Nadja Michael (Foto) in der Titelrolle. Die Inszenierung stammt von Krzysztof Warlikowski. Als nächste Premiere ist für Ende Oktober Oedipe von George Enescu angekündigt. La Monnaie bietet schon seit vielen Jahren eines der interessantesten und abwechslungsreichsten Programme unter den europäischen Spitzenhäusern. Dieses neue (und vergleichsweise einmalige) Angebot bietet eine gute Gelegenheit daran teilzuhaben!

Katharina Wagner moderiert im ZDF


Das Fernsehen wird immer mehr zum neuen Leitmedium der Bayreuther Festspiele. Nachdem im Sommer mit dem Lohengrin erstmals eine komplette Oper live aus dem Festspielhaus übertragen wurde soll nun am 9. Dezember 2011 (um 23 Uhr) Festspiel-Chefin Katharina Wagner eine Ausgabe des ZDF-Kulturmagazins aspekte moderieren. Wie das ZDF betont, wird sie nicht nur durch das Magazin führen, sondern auch in eigenen Berichten ihre Einblicke in die Kultur dem Zuschauer näher bringen. Neben Katharina Wagner sind in den nächsten Monaten als Gast-Moderatoren noch Anke Engelke, Frank Schätzing und Wladimir Kaminer eingeplant.

Who is that girl?


Das ist doch...René Pape! Und zwar als Méphistophélès in der aktuellen Produktion des Gounod-Faust am Royal Opera House London. An seiner Seite treten in der Inszenierung von David McVicar Starsopran Angela Gheorghiu, Startenor Vittorio Grigolo und Starbariton David Hvorostovsky auf. Eine wirklich erlesene Besetzung! Die heutige Aufführung wird auch in Deutschland in einer Reihe von Kinos live übertragen, hingehen!

Freitag, 23. September 2011

Der Absager springt ein


In den letzten Jahren hat sich Tenor Jonas Kaufmann nicht ganz zu Unrecht einen gewissen Ruf als Absager erworben. Das Thema wurde auch auf diesem Blog ausführlich diskutiert. Jetzt springt er - nach erfolgreich überstandener Operation - für seinen erkrankten Kollegen Thomas Quasthoff im Barenboim-Zyklus am Berliner Schillertheater ein. Sein erster Auftritt in dieser Saison findet also nicht in Essen, sondern bereits am 07. Oktober in Berlin statt. Nicht ganz zufällig sicher, denn er hatte in Berlin wohl noch etwas gut zu machen, weil er vor ziemlich genau einem Jahr einen Liederabend an gleicher Stelle absagen musste.

Barenboim gibt Rossini-Debüt


Auch im Repertoire des Multikünstlers Daniel Barenboim gibt es noch weiße Flächen. Noch nie hat er bisher eine Oper von Gioachino Rossini dirigiert. Deswegen debütiert er am 02. Oktober 2011 mit Il Barbiere Di Siviglia an seinem Berliner Stammhaus und zwar in der jahrzehntealten und dennoch hochgeliebten Inszenierung von Ruth Berghaus. Für alle unter 35 Jahren gibt es Karten für 7 Euro!

Donnerstag, 22. September 2011

Jonas Kaufmann hat OP gut überstanden


Erleichterung bei vielen Fans und Musikfreunden: Jonas Kaufmann hat nicht nur seine Operation Anfang September gut überstanden, sondern kann auch wie vorgesehen ab Mitte Oktober wieder singen. Das kündigt er auf seiner Website an. Der erste Auftritt ist am 10.10.2011 in Essen geplant, dann folgen Termine in Berlin, Athen und London sowie die Neuproduktion von Gounods Faust an der Metropolitan Opera New York.

Onlinebestellungen in Bayreuth


Noch bis zum 18. Oktober 2011 können Eintrittskarten für die Bayreuther Festspiele 2012 online bestellt werden. Diese Möglichkeit besteht erstmalig, es kommt allerdings zu keiner bevorzugten Kartenzuteilung, man reiht sich vielmehr in die mehrjährige Bestellerschlange ein und zwar genauso, wie wenn man schriftlich bestellen würde. Die legendären Bayreuther Wartezeiten von bis zu zehn Jahren dürften aber nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Verfassung der Festspiele vorerst der Vergangenheit angehören. Also, viel Erfolg!

Sonntag, 18. September 2011

Anna macht es für ein Bier!


Kurz nach ihrem Silvesterauftritt kommt Anna Netrebko schon wieder in die sächsiche Landeshauptstadt: Am 24. Februar 2012 tritt die russischen Sopranistin in einer Nacht der Stars in der Dresdner Semperoper auf, an ihrer Seite der Dresdner Cellist Jan Vogler, der auch Intendant der dortigen Musikfestspiele ist. Karten können nicht käuflich erworben, sondern nur über die Website der Brauerei gewonnen werden. Dafür wird aber auch eine 4-Sterne-Übernachtung und ein Abendessen draufgelegt! Zwischen der Semperoper und der Radeberger Bierbrauerei gibt es langandauernde werbliche Zusammenarbeit, die dazu geführt hat, dass Touristen das Opernhaus gelegentlich für eine Brauerei halten. Im Spielplan der Semperoper ist gegenwärtig nur eine Vorstellung von Hindemiths Cardillac um 18 Uhr angekündigt. Da dieses Werk zu den kürzeren der Opernliteratur zählt ist es zu diesem Termin wohl nur der Auftakt für einen glanzvollen Abend!

Samstag, 10. September 2011

Placido goes Wagner


Placido Domingo, hochgeschätzter Welttenor mit neuerdings Baritonambitionen und vielleicht beeindruckendste Sängerkarriere unserer Zeit will seinem nicht gerade knappen Rollenverzeichnis eine weitere wichtige Partie hinzufügen, den fliegenden Holländer. Nicht in Bayreuth, sondern an einem anderen mythischen Opernort etwas weiter südlich, der arena di verona im Sommer 2013, Daniel Barenboim soll dirigieren. Zuletzt hatte Domingo mit Auftritten in Baritonpartien (Simone Boccanegra, Rigoletto) für Furore gesorgt.

Donnerstag, 8. September 2011

Großsponsor verlässt Bayreuther Festspiele


Nach vier Jahren Engagement will sich mit dem Unternehmen SIEMENS einer der Hauptsponosoren von den Bayreuther Festspielen zurückziehen. Damit fehlen dem Festival pro Jahr ca. eine Million Euro, welche bisher für die Übertragung einer Oper als public viewing und im Internet gezahlt wurden. In diesem Jahr wurde der Lohengrin darüberhinaus auch auf Arte gezeigt, das war die erste TV-Übertragung aus Bayreuth. Die Screenings der Aufführungen in verschiedenen Medien entsprechen nicht nur dem Zeitgeschmack, sondern gehören zum Kern des durch die Wagner-Schwestern vertretenen Konzepts der Öffnung der Festspiele. Im kommenden Jahr ist eine Aufzeichnung des Parsifal in der Inszenierung von Stefan Herheim angekündigt. In welcher Form diese dann gezeigt wird scheint im Moment wieder offen. SIEMENS begründet seinen Schritt mit den Worten: Wir glauben, dass die Bereitschaft zur Veränderung der Schlüssel für nachhaltigen Erfolg ist. Das dürfte nicht nur am Grünen Hügel so manchem in den Ohren klingen...

Mittwoch, 7. September 2011

Luisi übernimmt Levine-Dirigate an der MET


New Yorks Musikchef James Levine muss weiterhin pausieren, er hat sich während seiner Rekonvaleszenz eine Rückenverletzung zugezogen und kann vorerst nicht auf das Dirigentenpult der Metropolitan Opera zurück kehren. Seine Position übernimmt Fabio Luisi, der schon länger Erster Gastdirigent des Hauses ist, er wird u.a. die Premieren von Don Giovanni und Siegfried leiten. Luisi muss dafür einige Engagements in Wien, Genua, Rom und San Francisco absagen. Levine dirigiert seit mehr als 40 Jahren an der MET. Vorerst bleibt er musikalischer Direktor des Hauses, er plant am 27. Januar 2012 zur Premiere der Neuproduktion Götterdämmerung an sein Haus zurück zu kommen. Auch will er die kompletten Ringzyklen im Frühjahr 2012 dirigieren.

Dienstag, 6. September 2011

Flórez singt auch nicht in Japan


Ein weiterer Tenor muss seine aktuellen Japan-Verpflichtungen absagen, nach Jonas Kaufmann jetzt auch der Peruaner Juan Diego Flórez! Wie er auf seiner Homepage meldet hat er sich an einer kleinen Menge Seewasser verschluckt und sich dadurch eine harmlose Verletzung zugezogen, die es ihm im Moment unmöglich macht zu singen. Flórez war eingeplant in Bellinis I Puritani im Rahmen des Gastspiels des Teatro Communle di Bologna zu singen.

Sonntag, 4. September 2011

Zweites Schostakowitsch-Festival in Gohrisch


Im kleinen Urlaubsort Gohrisch in der Sächsischen Schweiz in der Nähe von Dresden finden im September zum zweiten Mal die Internationalen Schostakowitsch Tage statt. Das in Kooperation mit der Staatskapelle Dresden durchgeführte Festival widmet sich ausschlielich dem Schaffen des russischen Komponisten, Dimitri Schostakowitsch hielt sich 1960 für einige Zeit in Gohrisch auf und schrieb hier sein berühmtes achtes Streichquartett op. 110. Neben verschiedenen kammermusikalischen Werken stehen in diesem Jahr auch eine Filmaufführung und eine Lesung auf dem Programm. Stand im September 2010 nur eine "Konzertscheune" zur Verfügung wird es jetzt ein extra aufgebautes Konzertzelt mit höherer Kapazität geben. Die Musiker der Staatskapelle Dresden verzichten übrigens auf ihre Gage, nur deswegen kann dieses Festival überhaupt statt finden. Viel Erfolg!

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