
Nach einem von eher sehr durchschnittlichen Repertoireauffürungen geprägten Saisonauftakt gibt es jetzt an der Dresdner Semperoper die erste Neuinszenierung in der Intendanz von Dr. Ulrike Hessler. Die Entscheidung fiel auf Hausgott Richard Strauss selten gespieltes Spätwerk Daphne - 1938 am gleichen Ort uraufgeführt unter der musikalischen Leitung des legendären Karl Böhm, dem Strauss seine Oper auch gewidmet hat. Das Werk firmiert als bukolische Tragödie in einem Aufzug und variiert nicht zum ersten Mal in der Geschichte der Oper den griechischen Mythos der Nymphe Daphne die zum Schutz vor den Nachstellungen Apolls in einen Lorbeerbaum verwandelt wird. Das Ganze wurde von Strauss und seinem Librettisten Joseph Gregor noch mehr ins Menschliche gewendet, noch einen Schritt weiter geht jetzt der Regisseur der Neuinszenierung Torsten Fischer. Er siedelt die Handlung in der Entstehungszeit des Werkes an (das ist für die Strausschen Spätwerke ein bewährtes Mittel) und erzählt die Geschichte der hingerichteten Widerstandskämpferin Sophie Scholl. Fischer ist eher als gemäßigter Inszenator bekannt und so sind die Erwartungen hoch, dass ihm eine spannende und schlüssige Interpretation des Werkes gelingt. Über allen Zweifel erhaben ist die Besetzung. Einmal mehr in einer Hauptrolle an der Semperoper zu erleben ist Camilla Nylund, inzwischen zu einer der wichtigsten Strauss-Sängerinnen geworden. An ihrer Seite ein hervorragendes Ensemble mit Christa Mayer, Robert Dean Smith, Georg Zeppenfeld und einigen anderen. Das Dirigat übernimmt als Dresden-Debüt die Nachwuchshoffnung Omer Meir Wellber. Wenn alles gelingt hat die Semperoper einen wichtigen Neuzugang im Strauss-Repertoire und die Neuintendantin einen Einstand nach Maß!









