Donnerstag, 14. Mai 2009

Waltraud Meier gleich zwei Mal in Dresden

Der Vorverkauf für die Wagner-Gala am 04. Juli 2009 unter freiem Himmel mit der Dresdner Philharmonie am Dresdner Elbufer hat mittlerweile begonnen. Am Jahresende wird Waltraud Meier dann noch ein Mal in Dresden zu Gast sein. In der Reihe "Weltstars in der Semperoper" ist sie am 09. Dezember 2009 mit Liedern von Robert Schumann und Richard Strauss zu erleben. Ihr Partner am Klavier wird Josef Breinl sein. Auch für diesen Liederabend sind inzwischen Karten erhältlich. Das Dresdner Publikum hat damit zwei wunderbare Gelegenheiten die Ausnahmekünstlerin aus ganz unterschiedlicher Perspektive kennen zu lernen.



Ihr letzter Auftritt in Dresden als Isolde liegt schon einige Jahre zurück. In der bis heute laufenden Carmen - Inszenierung an der Semperoper war Waltraut Meier die Premierenbesetzung der Titelrolle (Foto). Diese Rolle hat die Sängerin inzwischen aus ihrem Repertoire gestrichen.

Dienstag, 12. Mai 2009

Venus + Elisabeth = Nadja

Fast hätte sie abgesagt werden müssen, die Auftaktvorstellung der zweiten Aufführungsserie der Neuproduktion des TANNHÄUSER an der Deutschen Oper Berlin. Nachdem erst Scott McAllister und dann auch Stefan Vinke krankheitsbedingt ausfielen musste weltweit nach einem Sänger für die Titelrolle gesucht werden. Allein sechs potentielle Kandidaten waren allerdings an der MET gebunden, als Besetzungen und Cover für die aktuellen Ring-Serie. Fündig wurde man dann in Oslo!



Es wurde ein überraschender und kurzweiliger Abend. Ivar Gilhuus schlägt sich zunächst nur wacker, seine Stimme will eine gewisse Abnutzung gar nicht verleugnen, doch er teilt sich den Abend sehr gut ein und die nicht unheikle Romerzählung im dritten Akt kommt klar und kraftvoll wie selten. Das alles mit vorzüglicher Verständlichkeit des Textes. Das gilt überraschenderweise auch für Nadja Michael, der Gesangsstil nicht jedermanns Sache ist. Die vor längerem vom Mezzo zur Sopranistin konvertierte Sängerin neigt als Venus zu Schärfen in der Höhe, die Elisabeth gelingt ihr dann viel besser. Viele ehrliche, innerliche Töne. Die dritte Überraschung ist Markus Brück, nicht die aufregendste Stimme, aber an diesem Abend singt er den Wolfram über alle hinaus.



Die Inszenierung von Intendantin Kirsten Harms verzichtet darauf, ihr Konzept zu Tode zu reiten. Sie findet große, aussagekräftige Bilder und immer wieder auch das Kammerspiel in der großen Oper, nicht zuletzt getragen durch die Bühnenpräsenz von Nadja Michael. Wirklich berührend und ganz neu gelesen die Szene am Schluss, wenn Wolfram der toten Elisabeth das Haar öffnet und sie damit auch zu seiner Venus macht. Der Chor der Deutschen Oper erweist sich zum wiederholen Male als sichere Bank, das Dirigat von Philippe Auguin ist trocken und unpathetisch, mitunter etwas eindimensional, aber der große Entwurf stimmt über alle drei Akte. Eine gelungene Repertoireaufführung im fast ausverkauften Haus an der Bismarckstraße, großer Jubel für alle Mitwirkenden.

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