Nachdem der neue Tannhäuser in Bayreuth nicht nur musikalisch einen unausgegorenen Eindruck hinterlassen hat, sondern (nach dem überwiegenden Urteil der veröffentlichten Meinung) auch szenisch enttäuschte, an dieser Stelle der Verweis auf eine sehr gelungene Produktion des Werks vor drei Jahren im Festspielhaus in Baden-Baden. Die Elisabeth wird übrigens von derselben Sopranistin gesungen, sonst haben die beiden Aufführungen nicht so sehr viel gemein. Ist selbstverständlich auch als DVD erschienen und kann man hier
Mittwoch, 27. Juli 2011
Es geht auch anders...
Nachdem der neue Tannhäuser in Bayreuth nicht nur musikalisch einen unausgegorenen Eindruck hinterlassen hat, sondern (nach dem überwiegenden Urteil der veröffentlichten Meinung) auch szenisch enttäuschte, an dieser Stelle der Verweis auf eine sehr gelungene Produktion des Werks vor drei Jahren im Festspielhaus in Baden-Baden. Die Elisabeth wird übrigens von derselben Sopranistin gesungen, sonst haben die beiden Aufführungen nicht so sehr viel gemein. Ist selbstverständlich auch als DVD erschienen und kann man hier
Montag, 25. Juli 2011
Heute um 16 Uhr Festspieleröffnung in Bayreuth

Es ist wieder soweit, live auf BR-Klassik und auf vielen anderen Radiokanälen kann heute ab 16 Uhr die Eröffnung der 100. Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth verfolgt werden. Es steht die Neuinszenierung Tannhäuser auf dem Programm (Abb.: Regisseur Sebastian Baumgarten mit Camilla Nylund, sie singt die Elisabeth). Während im Vorjahr der Blätterwald angesichts Hans Neuenfels Ratten-Lohengrin rauschte, blieb es in diesem Jahr vergleichweise ruhig. Nur wenig drang vom Grünen Hügel nach draussen. So viel wurde aber vorab bekannt: Im Mittelpunkt der Bühnengeschehen steht ein sog. Alkolator, eine Skulptur des niederländischen Künstlers Joep van Lieshout.

Dirigent Thomas Hengelbrock, ein Spezialist historisch informierter Aufführungspraxis hat sich mit Äußerungen im Vorfeld sehr zurück gehalten. Ganz spannungsfrei soll seine Zusammenarbeit mit Festspielchor und -orchester nicht gewesen sein. Um so mehr begeistert äußerten sich die beteiligten Solisten. Es bleibt also spannend, welche musikalischen und szenischen Wirkungen dieser Tannhäuser entfalten wird. Die Voraussetzungen für eine gelungene Aufführung sind mehr als gegeben!

Aktuelle Bildergalerie der Neuproduktion Tannhäuser
Musikalische Kurzkritik, 21.45 Uhr
Ein interessanter, wenn auch nicht überzeugender Wagner-Abend! Tom Hengelbrock entschlackt erwartetermaßen den Tannhäuser und findet mit dem Festspielorchester Momente großer Leichtigkeit und überraschend schön ausmusizierter Details. Doch das Ganze ist am Ende nicht konsequent genug und führt immer wieder auch zu Langeweile. Schade! Bei den Sängern sind große Premierenaufgeregtheiten zu hören, Stephanie Friedes Venus neigt immer wieder zu Schärfen und Unsauberkeiten in der Intonation. Auch die Elisabeth von Camilla Nylund findet sich erst im Laufe des Abends in die Partie, in der sie sonst eigentlich sehr souverän und sicher ist. Das Gebet gelingt ihr dann auch sehr inniglich und berührend. Der Schwede Lars Clevemann als Tannhäuser teilt sich den Abend gut ein, singt textverständlich, aber es fehlt ihm dann doch das letzte Stück Stimmschönheit. Nur eine respektable Leistung, keine aufregende - immerhin kommt er sehr gut durch die Romerzählung! Michael Nagy kann als Wolfram alle Möglichkeiten seines stilsicheren Baritons ausreizen, auch ihm wird das im Laufe der Vorstellungen souveräner gelingen. Das gleiche gilt für Günter Groisböck, der als vergleichsweise junger Landgraf viel zu routiniert wirkt. Beeindruckend wie immer der Festspielchor. Insgesamt ein Abend der seine musikalische Form sucht und zum Teil auch findet. Es fehlt aber der stringente Zugriff, der interpretatorische Ansatz. Vielleicht wollte der am Grünen Hügel debütierende Dirigent zu Vieles verwirklichen, was unter den Bayreuther Festspielumständen einfach nicht realisierbar ist?
Freitag, 22. Juli 2011
Macht Castorf 2013 den Ring in Bayreuth?

Der gewöhnlich gut unterrichtete Tagesspiegel aus Berlin berichtet unter dem Titel Papa ante portas, dass nun der Theaterregisseur Frank Castorf Richard Wagners Der Ring des Nibelungen im Jubiläumsjahr 2013 in Bayreuth inszeniert. Es wird damit gerechnet, dass die Personalie am kommenden Montag zur Eröffnung der diesjährigen Festspiele offiziell bekannt gegeben wird. Damit würde eine schon Jahre andauernde Kette von Absagen für dieses Projekt endlich zu Ende gehen. Seine beiden eher missratenen Operninszenierungen (Othello in Basel, Meistersinger in Berlin) wird man kaum für Castorf ins Feld führen, ohne Zweifel ist er aber ein Theatermacher von Format und ohne falschen Respekt vor großen Stoffen. Seine große Zeit scheint zwar vorbei zu sein, aber vielleicht passt er ja gerade deswegen auf den Grünen Hügel?
Donnerstag, 21. Juli 2011
Nie wieder La Traviata!

Obwohl beide gerade richtig gut im Geschäft sind bauen Anna Netrebko und Erwin Schrott bereits an der Karriere nach der Karriere: Sie planen den Einstieg in die Gastronomie! Dafür betreiben sie umfangreiche Feldforschungen in Spitzenrestaurants und haben auch schon einen Koch im Auge! Das hat die Diva dem deutschen Kulturfachblatt stern verraten, außerdem will sie nicht mehr La Traviata singen, weil sie sich künstlerisch weiter entwickeln will und sie empört sich über die hohen Ticketpreise die immer dann aufgerufen werden, wenn sie gerade singt: Ich hasse das, es nervt mich. Ich habe auch nichts davon. Ich bekomme meine Gage und bezahle davon 50 Prozent Steuern. Den Rest bekommen andere. Da ist ganz gewiss etwas daran, aber zumindest der Restkartenverkauf für die überteuerten Open-Airs mit den beiden in den nächsten Wochen in München, Wien und Berlin wird durch diese Meldung sicher noch mal stimuliert...
André Chénier live aus Bregenz

Das zweite Programm des ORF überträgt am morgigen Freitag um 21.20 Uhr live von der Seebühne in Bregenz die aktuelle Produktion von André Chénier, der selten gespielten Revolutionsoper von Umberto Giordano. Das gibt Gelegenheit eine vergleichweise unbekannte, aber dennoch nicht unwichtige Oper zu sehen, wenn man sich nicht selbst auf den Weg an den Bodensee machen will - die Vorstellungen sind noch nicht restlos ausverkauft. Die Inszenierung von Routinier Keith Warner kam zur verregneten Premiere gestern beim Publikum sehr gut an. Uraufgeführt wurde das Spätwerk des italienischen Verismo 1896 an der Mailänder Scala. André Chénier ist beides: ein brisantes historisches Drama und zugleich auch eine berührende menschliche Tragödie. Also großer Opernstoff, der viel öfter auf die Spielpläne gehört. In der kommenden Saison sind Aufführungsserien lediglich in Genf und Wien geplant. Auch die Deutsche Oper Berlin hat das Werk im Repertoire.
Sonntag, 17. Juli 2011
Acis et Galatea heute live aus Aix
Nach der hochkarätigen Übertragung der La Traviata mit Natalie Dessay gestern abend kann heute dank ARTE LIVE WEB eine weitere Oper aus dem diesjährigen Programm des Festivals in Aix-en-Provence am Bildschirm verfolgt werden. Acis & Galatea - eine der zahlreichen Händelopern, deren Inhalt man sich nie merken kann und die alle irgendwie gleich klingen! Das es sich dabei um ein Vorurteil handelt wird das handverlesene Ensemble unter Beweis stellen. Noch einen Vorteil haben die Übertragungen bei ARTE LIVE WEB: Die dort gezeigten Mitschnitte stehen auch noch mehrere Monate nach der ersten Ausstrahlung zum Abruf bereit!
Freitag, 15. Juli 2011
Gergiev mit Schostakowitsch-Zyklus in München

Mit zwei verschiedenen Orchestern realisiert Valery Gergiev in der kommenden Saison in München die Aufführung eines kompletten Zyklus aller 15 Sinfonien von Dimitri Schostakowitsch. In der Philharmonie am Gasteig werden sowohl die Münchner Philharmoniker, wie auch das Orchester des St. Petersburger Marinskij-Theaters auftreten. Die sieben Konzerttermine liegen zwischen November 2011 und Juli 2012. Schostakowitsch gehört auch zum Stammrepertiore des ebenfalls in Münchnen tätigen Mariss Jansons mit seinem BR-Symphonieorchester, für das Publikum bestehen also interessante Vergleichsmöglichkeiten.
Achim Freyer übernimmt Mannheimer Ring

Altmeister Achim Freyer übernimmt die Regie für den Ring des Nibelungen am Mannheimer Nationaltheater. Die Postiton war vakant geworden, weil Christof Nel die Inszenierung vor wenigen Wochen aus künstlerischen Gründen zurück gelegt hatte. Die Rheingoldpremiere soll schon Ende Oktober diesen Jahres sein, die drei Abende folgen dann bis 2013. Freyer kann auf umfangreiche Ring-Erfahrungen zurückgreifen, denn er hat das Mammutwerk erst im vergangenen Sommer in Los Angeles auf die Bühne gebracht. In Mannheim will er allerdings einen Gegenentwurf zu seiner Arbeit in Amerika auf die Bühne bringen und nimmt die leere Bühne als Ausgangspunkt. Das ist sicher nichts die schlechteste Idee, angesichts der knappen Zeit und der Kosten für Mannheimer Theater. In Los Angeles hat die Produktion ein Defizit von 6 Millionen Dollar hinterlassen (im Gegensatz zu San Francisco heuer). Bei diesem Regiewechsel handelt es sich nicht um die einzige große Ringproduktion, bei der das zur Zeit passiert. Vor einiger Zeit ging die Genfer Produktion von Christoph Loy in die Regiehände von Dieter Dorn. Auch dort übernimmt also ein Altmeister! Noch nichts Neues gibt es allerdings über den "Ring-Tausch" in Bayreuth 2013 zu vermelden. Mit Christof Nel und Christoph Loy gibt es aber mittlerweile zwei Kandidaten, die bereits ein Konzept in der Tasche haben...
Mittwoch, 13. Juli 2011
Radioübertragungen aus Bayreuth 2011

Rundfunkübertragungen von den Bayreuther Festspielen haben eine lange Tradition, die erste fand 1931 statt. Furtwängler dirigierte den Tristan! Für die Breitenwirkung der Festspiele im In- und Ausland sind die Übertragungen bis heute ein nicht zu unterschätzender Faktor. Wie in jedem Jahr bringt der BR-Hörfunk auch heuer wieder die Eröffnungspremiere live aus dem Bayreuther Festspielhaus. In diesem Sommer wird das an einem Montag stattfinden und es geht bekanntermaßen um den Tannhäuser, die musikalische Leitung hat Hügel-Debütant Tom Hengelbrock (25. Juli 2011, 15.57 Uhr). Vorher gibt es noch eine Stunde Hintergrundberichte und im Anschluss eine Krtikerrunde, damit auch das szenische Geschehen beleuchtet werden kann (Inszenierung Sebastian Baumgarten). Bei den weiteren Übertragungen wird dann weniger Aufwand betrieben: Tristan und Isolde am 29. Juli 2011 ab 15.57 Uhr, Die Meistersinger von Nürnberg am 02. August 2011 um 18.05 Uhr, Lohengrin am 05. August 2011 um 18.05 Uhr, Parsifal am 09. August 2011 um 18.05 Uhr. Der Tristan kommt live, bei den anderen Werken werden Aufzeichnungen aus der ersten Festspielwoche übertragen. Neben BR-Klassik übertragen viele weitere Radiostationen im In- und Ausland!
Edit 14. Juli 2011
Kaum das wir diese Meldung gestern veröffentlicht haben ist bei Spiegel-online unter dem Titel Was kostet Wagner? ein interessantes Detail zum Thema zu finden: Allein an Lizenzgebühren zahlt der BR den Festspielen in diesem Jahr 396.555 Euro, die erhebliche Summe wird von allen ARD-Anstalten gemeinsam aufgebracht. Der Betrag hat sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder erhöht, es handelt sich wohlgemerkt nicht um die Produktionskosten, sondern um die Senderechte!
Dienstag, 12. Juli 2011
La Traviata aus Aix bei ARTE
Am kommenden Samstag (16. Juli 2011, 21.30 Uhr) überträgt ARTE im Fernsehprogramm und auch auf seiner Live-Web-Homepage die aktuelle La Traviata aus dem diesjährigen Festivalprogramm im südfranzösischen Aix-en-Provence. Louis Langrée dirigiert das London Symphony Orchestra, die Inszenierung stammt von Jean-Francois Sivadier. An der Wiener Staatsoper geht die Aufführung im Herbst ins Repertoire. Hochgelobt wurde der französische Starsopran Natalie Dessay für die Interpretation der Titelrolle. So schrieb die Wiener Zeitung: Gerade mit dieser gefährdet klingenden Stimme und dank des darstellerischen Talents triumphierte die 46-Jährige am Mittwoch beim mit Spannung erwarteten ersten großen Abend der Opernfestspiele in Aix-en-Provence. Denn sie singt eben die Rolle einer Gefährdeten, jener Frau, die „vom rechten Weg abkommt”: die „Traviata”. An der Seite von Dessay treten Charles Castronovo als Alfredo und Ludovic Tézier als Germont auf.
Sonntag, 10. Juli 2011
Letzter Vorhang für Kirsten Harms

Am Ende hatten sie alle lieb, doch das kam zu spät. Intendantin Kirsten Harms verlässt die Deutsche Oper Berlin, obwohl sie hätte bleiben können. Die letzte Vorstellung war gestern abend der von ihr inszenierte Tannhäuser. Vor sieben Jahren übernahme Harms eine der wohl schwierigsten Positionen im deutschen Kunstbetrieb. Die Deutsche Oper, einst kulturelles Flaggschiff Westberlins, trieb orientierungslos dahin. Die Politik glaubte mit der Gründung der Opernstiftung ihre Hausaufgaben gemacht zu haben. Dem war nicht so, die insbesondere im Vergleich zur kleineren Staatsoper Unter den Linden eklatante Unterfinanzierung des Hauses konnte bis heute nicht abgestellt werden. Unter diesen Umständen ist es wirklich erstaunlich, was Kirsten Harms in der kurze Zeitspanne gelungen ist, nämlich nichts weniger als die vollkommene Neupositionierung des Hauses an der Bismarckstraße. Ihr Konzept hieß Große Oper, genau für solche Werke ist das Haus einmal gebaut worden. Nicht alles ist dabei gelungen. (Geschenkt, wenn man bedenkt, was für Gurken die beiden anderen Berliner Opern im Vergleichszeitraum herausgebracht haben!) Aber das Publikum hat den Weg akzeptiert und Harms Konzept mit stetig zunehmendem Interesse mitgetragen. Nicht zuletzt der Fundus der über 80 Repertoirewerke, die teilweise hervorragend gepflegt in den Spielplan kamen, sorgte für großen Zuspruch. Skeptisch bis zuletzt bleib die Presse, in seltener Einheit die regionale und die überregionale Fraktion. (Ungute Erinnerungen weckt in diesem Zusammenhang, was als Idomeneo-Skandal in die Geschichte eingehen sollte und nichts weiter war, als ein verkappter Macho-Reflex der Journaille.) Die Intendantin Harms hat das genauso souverän überstanden, wie personelle Fehlentscheidungen (Renato Palumbo, Alexander von Pfeil), Absagen wichtiger Regisseure (Katharina Wagner, Jürgen Gosch) und kurzfristige Finanzierungslücken. Auf der Habenseite stehen eine ganze Reihe gelungener und erfolgreicher Produktionen, als Beispiele seine hier nur Jeanne d'Arc, Die ägyptische Helena, Ariadne auf Naxos, Othello und Samson und Dalila genannt. Man kann es eben nicht allen recht machen und irgendwann muss man sich entscheiden, für wen man das alles macht. Ein Haus mit 1800 Plätzen will gefüllt sein, gerade in einer Stadt wie Berlin, die sich für so kulturell hält und das vielleicht gar nicht ist. Harms besonderes Interesse galt den Ausgrabungen unbekannt gebliebener Werke des letzten Jahrhunderts. Dafür ist viel kritisiert worden, auch das zu Unrecht, weil die Rehabilitation einiger wichtiger Kapitel unserer Musikgeschichte noch aussteht. Das ist keine akademische, sondern eine künstlerische Aufgabe. Der verschreibt sich jetzt interessanterweise auch die Dresdner Intendantin Ulrike Hessler, die andere Frau an der Spitze eines großen Opernhauses.
Samstag, 9. Juli 2011
Hoffmanns Erzählungen auf 3sat

Am Samstag, dem 30. Juli 2011 um 20.15 Uhr überträgt 3sat eine Aufzeichnung von Les Contes d'Hoffmann von Jaques Offenbach in der Produktion der Salzburger Festspiele aus dem Jahre 2003. Als Hoffmann ist noch einmal Neil Shicoff in seiner langjährigen Glanzrolle zu erleben, der Rest der Besetzung ist ebenfalls erlesen: Angelika Kirschschlager als Muse/Niklas, Ruggero Raimondi singt die Bösewichter, die drei Frauen sind L’ubica Vargicová, Krassimira Stoyanova und Waltraud Meier(!). Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Kent Nagano, der damals noch vor seinem Münchner Engagement steht. Der Guiletta-Akt wurde in der Produktion erstmals in der aktuell rekonstruierten Kaye-Fassung gezeigt. Regisseur der nur gemischt aufgenommen, aber dennoch sehr sehenswerten Produktion war David McVicar, der im angelsächsichen Raum mit seinen präzisen, handwerklichen und darstellerbezogenen Aufführungen seit langem für Furore sorgt. Nur im deutschsprachigen Raum findet sein Gegenentwurf zum Dogma des hiesigen Regietheaters kaum Resonanz. Dennoch kann man seine Arbeiten derzeit regelmäßig per Bildschirm verfolgen: Sowohl die hochgelobten diesjährigen Meistersinger aus Glyndebourne vor zwei Wochen, wie auch die Adriana Lecouvreur mit Angela Gheorghiu und Jonas Kaufmann im Mai aus London waren Inszenierungen von David McVicar. Ebenfalls ein Tipp: Seine Salome aus London mit Nadja Michael und Philippe Jordan am Pult!
Donnerstag, 7. Juli 2011
Weitere zehn Jahre für Barenboim

Für die einen ist er einer der wichtigsten Musiker der Gegenwart, für die anderen einfach nur Chef. Das bleibt Daniel Barenboim für die nächsten zehn Jahre an der Staatsoper Unter den Linden. Der 68jährige unterzeichnete seinen neuen Vertrag jetzt in Berlin, der letzte lief von 1997 bis 2012. Weiterhin wird der Maestro 25 Vorstellungen und vier Konzerte pro Saison dirigieren. Seit 1992 ist Barenboim der Generalsmusikdirektior und der Künstlerische Leiter des Hauses. Die Intendanten wechselten, Barenboim blieb. Vom Orchester, der Staatskapelle Berlin, wurde er inzwischen schon längst zum Dirigenten auf Lebenszeit ernannt. Die Zeichen stehen auf Kontinuität an Berlins exklusivstem Opernhaus, das derzeit im Ausweichquartier im Berliner Schillertheater spielt. Die Neueröffnung Unter den Linden wird auf jeden Fall mit Daniel Barenboim stattfinden, denn auch wenn es bei solchen Bauvorhaben immer wieder zu Verzögerungen kommt, ist dennoch mit einer Rückkehr vor 2022 zu rechnen. Neben seiner Tätigkeit in Berlin ist Barenboim seit 2007 auch Musikdirektor an der Mailänder Scala und spiritus rector des West-Eastern Divan Orchestra (21.08.2011 in der Berliner Waldbühne). Wie kaum eine Künstlerpersönlichkeit unserer Zeit ist er mit unzähligen Auszeichnungen und Würdigungen bedacht worden, erst unlängst wurde er von der Queen zum Ritter ernannt.
Dienstag, 5. Juli 2011
Der erblondete Erwin & die dramatische Anna

Mit der Leonora aus Il Trovatore und der Arie der Manon Lescaut hat sich Anna Netrebko in der Kölner Philharmonie erstmals vor Publikum an schwerers Repertoire gewagt. Sie nährt damit Hoffnungen auf einen Fachwechsel hin zu dramatischeren Rollen, denen sie sich immer weiter annähert. Dafür spricht auch, dass ihr das leichtere Repertoire nicht mehr so leicht wie früher aus der Kehle geht. Irgendwann könnte dann auch mal, die schon länger angekündigte Elsa im Lohengrin folgen. Beim festlichen Arienabend in Köln standen aber vorerst noch die Rennomierstücke von Verdi bis Lehár und ganz besonders die Duette mit Ehemann Erwin Schrott im Mittelpunkt. Feststehen dürfte damit auch im Groben das Programm der drei Open-Airs in Wien, München und Berlin in diesem Sommer, wo noch Tenor Jonas Kaufmann hinzu kommt. Fulminanter Abschluss war Porgy & Bess, auch etwas Neues für die beiden. Ebenfalls zu vermelden: Die plötzliche Erblondung des Bassbaritons...
Montag, 4. Juli 2011
Juan Diego Flórez in München

Morgen tritt Juan Diego Flórez in der Münchner Philharmonie auf, das Konzert ist das einzige in Deutschland im Rahmen seiner aktuellen Tournee. Der im Moment weltweit beste und gefragteste Belcanto-Tenor wird Arien von Bellini, Rossini, Donizetti und Verdi zu Gehör bringen (Restkarten hier). Im vergangenen Herbst musste Flórez mehrere Termine wegen Krankheit absagen. Im April sind der aus Peru stammende Sänger und seine deutsche Frau Eltern geworden. Sohn Leandro kam in New York kurz vor der weltweiten Übertragung der Le Comte Ory-Vorstellung aus der MET zur Welt.
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