Donnerstag, 31. März 2011
Anna Netrebko wird Elsa singen

Die russische Starsopranistin Anna Netrebko hat angekündigt, demnächst in der Rolle der Elsa in Richard Wagners Lohengrin zu debütieren. Wagner sei ihr Lieblingskomponist und sie arbeite derzeit daran ihre Kenntnisse der deutschen Sprache zu verbessern. Die genauen Umstände des Debüts sind noch nicht bekannt, aber es soll in Deutschland statt finden und mit einem von ihr gewünschten Dirigenten. Das könnte Christian Thielemann sein, denn den designierten Chef der Dresdner Staatskapelle benannte sie anlässlich ihres Auftritts in der sächsischen Landeshauptstadt im vergangenen November als Wunschkandidaten. Im Moment steht Netrebko in Wien in den Endproben an der Staatsoper für die mit großem Aufwand vermarktete Premiere von Donizettis Anna Bolena auf der Bühne.
Montag, 28. März 2011
Junger Belcanto-Erfolg in München

Zum wiederholten Male gerät eine Neuproduktion an der Bayerischen Staatsoper zum musikalischen Erfolg und beschränkt sich leider auch darauf. Wie Kent Nagano vor kurzem beim Ravel/Zemlinsky-Doppelabend schafft es Yves Abel das Staatsorchester in der gestrigen Premiere von I Capuleti e i Montecchi zu einer wirklich ausgewogenen und stilsicheren Interpretation zu führen. Man fühlt sichn im Orchestergraben in den Belcantowelten hörbar zu Hause und spielt kraftvoll und zugleich differenziert, das es eine wahre Freude ist. Kasarova-Einspringerin Tara Erraught gibt einen fulminanten Romeo, Eri Nakamura eine betörende Julia. Zwei blutjunge Sängerinnen aus dem Ensemble tragen eine solch wichtige Premiere und bringen das Publikum zur Raserei! Ein Beispiel, welches Schule machen sollte. Auch in München, ist man doch ansonsten dem Starkult genauso verfallen, wie anderswo. (In wenigen Tagen gehen in Wien Anna Netrebko und Elina Garanca in Anna Bolena in den Ring.) Die Inszenierung von Vincent Boussard liefert große und wirkungsvolle Bilder, von denen viele allerdings in die Kategorie überflüssig fallen. Warum die Protagonisten derart gebremst und unmusikalisch agieren müssen bleibt rätselhaft. Vieles wirkt angeschafft und zwar irgendwie ästhetisch durchdacht, aber zum Verständnis der Handlung trägt das kaum etwas bei. Dem Eindruck, dass den Kostümen von Designer Christian Lacroix Raum verschafft werden will die Inszenierung gar nicht entgegen treten. Schön und berührend allerdings das Schlussbild, wenn die beiden Liebenden durch den großen Rahmen zum Bühnenrand treten. Die Premiere wird zu einem überraschenden Erfolg, der bei einer stringenteren Regie durchauch ein Triumph hätte werden können!
Freitag, 25. März 2011
Kasarova sagt Bellini-Premiere in München ab

Wegen einer Lungenentzündung muss Vesselina Kasarova ihre Mitwirkung an der für Sonntag an der Bayerischen Staatsoper in München geplante Mitwirkung in I Capuleti e i Montecchi absagen. Die Rolle des Romeo übernimmt jetzt in den ersten vier Aufführungen Ensemblemitglied Tara Erraught, die erst vor kurzem in der Titelrolle von L'enfant et les sortilèges im Nationaltheater gefeiert wurde.
Samstag, 19. März 2011
Bayerische Staatsoper gibt Gedenkkonzert

Mit einer Aufführung von Brahms Ein deutsches Requiem gibt das Staatsorchester unter der Leitung von Kent Nagano am 03. April 2011 um 15.30 Uhr ein Gedenkkonzert für das japanische Volk in der Münchner Frauenkirche. Die Soloparts übernehmen Soile Isokoski und Christian Gerhaher, außerdem singt der Windsbacher Knabenchor und der Münchner Domchor. Der Eintritt ist frei, Karten können beim Besucherservice der Staatsoper erworben werden, wo auch die Möglichkeit besteht für Japan zu spenden!
Freitag, 18. März 2011
Domingo singt wieder Boccanegra in Berlin

Ende Mai des kommenden Jahres plant die Staatsoper Unter den Linden Berlin in ihrem Ausweichquartier Schillertheater noch einmal drei Aufführung der Simone Boccanegra - Inszenierung mit Placido Domingo. Ebenfalls dabei ist wie in der Premiere Anja Harteros, es dirigiert natürlich Daniel Barenboim. Im Oktober 2009 war der Startenor Domingo in der Titelrolle der Verdioper an der Staatsoper erstmals in einer Baritonpartie aufgetreten. Nicht nur wir fanden das ganz überzeugend!
Dienstag, 15. März 2011
Tristan - die Berliner Alternativen

Für alle, die von der jüngsten Tristan-Premiere an der Deutschen Oper Berlin enttäuscht sind - und den Reaktionen nach müssen das viele gewesen sein - hält die Staatsoper Unter den Linden eine Alternative bereit, denn auch im Ausweichquartier Schillertheater spielt sie den bereits langgedienten Harry-Kupfer-Tristan mit dem gestürzten Engel auf der Bühne. Die drei Aufführungen im März 2012 (10./18./25.) werden natürlich von Daniel Barenboim dirigiert und sind mit Waltraud Meier, Ian Storey, René Pape und Ekatarina Gubanova erlesen besetzt. Barenboim kann man in vielen Dingen kritisieren, aber er ist sicher einer der besten und erfahrensten Tristan-Dirigenten auf der Welt. Und mit Waltraud Meier als Isolde kann da eigentlich nichts schief gehen, die beiden machen das jetzt schon mehr als 15 Jahre zusammen! Für alle, die nicht so lange warten wollen, gibt es heute die Gelegenheit den 2. Akt von Tristan und Isolde konzertant in der Philharmonie mit Violetta Urmana und Ian Storey (anstelle von Robert Dean Smith) im Benefizkonzert für die Lindenoper mit der Staatskapelle Berlin zu erleben, Daniel Barenboim ist auch dabei, aber als Solist in Beethovens drittem Klavierkonzert. Es gibt noch Restkarten!
Samstag, 12. März 2011
Tristan und Isolde neu in Berlin

Peter Seiffert singt am Sonntagabend den Tristan in der Neuproduktion der Richard-Wagner-Oper an der der Deutschen Oper Berlin. Die Dame an seiner Seite ist aber (hoffentlich) nicht seine Ehefrau Petra-Maria Schnitzer, die in dieser Premiere zum ersten Mal die Isolde singen wird. Ein mit Spannung erwartetes Rollendebüt ist das nicht, es wird eher zur Kenntnis genommen. Anders ist das bei Seiferts Tristan, der - wenn in Form - ein ganz herausragender Wagnersänger sein kann. Vor zwei Jahren ist Seiffert schon einmal halbkonzertant in einen Tristan an der Deutschen Oper eingesprungen, damals noch in der Inszenierung von Götz Friedrich, die jetzt nicht mehr gespielt wird. Bleibt zu hoffen, dass diese letzte Repertoire-Erneuerung in der Intendanz von Kirsten Harms gut geht, es gibt ja auch Beispiele, wo das nicht gelungen ist! Die Inszenierung stammt von Graham Vick, die musikalische Leitung hat der Chef Donald Runnicles, beide haben schon öfter zusammen gearbeitet - unlängst auch mit Schnitzer und Seifert beim Tannhäuser in San Francisco.
Freitag, 11. März 2011
Valery Gergiev mit Erschöpfungssyndrom

Der russische Dirigent musste wegen eines akuten Erschöpfungssyndroms ein Dirigat an der Metropolitan Opera New York zurück legen. In der Vorstellung von Boris Godunow übernahm für ihn sein Kollege Pavel Smelkov. Gergiev leitet nicht nur das rennomierte St. Petersburger Marinskij-Theater, sondern ist seit mehr als zwei Jahrzehnten auch einer der Jet-Set-Stars des internationalen Klassikbetriebes. Regelmäßig tritt er in Baden-Baden, Salzburg, London und New York auf. Sein besonderer Einsatz gilt dabei dem unbekannten russischen Opernrepertoire. Außerdem machten viele der St. Petersburger Ensemble-Mitglieder Weltkarriere, Anna Netrebko und Olga Borodina sind die bekanntesten davon. In der kommenden Saison wird Gergiev einen Schostakowitsch-Zyklus mit den Münchner Philharmonikern aufführen.
Mittwoch, 9. März 2011
Saison 2011/12 in der Semperoper Dresden

Die Dresdner Semperoper hat ihre Saisonplanungen für 2011/12 bekannt gegeben. Mehrere Neuproduktionen sind mit Verdis Un ballo in maschera, Mozarts La clemenza di Tito, Donizettis Der Liebestrank und Händels Alcina vorgesehen. Außerdem kommt Alban Bergs Lulu in der Inszenierung von Stefan Herheim neu auf den Spielplan und erstmals wird die hierzulande unbekannte tschechische Volksoper Schwanda, der Dudelsackpfeifer von Jaromir Weinberger gezeigt. Sämtliche Premieren sind in obigem Spielzeitbild enthalten, welches Besucher erstmals für das Programm des Hauses interessieren soll. Das in Dresden traditionell breite Repertoire wird sich verändern. Die Intendantin Dr. Ulrike Hessler wird von der lokalen Tagespresse mit der Aussage zitiert, dass das klassische Dresdner Repertoire, vor allem Strauss- und Wagner-Opern, jetzt erst einmal in den Hintergrund rücken werde. Man wolle das lokale Publikum mit diesen Werken nicht ermüden. In der Tat gibt es nur drei Lohengrin-Aufführugen, sowie Salome und Capriccio. Ob dieser Weg der richtige ist, wird sich erweisen müssen. Ihre erste Dresdner Saison hatte Frau Dr. Hessler noch mit der selten gespielten Strauss-Oper Daphne eröffnet und damit eigentlich den Strauss-Zyklus des Hauses komplettiert. Strauss und Wagner waren immer das Kernrepertoire nicht nur der Semperoper, sondern auch der Dresdner Staatskapelle und nicht zuletzt von Christian Thielemann. Mit seinem Amtsantritt 2012 werden die Karten sicher noch einmal neu gemischt werden. Der neue Spielplan kann bereits auf der Homepage der Semperoper abgerufen werden, aber noch ohne Besetzungen, die gibt es hier.
Jaromír Weinberger
Jaromír Weinberger
Montag, 7. März 2011
Thielemann für Totaloperation am Gasteig

Münchens scheidender Orchesterchef Christian Thielemann hat sich kurz vor seinem Weggang nochmals in die Diskusssion über die Konzertsaal-Situation in der Stadt eingeschalten. Er empfielt im Gespräch mit einer Münchner Tageszeitung eine totale Entkernung und einen kompletten Umbau der Philharmonie im Gasteig. Es wäre endlich an der Zeit für einen Befreiungsschlag, München müsse groß denken und Ehrgeiz entwickeln, wie es die Stadt immer wieder getan hätte. Thielemann glaubt auch, dass die gemeinsame Nutzung der Philharmonie durch die Münchner Philharmoniker und das BR-Symphonieorchester möglich ist. Beide Orchester müssten dafür von ihrem hohen Ross herunter. Das auch überregional hoch gehandelte BR-Orchester unter seinem Chef Mariss Jansons sperrt sich gegen eine solche Lösung und hofft nach wie vor auf einen eigenen Konzertsaal in der bayerischen Landeshauptstadt. Der hat allerdings nur Chancen wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen und danach sieht es im Moment in München gar nicht aus. Selbst für Insider sind die Grenzlinien der Debatte nur schwer zu beschreiben. Insofern kommt Thielemanns Aufforderung zum Befreiungsschlag zum richtigen Zeitpunkt!
Sonntag, 6. März 2011
Anna Bolena aus der Wiener Staatsoper auf ARTE

Am 02. April 2011 hebt sich in der Wiener Staatsoper erstmals der Vorhang für Donizettis Belcanto-Meisterwerk Anna Bolena. Erstaunlicherweise stand diese 1830 in Mailand urauffgeführte Oper bisher noch nie auf dem Spielplan der Staatsoper. Es wurde also höchste Zeit. Die Besetzung ist nun schlicht und einfach herausragend: Anna Netrebko ist in der Titelpartie zu erleben, Elina Garanca singt die Giovanna Seymour, Ildebrando D’Arcangelo den Heinrich VIII., Elisabeth Kulman ist als Smeton zu erleben und Francesco Meli als Lord Riccardo Percy. Die musikalische Leitung hat Evelino Pidò übernommen, für die Inszenierung zeichnet Eric Génovèse verantwortlich. Für alle, die nicht in Wien dabei sein können überträgt ARTE am 05. April 2011 um 20.15 Uhr eine Vorstellung aus der Wiener Staatsper. Auch der Radiosender BR-Klassik überträgt - und zwar bereits die Premiere (02.04.2011, 19.00 Uhr) und sogar live!
Samstag, 5. März 2011
Diskussion um neuen Konzertsaal in München
Die Diskussion um einen neuen Konzertsaal in der bayerischen Landeshauptstadt gewinnt an Dynamik, nachdem sich OB Christian Ude jetzt sehr deutlich gegen einen solchen ausgesprochen hat. Auf der Seite des Freistaates hat sich unlängst eine Arbeitsgruppe konstituiert, welche die (immer zahlreicher werdenden) Standortvorschläge für einen Neubau untersuchen soll. Wichtigste Aufgabe des neuen Saales wäre es, Stammhaus für das rennomierte BR-Symphonieorchester von Mariss Jansons zu sein, welches bislang im Herkulessaal in der Residenz nur unzureichend untergebracht ist. Eine gemeinsame Nutzung des Gasteigs mit den Münchner Philharmonikern gilt als kompliziert, aber nicht unmöglich. Über die Phase des Ideensammelns ist das Projekt eines Neubaus allerdings noch nicht hinaus gelangt. Eine hochkarätig besetzte Gesprächsrunde will am Montag, 14. März 2011 über die Möglichkeiten für einen Neubau diskutieren. Auf dem Podium werden Maestro Mariss Jansons, Roland Berger, Bariton Christian Gerhaer, Minister Wolfgang Heubisch und Christian Ude sitzen. Da die Veranstaltung längst ausverkauft ist wird der Fernsehsender BRalpha live übertragen!
Donnerstag, 3. März 2011
Die Fledermaus live aus Frankfurt

Am kommenden Sonntag (06. März 2011) überträgt 3sat um 20.15 Uhr zeitversetzt die Premiere der Fledermaus aus der Oper Frankfurt. Die musikalische Leitung übernimmt Bayreuth-Dirigent Sebastian Weigle, die Inszenierung stammt von Claus Guth. Neben Christian Gerhaher (Foto) als Gabriel von Eisenstein sind u.a. Barbara Zechmeister, Thorsten Grümbel, Martin Wölfel, Stephan Rügamer und Michael Nagy zu erleben. Im Internet wird die Aufführung auch als Livestream gesendet.
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